E-Inkey Concept:
Anpassbare Tastatur mit E-Ink-Tasten

Zwei russische Designer haben das Konzept einer anpassbaren Tastatur vorgestellt, das zumindest auf den ersten Blick sehr nützlich erscheint. Der Gag: Die Beschriftung der Tasten ist nicht aufgedruckt, sondern wird durch E-Ink-Displays angezeigt.

Bislang nur ein Konzept: die E-Inkey-Tastatur.

Bislang nur ein Konzept: die E-Inkey-Tastatur.

Auch wenn so mancher eine physische Tastatur bevorzugt, haben virtuelle Tastaturen auf dem Touchscreen einen entscheidenden Vorteil: Sie sind komplett flexibel gestaltbar. Welche Tasten angezeigt werden und wie sie beschriftet sind, ist jederzeit änderbar. Eine physische Tastatur hingegen ist begrenzt auf das, was in der Fabrik aufgedruckt wird.

Eine Kombination aus beiden hatte schon vor Jahren das Art Lebedev Studio mit der “Optimus Maximus”-Tastatur vorgestellt. Bei ihr wurde die Beschriftung durch OLEDs angezeigt. Die Tastatur kostete allerdings über 1.100 Euro. Maxim Mezentsew und Aleksander Suhih vom Designbüro Pixel wollen ihre “E-Inkey”-Tastatur hingegen mit E-Ink-Displays oder einer vergleichbaren Technologie ausstatten, wie man sie von E-Readern vom Schlage eines Amazon Kindle kennt. Das dürfte nicht nur billiger, sondern auch stromsparender sein.

E-Inkey Tastatur-Konzept
e-inkey-09e-inkey-08e-inkey-07e-inkey-06
e-inkey-04e-inkey-05e-inkey-03e-inkey-01

Der Vorteil der Idee an sich: Die Beschriftung der Tastatur kann sich mit dem genutzten Programm ändern. Tastaturkürzel lassen sich so schneller wiederfinden oder einprägen. Bei komplexer Software wie Photoshop oder auch bei Spielen könnte das sehr nützlich sein. Schwieriger dürfte es hingegen werden, unterschiedliche Tastaturlayouts für verschiedene Sprachen damit zu realisieren, denn hier ändert sich nicht nur die Beschriftung, sondern gelegentlich auch die Anordnung der Tasten selbst. Aber denkbar wäre es natürlich dennoch.

Im Gegensatz zum Optimus Maxmimus kann das E-Inkey im Entwurf keine Farben darstellen. Aber das wäre wohl zu verschmerzen. Ein anderer Nachteil wiegt da für manchen schon schwerer: Die Tasten sind nicht beleuchtet. Und ganz grundsätzlich betrachtet ist die Änderung des Tastaturlayouts nur für diejenigen interessant, die überhaupt auf die Tastatur schauen. Wer blind oder weitgehend blind tippt, hat von den anpassbaren Tasten nicht viel.

Beispiel für ein Spezial-Layout: Microsoft Office.

Beispiel für ein Spezial-Layout: Microsoft Office.

Zudem bleibt am Ende ein Nachteil der physischen Tastatur erhalten: Das grundsätzliche Layout lässt sich nicht ändern. Man kann nicht einfach einen Zehnerblock ein- oder ausblenden beispielsweise. Er ist immer da. Virtuelle Tastaturen fehlt dafür ganz klar das haptische Feedback, ob und wie man eine Taste überhaupt getroffen hat. Hier wird an Touchscreens geforscht, die ihre Oberfläche verändern können.

Insofern: Die E-Inkey sieht schick aus und scheint ein sehr realistischer und machbarer Entwurf. Dank der stromsparenden Display-Technologie à la E-Ink sollte die Akkus auch bei einer drahtlosen Variante vernünftig lange halten. Fraglich bleibt aber, wie nützlich sie tatsächlich im Alltag ist.

Dafür aber eröffnet sie einen ganz neuen Markt: Bildschirmschoner für Tastaturen. Und soll nun niemand behaupten, darauf habe die Welt nicht gewartet…

Gefunden bei Yanko Design. Weitere Quellen: Technabob, e-book-news

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

Mehr lesen

InkCase Plus: Second Screen für das Smartphone startet Crowdfunding-Kampagne

16.7.2014, 3 KommentareInkCase Plus:
Second Screen für das Smartphone startet Crowdfunding-Kampagne

Das neue Oaxis InkCase Plus ist ein zusätzlicher Bildschirm für das Smartphone auf E-Ink-Basis. Nachdem das Projekt bereits im Frühjahr als Schutzhülle an den Start ging, hat Oaxis dem Gerät nun mehr Autonomie eingehaucht und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Oaxis InkCase: Schutzhülle mit E-Ink-Bildschirm

18.3.2014, 0 KommentareOaxis InkCase:
Schutzhülle mit E-Ink-Bildschirm

Das InkCase von Oaxis ist eine Smartphone-Hülle für iPhone 5(S) oder Galaxy Note 2 mit eigenem Bildschirm. Und wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um ein E-Ink-Display.

Onyx Midia InkPhone E43: Android-Smartphone mit bis zu zwei Wochen Akkulaufzeit

12.3.2014, 3 KommentareOnyx Midia InkPhone E43:
Android-Smartphone mit bis zu zwei Wochen Akkulaufzeit

Der Name des Android-Smartphones, das Hersteller Onyx aktuell auf der CeBit vorstellt, ist offensichtlich noch nicht ganz klar. Aber egal, ob Midia InkPhone oder Onyxphone: Das Besondere daran ist das schwarzweiße E-Ink-Display und die Akkulaufzeit von ein bis zwei Wochen.

AirType: Schreiben wie auf einer Tastatur, nur ohne Tastatur

26.7.2014, 1 KommentareAirType:
Schreiben wie auf einer Tastatur, nur ohne Tastatur

Das Schreiben auf einer physischen Tastatur ist nach wie vor das schnellste, eignet sich aber nicht für jedes heute webfähige Gerät. Also weg mit der Tastatur, dachten sich die Gründer eines Startups namens AirType. Dank der Technik der Texaner geht das Tippen auf einer Tastatur auch ohne Tastatur.

Griffin Wired Keyboard for iOS: Viele Geräte, eine Kabeltastatur

20.7.2014, 0 KommentareGriffin Wired Keyboard for iOS:
Viele Geräte, eine Kabeltastatur

Zubehörspezialist Griffin hat eine neue Tastatur für iOS-Geräte im Programm, die gegen den Trend geht: Sie verbindet sich nicht kabellos mit iPhone, iPad oder iPod touch, sondern per Lightning- oder 30-Pin-Kabel.

Logitech K310: Waschbare Tastatur im Alltagstest

8.7.2014, 3 KommentareLogitech K310:
Waschbare Tastatur im Alltagstest

Wer lange Texte schreiben muss, aber gleichzeitig am PC auch noch Computerspiele spielt, hat bei der Tastaturauswahl oft ein Problem. Beides stellt an eine Tastatur unterschiedliche Ansprüche. Nach langer Suche entschied ich mich dann, die Version K310 von Logitech zu erwerben. Ob sie den Ansprüchen stand hält, erfahrt ihr im Test.

2 Kommentare

  1. Schnurlos in Verbindung mit Beleuchtung und das ganze von Logitech hätte was.
    Da gibts schon eine Funk-Leucht-Tastatur die ich seit über nem Jahr hab, nur eben mit ‘festen’ Tasten.

  2. Bildschirmschoner für eInk? Keine gute Idee… (Außer für den Vertreiber natürlich)

Ein Pingback

  1. [...] E-Inkey Concept: Anpassbare Tastatur mit E-Ink-Tasten – Sehr cool, aber ein bisschen teuer die Tastatur. Bitte weitersagen: AnpinnenMehrE-MailDruckenShare on TumblrDigg [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder