GamePop Android-Spielkonsole:
“Kostenloser” Ouya-Konkurrent – Wo ist der Haken?

Ouya, GameStick und viele andere Hersteller buhlen um die Gunst der Gelegenheitsspieler. Android-basierte Spielkonsolen zum Niedrigpreis – ist das der Trend der Zukunft? Das Unternehmen BlueStacks ist davon überzeugt und stellte GamePop vor: eine Spielekiste, für die Gamer im besten Fall nicht einmal etwas bezahlen sollen. Wie geht das?

So sieht GamePop aus. (Foto: BlueStacks)

So sieht GamePop aus. (Foto: BlueStacks)

BlueStacks, bekannt durch die Android-Emulatoren für Heimrechner, möchte nun mit einer eigenen Konsole der Ouya und ähnlichen Konzepten Paroli bieten. Der Clou: Für den Spielewürfel mit Controller und HDMI-Kabel sollen „Käufer“ vorerst nichts ausgeben. Möglich macht dies eine simple Idee: Für 6,99 US-Dollar pro Monat  (zirka 5,35 Euro) schließt man ein Abonnement ab, durch das Nutzer nicht nur Zugriff auf über 500 Spiele erhalten, sondern ebenfalls den Kaufpreis der Hardware refinanzieren.

Wirklich kostenlos?

Gegenwärtig können Interessierte GamePop auf der offiziellen Webseite vorbestellen. Für lau sollen all diejenigen eine Konsole erhalten, die sich für ein Abo zu besagter Summe entscheiden.  Ein Versand nach Europa liegt bei 19,90 Dollar (17 Euro), weitere Kosten sollen nicht anfallen. Misstrauisch machen allerdings einige Aspekte: Über welche Abo-Laufzeit sprechen wir? Zwei Jahre sind wohl realistisch, der Hersteller gibt allerdings keine Details an. Auch ist unklar, wie teuer GamePop ab Juni wird – mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls an die 100 Dollar wie Ouya. Sowieso ist davon auszugehen, dass die „Gratiskonsole“ nur eine temporäre Aktion ist, um auf GamePop aufmerksam zu machen.

Keine weiteren Details

Obwohl BlueStacks dank der Android-Emulatoren eine gewisse Bekanntheit erlangen konnte, klingt die Offerte dezent dubios. Denn welche Spielehersteller unterstützen den Abo-Dienst? Bisher ist von „Top-Entwicklern“ die Rede, genannt werden nur Glu Mobile, Halfbrick und OutFit. Genauso ist nur von Android 4.2 als Betriebssystem die Rede, technische Fakten werden kaum genannt. In den ersten Werbevideos heißt es, dass Spiele mittels eines Controllers oder eines Smartphones (iOS oder Android) kontrolliert werden, das war’s schon an Fakten.

Da BlueStacks von Firmen wie Intel, Ignition Partners und vor allem auch Qualcomm finanziert wird, liegt die Vermutung nahe, dass ein Prozessor von letztgenanntem Konzern verbaut wird. Ob es ein moderner Quadcore mit guter GPU wird? Ungewiss.

Die Grundidee bleibt aber gut: Ähnlich wie Netflix oder Spotify werden Entwickler abhängig von der Nutzungsdauer ihrer Spiele bezahlt. 50 Prozent der 6,99 Dollar pro User werden unter den Programmierern so aufgeteilt.

BlueStacks stellt GamePop vor

Ob sich der durchaus interessante Ansatz von GamePop durchsetzen kann? Wenn die Konsole mit Zweijahresvertrag „verschenkt“ wird, könnte sie wohl auf das Interesse vieler Gelegenheitsspieler stoßen – sofern Bluestacks auch mit einem guten Service und einem qualitativ überzeugendem Produkt punkten kann.

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten,  darunter Polygamia.de und GamingGadgets.de.

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2 Kommentare

  1. Ich habe nichts von einem 2 Jahres Vertrag oder einem Vertrag gelesen.
    Ich denke, der Vertrag kommt erst zu Stande, wenn man sich dann an der Konsole anmelden muss um sie überhaupt nutzen zu können.
    Bis dahin ist die Hardware erst einmal “kostenlos” man bezahlt halt nur die Versandkosten.

  2. Ok, ich hab gerade noch einmal nachgelesen.
    Man schließt einen 12 Monatsvertrag ab, der sich dann automatisch verlängert wenn nicht vorher gekündigt wird.
    Bei der Kostenlosaktion hat man das Recht einer 30 tägigen Rückgabefrist. Allerdings muss mal dann wahrscheinlich das Gerät auf eigene Kosten zurück senden.
    http://www.gamepop.tv/terms.html

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