Apple iPhone 5 im Test (1):
Langer Lulatsch

Apples neuestes Smartphone ist im Vergleich zum Vorgänger keine revolutionäre Neuerung – die Verbesserungen sind nicht riesig, sondern fein, aber deutlicher als beim vorherigen Update. Wir sehen uns das iPhone 5 in einer kleinen Artikelreihe genauer an.

Schlanke Erscheinung: Das iPhone 5 (rechts) ist dünner... (Fotos: Thomas Jungbluth)

Schlanke Erscheinung: Das iPhone 5 (rechts) ist dünner... (Fotos: Thomas Jungbluth)

Als Apple im vorherigen Jahr das iPhone 4S vorstellte, gab es äußerlich bis auf einen leichten Versatz von Knöpfen und einem empfangsfreundlicheren Gehäuse äußerlich keine großen Änderungen gegenüber dem iPhone 4.

Anders beim iPhone 5: Auf der Habenseite stehen neuer Prozessor, LTE, 16:9-Display, weniger Gewicht, dünneres Gehäuse und der neue “Lightning”-Anschluss. Jawohl, auch den halte ich für einen Vorteil. Doch man kann nicht alles haben: So gibt es kein NFC, doch diese Technik halte ich im Augenblick noch für entbehrlich und ehrlich: Ich habe lieber mehr Akkuleistung als noch ein Funkteil in dem Gerät.

So leicht…

Seit voriger Woche halte ich ein iPhone 5 in den Händen, und es ist ein echter Schmeichler. Die Rückseite ist aus mattiertem Aluminium – allerdings nicht ganz, sondern oben und unten schließen zwei Glasstreifen in der gleichen Farbe wie auf der Vorderseite an – es handelt sich also nicht um glänzendes Alu, wie man vielleicht meinen könnte.

Das Alu auf der Rückseite verhilft zu einem sichereren Griff und vor allem weniger Gewicht als beim Doppelglasblock der beiden Vorgänger. Man hat nicht mehr gar so das Gefühl, das Gerät wie ein rohes Ei behandeln zu müssen (oder in eine Gummihülle packen zu wollen). Hinzu kommt noch, dass das Touchglas auf der Vorderseite dünner wurde.

Gleich breit, dafür länger

Bei den Abmessungen hat Apple zum Glück der Versuchung widerstanden, ein Brikett zu schaffen. Das iPhone 5 ist bei gleicher Breite nur etwas länger. Dadurch passt es nach wie vor in die schmalen Fächer an der Tragetasche und im Jacket, und man kann immer noch sehr gut damit telefonieren. Es ist ja, das darf man nicht vergessen, kein Tablet.

...und länger als der Vorgänger, wodurch er eine Reihe mehr Icons zeigt (immer noch rechts).

...und länger als der Vorgänger, wodurch er eine Reihe mehr Icons zeigt (immer noch rechts).

Die neue Länge kommt dem Display zugute, das jetzt im Format 16:9 agiert, bei gleicher Auflösung, nur in der Höhe sind mehr Pixel hinzu gekommen. Ob man hier noch mehr hätte schaffen können, darüber kann man streiten, aber auch hier war erst einmal das Sinnvolle erreicht, und man hat sich auf andere, wichtigere Details konzentriert.

Durch die höhere Fläche passt jetzt eine Reihe von Icons mehr auf den “Desktop”, und Filme und Serien können im meist passenderen Format 16:9 angeschaut werden. Noch sind nicht alle Apps angepasst, doch das ist sicher über kurz oder lang der Fall. Die Kindle-App zum Beispiel ist schon im richtigen Format auf dem Gerät, bei anderen wie dem Radioprogramm tunein ist das noch nicht der Fall.

Bilder und Töne

Beim Stichwort Radio kommen wir zum Klang: Das iPhone wird mit neuen Kopfhörern ausgeliefert, die sich leicht tragen lassen und nach ersten Hörerfahrungen sehr angenehm klingen – hier werden wir aber noch mehr in die Tiefe gehen.

Das iPhone 5 wird auch noch ein paar Fotos für den Smartphone-Vergleichstest von Kollege Kai Zantke abliefern, denn auch die Kamera wurde verbessert – wenn auch nicht sensationell.

Schnell rein, schnell raus

Zum Schluss noch ein paar Worte zur neuen Lightning-Schnittstelle. Mal ehrlich, liebe Apple-Eigner: Die alte 30-polige Schnittstelle war ein Pickel am Hintern der Geräte. Das Ding gerade aufzustecken gelang nur selten ordentlich, man hatte immer Angst, es zu verkanten (von der Hibbelei am iPad mit der nach hinten abgerundeten Kante rede ich hier gar nicht). So ein schneller Universalstecker war überfällig!

Der neue Lightning-Connector

Der neue Lightning-Connector

Der Lightning Connector kann in beide Richtungen eingesteckt werden und ist deutlich schmaler. Das geht natürlich nicht ohne Verluste: Der Audio-Verbinder ist nicht mehr drin. Apple hat jedoch einen Trost: einen Zwischenstecker mit integriertem Digital-Analogwandler.

Viel ungewöhnlicher fand ich, dass jetzt der Audio-Stecker auch unten dran ist. So muss das Handy immer verkehrt herum in der Tasche stecken, wenn ich jogge. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an allem…

In weiteren Folgen werden wir uns unter anderem mit dem iOS 6 beschäftigen, das schließlich ebenfalls auf älteren iPhones läuft, sowie das 5er in der Praxis ausführlich testen: Kann es die Versprechungen, die technische Daten und erster positiver Eindruck machen, auch halten? Was bringt der Datenturbo LTE und wie setzt man ihn sinnvoll ein?

 

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16 Kommentare

  1. Da fehlt wohl ein Stückerl:

    “Apple jedoch einen Trost: einen Zwischenstecker mit integriertem Digital-Analogwandler.”

    Dürfte das eine oder andere Wort durch den Rost gefallen sein :)

  2. … wer gerne Erbsen zählt, wird auch in einem noch so sorgfältig formulierten Text etwas nicht perfektes und daher (seines Erachtens) erwähnenswertes finden. Jedem das Seine.
    Ich wiederum sage einfach mal DANKE für diesen umfassenden, ansprechend geschriebenen und daher hinsichtlich einer potentiellen Kaufentscheidung durchaus hilfreichen Artikel!

  3. “So ein schneller Universalstecker war überfällig!”

    Wie man so etwas als “universal” bezeichnen kann ist mir ein Rätsel. Wenn ich mich nicht irre ist das iPhone5 das einzige Gerät welches den Stecker nutzen kann.

    Universal ist micro-USB für Smartphones!

    • dem kann ich nur zustimmen. der Artikel ist durchaus objektiv geschrieben, aber beim lightning-teil schlug der apple-hype wohl wieder durch ;-) .

    • Universal, weil er wie schon das urspruengliche Kabel mehrere Verwendungszwecke (im Gegensatz zu USB) hat. Laden, Datenübertragung (Sync), Uebertragung von Audio und Videosignalen (mit einem USB Kabel alleine nicht möglich)

    • Ja du irrst dich tatsächlich. Der Stecker ist der neue Universalstecker für Apple Geräte. Neben dem iPhone 5 haben auch der iPod touch sowie der iPod Nano den selben Stecker.

      Das dieser Stecker beidseitig passt empfinde ich übrigends als längst überfällig. Das nervt mich an meinem Nokia Lumia 800 mit Micro-USB Stecker…

    • Das er bei nur bei neuen Apple Geräten passt, macht den Stecker eben zum Nischenprodukt. Universal ist was anderes.
      Stellt euch vor der “neue” Netzstecker von Apple passt nur noch in die neu entwickelten Steckdosen von Apple (natürlich patentiert), dann werden Millionen von Steckdosen oder Steckdosen-Adaptern verkauft. Bin gespannt wann es soweit ist. Apple kann mittlerweile alles an den Mann bringen.
      So wie die Garantieverlängerung beim iPhone auf 2 Jahre, obwohl die Garantie sowieso 2 Jahre läuft. Einfach genial! Eine Leistung, die man eh schon mitverkauft hat, einfach noch mal an den gleichen Kunden verkaufen. Ich hätte nie geglaubt das so etwas klappt. Wahrscheinlich würde so ein Kunde dann auch noch die Reparatur bezahlen wenn man ihm die Rechnung schickt.

    • @Rolin: Was genau kannst du nicht mit einem USB-Kabel machen?
      Laden und Datenübertragung – Kein Problem!
      Uebertragung von Audio und Videosignalen – braucht genau wie apple einen Digital-Analog-Wandler oder eben den zusätzlichen Audio-Stecker im Gerät.

      Also alles genau gleich, meiner Meinung nach!
      (Ok ok man kann den Apple-Stecker umdrehen… wow ;-) überlegt mal, apple hätte den usb3.0-micro-Anschluss mitentwickelt – vlt hätten wir bald nur noch Geräte mit “umdrehbaren” Anschlüssen – aber nein, sie entwickeln lieber ihren eigenen Salat)

    • Lieber Jürgen,

      all deine Geräte die du im Handel kaufst haben ein Jahr Garantie und ein weiteres Jahr Gewährleistung. Außer der Hersteller gewährt von vorn herein 2 Jahre Garantie. (Oder länger, wenn der Hersteller etwas mehr Vertrauen in sein Produkt steckt, das kommt allerdings auch auf den Markt an.)
      Bei der Garantie muss der Händler beweisen dass der Fehler bei dir liegt wenn er nicht nachbessern oder ersetzen möchte. Bei der Gewährleistung musst du beweisen, dass der Fehler von Anfang an bestand und den Händler (nicht Hersteller und hierbei liegt der große Unterschied)dazu bewegen nachbessern zu lassen oder zu ersetzen.
      Demnach ist der Verkauf vom zweiten Garantiejahr gar nicht so dumm, nur sollte das meiner Meinung nach bei einem solchen Gerät einfach dabei sein!

    • Hallo Renntier,

      das war ja klar das einer ganz schnell den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung erklärt.
      Ich kenne den Unterschied ganz genau, da ich ständig Verträge zu prüfen haben. Aber ich wollte bewusst nicht mit Details daherkommen. Da du nun aber das Thema auf diese Spitzfindigkeiten bringst, habe ich Dir einen Text aus dem Stern herausgesucht. Es handelt sich um die Aktivitäten der EU-Kommission bezüglich der Apple Praxis bei Thema Garantie:

      Verpflichtung zur zweijährigen Garantie
      Bei Apple gibt es eine einjährige Garantie, die mit “Apple Care” je nach Gerät auf zwei oder drei Jahre verlängert werden kann. Dies reicht nach Ansicht Redings nicht aus. Das EU-Recht verpflichte Hersteller zu einem zweijährigen Gewährleistungsanspruch. Er gilt für alle Mängel, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben – auch wenn sie erst später bemerkt werden. Bei der freiwilligen Garantie geht es hingegen um Mängel, die nach der Übergabe an den Kunden auftreten.

      Also eine 2-jährige Garantie braucht man nicht, da die vorhandenen Mängel schon eh durch die 2-jährige Gewährleistung abgedeckt sind.
      Aber das soll natürlich niemanden davon abhalten trotzdem dafür noch mal Geld auf den Tisch zu legen.

  4. Der nun unten angebrachte Audiostecker ist durchaus ein Vorteil und die Tatsache, dass man bis dato ein iPhone verkehrt in die Tasche stecken musst ja eigentlich ein Nachteil.

    Bisher musste man das Smartphone beim Hineinstecken in die und Herausholen aus der Hosentasche immer drehen.

    So zieht man das Telefon mit einem Griff heraus und kann es ohne Drehung verwenden.

  5. Ich habe das Iphone immer mit Powerbutton nach unten in der Hose, das ist doch logisch? Sonst muss man es doch beim raus holen immer umdrehen, wie umständlich es sich manche Menschen machen :-

  6. @Jürgen: bitte erst einmal genauer über den Leistungsumfang von Apple Care informieren und dann mit den Bedingungen der 2jährigen gesetzlichen Sachmängelhaftung vergleichen!

    • Paul, hab oben meinen Kommentar schon hinterlassen. Hab auch nichts dagegen wenn du das Carepaket gekauft hast. Ist ja für einen guten Zweck.

  7. Seit Erscheinungsdatum habe ich ein iPhone 5. Ich habe mich angestellt vor dem Apple Store, wie hunderte andere. Mehr als 6 Stunden warten, war es das Wert?
    Ohh ja! Das iPhone 5 ist optisch wie technisch einfach hammer! Wobei ersteres überzeugt. Leicht, lang, schick! Style ist bei Apple immer sehr wichtig und gerade deswegen kaufen die Leute die iPhones. – Lifestyleprodukt. So erklärt es uns die Werbung: “Wenn Du kein iPhone hast, hast Du kein iPhone”
    Einer der besten Features ist für mich als Musiker die Tonaufnahme über die Memofunktion. Kein iPhone konnte bisher besser aufnehmen. Selbst wenn das Gerät mehrere Meter von der “Audioquelle” entfernt ist, hört man klar und deutlich, Töne, Stimmen und Klänge. Es regelt automatisch die Umgebungsgeräusche runter, auch ein tolles Feature, dass im alltagsstress oft vergessen wird und durch lautes Brüllen in das iPhone übertönt wird :)
    Ich bin total überzeugt von meinem iPhone 5. Die Akkulaufzeit ist meines erachtens nicht länger geworden, aber die Arbeitsgeschwindigkeit durch den schnelleren Prozessor schon.
    Vielen Dank, ich hoffe ich konnte dazu beitragen!
    Grüße

    Euer iPhone Freak

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  1. [...] drei Farben Schwarz, Weiß und Lila. Kosten soll es ab Werk 650 Euro und damit etwa so viel wie das iPhone 5 oder das Nokia Lumia [...]

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