Pinokio und Gertie:
Pixars lebende Lampe nachgebaut

“Pinokio” nennt sich eine Schreibtischlampe, die mit Menschen interagieren kann. Sie erinnert sicher nicht von ungefähr an jene inzwischen weltweit bekannte Pixar-Lampe “Luxo, Jr”. Allerdings ist Pinokio nicht die erste ihrer Art.

So much more than just a lamp...

So much more than just a lamp...

Dass Menschen persönliche Bindungen zu technischen Gegenständen aufbauen, ist ein schon lange bekanntes Phänomen. In Zukunft könnte aus dieser einseitigen Beziehung ein Austausch werden. Das zeigt jetzt beispielhaft die Schreibtischlampe “Pinokio”, die drei Studenten der Victoria University of Wellington in Neuseeland gebaut haben. Sie erinnert in vielerlei Hinsicht an das ähnliche Projekt “Gertie” von Studenten der Technischen Universität München, das bereits im September 2012 gezeigt wurde.

Pinokio und Gertie, die lebenden Lampen
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Nach einem praktischen Sinn von Pinokio und Gertie sollte man wohl gar nicht erst suchen. Aber sie sind Versuchsobjekte. So kann Gertie beispielsweise vier verschiedene Emotionen darstellen: Freude, Trauer, Überraschung, Angst. Freude und Trauer wurden dabei in Tests von über 80 Prozent der Personen sicher erkannt. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Menschen bislang keinerlei Übung mit Emotionen von Schreibtischlampen haben… Warum das klappt, wird aber im folgenden Video auch klar: Die Lampe ahmt die Körpersprache nach.

Hier seht ihr Gertie in Aktion:

Und folgend ein Video mit Pinokio, wo es besonders um die Interaktion mit Menschen geht:

Interessant, dass hier offenbar zwei Teams unabhängig voneinander auf die Idee gekommen sind, eine Schreibtischlampe im Pixar-Stil zum Leben zu erwecken. In beiden Fällen geht es im Kern darum, die Mensch-Maschine-Interaktion zu erforschen. Ein anderes Beispiel aus diesem Bereich hatten wir kürzlich erst auf neuerdings.com gezeigt: den Autom Robotic Coach. Nüchtern betrachtet ist er ein Computer mit Touchscreen. Aber durch die Augen, den beweglichen Kopf und seine Software-Fähigkeiten für soziale Interaktion wird er zu einer Art künstlichem Wesen – wenn auch noch auf sehr einfachem Niveau. Vorübergehend waren auch einmal künstliche Haustiere à la Aibo sehr in Mode. Vielleicht erleben die ein Comeback. Oder aber unsere Kaffeemaschine und unser Toaster kommen in Zukunft morgens zum Wecken freudig ans Bett gelaufen…

Sowohl Gertie als auch Pinokio stehen dabei anderen Interessierten als Grundlage für eigene Forschungen und Entwicklungen zur Verfügung. Beide wurden mit Open Hardware im Hinterkopf konstruiert.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. Kein praktischer Nutzen? Beim Object Tracking könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das für den einen oder anderen interessant ist, z.B. als Werkstattleuchte…

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