Onion Pi Tor Proxy:
Abhörsicherer Internetzugang im Eigenbau

Wer seine Internetaktivitäten gegenüber neugierigen Augen verschleiern will, kann das via “Tor” zu einem gewissen Grad erreichen. Aber die Möglichkeit steht einem nicht mit jedem Gerät und in jeder Situation zur Verfügung. Mit dem Bastelprojekt Onion Pi Tor Proxy bastelt man sich seinen mobilen, abhörsicheren Internetzugang.

Onion Pi

Onion Pi. (Bild: Adafruit. Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Spätestens seit Prism und Tempora dürfte jedem klargeworden sein, dass die eigenen Internetaktivitäten potenziell beobachtet oder aber zur späteren Auswertung gespeichert werden. Es gibt diverse Situationen, in denen man das aber verhindern möchte. Während die Verschlüsselung des Internetzugangs z.B. via HTTPS Everywhere dabei hilft, die transportierten Daten abzusichern, bleibt dann trotzdem ersichtlich, welche Websites man aufruft oder mit wem man kommuniziert. Das Projekt Tor schließt genau diese Lücke. Mit dieser interaktiven Infografik der Electronic Frontier Foundation kann man sich ansehen, was dann noch von wem einsehbar ist.

Technisch gesehen sorgt Tor dafür, dass der eigene Datenverkehr zwischen dem Absender und einem selbst über drei verschlüsselte Zwischenstationen geleitet wird. Auf diese Weise wird es allzu neugierigen Organisation erheblich erschwert, noch herauszufinden, was man da eigentlich gerade macht.

Während man am Rechner dazu beispielsweise auf das Tor Browser Bundle zurückgreifen kann, ist das in anderen Situationen nicht möglich.

Raspberry Pi als Basis

Der “Onion Pi” hilft hier weiter. Er kombiniert einen Raspberry Pi Minimal-Computer mit einem USB-Wi-Fi-Adapter. Man schließt ihn dann per Ethernet an einen vorhandenen Internetzugang an, verbindet ihn für die Stromzufuhr mit einem anderen Computer oder einem Netzteil und nach seinem Start steht ein WLAN zur Verfügung, dessen Datenverkehr automatisch über Tor geroutet wird.

Auf der Adafruit-Seite findet man eine komplette Anleitung, um sich den Tor-Proxy selbst zu bauen. Im Shop kann man sich ein entsprechendes Set mit allen benötigten Komponenten für umgerechnet rund 69 Euro bestellen.

Gefunden bei Geeky Gadgets.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Tipp!
    Was ich mir in diesem Zusammenhang von neuerdings wünschen würde:
    – einen Test des “onion pi”, da meine bisheringen Erfahrungen mit Tor (hinsichtlich der Geschwindigkeit) eher mau waren
    – aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage mehr vergleichbare Tipps und Tricks um sich als “Otto-Normal-Internet-Nutzer” abzusichern

  2. Bevor man sich an das Aufsetzen dieses Setup macht, sollte man UNBEDINGT diesen Artikel vorher lesen!

    http://mizine.de/internet…er-sind-gefaehrlich/

  3. Danke für den informativen Artikel, bin mal gespannt wie viele Leute sich so ein Gerät anschaffen werden. Kann mir vorstellen, dass es nicht wenige sein werden.

  4. Gefährliches Spielzeug der Onion Pi!

    http://kuketz-blog.de/war…-onion-pi-tor-proxy/

2 Pingbacks

  1. […] Onion Pi Tor Proxy: Abhörsicherer Internetzugang im Eigenbau […]

  2. […] Dafür ist der Onion Pi Tor Proxy gedacht. Er besteht aus dem Minimal-Computer Raspberry Pi im Innern, der mit einem Wi-Fi-Adapter kombiniert wird. Wird er gestartet, stellt er ein WLAN zur Verfügung, das automatisch über Tor geroutet wird. Hier auf Adafruit gibt es die Anleitung. Ein Set mit allen benötigten Komponenten kann man sich im Adafruit Shop für umgerechnet 69 Euro bestellen. […]

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