Revolt Mehrfachsteckdose:
Die Macht des Saftes

Das ganze iZeugs führt zur Steckdosenknappheit, weil kaum eins der modernen Tatsch-Gadgets auch nur einen Tag ohne Strom-Nabelschnur durchhält. Als Alternativen zu Sechs- oder Neunfach-Steckdosenleisten hat neuerdings.com eine Vierfach-Leiste mit eingebautem USB-Netzteil getestet, die den “Saft” gleich passend ausgepresst liefert.

Revolt-Mehrfachsteckdose mit Stark- und Schwachstrom (Bild: W.D.Roth)

Revolt-Mehrfachsteckdose mit Stark- und Schwachstrom (Bild: W.D.Roth)

Eigentlich hatte ich in der Diele etliche Steckdosenleisten mit und ohne Schalter auf dem Schuhregal angelegt, um dort meine Akkus aus Kameras, Navigationsgeräten, Telefonen und anderen Geräten laden zu können, ohne dabei Kabelsalat im Wohnzimmer anzurichten.

Eine weitere lange Leiste versorgt Lampen und Telefone rund um den Couchtisch. Video- und Audio-Systeme werden dezenter mit sauber in Kabelschächten verlegten wild hinter die Regale geschmissenen Stromleitungen versorgt. Es soll im Wohnzimmer ja nicht ausschauen wie in einem Testraum.

Doch blieb die Stehlampe an der Wohnzimmertür immer häufiger dunkel, weil in die dort platzierte Dreier-Verteilerdose statt ihres Anschlusses Ladeteile von Handys, Smartphones und Nintendos gestöpselt waren. Eine leuchtorange Werkstatt-Steckdosenleiste mit sechs Ausgängen in vernünftigem Abstand wäre eine mögliche Lösung gewesen, doch eine optisch höchst fragwürdige. In eine wohnzimmertauglichere kompakte braune Sechsfach-Steckdosenleiste gingen wiederum nur drei Stecker-Netzteile rein, weil die “Netzklöpse” sofort die restlichen Steckdosen blockierten. Geht es nicht etwas eleganter?

Revolt Mehrfachsteckdose verpackt (Bild: W.D.Roth)

Revolt Mehrfachsteckdose verpackt (Bild: W.D.Roth)

Vor einigen Jahren war es ja im Gespräch, zusätzlich zum heutigen 230-V-Lichtnetz auch noch 12 V Gleichspannung im Haushalt zu verteilen, um kleinere elektronische Geräte direkt hier anschließen zu können. Daraus ist bislang nichts geworden, zu schwierig wäre ein zweiter Stromverteiler inklusive der Absicherung gegen Kurzschlüsse. Doch dafür laufen inzwischen immer mehr Geräte mit 5 V aus einem USB-Anschluss – ob Bluetooth-Headsets, Telefone, iZeugs oder E-Book-Reader. Deshalb gibt es nun auch Steckdosenleisten mit eingebautem USB-Port-Netzteil, beispielsweise die Revolt NC-5546.

Das Design-Problem löste diese nicht perfekt: Laborgrau passt nicht ganz so gut ins Wohnzimmer wie Schwarz, Braun oder Weiß. Dass die Steckdosenleiste Toblerone-Form hat, wohl um das Netzteil unterbringen zu können, ist am Boden ebenfalls etwas irritierend, wenn auch je nach Anwendung durchaus praktisch. Dafür haben die 230-V-Steckdosen eine Kindersicherung, weil die Steckdosenleiste eigentlich für die Platzierung auf einem Schreibtisch gedacht ist.

Die Steckdose ist solide gebaut, mit einem starken Kabel für den 230-V-Anschluss. Die USB-Ports liefern je 1000 mA und können damit auch anspruchsvollere Geräte laden, denen die in der USB-Norm eigentlich vorgesehenen 500 mA noch nicht reichen.

Worüber man sich bei dieser Lösung natürlich im Klaren sein muss: Sie stellt ein ständig eingestöpseltes Steckernetzteil dar – das 5-V-Netzteil leuchtet ständig rot und lässt sich nicht abschalten. Hat man allerdings ohnehin ständig mindestens ein Gerät am Stromschlauch hängen, oder gar zwei, so relativiert sich dieser energetische Nachteil, weil nur noch ein Netzteil in Betrieb ist – und der Eigenverbrauch des 5-V-Netzteils lag unter 100 mW.

Nur bei Gewitter ist es nun etwas schwieriger, das Netzteil abzuschalten. Es enthält immerhin einen Überspannungsschutz. Alternativ kann man auch zu einem 230-V-Zwischenstecker mit zwei USB-5-V-Ausgängen greifen.

 

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2 Kommentare

  1. äußerst fragwürdig!!!

    1. Warum um Himmels willen hat das USB-Netzteil keinen Schalter bekommen? 5 cent Produktionskosten sparen??
    2. Warum sind die Steckdosen diagonal und nicht waagerecht angeordnet?
    3. Warum hat die Steckdosenleiste keinen Schalter?

    Wie kann man in der heutigen Zeit so einen Rückschritt machen?

  2. Man könnte das ganze noch weiter treiben und das Ladenetzteil ohne Belastung automatisch abschalten, aber das wäre dann wohl zu innovativ.

    Den Punkt mit der Kleinspannungsversorgung habe ich bei mir teilweise umgesetzt. Da sich mein Sideboard mit den Gadgets und deren Ladetechnik neben dem Schrank befindet, in dem unser Hausserver vor sich hin schnurrt, nutze ich einfach das 80+ Netzteil für die Versorgung mit. Für die einfache Versorgung habe ich einen alten USB Hub zum unterschrauben mit 8 Ports geschlachtet und mit einem einfachen Innenleben versehen. Das ganze ist am Netzteil mit 4,5A träge und an den Ports mit 1A flink abgesichert. Das funktioniert mit einfachen Geräten wunderbar. Bei Geräten mit Schnellladefunktion wie Samsung oder Apple, ist etwas mehr Aufwand nötig. Dafür gibt es dann eine extra Buchse. WLAN und DECT versorgt des Netzteil ebenfalls.

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