Canary Smart Home Security:
Einfach mehr Sicherheit fürs Zuhause

Ein schlaues Sicherheitssystem, das nicht die Welt kostet und einfach zu verstehen ist: Das haben sich die Macher des “Canary” vorgenommen. Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo gehen sie gerade überaus erfolgreich auf Interessentensuche.

Mit seinem schlichten Design soll sich der Canary unauffällig in jeden Haushalt integrieren.

Mit seinem schlichten Design soll sich der Canary unauffällig in jeden Haushalt integrieren.

Adam Sager ist ehemaliges Mitglied der israelischen Armee und heute Sicherheitsberater für Unternehmen. Chris Rill war Elektronik-Spezialist beim US-Militär. Gemeinsam mit dem Produktdesigner Jon Troutman wollen sie die Welt sicherer machen. In diesem Fall aber nicht mit den typischen Mitteln des Soldaten. Stattdessen arbeiten sie an einem Gerät namens “Canary”, das auf den ersten Blick aussieht wie eine futuristische Isolierkanne. Man stellt es in seiner Wohnung oder in seinem Büro auf und 30 Sekunden später ist alles viel sicherer, versprechen die Macher.

Canary Smart Home Security
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canary-matte-black-classic-white-silverMit seinem schlichten Design soll sich der Canary unauffällig in jeden Haushalt integrieren.Canary-Device-Front-TopMit der App oder über einen Browser kann man auf die Daten des Canary zugreifen.
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Wachsame Isolierkanne

Im Innern der scheinbaren Isolierkanne findet sich wenig überraschend diverse Elektronik. Dazu gehört eine HD-Kamera mit Nachtsichtfunktion und Weitwinkellinse. Außerdem ein Mikrofon, ein Bewegungsmelder, ein Beschleunigungssensor sowie Sensoren für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und allgemeine Luftqualität. Außerdem sind ein Lautsprecher und eine Sirene eingebaut. Das Gerät ist 15 cm hoch und hat einen Durchmesser von etwa 7,5 cm. Man schließt Canary an den Strom an, verbindet es mit dem heimischen WLAN und es ist einsatzbereit.

Als Besitzer greift man per Browser oder per Android- oder iOS-App auf das Gerät zu. Hier wird man zudem alarmiert, falls etwas nicht zu stimmen scheint und kann beispielsweise die Kamera benutzen, um im fernen Zuhause nach dem Rechten zu sehen.

Selbstlernend und automatisiert

Dabei soll das System lernen und mit der Zeit dann beispielsweise nicht mehr auf herumlaufende Hunde oder Katzen reagieren. Hier sehen die Canary-Macher einen großen Vorteil ihres Systems gegenüber der klassischen Konkurrenz, denn die löse zu 99 Prozent falschen Alarm aus, behaupten sie.

Die Apps für Android- und Apple-Geräte haben auf Wunsch noch einen weiteren komfortablen Trick auf Lager: Erkennt das System anhand der GPS-Position, das man sein Zuhause verlassen hat, schaltet sich Canary automatisch scharf. Und es schaltet sich umgekehrt ab, wenn man sich annähert.

Verschlüsselte Datenverbindung

Mit der App oder über einen Browser kann man auf die Daten des Canary zugreifen.

Mit der App oder über einen Browser kann man auf die Daten des Canary zugreifen.

Die Hard- und Software des Canary ist dabei so angelegt, dass man mehrere Geräte zugleich verwalten kann und mehrere Nutzer Zugriff auf ein Gerät haben können.

Natürlich ist so ein Canary ein spannendes Ziel für Hacker. Die Datenverbindung sei auf dem Niveau von Online-Banking verschlüsselt, versichern die Macher. Man kommt als Nutzer allerdings nicht drumherum, dass Daten in der “Canary Cloud” landen, denn dort werden sie analysiert, um zum Beispiel Nutzungsgewohnheiten zu erkennen und darauf zu reagieren. Das lässt sich offenbar nicht abschalten oder ändern. Laufende Kosten fallen übrigens nicht an. Canary will später kostenpflichtige Zusatzdienste anbieten, aber die auf Indiegogo beschriebenen Grundfunktionen sollen kostenlos bleiben.

Neu ist die Idee des Canary bei alldem nicht. So arbeitet aktuell beispielsweise Schnurlostelefon-Spezialist Gigaset an seinem “Elements”-System. Das soll sich zu einem umfangreichen Smart-Home-System weiterentwickeln, wird für den Anfang aber als Sicherheitslösung angepriesen. Gigaset Elements besteht dabei aus einer Basisstation und kleinen Zusatzgeräten. Ähnlich sieht es bei der Konkurrenz SmartThings aus. Auch hier ließe sich ein ähnliches System zusammenstellen. Canary ist mit seinem All-in-One-Ansatz im Vergleich leichter verständlich und schneller installiert, lässt sich dafür aber nur durch den Kauf weiterer Komplettgeräte erweitern.

Preise und Lieferbarkeit

In Mattschwarz, Silber und Weiß kann man sich seinen Canary nun via Indiegogo vorbestellen. Bislang existiert das Gerät nur als Prototyp. Die Auslieferung soll im März 2014 erfolgen. Hier ist noch wichtig zu erwähnen, dass der Canary zwar außerhalb der USA funktionieren sollte, aber die Macher dies mangels Testmöglichkeiten nicht garantieren. Wie immer bei Crowdfunding bleibt ein gewisses Risiko.

Umgerechnet rund 175 Euro soll man für einen weißen Canary inklusive internationalem Versand vorschießen. Die Variante in Schwarz oder Silber gibt es für gut 210 Euro.

Weitere Informationen hier auf der Indiegogo-Projektseite und auf der offiziellen Website.

Gefunden bei Technabob.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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5 Kommentare

  1. Ich vermisse Radar, mit dem sich sämtliche auffälligen Bewegungen im Umkreis von zehn Kilometern ums Haus registrieren lassen. Offenbar sind derzeit nicht nur Regierungen und Geheimdienste ein wenig in einem Sicherheitswahn.

  2. Toll…dann kann ich immer meine Hunde kontrollieren von unterwegs. :-))

  3. Warum tät es mich nicht wundern, wenn das Teil ne Backdoor für die NSA und Kumpanen hat?^^

  4. Was fällt an weiteren Kosten an – EUSt. und ggf. Zoll?

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