Home Automation:
Das smarte Haus ist da (und du willst es auch)

Das elektronisch gesteuerte, smarte Haus gehört zu den Klassikern der Zukunftsvisionen, kommt aber im Gegensatz zum Internetkühlschrank gerade in der Gegenwart an. Was manchem dabei als Luxusspielerei für Villenbesitzer erscheint, hat in Wirklichkeit viele nützliche Anwendungsfelder.

Eine Fernbedienung fürs Haus, aber auch eine Automatisierung sind mit Plattformen wie „Digitalstrom“ heute möglich und keine Zukunftsmusik mehr.

Eine Fernbedienung fürs Haus, aber auch eine Automatisierung sind mit Plattformen wie „Digitalstrom“ heute möglich und keine Zukunftsmusik mehr.

Wer sich nach einer neuen Wohnung oder einem Haus umsieht, geht hierzulande inzwischen sehr selbstverständlich davon aus, Wasseranschlüsse und Steckdosen vorzufinden. Die Verfügbarkeit von Breitbandinternet spielt darüber hinaus eine immer wichtigere Rolle. Aber schon einigen Jahren könnte eine weitere Eigenschaft sehr gefragt sein: eine elektronische Steuerung des Haushalts inklusive Vernetzung. Auf der „IFA Preview“ in Hamburg konnte man dazu diese Woche mehrere Beispiele sehen.

Smartes Zuhause
digitalstrom-01Mobile Smart Phone In Hand IsolatedEine Fernbedienung fürs Haus, aber auch eine Automatisierung sind mit Plattformen wie „Digitalstrom“ heute möglich und keine Zukunftsmusik mehr.Das neue „Gigaset Elements“ wird derzeit vor allem als Sicherheitslösung angepriesen, soll künftig aber noch mehr können.
gigaset-elements-02gigaset-elements-03belkin-wemo-switch-motion-01Auch das spanische Startup Wattio möchte in dem Bereich ein Wörtchen mitreden.
wattio-geraete

Alle elektrischen Geräte vernetzen

Ein Unternehmen, das darauf setzt, ist die aizo AG mit Sitz in Schlieren-Zürich und Wetzlar. Ihr Produkt “Digitalstrom” vernetzt sämtliche elektrischen Geräte in einem Gebäude über die bereits vorhandenen Stromleitungen. Für die Bewohner bedeutet das in der Praxis nicht nur, dass sie viele Dinge vom Tablet oder Smartphone aus steuern können. Es ergeben sich darüber hinaus neue praktische Anwendungsmöglichkeiten. So lassen sich beispielsweise Geräte pro Raum oder auch pro Anwendungsfall gruppieren. Wer von “Abendessen” auf “Heimkinoabend” wechseln möchte, braucht dazu nicht mehr als einen Tap und schon werden die entsprechenden Schaltungen vorgenommen.

Aber man braucht gar nicht immer zum Tablet zu greifen. Auch ein Lichtschalter (oder genauer: ein Taster) bekommt eine Portion mehr Intelligenz. Ein Doppelklick hier kann beispielsweise alle entsprechend verknüpften Lampen ein- oder ausschalten. Er lässt sich auch so konfigurieren, dass beispielsweise ein langes Drücken alle Stromquellen abschaltet, die bei Abwesenheit nicht benötigt werden.

Und natürlich lassen sich Bewegungsmelder oder Rauchsensoren in ein solches System integrieren. Oder man kann sich automatische Verknüpfungen denken, wie ein Dimmen des Lichts im Wohnzimmer, sobald man den Fernseher einschaltet. Oder ein “Paniktaster” liegt bereit, der im Fall der Fälle alle Lichter gleichzeitig einschaltet sowie die elektrischen Rollläden hochfährt. Oder das Haus reagiert selbsttätig auf eine Unwetterwarnung. Die Liste ließe sich fortsetzen und zeigt dabei vor allem: Ein smarter Haushalt ist ein großer Komfortgewinn. Zudem kann er beim Energiesparen helfen, da ein solches System nicht so vergesslich ist wie seine Besitzer…

Technisch gesehen ist der Kern von “Digitalstrom” ein Hochvolt-Chip. Er kann Strom schalten, dimmen oder messen, kleine Programme ablaufen lassen, Daten speichern und kommunizieren. Er lässt sich dank seiner kompakten Abmaße von Herstellern in ihre Geräte integrieren oder wird in Form einer Lüsterklemme zwischengeschaltet.

Smarteres Zuhause

Das neue „Gigaset Elements“ wird derzeit vor allem als Sicherheitslösung angepriesen, soll künftig aber noch mehr können.

Das neue „Gigaset Elements“ wird derzeit vor allem als Sicherheitslösung angepriesen, soll künftig aber noch mehr können.

Ähnliche Ziele verfolgt das Unternehmen Gigaset, das man vor allem wegen seiner Schnurlostelefone kennt. Unter dem Namen Gigaset Elements wird hier zur IFA im September ein neues System auf den Markt kommen, das das eigene Zuhause aufs Smartphone bringt. Logischerweise setzen die Ingenieure zur Vernetzung hier auf den von Schnurlostelefonen bekannten DECT-Standard. Dank einer besonders stromsparenden Ausführung (DECT-ULE) soll dabei beispielsweise der Einbruchsensor zwei Jahre mit einem Batteriesatz auskommen.

Bei Gigaset Elements geht es im Gegensatz zu Digitalstrom nicht darum, jedes elektrische Gerät miteinander zu vernetzen. Vielmehr schafft man sich eine Basisstation und entsprechende Zusatzgeräte an, die einen dann mit Infos darüber versorgen können, ob jemand zu Hause ist (Bewegungssensor) oder jemand ins Arbeitszimmer gegangen ist (Türsensor). Weitere solche Module sind denkbar und angekündigt. „Im Fokus stehen dabei Lösungen aus den Bereichen Sicherheit, Pflege und Energie-Management“, heißt es auf der Website.

Es geht nicht nur um Komfortgewinn

Auch das spanische Startup Wattio möchte in dem Bereich ein Wörtchen mitreden.

Auch das spanische Startup Wattio möchte in dem Bereich ein Wörtchen mitreden.

Kurzum: Der smarte Haushalt macht viele Dinge des Lebens leichter und bequemer. Wie erwähnt, kann er beim Energiesparen helfen. Und im Gespräch auf der IFA Preview mit der inHaus GmbH aus Duisburg war die Rede von noch einer weiteren Zielgruppe: ältere Menschen. Für sie kann ein solches System dabei helfen, länger in den gewohnten vier Wänden zu leben und selbstständig zu bleiben. Und es könnte sogar von selbst bemerken, wenn dem Bewohner etwas zugestoßen ist und dann einen Alarm auslösen.

Das Thema selbst ist nun schon viele Jahre alt. Man denke nur an Bill Gates’ vernetztes Haus. Natürlich ist auch Microsoft in dem Bereich aktiv und generell scheint es tatsächlich in unserer Gegenwart anzukommen. Neben den bereits genannten Systemen gibt es schließlich noch viele weitere, die auf die eine oder andere Weise unseren Haushalt „smarter“ machen wollen. Die Verknüpfung aus Belkin WeMo und IFTTT hatte ich euch bereits einmal vorgestellt. Oder auch das Wattio-System aus Spanien. Jürgen hatte euch die „Smart-Home-Konsole“ Ivee Sleek gezeigt. Und das deutsche Startup Codeatelier will mit Homee verschiedene Systeme vereinen. Weiterer Lesetipp an dieser Stelle: Auf Lifehacker nimmt sich ein ausführlicher Beitrag des Themas an – in verschiedenen Komplexitätsstufen.

Ich persönlich finde das alles sehr erstrebenswert und in ein, zwei Generationen wird es absolut alltäglich sein – wie fließend Wasser und Steckdosen.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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20 Kommentare

  1. Nein, die globale Hausautomatisierung erschließt sich mir – trotz der diversen Beispiel – noch immer nicht. Warum soll ich (außer ich bin ein unglaublich fauler Fettsack) nicht zum Ein- und Ausschalten zum Lichtschalter gehen?
    Das Symbolbild zum Artikel zeigt wunderbar: ich kann aus der Ferne Licht steuern, die Rolläden und Fenster öffnen und schließen… toll, aber warum soll ich es tun?
    Das Beispiel bei Unwetter Fenster schließen mag für einige Leute attraktiv sein aber wenn ich morgens aus dem Haus gehe, schließe ich die Fenster lieber direkt – schon aus Gründen des Einbruch-Schutzes.
    Zudem bedeutet die Automation – neben permanent laufenden Steueranlagen (=Stromverbraucher) einen erhöhten Verkabelungsaufwand und letztlich auch eine deutlich höhere Störquelle.
    Hinzu kommt für mich die Gefahr, dass alles, was extern (Internet) gesteuert werden kann, auch missbraucht werden kann. Ich sehe schon die Schlagzeilen der Zukunft vor mir: Einbrecher und Hacker vereint – mein Haus spielte plötzlich verrückt.

    Für mich sieht die ganze Geschichte mit Hausautomation eher danach aus, dass dem Verbraucher etwas suggeriert wird, das er ‘haben muss’, was aber letztlich mit hohen Kosten (Anschaffung, Betrieb, Wartung), wenn nicht sogar mit Gefahren verbunden ist.

    • Heimautomatisierung wird hier anscheinend etwas einseitig betrachtet. Klar, wenn ich eine 40 Quadratmeter Mietwohnung habe, lohnt es sich nicht für das einschalten des Wohnzimmerlichtes eine SmartHome Lösung zu integrieren. Es gibt aber genug Anwendungsbereiche in denen die Heimautomatisierung einen positiven Einfluss auf das Lebensgefühl hat. Einen ausfahrbaren Beamer in der Decke, zentrale Rolladensteuerung, usw. Dazu kommt natürlich noch der “coolness” Faktor :)

  2. Ich habe da so meine Zweifel. Wir hatten eine Übernachtung in einer Art “Luxusapartment” geschenkt bekommen, was auch so jede Menge Schnickschnack hatte.

    Aber:
    – Das war kompliziert zu bedienen. Teilweise hatten wir Probleme mit gewünschten Geräte anzuschalten.
    – Lichtschalter reagierten mit 1s Verzögerung. Nervig, bis dahin hat man schon ein 2tes Mal drauf gedrückt weil man denkt es geht nicht.
    – Der Touch-Schalter der Dusche reagierte erst beim 20ten mal
    usw…

    Für mich stand nach dem Praxistest fest, dass mir sowas nicht ins Haus kommt.

  3. Neben den bereits oben erwähnten Systemen gibt es vor allem einen Standard der sehr interessant ist. Der EnOcean Standard. Bei diesem brauchen die Elemente, wie Taster Fenster-Türkontakt usw. keine Batterien mehr, da die nötige Energie um ein einmaliges Funksignal auszusenden durch das sogenannte energie harvesting produziert wird. Dadurch fällt ein weiterer Kritikpunkt, der Batterieeinstatz, ebenfalls weg. Dieser Standard wird von vielen Firmen, z.B. Eltako JägerDirekt oder Thermokon, bereits verwendet und die Elemente der unterschiedlichen Firmen lassen sich auch weiterhin miteinander kombinieren.

    Grüße
    Julian

  4. Toll !!!

    Und in den nächsten Jahren so selbstverständlich wie ABS und ESP.

    LG
    Flo

  5. Home-Automation ist ein vielschichtiges Thema. Es gibt eine menge Firmen, die das Ganze nur via werbewirksamen Schlagworten wie “Smart Home” oder “intelligentes haus” aggressiv an die Kunden bringen (wollen). Wenn man sich aber etwas näher damit befasst, wird schnell klar, dass es nur um die rudimentäre Verknüpfung verschiedener Komponenten im Haus geht. Von Automation oder gar Intelligenz ganz zu schweigen: fast immer muss der Anwender Aktionen manuell per Tastendruck auslösen.

    Dass es auch anders geht – wenn auch mit viel Einarbeitungsaufwand – zeigt die herstellerübergreifende Plattform “IP-Symcon”. Ich befasse mich seit 3 Jahren sehr intensiv damit, habe sehr viele Funktionen in meiner Wohnung automatisiert. Und zwar wirklich automatisiert. Und das bedeutet z.B.: ich nehme die Automationsfunktionen kaum noch wahr, weil sie so perfekt und ohne manuelles Eingreifen funktionieren.
    Was an dieser Platt form evtl. noch nicht ausgereift ist, ist die visuelle benutzerführung bei der Einrichtung von Funktionen und Komponenten. Wer sich aber gern damit befassen möchte (PHP-Programmierung ist hilfreich, aber nicht Voraussetzung), sollte sich mal die Herstellerseite und die dortige Community genau anschauen. IP-Symcon spezifische Tricks und Tipps – und einige Softwareprojekte gibts auf meiner Homepage.
    Meiner Meinung fängt Home-Automation erst mit derartigen Systemen an – leider haben derartige Plattformenen derzeit noch den Status “Freakware” (im positiven Sinne). Hier wären herstellerübergreifende Standards sehr, sehr hilfreich, um das Thema massentauglich zu bekommen.

    • @Raketenschnecke:
      Was z.B. hast du denn automatisiert?

      Mir da fällt irgendwie nie was wirklich sinnvolles ein… ;-)

    • ok, einige Beispiele:
      Fraktion “Energie-Sparen”:
      * Automatische Heizungsabsenkung bei Abwesenheit
      * Vollautomatische Belüftung (Fenster) nach Abwesenheit, Aussentemperatur, Helligkeit
      * vollautomatische, vollständige An- und Abschaltung von nicht benötigten elektrischen Verbrauchern nach An/Abwesenheit (TV, AVR etc -> kein Standby)
      Fraktion “Komfort”:
      * vollautomatische Zimmerbeleuchtung/Lichtszenen-Steuerung (ich fasse monatelang keine Lichtschalter an)
      * Vollautomatische Zimmer-Beschallung (Musik, via SONOS) nach Zimmerbelegung
      * vollautomatische Wohnungsverriegelung nach Abwesenheit, bei Anwesenheit zeitgesteuert
      * programmierte Wohnungs-Entriegelung bei Anwesenheit
      einfach mal auf meiner Webseite vorbei schauen, da hab ich einiges zum Thema aufbereitet.

  6. Ich habe gerade erst vor ein paar Tagen in einer Forschungseinrichtung eine vollautomatisierte Musterwohnung mit allem erdenklichen elektronischem Chichi besichtigt. Ich dachte mir: Wer soll eigentlich angesichts der ganzen Sensoren, Touchscreens, vernetzten Haushaltsgeräte, Toiletten, Duschen, Fenster, Türen, Lampen etc. die Stromrechnung bezahlen?

    • Die paar Watt kosten nun wirklich nicht die Welt. Dagegen verbrutzeln ineffiziente Kühlschränke oder überdimensionierte PCs sinnloserweise Strom in ganz anderen Dimensionen.

  7. Vielleicht noch ein paar Anmerkungen zu obigen Kommentaren (ergänzend):

    Home-Automation wird zunächst mehr Energie benötigen. Jeder Aktor, jeder Sensor und auch eine notwendige Zentralsteuerung wird Strom benötigen. Man kann aber mit Home-Automation auch Energie sparen. Nicht – wie vielfach suggeriert wird – Strom . Das Potenzial steckt viel mehr in der Einsparung von heiz-Energie.
    M.E. ist das Einspar-Potenzial für Heizenergie wesentlich höher als der mehrverbrauch durch Automations-Technik. Hinzu kommt ein sehr hoher Komfort-Faktor durch Home-Automation. Auf der Soll-Seite wären dann noch die Investitionen für die Automations-Technik und notwendige Infrastruktur. In Summe dürfte sich eine Automation heute nicht nach 3-4 Jahren rechnen, wenn man ausschließlich auf die Kosten schaut. Nach meiner 3-jährigen Erfahrung amortisiert sich diese Technik nicht, hebt aber den Komfort ungemein. Und ist ein extrem interessantes Hobby.
    Und genau hier hat jeder seine eigenen Prämissen – wie beim Autokauf.
    Plug-and-Play/BlackBox ist das Thema aktuell jedenfalls nicht.

  8. Und das tolle: Während irgendwelche Firmen die es in 2-3 Jahren nicht mehr gibt, oder ihr Produkt nicht mehr supporten, irgendwelche Neuigkeiten anpreisen, existieren die Standards (DIN, ISO, …) dafür längst, und werden auch eingesetzt.

    Mir rollen sich bei diesen Artikeln jedes mal die Fußnägel. Das Problem, wenn man das beruflich macht…

  9. Interessanter Artikel und auch interessante Kommentare hier – hätte man vlt in nem Techblog nicht erwartet.

    Ich persönlich sehe durchaus Vorteile: Licht-Automation beim Fernseher einschalten oder Haus verlassen – das klingt schon praktisch.

    Aber oft sind die “Smart-Homes” eben doch nicht smart genug:
    - was ist wenn die Jalousien runtergehen und ich sitz gerade auf meiner Terrasse und trinke Tee? Ausgesperrt…
    - Was ist wenn gerade ein Kind oder Haustier auf der Terrassentürschwelle sitzt, wenn die Jalousie runtergeht?
    - Was passiert beim Stromausfall? Kriege ich dann die Fenster noch manuell auf/zu? …das Haus aufgeschlossen? …die Jalousien hoch?

    Die Automation kann eben nicht mit außergewöhnlichen Ereignissen rechnen und deshalb mache ich meine Fenster lieber selbst auf und zu. Aber wie gesagt: einige selbstprogrammierte “Lichtszenarios” auf Knopfdruck abrufen, das ist ne feine Sache – aber im Prinzip nicht soo sehr smart ;)

    • Dann beschreibe ich mal kurz mein Haus, in dem wir wohnen… umgesetzt mit Enocean, DALI und BACnet. Selbst geplant und durchgeführt.
      Ist ein Passivhaus, Holzschiebeläden zur Verschattung, Solarthermie und Sole-Erdwärmepumpe, 12kWp Photovoltaikanlage aufm Dach.

      Alle Durchgangswege und Nutzräume werden über Radar-Präsenzmelder überwacht und das Licht entsprechend einer Mindesthelligkeit geregelt (Konstantlichtregelung). Es wird also nur soviel Kunstlicht zum vorhandenen Sonnenlicht addiert wie nötig. Vorteil von DALI: Leuchtmittelüberwachung, Rampen-DImmen beim An und Ausschalten und Notlicht-Funktion. Die Wohnräume werden über verschiedenste Leuchten beleuchtet, hier ohne Konstantlichtregelung, dafür mit 2-Farbigen LEDs: WarmWeiß und Kaltweiß zum mischen des idealen Weiß-Tones. Viele Lampen habe ich auf DALI und LED umgebaut. Kühlung der Kontrollierten Wohnraumlüftung geht über die Sole aus dem Boden, die im Winter zum Vorheizen der Luft benutzt wird, und ansonsten in der Wärmepumpe benutzt wird. Die hängt auch im Bussystem mit der Solarthermie-Steuerung. Die Verdunklung und die Heizung/Kühlung arbeiten gemeinsam mit der Wetterstation und einem selbst programmierten Wetter-Vorhersage-System. Da ein Passivhaus mit Lüftung sehr träge reagiert, hilft es zu wissen, ib der nächste Tag Ideal, zu kalt oder zu warm wird. Entsprechend früher werden dann die Heiz oder Kühlregister angefahren. Die Verdschattung hilft dabei Heizenergie oder “Kühlenergie” zu sparen, und fährt entsprechend der Innenraumtemperaturen und der Sonnenstärke.

      Und dann noch kleine Spielereien wie Badewannenfüllautomatik, Rauchmelder mit SMS-Alarmierung.
      Die Schiebeläden fahren bei Brandalarm automatisch auf, ebenso geht überall das Licht auf 100% und eine zusätzliche 120dba Sirene weckt den letzten Tiefschläfer.

      Da de Beleuchtung über LEDs läuft, brauchen diese nicht soviel Strom. Das ganze Beleuchtungssystem hängt an einer 1500VA USV, und geht bei Stromausfall in einen Notfallmodus mit 20% Leuchtstärke.
      Die Schiebeläden kann man von Hand schieben, sind also besser als Rollläden. Die Tür mit RFID und Fingerabdruckleser ist ebenfalls per USB gepuffert hat aber auch noch einen Schlüssel. Und mit der Solaranlage aufm Dach ist ist ein Stromausfall tagsüber eh völlig egal.

      Was noch kommt: Großer Bleigel-Akku-Puffer für die Solaranlage, damit wir selbst Nachts keinen Strom mehr kaufen müssen. Da bin ich noch an der Planung.
      Und das 3000l Aquarium im Wohnzimmer wartet auch noch auf die Realisierung. Ebenfalls komplett automatisiert (bis aufs Füttern und Reinigen).

      Und das alles ohne irgendwelche “neuartigen” Erfindungen, sondern mit etablierten Standards.

    • TOP! Das klingt sehr gut! Kann man dein Haus besuchen? :-D

  10. Hier wird leider, bis auf wenige Ausnahmen, auf Grund von unwissenheit oder nur Halbwissen, so viel falsches geschrieben und damit dann auch leider das ganze Thema “Smart Home” in ein schlechtes Licht gerückt.
    Tatsächlich sollte heute jeder der bauen oder auch renovieren/sanieren möchte, auf jeden Fall in Betracht ziehen eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen um sich die Möglichkeit für ein energieeffizientes und komfortables Zuhause offen zu halten. Dazu ist allerding im Vorfeld eine umfassende Beratung und Planung erforderlich, die man sich aber ausschliesslich vom Fachmann holen sollte. [Werbung vom Admin gelöscht]

  11. Ich setze auch IP-Symcon ein. Immer wieder ein Genuß wenn ich an der Haustüre auf meinen “Alles-Aus-Schalter” drücke und alle Lichter Elektrogeräte sich automatisch runterdimmen und ausschalten.

    Es gibt soviele Einsatzmöglichkeiten. Jemand klingelt bei mir. Das TV Programm wird angehalten und mein TV schaltet automatisch auf die Türkamera um.

  12. Das ist richtig. Hausatomationssysteme sind immer wichtiger um Energie zu sparen, aber auch für unsere Sicherheit. Bei der Verbreitung von Smartphones können wir alles unser Haus steuern, und zwar auch beim Planung von ideale Szenarien. Auf diese Website ist es alles erklärt und findet man Simulationen : http://came.com/hei/de.html

    • und wieder ein gutes Beispiel, in dem eine – optisch gut gemachte – aber “nur zur Steuerung” gedachte Plattform dem Anwender als “Homeautomation” unter gejubelt wird. Ich hab mir die Beispiele kurz angesehen, aber von Automation (sprich: selbstständiges Reagieren der Steuerung auf Umwelteinflüsse) konnte ich nichts erkennen.
      Letztendlich also doch wieder “nur” eine Fernbedienung.

      Hab ich etwa was übersehen?

    • Die Simulationen scheinen eigentlich so. Aber ich weiß, dass es ein berühmtes Zeichen ist, so ich denke, die Anlage weitere Funktionen hat, als diejene die man auf die Website schaut.

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