Digitaler Minimalismus:
Phablets – weniger ist mehr

Tablets machen für Privatanwender den PC überflüssig. Parallel verschmelzen sie mit den immer leistungsfähigeren Smartphones. Am Ende steht die Hoffnung auf ein einziges tragbares Multifunktionsgerät.

Das LG Optimus Vu hat ein 5-Zoll-Display. (Bild: LG)

Das LG Optimus Vu hat ein 5-Zoll-Display. (Bild: LG)

Anfang 2011 verkündete Samsung, das zu diesem Zeitpunkt mit dem Galaxy Tab gerade ein 7-Zoll-Tablet auf den Markt gebracht hatte, künftig keine Tablet-PCs mit diesen kompakten Maßen mehr anbieten zu wollen. “Wie Apple sieht auch Samsung mittlerweile die Zukunft in größeren Tablets”, so damals die Interpretation der Meldung bei Golem.de. Im Jahr davor hatte Steve Jobs sich deutlich gegen kleinere Tablets ausgesprochen. Damals ahnte niemand, dass alles ganz anders kommen würde: Zwei Jahre später befindet sich mit dem Galaxy Tab 2 7.0 nämlich abermals ein 7-Zoll-Tablet in Samsungs Produktportfolio. Auch Apple hat sich von der Linie des verstorbenen Firmenchefs Jobs verabschiedet und mit dem iPad Mini ein kleineres iPad mit 7,9-Zoll-Display veröffentlicht. Googles Nexus 7 und Amazons Kindle Fire sind ebenfalls im 7-Zoll-Bereich angesiedelt.

Glaubte man Anfang 2011, ein dreiviertel Jahr nach dem Debüt des ersten iPad und damit der Einführung dieser Produktkategorie, größer wäre besser und unter zehn Zoll ginge nichts, kristallisieren sich mittlerweile eher Maße zwischen sieben und acht Zoll als derzeitiger Tablet-Standard heraus. Dieses Bild unterstreichen auch die zahlreichen Erfahrungsberichte von bloggenden iPad-Mini-Besitzern, die das kleinere Apple-Tablet gegenüber dem großen Bruder deutlich im Vorteil sehen (hier, hier oder hier). Während Tablets schrumpfen, nehmen Smartphones in ihren Ausmaßen sukzessive zu, wie Verkaufsschlager wie das iPhone 5 (4 Zoll), das Samsung Galaxy S3 (4,8 Zoll) und das Google Nexus 4 (4,7 Zoll) zeigen. Und natürlich auch Samsungs Überraschungserfolg, das Riesensmartphone Galaxy Note 2 (5,5 Zoll). Man benötigt wenig Fantasie, um zu sehen, wohin der Trend zu kleineren Tablets und zu größeren Smartphones führt: zu einer Vereinheitlichung beider Gerätetypen. Das Resultat heißt dann “Phablet”, ein Phänomen, mit dem sich derzeit Gadget-Blogger und Tech-Journalisten ausgiebig beschäftigen.

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Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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2 Kommentare

  1. persönlich finde ich 5 zoll einfach zu klein für längeres lesen/surfen. selbst mein nexus 7 muss ich im breitbildformat haben, um längere zeit einen text zu lesen.
    5 zoll klingt nicht viel weniger als 7, aber es ist nunmal nur etwa die hälfte der fläche.
    andererseits ist 5 zoll zu groß/unbequem für die hosentasche.
    mal sehen ob es sich wirklich durchsetzt.

    • Immerhin passen 5,5″ (Note 2) noch in Hemd- und Hosentasche; versuch das mal mit einem 7″-Tablet. ;-)
      Im Ernst: Ich habe vorher mit dem SGS2 gearbeitet, das ja nun auch nicht gerade klein ist, aber seit dem Note 2 erscheinen mir kleinere Displays wie Spielzeug. Da ich aber mobil sein möchte, kommt ein Tablet nicht in Frage.

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