Huawei Ascend P1 im Test (1):
Flach, elegant und ein wenig nervig

Das Huawei Ascend P1 bietet zwar nur durchschnittliche Hardware, aber überdurchschnittliche Anpassungen – das ist eine Erkenntnis aus dem Test des Android-Smartphones der Chinesen. Hier der erste Teil unseres zweiteiligen Berichts.

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)

Das Android-Betriebssystem hält inzwischen den größten Anteil am Smartphone-Markt und viele wollen ein Stück vom Kuchen abhaben – so auch Huawei, die bisher für andere Hersteller produzierten und seit einiger Zeit unter eigenem Namen auftreten. Das Huawei Ascend P1 sticht hier besonders hervor, denn es ist schnell, gut ausgestattet und flach.

Design

Als erstes fällt die ungewöhnliche Rückseite auf, denn trotz der dünnen Bauweise (7,7 mm) gibt es zwei Wulste, die hervortreten: einmal am unteren Ende für den Lautsprecher und ein zweites Mal oben für die Kamera. Tatsächlich stören die Wulste jedoch nicht, sondern erhöhen die Griffigkeit. Und so rutscht das Ascend P1 seltener aus der Hand als andere. Die Vorderseite wurde im Gegensatz zur gummierten Rückseite in glattem Plastik ausgeführt. Fingerabdrücke sind sofort sichtbar und ruinieren das ansonsten edle Auftreten.

Huawei Ascend P1
Huawei Ascend P1 (Bild: kai zantke)Huawei Ascend P1 (Bild: kai zantke)Ascend P1Huawei Ascend P1 (Bild: kai zantke)
Huawei Ascend P1 (Bild: kai zantke)

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)

Der 4,3 Zoll große AMOLED-Bildschirm löst mit 960 x 540 px auf, wodurch er eine vegleichbare Qualität wie das HTC One S liefert. Oben finden sich der Kopfhörerausgang, ein microUSB-Port und der SIM-Kartenslot. Die Beschriftung „USIM” bezeichnet normalgroße SIM-Karten und ist kein Schreibfehler des Zeichens „µ”. Bitte nicht den Fehler des Testers begehen und blind eine microSIM einstecken – danach helfen sonst nur noch Geduld und eine umgebogene Büroklammer.

Auf der rechten Seite war trotz der schmalen Bauweise noch Platz für eine microSD-Karte, aber eine eigene Kamerataste fehlt. Die Verarbeitung liegt auf hohem Niveau, auch die Spaltmaße stimmen und nichts knarzt. Wären die Plastikflächen satiniert gewesen, gäbe es nichts am Design auszusetzen.

Hardware

Der etwas veraltete Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments mit 1,5 GHz Taktfrequenz leistet sich im täglichen Gebrauch keine Schwächen, nur in synthetischen Benchmarks fällt dieser Unterschied auf. Der interne Speicher fällt mit 4 GB äußerst bescheiden aus, weshalb der microSD-Speicher sehr willkommen ist. Mit einer Karte aufgerüstet, ist man für Full-HD-Videos oder 8-Megapixel-Bilder bestens gewappnet. Für kommende Android-Versionen könnte der Arbeitsspeicher mit 1 GB ausreichend sein, das aktuelle Ice Cream Sandwich (Android 4.0.3) fühlt sich jedenfalls pudelwohl. Über Funk sind bis zu 21 Mbps möglich, WLAN, Bluetooth 3.0 und DLNA sind mit an Bord. Während die meisten Konkurrenten jedoch bereits die neuen Glonass-Satelliten finden, muss sich das Ascend P1 mit dem herkömmlichen GPS lokalisieren. Das Gewicht von 110 g reiht sich in den Durchschnitt ein, zeigt auf der anderen Seite aber auch, wie schwer die Technik darin wiegen muss, denn der direkte Konkurrent HTC One S wiegt nur 10 g mehr – bei Einsatz eines Metallgehäuses. Auch der Akku gehört zum Durchschnitt mit seinen 1.670 mAh. Während man beim Internetsurfen recht schnell an die Grenzen des Akkus gelangt (ca. 4 Stunden Dauersurfen), schafft man es mühelos durch den Tag, wenn man nur E-Mails überprüft und sporadisch den Browser öffnet.

Software

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)

Im ersten Moment gibt es keine größeren Überraschungen beim Blick auf Android: Ein wenig aufgepeppte Symbole fallen ins Auge, aber im Prinzip ist es die klassische Android-Kost im Huawei-Launcher-Look. Wer will, kann den 3D-Launcher aktivieren, der gleich mehrere Verbesserungen in sich birgt. Da wäre die simple, aber nützliche Möglichkeit des Homescreen-Scrollings: Die meisten Geräte wechseln durch die einzelnen Homescreens, doch wenn man am Ende angelangt ist, geht es nicht wie auf einer Rolle weiter, sondern man muss wieder zurück. Im 3D-Launcher geht dies endlich wie auf einer Rolle. Hinzu kommen die ansprechenderen Symbole, sie wirken plastischer und sind einfach gefälliger. Und als letzte Verbesserung fördert ein Zusammenziehen zweier Finger eine Übersicht aller Homescreens zutage. Eben all die Vorzüge, die das neue Ice Cream Sandwich mit sich bringt.

Huawei patzt an anderer Stelle schmerzhaft: Sobald man das heimische WLAN verlässt, erscheint eine Abfrage: „WLAN getrennt – Fortgesetzte Internet-Verbindung führt zu Datenverkehr. Fortfahren?”. Solange diese Abfrage nicht mit „Abbruch” oder „OK” beantwortet wurde, stoppt der Datenverkehr über UMTS/GSM. Die Folge ist klar: E-Mails oder Twitter-Updates werden nicht abgerufen. Wer sein Gerät nicht rooten will, muss jedes Mal bei Verlassen des WLANs die Abfrage manuell bestätigen. Bleibt nur zu hoffen, dass Huawei hier ein Update nachschiebt.

Vorläufiges Fazit

Mir gefällt das Huawei Ascend P1 überaus gut. Es liegt angenehm in der Hand, das Display hat die richtige Größe, um sowohl einhändig bedient, als auch bequem in der Hosentasche getragen zu werden und das AMOLED eignet sich hervorragend für Videos unterwegs. Allerdings liegt der momentane Preis von 370 Euro nur 30 Euro unter dem HTC One S, das bei jedem Feature eine Schippe oben drauf legt, aber dafür keinen microSD-Kartenslot vorzuweisen hat. Wie die Kamera- und Ton-Qualität des Ascend P1 sind und welche Software-Trümpfe Huawei noch im Ärmel hat, lest ihr im nächsten Teil.

 

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4 Kommentare

  1. Hi,

    soweit mir bekannt, hat Huawei den Akku für Europa gegen ein 1800mAh Modell getauscht!

    Quelle zB areamobile etc….

  2. Das einzige Huawei Handy, was ich jemals gekauft hätte, war das P1S…und dass ist nie erschienen…
    Das P1 LTE ist auch ok…Austattung Akku etc… aber wer stürzt sich denn da begeistert drauf?

  3. welches gerät unterstützt eigtl. glonass-satelliten? ich kenne keins was mom verkauft wird?!

    • Du hast sicherlich vom Samsung Galaxy S3, LG Optimus 4X HD, Nokia 808 PureView, Nokia Lumia 900, etc… gehört, oder? Ich war zuerst auch sehr erstaunt darüber, wie viele Geräte schon mit Glonass umgehen können.
      Im SOny Developer Blog wird es recht gut beschrieben:
      http://developer.sonymobi…atest-xperia-phones/

      Und daraus erklärt sich auch die Frage danach, ob Glonass dabei ist oder nicht.

      Lieben Gruß
      kai!

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