Flexible Displays:
Das biegsame Smartphone und andere Dehnübungen

Flexible Displays geistern schon länger durch Designkonzepte und Patente, aber inzwischen scheinen sie zum Greifen nah. Entwürfe wie das iFlex Concept zeigen, was da auf uns zukommt. Besonders interessante Ideen hatte dabei kürzlich Samsung gezeigt.

Das iFlex Concept aus Italien zeigt, wie ein biegsames Smartphone aussehen könnte. (Bild: De Poorter Design)

Das iFlex Concept aus Italien zeigt, wie ein biegsames Smartphone aussehen könnte. (Bild: De Poorter Design)

Geräte mit gebogenen, faltbaren oder gar rollbaren Displays hat man schon hier und da gesehen. Aber die massenhafte Markteinführung blieb aus. Die Zukunft, auf die wir all die Jahre gewartet haben, scheint nun aber greifbar nahe. Samsung hatte beispielsweise auf der Technikmesse CES 2013 gerade flexible Displays unter dem Namen “Youm” vorgestellt. Das Video am Ende des Posts gibt einen Einblick in die Vorführung auf der CES. Und Samsung ist es auch, die diverse Patente für entsprechende Geräte halten. Wir hatten euch beispielsweise diese Designstudie auf Basis eines Samsung-Patents gezeigt. Aber wie nützlich ist so ein biegsamer Bildschirm wirklich? Das will das Mailänder Designstudio De Poorter Design mit dem iFlex Concept zeigen.

iFlex Concept und Samsungs Visionen
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iFlex oder: Die Rückkehr des Klapphandys

Wie man auf den Bildern sieht, lässt sich das iFlex-Smartphone in der Mitte nach vorn oder hinten biegen. Die Hülle besteht dabei an passender Stelle aus Silikon, ansonsten aus Aluminium. Magneten sollen das gebogene Smartphone in Position halten.

Denkt man dieses Design weiter, ergeben sich praktische Anwendungsfelder für den neuen Formfaktor. Leicht gebogen lässt sich das Smartphone hinstellen, um beispielsweise ein Video anzusehen. Nach hinten gebogen kann man es neben sich auf dem Schreibtisch platzieren. Zusammengeklappt ist es auch bei einem großen Display kompakt genug für jede Jackentasche. Alles in allem kann es den Eindruck einer Spielerei allerdings nicht ganz ablegen.

Ziehen, Biegen, Rollen: Samsungs Zukunftsausblick

Vergleicht man den Entwurf zudem mit Samsungs Rolldisplay-Smartphone, dann ist das iFlex natürlich noch immer erheblich größer und sehr viel weniger futuristisch. Dafür hat man ausgeklappt ein stabiles Smartphone und nicht nur den biegsamen Bildschirm in der Hand. Bei der Futaba Flexible OLED Watch konnte man wiederum bereits sehen, wie flexible Displays neue Bauformen und Ideen ermöglichen, ohne dass man den Bildschirm ständig klappen, biegen, falten oder aufrollen müsste.

Ein Beispiel mit einem gewissen Aha-Effekt hatte Samsung im Rahmen der CES gezeigt: Ein Gerät, das im Grunde wie ein flaches Notizbuch geformt ist. Zusammengeklappt hat man auf dem Umschlag vorn ein Display im Smartphone-Format. Aufgeklappt hat man innen einen weiteren, doppelt so großen Bildschirm. Siehe dazu die Fotostrecke oben und das Video unten. In diesem Format vereinen sich Smartphone und Tablet wesentlich eleganter als in den momentan so vieldiskutierten Phablets. Einen Erscheinungstermin für ein solches Phone-Tablet nannte Samsung nicht und insofern werden wir es leider nicht so bald in Händen halten können.

Die Zukunft ist biegsam

So oder so scheint der Schritt hin zu gebogenen, faltbaren und rollbaren Displays unvermeidlich. Neben dem Wow-Effekt können sie einen erheblichen praktischen Nutzen bieten, wie man an der Phone-Tablet-Kombination im Notizbuchformat sieht. Und in 20 Jahren werden wir dann rückblickend vielleicht über unsere klobigen und steifen Smartphones und Tablets schmunzeln und uns fragen, wie wir damit jemals ausgekommen sind…

Video: Samsung zeigt das flexible Display “Youm”

Hier ein Ausschnitt aus Samsungs Präsentation auf der CES zu seinen flexiblen Displays, die auch live auf der Bühne vorgeführt werden. Man beachte zudem das Promovideo am Ende, das uns einen Einblick in die Zukunft gibt. Merke: Mit biegsamen Bildschirmen kann “Mann” attraktive Frauen in Cafés beeindrucken. Nunja. Während das aber wohl klar dem Reich der (Nerd-)Phantasie zugeschlagen werden muss, dürften wir solche und ähnliche Geräte tatsächlich einmal in Händen halten.

Quellen: Übergizmo, Engadget

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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3 Kommentare

  1. Ich finde das ist ein sehr interessanter und innovativer Trend den Samsung da einschlägt. Ich denke ein Smartphone in Notizbuchformat was auch nutzbar als Tab wäre würde meiner Meinung nach die Lücke zwischen Smartphone und Tab schließen. Wenn noch Ordentlich Leistung dahinter steckt ist es gekauft.

  2. Auch Nokia ist in dem Bereich umtriebig. Es gibt Gerüchte, dass es bald die ersten “Morph” Produkt geben wird:

    http://severint.net/2013/…s-morph-technologie/

  3. Seit Jahren geistern Bilder von gerenderten Faltdisplays durchs Netz und immer wieder heisst es “Konzept”. Immer wieder etwas zu zeichnen hat doch mit Konzept zu tun… Wann kommt die Umsetzung?

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  1. [...] zum Weiterlesen: Unter der Überschrift “Flexible Displays: Das biegsame Smartphone und andere Dehnübungen” hatte Kollege Jan Tißler kürzlich über entsprechende Designstudien, Prototypen und [...]

  2. [...] ist auch die Entwicklung von biegsamen Displays. Bald wird es dann wohl biegsame Smartphones geben und man muss keine Angst mehr haben, wenn man [...]

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