Hyperloop:
Gründer von PayPal, Tesla und Space X plant “Mischung aus Concorde und Railgun”

Heute reisen wir mit Flugzeugen, Zügen, Autos oder Schiffen von A nach B. Der so talentierte wie erfolgreiche Ingenieur und Geschäftsmann Elon Musk aber hat die Vision für eine fünfte Art. Er nennt sie “Hyperloop” und beschrieb sie jetzt als “Mischung aus Concorde und Railgun”.

Elon Musk in den Arbeitshallen von Space X. Foto: OnInnovation, flickr.com. Lizenz: CC BY-ND

Elon Musk in den Arbeitshallen von Space X. Foto: OnInnovation, flickr.com. Lizenz: CC BY-ND

Wer sich im Technikbereich bewegt, lebt in einer Welt der Superlative. Alles ist in den Präsentationen “awesome” und “amazing” und hat jemand etwas Neues zu verkaufen, ist es selten weniger als eine “Revolution”. Wenn man diese heiße Marketing-Luft irgendwie als Energiequelle nutzen könnte, hätten wir einige Probleme auf der Welt weniger.

Wenn aber so einer wie Elon Musk große Sprüche klopft, hört man zu. Er hat schließlich erhebliche Erfolge auf verschiedensten Gebieten vorzuweisen: Online-Bezahldienste (PayPal), Elektroautos (Tesla Motors) und kommerzielle Raumfahrt (Space X).

Elon Musk hat nun eine Idee, die er “Hyperloop” nennt. Was das genau ist, verrät er allerdings nicht. Er sagt nur, was es können soll und welche anderen Ideen seiner eigenen ähneln.

Die Welt des Elon Musk
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Elon Musk meint, dass sich Hyperloop neben Flugzeugen, Zügen, Autos und Schiffen als weiteres Transportsystem etablieren könnte. Dabei sei es erheblich schneller als ein Flugzeug und zugleich billiger. Es sei nahezu sicher vor Unfällen und wetterunabhängig. Mit Hyperloop soll man vom Stadzentrum Los Angeles zum Stadtzentrum San Francisco in gut 30 Minuten reisen können. Zum Vergleich: Mit dem Auto braucht man für diese Strecke etwa sechs Stunden und mit dem Flugzeug ist es eine Stunde – das Prozedere vor und nach dem Flug nicht mitgerechnet.

Im Juli 2012 hatte Elon Musk seinen Hyperloop während eines Interview vorgestellt, das man sich hier ansehen kann. Der entscheidende Teil ist auf Business Insider nachzulesen.

Elon Musk spricht sich zugleich vehement gegen die kommenden Neubaustrecken für Hochgeschwindigkeitszüge in Kalifornien aus, da sie nach seinen Worten zugleich die langsamsten und teuersten der Welt sein werden. “Hier strebt man genau die falschen Rekorde an”, spottete er im Gespräch mit Bloomberg Businessweek. Während die Neubaustrecke 60 Milliarden US-Dollar koste, sei der entsprechende Hyperloop für die Hälfte zu realisieren, sagte er.

Und um alldem noch die Krone aufzusetzen erklärte er, der Hyperloop ließe sich durch Solarpanels entlang der Strecke betreiben. Schnell, billig und umweltfreundlich – das klingt zu gut, um wahr zu sein.

Ein Hitzeschild bei Space X entsteht. Foto: jurvetson, flickr.com. Lizenz: CC BY

Ein Hitzeschild bei Space X entsteht. Foto: jurvetson, flickr.com. Lizenz: CC BY

Ein bisschen “Jetsons”, ein bisschen Transrapid

Aber was genau ist denn nun eigentlich der Hyperloop? Das will Elon Musk noch nicht öffentlich machen. Wenn sich aber jemand findet, der ihm glaubhaft machen kann, die Umsetzung zu meistern, will er es offenlegen. Im Gespräch mit Pando Daily war er sich im Sommer dabei noch nicht sicher, ob er es patentieren oder gleich als Open Source zur Verfügung stellen soll. Selbst umsetzen will er es ganz offensichtlich nicht. Das scheint dann doch eine Nummer zu groß.

Natürlich schießen die Spekulationen über Elon Musks Idee allerorten ins Kraut. Er selbst hat eine Ähnlichkeit mit den Transporttunneln aus der Zeichentrickserie “Jetsons” bestätigt und sieht ebenfalls Parallelen zum pneumatisch angetriebenen Aeromovel. Da das System nach seinen Worten außerdem losfährt, wenn man es benötigt, wird es sich wohl eher um kleine Einheiten handeln und nicht um große Züge. Dass sich das System in Röhren bewegt, scheint dabei wahrscheinlich, denn damit ließe sich leichter die hohe Geschwindigkeit und die Unabhängigkeit von Wettereinflüssen erreichen.

Auf der Bühne der “Economist Innovation Awards” beschrieb er den Hyperloop nun kürzlich als “eine Mischung aus Concorde und Railgun” – was auch immer das nun wieder heißen soll. Bei einer Railgun werden die Projektile durch Magneten auf enorme Geschwindigkeiten beschleunigt. Magnetschienen als Antrieb würden jedenfalls erklären, warum das System in hohem Maß unfallsicher sein könnte: Jedes Fahrzeug des Hyperloop würde von seiner eigenen Magnetwelle getragen. Das macht schließlich u.a. den deutschen Magnetschwebezug Transrapid im Prinzip so sicher – wenn nicht wie beim schweren Unfall auf der Teststrecke im Emsland ein Fahrzeug ohne Magnetantrieb mitten auf der Strecke steht… Elon Musk hatte schon eingeschränkt, Hyperloop sei “im Idealfall” unfallsicher.

Eröffnung einer weiteren Tesla-Fabrik, im Vordergrund das Modell S. Foto: jurvetson, flickr.com. Lizenz: CC BY

Eröffnung einer weiteren Tesla-Fabrik, im Vordergrund das Modell S. Foto: jurvetson, flickr.com. Lizenz: CC BY

Heiße Luft oder doch mehr?

Noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass wir so bald erfahren werden, was denn “Hyperloop” nun wirklich ist – ganz zu schweigen davon, dass wir demnächst in 30 Minuten von Los Angeles nach San Francisco flitzen. Zurück bleibt aber trotzdem eine gewisse Faszination dafür, dass die Zeiten noch nicht vorbei scheinen, in denen Science Fiction zur Wirklichkeit wird. Ebenso schön zu sehen, dass es Menschen wie Elon Musk gibt, die sich wenig darum scheren, was möglich scheint und was nicht.

Man könnte ihn leicht als Scharlatan abtun und vielleicht ist sein Hyperloop nicht mehr als heiße Luft. Kritiker seiner großen, aber unbelegten Sprüche sind jedenfalls schnell gefunden. Und vielleicht sind ihm seine bisherigen Erfolge tatsächlich einfach zu Kopf gestiegen oder er will sich schlichtweg ins Gespräch bringen. Alles möglich. Aber die Zweifler gab es natürlich ebenso, als er der Automobilindustrie zeigen wollte, wie man ein Elektroauto baut, das viele Menschen haben wollen. Oder als er meinte, die Zeit sei gekommen, dass Firmen die Raumfahrt übernehmen.

Sprücheklopfer? Träumer? Oder am Ende doch ein talentierter Ingenieur mit Sinn fürs Geschäft? Elon Musk bleibt so interessant wie rätselhaft und ähnelt dabei nicht zufällig dem exzentrischen Milliardär Tony Stark aus den “Iron Man”-Filmen. Er diente schließlich Regisseur Jon Favreau und Schauspieler Robert Downey Jr. als Vorlage.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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2 Kommentare

  1. Wartet, ich habe 40 Milliarden über. Nein mist! Die sind schon auf dem Weg nach Griechenland, bitte stornieren!
    Ich wäre unbedingt dafür so tollkühne wagemutige Experimente zu unterstützen, wer nichts wagt, der gewinnt auch nichts.

  2. “Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab!” George Bernard Shaw

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