Spiri:
Quadrocopter für autonome, programmierbare und intelligente Flüge

Noch eine Hightech-Spielzeugdrohne? Es wird langsam langweilig! Ach, was! Spiri möchte zeigen, dass in einem kleinen Flieger weit mehr stecken kann als nur simpler Spaß für große und kleine Hobbypiloten. Dank offener Plattform und einiger cleverer Ansätze soll hier eine große, kreative Community rund um ein Stück Hardware entstehen.

Diese Drohne fliegt von allein. (Foto: Patrick Edwards-Daugherty)

Diese Drohne fliegt von allein. (Foto: Patrick Edwards-Daugherty)

Im Gegensatz zu anderen Drohnen ist Spiri eher eine individualisierbare und flexible Plattform. Die Basis ist auch hier ein fliegender Roboter, der über GPS, mehrere Kameras, vier Rotoren, Wi-Fi, Bluetooth, 4 GB Flashspeicher, einen USB-Port und einen 1 GHz Dual-Core-Prozessor verfügt. Als Betriebssystem kommt eine Variante von Ubuntu Linux zum Einsatz, das zusätzlich Gebrauch von der Open-Source-Software ROS (Robot Operation System) macht. Eine Hülle aus verstärkter Kohlefaser soll potentielle Abstürze abfedern, sodass im besten Fall Einzelteile nicht beschädigt werden. Wie bei anderen Quadrocoptern soll man später Komponenten nachbestellen und Spiri so auch verbessern können.

Spiri
Tüftler bei der Arbeit. (Foto: Patrick Edwards-Daugherty)Diese Drohne fliegt von allein. (Foto: Patrick Edwards-Daugherty)Die Drohne (Foto: Patrick Edwards-Daugherty)Das Innenleben. (Foto: Patrick Edwards-Daugherty)

Autonom

Die Besonderheit ist, dass man Spiri nicht regulär mit einer Fernbedienung, einem Smartphone oder Tablet steuert. Ähnlich wie zum Beispiel bei militärisch genutzten Drohnen oder auf Wunsch bei dem DJI Phantom bewegt sich das Flugobjekt automatisch oder nach vorgegebenen Mustern. Selbständig nimmt es den aktuellen Kurs auf, bringt sich auf Wunsch zu einem favorisierten Ort und landet ohne ein Zutun bei einem leeren Akku in Sicherheit – bevor es zu einem Sturz aus der Höhe kommt. Sozusagen kann Spiri auf sich selbst aufpassen, was vielleicht auch besser funktioniert, als würde ein Anfänger per Fernsteuerung versuchen, die Drohne zu lenken.

Einsatzmöglichkeiten

Vielversprechend klingen die theoretischen Einsatzmöglichkeiten. So sei Spiri gut geeignet, um Höhlen zu erforschen, als Kurier Dinge wie Briefe von A nach B zu bringen oder den Nachbarn auszuspionieren. Da sich eine Drohne gemeinsam mit anderen Spiris im Luftraum koordinieren kann, wäre es sogar denkbar, gemeinsam eine Karte eines großflächigen Gebiets aufzuzeichnen.

Der Austausch von Daten mit anderen Spiri-Besitzern ist ferner ein Bestandteil der geplanten Community-Funktionen abseits der Hardware. Informationen und Erfahrungen sollen über eine Art Netzwerk verbreitet werden, außerdem ist eine Spiri Applications Platform mit Programmen und Hilfen geplant.

Teuer

125.000 US-Dollar werden benötigt, um Spiri inklusive Hard- und Software zu finalisieren. Das Geld sammeln die Erfinder bei Kickstarter ein. Dort können Interessierte für umgerechnet rund 390 Euro ein Exemplar der Drohne sichern. Für 37 Euro mehr gibt es einen Einblick in die Programmier-Fähigkeiten der Drohne. Sollte das Geld bis Mitte September zusammenkommen, könnte eine Auslieferung im April 2014 erfolgen.

Mehr Einzelheiten, auch zur verbauten Technik und der genauen Funktionsweise, erhält man auf der Kickstarter-Projektseite und auf der Webseite der Hersteller.

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten wie zum Beispiel Polygamia.de.

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