Volvo Automatic Drive:
Auto sucht sich selbst einen Parkplatz

Volvo hat den Prototypen eines selbst parkenden Autos vorgestellt. Es geht über bekannte Einparkhilfen hinaus und nimmt auf Befehl Kurs auf einen freien Parkplatz, vorwärts wie rückwärts und ohne die Hilfe eines Fahrers.

Volvo Automatic Drive: Selbst parkendes Auto. Alle Bilder: Volvo

Volvo Automatic Drive: Selbst parkendes Auto. Alle Bilder: Volvo

Gewerkschaften schlagen Alarm: Die moderne Technik gefährdet einen weiteren Job des traditionellen Dienstleistungsgewerbes – den Parkdiener. Jenes Personal, das Gästen nobler Hotels oder Restaurants am Empfang den Autoschlüssel abnimmt, die Wagen einparkt und später wieder abholt, könnte in Zukunft nicht mehr gebraucht werden.

Denn Volvo hat den Prototypen eines Autos vorgestellt, das sich auf Befehl selbst einparkt. Anders als das Konzept vermuten lässt, hat der schwedische Autobauer damit aber nicht in erster Linie Autofahrer im Visier, die Schwierigkeiten mit dem Einparken haben. Es geht vielmehr darum, den Volvo-Fahrern Zeit zu sparen. Der Geschäftsmann etwa, der direkt vor dem Konferenzhotel vorfährt, müsste nicht erst nach einem Parkplatz suchen, er lässt das Auto per Smartphone-App selbständig einparken.

Volvos selbst parkendes Auto
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Volvo hat diese Technik in einem Video vorgestellt. Noch ist das selbst parkende Auto nicht serienreif. Es funktioniert aber in einem Prototypen und könnte laut einem Ingenieur schneller serienreif werden als viele erwarten:

Im Prinzip steigt der Fahrer aus, wenn er einen öffentlichen Parkplatz erreicht hat. Er zückt das Smartphone, teilt dem Wagen mit, dass er einparken soll und macht sich dann auf zu seinem Termin. Das Auto fährt von alleine auf den Parkplatz, sucht sich eine Parklücke und informiert den Fahrer per App, wenn er damit fertig ist und wo genau sich der Parkplatz befindet. Die Zeit des Einparkens ist damit gespart. Nach seinem Termin ruft der Fahrer das Auto ebenfalls per Smartphone zurück und lässt es selbständig ausparken und vorfahren.

Parkplatz muss mit der Technik ausgerüstet sein

Das selbst fahrende Auto reagiert dabei auf parkende wie fahrende Autos, sowie – auch nicht schlecht – auf Personen, die sich auf dem Parkplatz aufhalten. Zu Blech- oder gar Personenschäden soll es dabei also nicht kommen. Eine Haken allerdings hat die Sache: Sie funktioniert nur auf speziell ausgerüsteten Parkplätzen, und auch nur dort. “Vehicle 2 Infrastructure” heißt die Technik, mit der ein Parkplatz ausgerüstet werden muss. Dieser muss entsprechend aufgebaut und gekennzeichnet sein. Dann erkennt das Volvo-System passende Parklücken. Vor einzelnen Parklücken in Straßen und selbst großen Parkplätzen vor Einkaufspalästen funktioniert das System nicht, solange der Parkplatz nicht entsprechend ausgerüstet ist.

Wie viele andere Hersteller auch, bastelt Volvo bereits seit längerem an selbst fahrenden Autos. Bereits im kommenden Jahr will Volvo für die ersten Modelle eine Technik anbieten, die autonomes Fahren unter Aufsicht eines Fahrers bis 50 km/h erlaubt. Kollege Jens Lehmann hat euch hier Anfang des Jahres verschiedene Konzepte der Autos von morgen vorgestellt. Bis ihr das Parken ganz euren Autos überlassen könnt, wird noch einiges Wasser den Rhein herunterfließen. Aber die ersten Schritte sind gemacht.

via Technabob

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist freier Technikjournalist, Innovationsberater und Skeptiker.

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2 Kommentare

  1. Super Sache, absolut !
    Und es macht eine Menge Spaß. Es gibt viele Stimme seitens vieler Fahrer welche Befürchten das Fahren und somit den Spaß an die Elektronik abzugeben. Man würde “bevormundet”.

    Hierzu muss ich sagen, es macht auf jeden Fall Spaß !
    Und jeder, welcher sein Fahrzeug bereits selbst hat einparken lassen und somit bei dem Manöver beteiligt war wird hierzu kein Veto einlegen.

    Bis auf die Smartphone-Steuerung sind sämtliche Technologien bereits verbaut.
    So auch in unserem Fall. Seit nun 2009 ordern wir regelmäßig Fahrzeuge inklusive ähnlicher Technologien.

    So auch Spur-, Spurwechsel-, Dynamische Licht-, Adaptive Tempomat- sowie Parkassistenten (für quer und längs).

    All diese “Spielsachen” bereiten eine Menge Freude und erzeugen immer wieder zu Staunen. Es hat einen Hauch von Sciencefiction wenn auf der Autobahn das Lenkrad losgelassen werden kann und der Wagen weiterhin die Spur hält, alleine einparkt oder selbstständig beschleunigt wenn sich ein Auto von hinten zu schnell nähert.

    Ferner einen “Tunnel aus Licht” um vorausfahrende Fahrzeuge bildet welche über schwache Halogenschweinwerfer verfügen um auch denen die Sicht zu verbessern. Ein irres Schauspiel aus Licht und Kegelformen. (Dynamic Light Assist (DLA) )

    Ich freue mich auf diese “neue” Welt aus Spielzeugen !

    LG
    Flo

  2. Hört sich echt prima an, ich freue mich darauf, das mal auszuprobieren. Ich hoffe nur, dass man es auch ausschalten kann, falls man doch mal selbst tätig werden will. Dann würde sich auch niemand bevormundet vorkommen…

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