Automatic Link:
Kleine Box macht Autos und Fahrer smarter

Die Box “Automatic Link” ist eine Erweiterung des Auto-Bordcomputers und verbindet ihn drahtlos mit einem Smartphone. Der Besitzer erfährt dadurch sehr viel mehr über sein Gefährt und soll ganz nebenbei zu einer benzinsparenden Fahrweise angeregt werden.

Die kleine Box "Automatic Link" wird in einen Standardport gesteckt, um die Verbindung zwischen Bordcomputer und Smartphone herzustellen.

Die kleine Box “Automatic Link” wird in einen Standardport gesteckt, um die Verbindung zwischen Bordcomputer und Smartphone herzustellen.

Das eigene Auto sei der teuerste Computer im eigenen Besitz und doch wisse man fast nichts darüber – das ist nach den Worten der Gründer des Startups “Automatic” aus San Francisco einer der Auslöser ihrer Idee. Um das zu ändern, setzen sie auf den standardisierten On-Board-Diagnose-Port, den es bei zahlreichen Autos seit Mitte der 90er als Schnittstelle zum Bordcomputer gibt. Da ihr “Automatic Link” samt Smartphone-App auf subtile Weise zum Benzinsparen anregt, soll sich die Investition von umgerechnet rund 54 Euro schon nach kurzer Zeit rentieren.

Automatic in Bildern
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Automatic_Insights_HandAutomatic_MILAutomatic_Link_PhoneDie kleine Box "Automatic Link" wird in einen Standardport gesteckt, um die Verbindung zwischen Bordcomputer und Smartphone herzustellen.

Aufmerksamen und an Autos interessierten Lesern von neuerdings wird die Idee bekannt vorkommen: Im Dezember hatten wir Mojio vorgestellt. Das passende Indiegogo-Projekt hatte das Finanzierungsziel zwar verfehlt, dennoch soll der Mojio laut offizieller Website im August 2013 auf den Markt kommen.

Mit der Box von Automatic hat er allerdings starke Konkurrenz bekommen. Denn die kleine Box ist nicht nur billiger, sondern kommt auch ohne monatliche Gebühren aus. Die Idee beim Mojio war, dass er selbst eine Verbindung zum Mobilfunknetz aufbaut. Der Automatic Link hingegen verbindet sich via Bluetooth 4.0 mit einem Smartphone. Hier werden als erstes iPhones unterstützt, ab Herbst auch Android-Geräte.

Die Kästchen werden einfach an den schon genannten OBD-Port gesteckt, der sich in der Regel unter dem Armaturenbrett findet. Der Automatic Link steht dem Fahrer dabei mit folgenden Funktionen zur Seite:

  • Er verfolgt die Fahrweise. Bei ruppigen Manövern wie schnellem Anfahren oder scharfem Abbremsen weist er via Smartphone-Ton dezent darauf hin. Zudem findet sich in der App hinterher eine Zusammenfassung der Fahrt inklusive einer Bewertung auf einer Skala von 0 bis 100. Wer seine Fahrweise im Punktebereich ab 90 bewegt, könne bis zu 35 Prozent Benzin sparen, versprechen die Macher. Der durchschnittliche US-Fahrer gebe 3.000 Dollar im Jahr für Sprit aus.
  • Leuchtet die Motor-Warnlampe auf, kann das Vieles bedeuten. Der Automatic Link liest den exakten Fehlercode aus und die App erklärt in möglichst einfachen Worten, was es damit auf sich hat. Kann man das Problem selbst beheben, lässt sich die Warnlampe via App wieder ausknipsen. Aber keine Sorge: Bleibt das Problem bestehen, geht sie wieder an.
  • Stellt man den Wagen ab und schaltet die Zündung aus, kann der Ort automatisch in einer Karte markiert werden. Diesen Ort kann man auch anderen freigeben.
  • Im Falle eines Unfalls wird automatisch der Notruf gewählt.

Wer jetzt schon mit dem Gedanken spielt, sein Auto via “Automatic Link” in ein Smartcar zu verwandeln, muss allerdings eine Voraussetzung erfüllen: ein Wohnsitz in den USA. Denn für den Start ist die kleine Box nur hier erhältlich. Als Begründung geben die Macher an, dass man für die App auf Daten wie Tankstellen-Positionen zurückgreife und diese derzeit nur für die USA habe. Versionen für andere Länder könne es natürlich “in der Zukunft” geben, wie man auf der Frage-Antwort-Seite erfährt.

Weitere Informationen auf der offiziellen Website.

P.S.: Wer schlichtweg via Smartphone herausfinden möchte, was der Bordcomputer über das eigene Auto weiß, findet zahlreiche OBD-Bluetooth-Adapter. Den können dann beispielsweise Android-Besitzer mit einer App wie Torque kombinieren. Auch für iOS gibt es passende Apps wie beispielsweise iOBD2.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

7 Kommentare

  1. Für mich als ,,Spiele Kind”

    ( http://neuerdings.com/201…riege-ende/#comments )

    eine wirklich super Idee.
    Auch wenn in unseren (deutschen) Fahrzeugen fast alles Signalisiert oder per Bildschirm dargestellt wird, stehe ich dennoch auf diese witzigen Geeks. :-)

    LG
    Flo

  2. Ich hätte da auf dauer Angst, dass mir die Technik das Fahren können ganz abnimmt. Zuviel Data für meinen Geschmack.

  3. Ein sehr Umweltbewusstest Produkt finde ich. Die Informationen die übermittelt werden sind allerdings auch für meinen Geschmack einen Tick zu viel.

  4. kann mein navi mitlerweile auch schon was in meinem auto verbaut ist. also eher eine spielerei für leute die noch kein eingebautes navi sondern ein externes navi nutzen

  5. scheint mir ein sehr nützliches kästchen zu sein. so lange ich noch selbst bestimme was das kästchen so alles kontrolliert und weitergibt, ist doch alles supi :)

  6. Also ich finde das “Automatic Link” sehr effektiv, da kann man wenigstens auf den verbrauch drauf achten und somit auch etwas Geld sparren.

  7. Gibt es etwas ähnliches auch für das Motorrad?

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