Project Fiona & Co:
Die Tablets für Gamer kommen

Ob wir es wollen oder nicht – sie kommen: die Gaming-Tablets! Mobile Touchscreen-Geräte mit entsprechenden Tasten oder Sticks wollen in den nächsten Monaten den Markt erobern. Und auch der unter ambitionierten Gamern beliebte Zubehörhersteller Razer hat mit “Project Fiona” schon länger ein entsprechendes Gerät in Planung. Jetzt brachte man sich mit einer etwas plumpen Facebook-Aktion wieder ins Gedächtnis.

Project Fiona, so der Prototyp-Name. (Foto: Razer)Bereits Anfang des Jahres wurde “Project Fiona” auf der CES 2012 vorgestellt, auch wir von neuerdings.com haben darüber berichtet. Damals hieß es noch, eine Veröffentlichung sei für das vierte Quartal 2012 vorgesehen und das tragbare Spielemonstrum werde mit 10,1 Zoll großem Display, Intel i7-Prozessor und 7.1 Surroundsound ausgestattet. Von einem Preis um die 1.000 Euro und vermutlich Windows als Betriebssystem war ferner die Rede.

Aber offenbar hat es Razer nicht eilig, das Gamingtablet in den Handel zu bringen.

Project Fiona, WikiPad, snakebyte eins
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Hübsch, oder? (Foto: Razer)Auch ein Rücken kann... (Foto: Razer)Sieht hochwertig aus. Auf dem Pressefoto. (Foto: Razer)Gamingtablet für anspruchsvolle Spieler. (Foto: Razer)
Controller wie von der Spielkonsole. (Foto: Razer)

Plumpes Marketing?

Aktuell rief das Unternehmen auf Facebook potentielle Kunden dazu auf, einen Beitrag über Fiona zu teilen. Sollten 10.000 Likes/Shares zusammen kommen, würde man Project Fiona produzieren. Damit wolle man feststellen, ob das Interesse bei den Gamern vorhanden ist und sich der Aufwand lohnt. Letztlich ist das wohl eher ein plumper Marketing-Gag, zumal die 10.000 „Fans“ in Windeseile erreicht wurden. Ist das ein Wunder? Nicht wirklich: Alleine die offizielle Facebook-Seite von Razer hat 1,7 Millionen Anhänger, die von Razer Deutschland über 20.000 (berichtete allerdings gar nicht erst darüber). Und die Präsenz des Geschäftsführers Min-Liang Tang, der zuerst auf diese Aktion aufmerksam gemacht hatte, hat mehr als 138.000 Fans. Da scheinen 10.000 Likes oder Shares als Grenze nicht gerade sehr herausfordernd gewählt…

Wie es nun weiter geht? Razer muss jetzt auf jeden Fall das Versprechen halten, um seine Fans nicht zu verärgern. Details sollen folgen – früher oder später. Inwieweit sich Project Fiona noch ändern wird, ist derzeit nicht bekannt. Der Prototyp auf der CES zeigte zwei Controller-Einheiten auf der linken und rechten Seite des Tablets, was noch nicht final aussah. Auch das Display mit seiner Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten könnte durch eine Full HD-Alternative ersetzt werden.

Wer braucht so etwas?

Razer Fiona wirft aber auch jenseits der Geheimniskrämerei von Razer etliche Fragen auf. Sind Spieler beispielsweise wirklich bereit, 1.000 Euro für ein solches Gerät auszugeben? Für diesen Preis bekommt man längst leistungsfähige Laptops – Desktop-Rechner sowieso. Andere Unternehmen sind zudem nicht untätig. In diesem Jahr erscheint mit etwas Glück sogar in Europa das WikiPad mit PlayStation-Zertifizierung (PSOne-Spieleklassiker), optimierter Gaming-Steuerung, Tegra 3 Quadcore-Prozessor und Android-Betriebssystem – für etwa 500 US-Dollar. Das Unternehmen snakebyte wiederum hat für das erste Quartal 2013 mit dem snakebyte eins einen Gaming/Tablet-Hybriden im Sortiment – als 7- und 10-Zoll-Modell. Hier soll es sogar bei 200 Euro losgehen. Und es ist ja nicht so, als seien das Nexus 7 oder das Amazon Kindle Fire (HD) nicht ebenfalls zum Spielen geeignet.

Gerade im Android-Bereich dürften uns noch weitere Varianten und spieletaugliche Touchscreencomputer mit entsprechenden Tasten sowie Sticks erwarten. Razer setzt zwar mit großer Wahrscheinlichkeit auf Windows und schielt explizit auf Coregamer, die unterwegs Crysis, Battlefield 3 und Co. erleben wollen – nur ob Project Fiona leistungsfähig genug dafür ist, einen entsprechend mächtigen Akku besitzt und zugleich eine optimale Steuerung bieten kann? Alles das ist zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unklar.

 

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Ein Kommentar

  1. Also die Idee ist ja schonmal klasse, aber ich glaube nicht, dass es dafür eine große Zielgruppe geben wird. Für “Profigamer” wird das Gerät wahrscheinlich zuwenig Leistung haben und für Casual Gamer wird es zu unpraktisch sein, wegen der wahrscheinlich nicht abnehmbaren Controller. Ebenfalls ist der Preis wie im Artikel genannt nicht unbedingt günstig. Da kann man sich genauso gut einen Laptop kaufen und einen Controller anschliessen.
    Nichtsdestotrotz eine super Idee mit einem “Wow-Effekt” :)

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