Archos 101 XS:
10 Zoll Android-Tablet mit Tastatur im Test

Auf der IFA 2012 in Berlin konnte man das Archos 101 XS bereits bestaunen, jetzt haben wir es getestet. Es ist ein 10,1 Zoll großes Tablet mit einem im Lieferumfang erhältlichen Tastaturdock, das gleichzeitig als Displayschutz dient. Mit guter Verarbeitung, einer vollwertigen Tastatur und einen günstigen Preis will Archos Marktanteile bei Android-Tablets ergattern.

Archos 101 XS. (Bilder: Jens Lehmann)

Archos 101 XS. (Bilder: Jens Lehmann)

Archos war schon immer für günstige Geräte bekannt. Oftmals haperte es allerdings an der Qualität und der Verarbeitung. Mit dem 101 XS will man das anders machen. Und es scheint ihnen auch gelungen zu sein.

Der deutlichste Unterschied ist die Tastatur, die zum einen die Eingabe von längeren Texten erleichtert und zum anderen bei Nichtgebrauch auch als Displayschutz dienen soll. Anders als die Mitbewerber hat man sich bei Archos für viel Weiß mit etwas Grau entschieden. Das Tablet wirkt hochwertig und fasst sich gut an.

Archos 101 XS
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Technische Daten

  • Abmessungen Tablet: 273 mm x 170 mm x 8 mm (+5 mm für Tastaur).
  • Gewicht 600 g / +200 g Tastatur
  • Displaygröße 10,1 Zoll
  • Auflösung 1.280 x 800 Pixel (149 ppi)
  • Cortex A9 Dual-Core mit 1,5 GHz
  • 1 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher (erweiterbar mit microSD-Karte bis zu 128 GB)
  • Android 4.0.4
  • Micro-USB
  • Mini-HDMI
  • Keine Kamera auf Rückseite
  • 720p Kamera in der Front
  • 6.800 mAh Lithium-Polymer Akku

Ganz klar: Archos kommt an die hohe Auflösung des erst kürzlich erschienenen Nexus 10 Tablets mit 300 ppi nicht heran. Für das Surfen und allgemeine Office Arbeiten reicht es hingegen vollkommen aus.

Look & Feel

Das Archos 101 XS kommt in einer wertigen Verpackung und fasst sich gut an. Der verwendete Kunststoff wirkt nicht billig. Die Rückseite des Tablets besteht aus Metall mit dem Archos-Schriftzug. Dieser findet sich auch auf der Unterseite der Tastatur wieder.

Der Power-Button ist kaum fühlbar und der Lautstärkenregler sitzt etwas wackelig.Einziger Kritikpunkt ist der kaum fühlbare Power-Button, den man immer wieder suchen muss und der direkt daneben befindliche Lautstärkeregler, der beim Testgerät eher locker eingesetzt ist und immer wieder leicht klappert.

Anders als bei Asus hat Archos die mitgelieferte Tastatur nicht mit einer zusätzlichen Batterie ausgestattet. Dafür ist die Tastatur deutlich dünner (5 mm). Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass bei der Archos-Tastatur ein Ständer hochgeklappt werden muss, der das Tablet fixiert. Das Andocken des Tablets wird durch Magnete erleichtert. Ohne großartige Genauigkeit findet das Tablet fast von alleine die richtige Position, um sich mit der Tastatur zu verbinden. Was im Vergleich mit den Tastatur-Docks fehlt, ist ein Trackpad. Die Positionsauswahl beispielsweise in Texten muss über eine Touchgeste auf dem Display erfolgen. Das schmälert ein wenig die Bequemlichkeit.

Wenn Tablet und Tastatur miteinander verbunden sind, sitzt alles. Hier ist keine Lücke oder Spiel vorhanden. Die ausreichend starken Magnete sorgen für Halt. Problematisch kann es werden, wenn das so zusammengebaute Tablet auf dem Schoß benutzt werden soll. Durch die eher weiche Unterlage kann es vorkommen, dass das Tablet den Kontakt zur Tastatur verliert. Eine feste Unterlage ist also nötig.

Angenehmer Druckpunk bei der mitgelieferten Tastatur.Die Tastatur ist ziemlich schmal, was einer gewissen Eingewöhnungsphase bedarf. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt und hinterlassen insgesamt einen sehr guten Eindruck. Auch nach längerem Benutzen ist das Arbeiten am Archos 101 XS angenehm zu bewerkstelligen. Archos fand im Tastaturlayout sogar noch Platz für einige spezielle Tasten, um Android besser bedienen zu können. So lässt sich die Helligkeit des Displays einstellen. Die drei Software Buttons für zurück, Home und die Auflistung der benutzten Anwendungen sind ebenfalls über die Tastatur aufrufbar. In einzelnen Apps lassen sich mittels Taste auch die Optionen aufrufen. Bluetooth und WLAN sind ebenfalls auf Tastendruck ein- und ausschaltbar.

Wenn das Tablet nicht benutzt oder transportiert werden soll, werden einfach Tablet und Tastatur aufeinander gelegt. Durch die integrierten Magnete, die einmal um die Tastatur herum und um das Display laufen, finden beide Teile einfach zueinander. Dabei sind die Magnete so stark, dass sich Tastatur und Display beim Transport nicht versehentlich voneinander lösen.

Das Display hat eine gute Farbwiedergabe.Die Glasoberfläche des Displays ist ein wenig tiefer als der restliche Rahmen. Somit stellt Archos sicher, dass die Tastatur nur den Rahmen des Tablets berührt und das Glas nicht verkratzt. Bisher hat dies auch wunderbar funktioniert. Das Tablet ist bei mir seit knapp einer Woche im Einsatz und wurde häufiger im Rucksack und in anderen Taschen transportiert. Bisher gab es nicht einen Kratzer auf der Glasoberfläche.

Android ist nahezu unverändert in Version 4.0 auf dem Tablet in Betrieb. Dabei hat der Hersteller einige eigene Apps hinzugefügt. Ein Datei-Manager ist dabei, wie auch Archos Remote, mit der man andere Archos–Geräte steuern kann. Eine Media-Server-App ist ebenfalls dabei.

Anschlüsse am Archos-Tablet.Der von Archos verbaute Akku mit seinen 6.800 mAh hätte großzügiger ausfallen können. Im Durchschnitt hielt eine Akkuladung für ca. 10 Stunden im WLAN durch. Ein Tag im Büro oder in der Uni sollte also ohne Steckdose drin sein.

Archos hat nur auf einer Seite des Frontrahmens einen Lautsprecher eingebaut. Auf der anderen Seite befindet sich die Frontkamera. Der Klang des Lautsprechers ist akzeptabel. Anstatt die Kamera gegenüber des Lautsprechers zu verbauen, hätte Archos allerdings besser einen zweiten Lautsprecher einbauen und die Kamera an einer anderen Stelle positionieren sollen.

Ein vollwertiger Laptopersatz?

Screenshot Evernote auf dem Archos 101 XS.Auch wenn dieser Artikel mit dem Archos 101 XS entstanden ist, so ist ein Android-Tablet noch kein perfekter Ersatz für einen Laptop. Ein Manko an Android allgemein ist, dass bei diesem Betriebssystem einfach noch zu wenige Tablet-optimierte Apps vorhanden sind. Apples iPad ist da schon deutlich weiter. Tabellenkalkulation über Google Drive ist auch auf dem Archos Tablet ein Graus. Lösungen von OfficeSuite 6 Pro zum Beispiel sind da besser. Für Blogger, die auf WordPress setzen, gibt es eine offizielle Lösung. Diese ist allerdings für Tablets weniger geeignet, da sie lediglich vergrößert dargestellt wird und nicht in dem Umfang genutzt werden kann, wie man es vom Backend von WordPress gewöhnt ist. Ein Wechsel in den Browser ist in diesem Fall die bessere Wahl.

Trotz der spärlich vorhandenen optimierten Apps für Tablets ist das Archos 101 XS ein leichtes, schickes, elegantes und dabei qualitativ hochwertiges Tablet geworden, das mit seiner flachen und sehr guten Tastatur glänzen kann. Der Preis von derzeit rund 350 Euro ist vollkommen gerechtfertigt für das, was man geboten bekommt. Schärfster Konkurrent ist (natürlich) das Nexus 10 Tablet, das bereits mit seinem sensationellem Display und der deutlich größeren Auflösung von 2.560 x 1600 Pixeln und 300 ppi punktet. Hinzu kommt der “Kampfpreis” von 399 Euro beim Google-Tablet, der es anderen Herstellern von Android-Tablets schwer machen wird, die eigenen Modelle loszuwerden. Einzig bei der Tastatur hat das Nexus 10 das Nachsehen: Für dieses Gerät gibt es bisher keine Docking-Tastatur. Ein klares Argument für das Archos, wenn man häufiger längere Texte schreiben möchte.

 

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2 Kommentare

  1. Bei den Screenshots fehlt leider einer der das “Gesamtkunstwerk” zeigt. Also Pad mit gedockter Tastatur. Dann kann man sich das etwas besser vorstellen…

  2. wie mache ich einen screenshot ? in einer beschreibung stand dass ich in den einstellungen auf anwendungen gehen soll aber bei mir gibt es keine anwendungen ..

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