Test Jawbone Up:
Fitnessarmband im Alltagseinsatz

Das Fitnessarmband Jawbone gibt es seit Anfang des Jahres auch in Deutschland. Aber ob es auch hält was es verspricht, soll es im neuerdings-Test unter Beweis stellen.

Jawbone Up in Farbe

Jawbone Up in Farbe

Nachdem das Fintessarmband Jawbone Up bereits 2011 vorgestellt und ausgeliefert wurde, sorgten Probleme mit der ersten Version für verärgerte Kunden. Aufgrund dessen verzichtete der Hersteller sogar zunächst darauf, das Gerät in Europa anzubieten. Seit Anfang des Jahres gibt es das Fitnessarmband von Jawbone nun aber auch in Deutschland zu kaufen.

Jawbone Up im Bild
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Tragekomfort

Das Setup des Jawbone Up ist schnell erledigt: Kappe abziehen, Smartphone-App (iOS oder Android) herunterladen und installieren und den Anweisungen der App folgen – in wenigen Minuten ist alles erledigt und man kann das Armband anlegen. Dabei fällt auf, dass der, die oder auch das Jawbone Up etwas dicker ist als erwartet. Vor allem jener Teil des Armbandes, welcher die eigentlichen Sensoren enthält, ist rund ein Zentimeter breit und acht Milimeter dick. Damit ist er dick genug, um auch unter Jacken noch störend aufzufallen. Auch in Verbindung mit Hemden kommt das Fitnessband ab und an den Manschetten in die Quere. Aber man gewöhnt sich schnell daran – nach einigen Tagen fühlt es sich sogar ungewohnt an, wenn man das Armband zum Aufladen nicht am Arm trägt.

Apropos Tragen: Obwohl ich die größte Version des Jawbone Ups zum Test vorliegen habe, sitzt es sehr satt am Arm, gerade noch so fest ohne umher zu rutschen und dabei trotzdem nicht unangenehm eng ist. Kräftigere Handgelenke könnte hier aber ein Problem haben, denn die Enden des offenen Bandes richten sich dann etwas auf und stehen vom Handgelenk ab.

Bedienung

Bedienelemente sind beim Jawbone Up dünn gesät: Ein einzelner Button am Ende des Bandes reicht aus, um alle Funktionen zu steuern. Auch mit den Anzeigeelementen geht man beim Jawbone nicht gerade verschwenderischer um: Eine mehrfarbige LED in Blüten- und eine in Mondform müssen ausreichen, um seinen Benutzer auf dem Laufenden zu halten. So lassen sich damit auch tatsächlich die vielen Funktionen im Blick behalten und steuern: Umschalten zwischen dem aktiven Tag-Modus oder dem Schlafmodus, das Steuern der Stoppuhr oder das Quittieren des Wecksignals. Trotzdem stünde dem Jawbone Up ein kleines Display sicher gut, um z.B. die tagesaktuellen Werte, wie die gelaufenen Schritte oder verbrauchte Kalorien, am Band selbst darzustellen. Stattdessen ist man jedoch auf ein Smartphone als “externes Display” angewiesen und so empfiehlt die Bedienungsanleitung auch, zweimal täglich die Daten mit eben diesem Smartphone zu synchronisieren.

Daten erfassen

Die Tagesansicht

Die Tagesansicht

Dieses Smartphone ist dann auch die einzige Möglichkeit, die vom Jawbone Up erfassten Daten einzusehen. Die App stellt diese Werte in einem übersichtlichen Interface attraktiv aufbereitet dar. Die am Tag gelaufenen Schritte werden auf aktive und inaktive Phasen verteilt, man erfährt wie viele Kalorien man verbraucht hat oder wie lange man jeden Tag aktiv oder passiv verbracht hat.

Leider gibt es für diese Daten derzeit noch kein Webinterface. Das können Konkurrenten, wie zum Beispiel die Geräte von Fitbit, besser. Die Vorteile dessen liegen auf der Hand: Daten im Web lassen sich über beliebige Endgeräte einsehen und zudem an weitere Web-Services weiterreichen, um sie mit Daten aus anderer Quellen in Relation zu setzen (z. B. auf www.tictrac.com). Eine kleine Auswahl solcher Web-Services ist jedoch über die Smartphone-App integriert und so lassen sich sogar Aktionen aufgrund überschrittener Schwellwerte auslösen (über ifttt.com). Immerhin bietet Jawbone über die eigene Webseite die Möglichkeit, eine Zusammenfassung der erfassten Daten herunter zu laden: Im Excel-kompatiblen CSV-Format erhält man hier eine Tabelle mit den auf Tagesbasis zusammengefassten Messwerten.

Kritik

Während sich die angebotene Phone-App im derzeit so angesagten “Flat Design” präsentiert und entsprechend aufgeräumt daher kommt, ist eine eigene iPad-App noch nicht verfügbar. Die aktuelle Android-App scheint, wenn man den Bewertung auf play.google.com Glauben schenkt, noch einige Bugs zu haben.

Kritik muss Jawbone aber vor allem hinsichtlich der Genauigkeit des Jawbone Up hinnehmen: In Vergleichen zu anderen Trackern und einem herkömmlichen Schrittzähler, ergaben sich teilweise deutliche Abweichungen hinsichtlich der erfassten und auch der errechneten Werte: So erbrachte zum Beispiel ein Lauf über eine Stunde erhebliche Differenzen sowohl bei den gemessenen Schritten, als auch bei der daraus errechneten Distanz und dem abgeleiteten Kalorien-Verbrauch. Teilweise gab der Jawbone Up bis zu 40 Prozent mehr Schritte an, als tatsächlich gelaufen oder gegangen wurden. Dies mag prinzipbedingt sein und die Ursache könnte darin liegen, dass man den Jawbone Up am Arm trägt. Ein Schrittzähler am Hosenbund erfasst Schritte offenbar exakter.

Ein wirkliches Übel ist leider auch das proprietäre Ladekäbelchen. Dieses ist grundsätzlich nie dort zu finden, wo man es gerade braucht. Wer in der Beziehung noch nachlässiger ist als ich, sollte sich gleich einen größeren Vorrat dieser kleine USB-Adapter bestellen und an allen in Frage kommenden Ladeplätzen zwischenlagern.

Fazit

Schade, dass man das Band zum Sync abnehmen und ans Smartphone anstecken muss. Für die nächste Evolutionsstufe des Jawbone Up wünsche ich mir den drahtlosen Sync zu meinem Smartphone und ein kleines Display. Davon abgesehen ist dieses Armband aber der Personal Trainer, der einen ständig im Blick hat und bei zu langen Ruhephasen auch schon mal mit einer dezenten Vibration ans Aufstehen erinnert. Vielleicht reicht dies für manch einen couch potatoe, ihm die nötige Motivation zu geben, damit er in Bewegung bleibt.

Plus Minus
plus Sieht gut aus minus Messwerte ungenau
plus Unempfindliches Material minus Kein Bluetooth
plus Schnittstelle zu IFTTT und anderen Web Apps minus Kein Display
plus Schlafanalyse minus Kein Webinterface

Bezugsquellen

Unter anderem gibt es das Jawbone Up hier zu kaufen:
129,90 Euro bei amazon.de (Affiliate-Link)
129,00 Euro im Shop der Telekom

 

Frank Busch

Frank Busch ist einer der Autoren von neuerdings.com. Er ist Internetintensivnutzer, technikaffin und arbeitet hauptberuflich für ein amerikanisches Software-Unternehmen.

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10 Kommentare

  1. Nun, das Band kann kalibriert werden und wenn du deine Strecke zum Beispiel mit dem Smartphone und GPS trackst, kann das Band der tatsächlich gelaufenen Strecke angepaßt werden.

    Also stimmt es so nicht mit der “Ungenauigkeit”.

    • Hallo Jens, die Kalibrierung ist natürlich das erste, was man bei jedem Schrittzähler macht. Das Problem bei Schrittzähler ist jedoch die saubere Erkennung der Schritte. Wenn ein Schrittzähler zu viel Schritte zählt, dann nutzt die beste Kalibirierung leider auch nichts.

  2. Also den Nachteil mit dem Bluetooth und fehlendem Display finde ich nicht so tragisch, da dies dem Akku und der Größe zu gute kommt.
    Ein Display und Funkverbindungen jeglicher Art sind immer die größten Stromfresser, egal bei welchem Gerät!

  3. Es ist nur äusserst wichtig das dieses Band sämtliche Daten auch per Facebook postet.

    Es gibt nichts schlimmeres als “umsonst” gelaufen zu sein, da ich meine Mitmenschen nicht mit gelaufenen Distanzen und entsprechenden Kalorienverbräuchen penetrieren konnte.

    Zudem stelle ich mal die Frage in den Raum weswegen sich Nach wie Vor weder Konsistenz noch Zyklus meines Kotes in eine entsprechende Maske eintragen lässt. Per GPS, Kamera & LED und ließe sich dies bequem analysieren und dokumentieren.

    Ein weiterer absoluter Wunschtraum und das geht im Facebook-Zeitalter wohl den Meisten nicht anders die Kombination eines weiteren Gummi-Fitnessbandes in Verbindung mit dem männlichem Glied.
    Eine Weitere äusserst spannende Informationsquelle welche auch Twitter noch spannender erscheinen ließe ;-p

    LG
    Flo

    • finde deine n post etwas sehr überzogen ;)
      du musst die daten nicht mit anderen teilen, finde sowas selbst etwas affig und bin nicht mal bei facebook…
      Mich selbst hat das Band aber wirklich motiviert, da mr dadurch bewusst wurde wie wenig ich mich im job wirklich bewege…

    • War in der Tat nur`n Scherz. Wollte weder das Produkt diskreditieren noch persönlich angreifen.

      LG und schönen Sonntag
      Flo

  4. @flo
    hat ich schon als scherz verstanden ;)
    haste vom prinzip schon recht das jeder alles überall preisgibt…und man mitlerweile alles analysieren kann…aber nutze die möglichkeiten ;)

  5. Schade, dass nie über die Powernap- oder über die Smart Alert Funktion im Sleep Modus berichtet wird. Praktikabilität und Sinnhaftigkeit wären hier sicher für viele User interessant.

    Ich halte die smarte Weckfunktionen nach ein paar Tagen testen nämlich nicht als wirklich nützlich, da das Up mich morgens 5 Minuten danach weckt nachdem ich mich einmal bewegt habe. Wenn ich jetzt eine optimale Weckzeit von 6:40 bis 7 Uhr eingegeben habe und ich einmal um 6:30 aufwache, dann werde ich direkt um 6:40 Uhr rum geweckt.

    Gleiches beim Powernap. Wenn man still liegt, aber noch wach ist, dann denkt das Up, dass man schläft. Bewegt man sich dann kurz vor dem einschlafen, dann wird man nach 5 Minuten direkt wieder geweckt. Das Up zeigt dann aber an, dass man 30 Minuten geschlafen hat. Absolut nicht anwendbar für mich.

    Zur ungefähren Aufzeichnung des Schlafs ist es ganz nützlich, auch wenn die Unterscheidung zwischen leichten und tiefen Schlaf nicht wirklich stimmen wird.

  6. Die Idee ist echt gut aber der Preis und dann auch noch kein Bluetooth geht garnicht

  7. Ich persönlich trage seit einem Jahr das Fuelband von Nike und muss sagen, ich habe Spaß und es funktioniert prima, inkl. One-Touch-Sync mit dem iPhone.

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  2. [...] andere Testberichte bemängeln die fehlende Bluetooth-Unterstützung. Ich finde die Synchronisierung über den [...]

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