5 Kindertablets auf einen Blick:
Schöne bunte Touchscreenwelt zu Weihnachten?

Weihnachten steht vor der Tür und die Kinder quengeln. Zu gerne hätten sie doch ein tolles, neues Spielgerät. So ein Tablet aus der Fernsehwerbung? Mit buntem Display und vielen lustigen Spielen. Wenn’s sein muss, auch zum Lernen. Dürfen sie haben, aber dann sollte der Touchscreencomputer im besten Fall für den Nachwuchs geeignet sein. Diverse Hersteller bieten entsprechende Modelle an. Ein Überblick.

Zu diesem Artikel gibt es inzwischen eine aktuellere Version! Hier finde ihr sie: Fünf Kindertablets auf einen Blick: Hightech-Spaß zu Weihnachten?

Oregon Scientific Meep

Das vielseitige Meep. (Foto: Oregon Scientific)

Das vielseitige Meep. (Foto: Oregon Scientific)

Meep hatten wir bereits vor einigen Wochen vorgestellt. Mittlerweile gibt es das seit Monaten in den USA erhältlichen Kindertablet auch in hiesigen Gefilden. Das Gerät mit dem 1 GHz schnellen Cortex A8-Prozessor, 512MB RAM, 4 GB Flashspeicher, WLAN, 0,3 Megapixel Kamera, microSD-Kartenslot, HDMI-Ausgang und Mini-USB besitzt für Eltern praktische Elemente. Beispielsweise kann man über andere Tablets, Smartphones oder den heimischen Rechner Meep kontrollieren und so den Medienkonsum des Nachwuchses einschränken. Prima ebenfalls: Im integrierten AppStore findet man zahlreiche Apps, die gratis geladen werden dürfen. Kostenpflichtige Programme bezieht man dank einer Art Prepaid-Konto. Somit hat die Familie immer die volle Kontrolle über die anfallenden Kosten.

Kindertablets
meep_3meep_2Das vielseitige Meep. (Foto: Oregon Scientific)Das Juniortablet. (Foto: Lexibook)
leappad2_2In den USA erfolgreich. (Foto: LeapFrog)Facebook und Twitter für Kids? (Foto: EasyPix)easypad_junior_4
Preisgünstig und vielseitig. (Foto: Arnova)

Durch de Android-4.0-Basis profitieren die Kids von der vollen Multimedia-Tauglichkeit: E-Books, Musik, Spiele und Filme lassen sich verwenden. Der 7 Zoll große Touchscreen beziehungsweise das gesamte Gerät wird durch ein orangefarbenes Case geschützt. Ob das integrierte soziale Netzwerk für Kinder eine Bereicherung darstellt? Fraglich. Nett wiederum ist das ebenfalls erhältliche Zubehör, das Meep mit einem Lenkrad versieht oder echte Buttons für Partyspiele spendiert.

Preislich liegt Meep bei knapp 150 Euro und bringt alles mit, was man zum Loslegen benötigt. Die Kundenrezensionen auf der Toys’R’Us-Webseite sind übrigens durchweg positiv, bei Amazon werden Bedienmängel, der langsame Prozessor und die Notwendigkeit einer Kreditkarte kritisiert.

Lexibook Junior Tablet

Das Juniortablet. (Foto: Lexibook)

Das Juniortablet. (Foto: Lexibook)

Ähnlich wie Meep ist das Lexibook Junior ein 7-Zoll-Tablet mit Android 4.0. Das Display besitzt eine Auflösung von 800 x 480 Bildpunkten. Hinzu gesellen sich 1 GB RAM, 4 GB Flashspeicher, ein 1 GHz Singlecore-Prozessor, Kamera, Wi-Fi und ein microSD-Slot. Laut Herstellerangaben eignet sich das Gerät ab 6 Jahren, zumindest sind die 200 vorinstallierten E-Books auf dieses Alter zugeschnitten. Auch dürfen sich die Kleinen über 25 Spiele und 52 Unterhaltungsapps freuen. Im hauseigenen Lexibook Market finden sich 10.000 kindgerechte Apps, darunter allerdings auch Programme wie Skype, Internetradio und dergleichen. Mami und Papi können ungeeignete Software für Kinder filtern oder mit einem Passwort sperren. Im Lexibook VideoStore lädt man sich Cartoons und Filme, dank des Dienstes Deezer gibt’s auch Musik.

Besagte Kreativanwendungen sollen das Basteln und Zeichnen fördern, außerdem erhält man mit der Power-Academy-App 500 Hausaufgaben für alle relevanten Schulfächer. Sprachenübersetzer und Wetter-App runden das Angebot ab.

Wie bei Meep darf eine webbasierte Kindersicherung nicht fehlen. Über die Art des Bezahlens verrät der Hersteller nichts. Fakt ist: Vieles wird etwas kosten, beispielsweise bekommt man „nur“ eine Stunde Cartoons gratis.

Preislich beginnt das Lexibook Junior bei rund 150 Euro. Die Kritiken außerhalb des deutschsprachigen Raums sind aber ernüchternd. Da wird von französischen sowie englischsprachigen Apps und anderen Schwierigkeiten gesprochen. Denkbar, dass die Verantwortlichen auf Übersetzungen zumindest der wichtigsten Programme verzichtet haben. Übrigens ist das Lexibook Master 7 recht ähnlich ausgestattet, kostet aber 50 Euro weniger.

Arnova ChildPad

Preisgünstig und vielseitig. (Foto: Arnova)

Preisgünstig und vielseitig. (Foto: Arnova)

Das ChildPad von Arnova unterscheidet sich technisch kaum vom Meep oder dem Lexibook Junior. Auch hier werkelt ein 1 GHz schneller Singlecore-Prozessor, dem 1 GB RAM und 4 GB Flash-Speicher zur Verfügung stehen. Als Betriebssystem kommt Android 4.0 mit angepasster Benutzeroberfläche zum Einsatz. Auf dem 7 Zoll großen, kapazitiven Display findet das Geschehen statt, zusätzlich verfügt das Tablet über Wi-Fi, Gyroskop-Lagesensor, Frontkamera, Mikrofon und microSD-Speicherkartenslot. Vorinstalliert ist ebenfalls eine Elternkontrolle, wodurch man das Surfen im Internet einschränken kann. Der „Mobile Parental Filter“ ist allerdings nur eine sechsmonatige Testversion. Nicht schön.

Auch Apps wie Angry Birds, Lernprogramme und dergleichen sind von der Partie. Im AppsLib Portal des Anbieters findet man weitere Programme, die speziell an die Bedürfnisse der Kinder angepasst wurden. Unterteilt sind diese in 14 Kategorien wie Spiele, Comics, Sport oder Bücher.

Ansonsten hebt sich das ChildPad nicht von den Mitbewerbern ab, abgesehen vom Preis. Für knapp über 100 Euro ist es bereits zu haben. Die Amazon-Kritiken sind weitgehend positiv, Kunden bemängeln jedoch Abstürze und einen unzureichenden Benutzerkomfort für Kinder.

LeapFrog LeapPad 2

In den USA erfolgreich. (Foto: LeapFrog)

In den USA erfolgreich. (Foto: LeapFrog)

Das LeapPad 2 ist im deutschsprachigen Raum nur als Import erhältlich, entsprechend dürften alle Menüs und Apps standardmäßig in englischer Sprache gehalten sein. Brachte den Vorgänger noch die Stadlbauer M+V GmbH in den hiesigen Handel, verzichtete man beim Nachfolger darauf. Eigentlich schade, denn in den Staaten ist das Gerät sehr beliebt. Das liegt vermutlich daran, dass die Macher im Vorfeld auf Kinderfreundlichkeit geachtet haben. Statt Android kommt eine eigene Software zum Einsatz, die riesige Icons auf dem 5-Zoll großen Touchscreen präsentiert. Im speziellen AppStore lädt man sich über 300 Lernprogramme, Tools und Spiels oder E-Books herunter. Alternativ sind spezielle Cartridges verfügbar, die das Softwareangebot erweitern.

Jungs und Mädels dürfen sich über eine Cartoon-Director-App zum Basteln von Trickfilmen freuen, Musikplayer und Malprogramme sind von Haus aus dabei. Die zwei Kameras dienen der Foto- und Videoaufnahme, das Gehäuse selbst ist abgerundet und legt Wert auf Robustheit. WLAN und andere (womöglich überflüssige) Dinge existieren nicht, eine Verbindung zum Appstore bauen Eltern am PC auf und übertragen Daten mittels USB. Das LeapPad 2 verbindet also moderne Funktionen (Apps, Touchscreen etc.) mit Elementen konservativer Lerncomputer, was eventuell auch für den Erfolg in den USA verantwortlich war.

EasyPad Junior 4.0

Facebook und Twitter für Kids? (Foto: EasyPix)

Facebook und Twitter für Kids? (Foto: EasyPix)

Das EasyPad Junior 4.0 ist das einzige Tablet in dieser Auflistung, das über einen 1,2-GHz-Prozessor verfügt. Sonst gibt es keinerlei technische Unterschiede, außer dass ein optionales 3G-Dongle angeboten wird. Damit die Kleinen auch im Kindergarten mit dem Tablet ins Internet gehen können? Vermutlich. Abgesehen davon machen die offiziellen Angaben des Android 4.0-Gerätes misstrauisch: Apps wie MSN, Twitter, Facebook, Skype und Officeprogramme sind vorinstalliert, genauso Spiele wie Angry Birds Rio oder FruitNinja. Immerhin legen die Verantwortlichen noch Lernsoftware (Mathematiktrainer) dazu. In der offiziellen Pressemeldung ist ferner von Wikipedia und Google-Suche die Rede, nicht aber von speziellen Altersschutz-Elementen. Entschädigt wird man womöglich mit dem Zugang zum EasyPad Junior Web Corner, einem eigenen App-Shop, in dem man weitere Tools und Spiele lädt und kauft.

Preislich liegt das EasyPad Junior 4.0 bei knapp 150 Euro, die zwei Amazon-Rezensionen lassen mangelnde Qualität vermuten. Davon abgesehen scheint dem Hersteller der Fokus auf Kinder nicht ganz bewusst zu sein, immerhin wird das Tablet aber durch eine Silikonhülle (im Lieferumfang) beschützt.

Wieso nicht eigentlich…

Die fünf genannten Kindertablets sind natürlich nicht die einzigen Geräte am Markt, mittlerweile haben viele Hersteller erkannt, dass aufgeschlossene Eltern durchaus bereit sind, ihrem Nachwuchs ein solch modernes Enter- und Edutainment-Gerät zu schenken. Es bleibt stets dabei: Unbeaufsichtigt sollten Kinder nie mit einem Tablet spielen, gemeinsam entsteht sicherlich eh der größte Spaß.

Und spätestens dann kann die berechtigte Frage gestellt werden, wieso man nur den Kindern ein solches Präsent spendieren sollte. Auch normale, Android 4.0-basierte Tablets oder das iPad (mini) besitzen Mechanismen zur Alterskontrolle und bieten als Zubehör stabile Cases. Für rund 200 Euro sind Touchscreencomputer wie das Nexus 7 oder das Samsung Galaxy Tab 2 erhältlich, die wiederum nicht durch spezielle AppStores limitiert sind und so für große wie kleine Nutzer ein reichhaltiges Angebot offerieren.

Die „Standard“-Tablets wären also eine Alternative zu den genannten Kinder-Varianten, die ohnehin mit veralteter Technik ausgestattet sind, mit der man sich im schlimmsten Fall in zwei Jahren nicht mehr beschäftigen möchte.

Zu diesem Artikel gibt es inzwischen eine aktuellere Version! Hier finde ihr sie: Fünf Kindertablets auf einen Blick: Hightech-Spaß zu Weihnachten?

 

Sven Wernicke

Sven Wernicke hat eine Vorliebe für verspielte Gadgets, kunterbunte LEDs und Technik, die unterhalten möchte.  Wenn ihm als Freiberufler noch etwas Freizeit bleibt, bastelt er an seinen eigenen Projekten,  darunter Polygamia.de und GamingGadgets.de.

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Ein Kommentar

  1. Ich kann mich noch gut an die 90er und 2000er erinnern – da waren Lerncomputer für Kinder die neueste Innovation. Jetzt scheinen sie vielleicht demnächst von diesen Kindertablets abgelöst zu werden. Eine logische Entwicklung eigentlich wenn man den Markt für Erwachsene betrachtet.

5 Pingbacks

  1. [...] MEEP!-TabletFotostrecke starten: Klick auf ein Bild (4 Bilder) Tipp zum Weiterlesen:In einem aktuelleren Beitrag finden sich 5 Kindertablets auf einen Blick [...]

  2. […] speziell für Kinder konzipierte Tablets, wie zum Beispiel das Odys Pedi oder das VTech Storio 2 (Übersicht von letzter Weihnacht). Diese sind preislich deutlich unter dem iPad. Der größte Unterschied ist, dass diese Tablets […]

  3. […] gleich dazu. Inzwischen gibt es schon mehrere Firmen, die spezielle Tablets für Kinder anbieten, hier kann man sich den direkten Vergleich […]

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