Sichler Reinigungs-Roboter PCR-3350.UV im Test:
Rotes Putz-UFO

Staubsauger-Roboter sollen die Realisation des Heinzelmännchens sein, das große Ding in Sachen Heimautomatisierung. Ich habe mir ein Modell vorgeknöpft, das auch feucht wischen kann, den Sichler Reinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV.

Sichler Reinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV mit Wisch-Mopp (Bild: wor)

Sichler Reinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV mit Wisch-Mopp (Bild: wor)

Zunächst mal ist der Begriff “Staubsauger-Roboter” völlig irreführend: Keines der so bezeichneten Geräte enthält einen Staubsauger. Das wäre auch etwas schwierig, da jene weit größer sein müssen, wenn sie mehr Leistung erbringen sollen als ein Krümelsauger für den Küchentisch. Es handelt sich vielmehr um automatische Kehrmaschinen mit Bürsten – also jene Technik, die in manueller Form als Klassiker von Leifheit verkauft wurde und die man nutzt, wenn man für ein paar Krümel nicht gleich den großen Staubsauger holen will.

Sichler Reinigungs-Roboter PCR-3350.UV
wr159639cr.jpgwr139616cr.jpgwr139613cr.jpgReinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV mit Wisch-Mopp

Sonderfunktionen

Hinzu kommen teilweise Zusatzfunktionen wie eine UV-LED, die Bakterien und Viren eliminieren soll – wäre das so einfach, würde ich mir einfach eine UV-LED in die Nase stecken, wenn mich im Zug mal wieder jemand angeniest hat. Ein anderes Extra ist ein anfeuchtbares Vlies, sodass aus dem Kehr- ein Wischgerät wird.

Manche der Putzmaschinchen schauen eher aus wie Spielzeug (die heutigen Leifheit-Kehrmaschinen übrigens auch), doch der Sichler Reinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV hat nicht nur einen fürchterlich langen Namen, sondern ist auch gar nicht so klein (35 cm Durchmesser, 10 cm Höhe) und auch ganz schön schwer. Letzteres ist von Vorteil, weil er so auch tatsächlich aufkehren kann, ohne wegzurutschen. Allerdings sollte man aufpassen, dass ihn Besucher nicht angesichts der Digitalanzeige mit einer Personenwaage verwechseln und sich daraufstellen!

Überhaupt ist die Kehrtechnik gar nicht so schlecht – sie wirbelt weit weniger Staub auf als ein Staubsauger. Und da ich als Allergiker deshalb ohnehin nicht gerne sauge, weil ich für die spätere Entlastung dann erst mal leiden muss, klang es verlockend, den schick rot-metallic lackierten Robot-Putzer mal alleine auf das Schlafzimmer loszulassen und dann schnell aus demselben zu verschwinden, während dort geputzt wird.

Praxistest zeigt die Grenzen auf

Das Schlafzimmer habe ich deshalb gewählt, weil dort kaum Hindernisse im Weg stehen. Diesen kann der Roboter zwar ausweichen, doch wenn das halbe Zimmer voller Gadgets steht, dann wird auch fast nichts mehr geputzt. Außerdem war der Gedanke verlockend, dass die rote Scheibe auch gleich unters Bett kriecht und dort mit putzt.

Leider war dem nicht so. Das Bett beginnt in 9,5 cm Höhe, der Sichler Reinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV ist 10 cm hoch. Damit klemmt er sich regelmäßig so heftig unter dem Bett fest, dass nur noch Anheben, Hervorziehen und Resetten hilft. Dabei ist es egal, ob man ihn nun inner- oder außerhalb des Rahmens platziert. Man muss also zum Putzen in diesem Fall doch anwesend bleiben – und dann ist das Gerät etwas laut.

Etwas verwirrend ist zudem, dass das Gerät selbst im ausgeschalteten Zustand an der Ladestation aktiv wird und auf die Fernbedienung reagiert – doch beim Abrücken von derselben plötzlich nach ein paar Zentimetern “abstürzt” und sich nicht mehr rührt. Da der Ein-Aus-Schalter wie beim klassischen IBM-PC ganz hinten unsichtbar versteckt ist, steht man erst einmal etwas ratlos vor dem vermeintlich streikenden Gerät.

Fazit

Überraschend gut ist das Putzergebnis – solange man dem Gerät nicht beim Putzen zusieht und sieht, wie uneffektiv es immer wieder dieselben Ecken bevorzugt. Dieser Anblick schmälert dann doch die gefühlte Effizienz.

Wer eher leere Räume und keine Nachbarn, Mitbewohner oder Haustiere hat, die sich über den Lärm in der leeren Wohnung beschweren könnten, kann den Sichler Reinigungs- und Staubsauger-Roboter PCR-3350.UV tagsüber selbstständig putzen lassen. Er gehört ohne Zweifel zu den besseren Modellen seiner Gattung mit einem dennoch attraktiven Preis. Ich allerdings werde doch lieber wieder zehn Minuten mit der Kehrmaschine hantieren…

 

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Ein Kommentar

  1. Ich finde die Bezeichnung ‘Rotes Putz-UFO’ ist ziemlich gut gewählt. Auch ich kann mich irgendwie nicht so ganz für die kleinen Roboter begeistern, denn ich finde, dass das eigene Staubsaugen viel effektiver ist.

Ein Pingback

  1. [...] Automee S sieht ein wenig aus wie ein verkleinerter Reinigungsroboter. Und genau das ist er auch: ein Reinigungsroboter für Smartphone- und Tablet-Displays. Der [...]

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