Panasonic HD-Camcorder HC-X909 im Test (4/5):
Filmen bei wenig Licht

Foto- und Filmkameras waren früher immer “Schönwettergeräte”: Bei Sonnenschein waren die Aufnahmen gut, bei Kunstlicht trennte sich die Spreu vom Weizen. Wie ergeht es dem Panasonic HD-Camcorder HC-X909 bei Schummerlicht?

Hoppla, es hat geblitzt! Das erwartet man von einem Camcoder nicht... (Bild: wor)

Hoppla, es hat geblitzt! Das erwartet man von einem Camcoder nicht... (Bild: wor)

Digitale Fotokameras sind mittlerweile ja sehr empfindlich geworden – ISO-Zahlen im sechsstelligen Bereich sind möglich geworden, halbe Nachtsichtgeräte das Ergebnis.

Drei-Chip-Videokameras sind auch für hohe Lichtempfindlichkeit bekannt – mein Sony-Semiprofi-Camcorder TRV-900 sah 1998 bei Mondschein noch Farben, wenn ich selbst schon schwarzweiß sah, denn der Chip war groß und die Pixelanzahl damals noch gering (0,3 Megapixel) – SDTV war Standard, HDTV noch im Laborstadium.

Mit dem HC-X909 nach Sonnenuntergang mal kurz vor die Tür gegangen ergeben sich bereits erstaunliche Resultate: Der Dämmerungshimmel und der Mond sind ebenso klar erkennbar wie ein durchs Bild fliegender Vogel. Dann stört die abendliche Idylle ein Schnellzug – dass dabei allerdings das Bild zittert und zusammenbricht, ist kein Fehler des HC-X909, sondern bei YouTube entstanden…

Mit HDTV enthalten nun die Sensoren viel mehr Pixel, sodass bei gleicher Größe des Chips einem Pixel weit weniger Licht verbleibt. Dafür allerdings hat wiederum die Sensortechnik große Fortschritte gemacht und selbst billige Camcorder können bei wenig Licht in HDTV aufnehmen – wenn auch nicht unbedingt gut. Doch viele für Video interessante Motive befinden sich in Kunstlicht – ob Theateraufführungen, Partys oder Konzerte.

Es geht auch ohne Blitz (Bild: wor)

Es geht auch ohne Blitz (Bild: wor)

Im Gegensatz zur Fotografie kann man bei Video die Aufnahme aber nicht einfach eine Sekunde oder länger belichten – es wird im Normalfall alle 1/50 s, im Grenzfall alle 1/25 s ein neues Bild benötigt. Von daher ist die Bildqualität bei “suboptimaler” Beleuchtung für die meisten wichtiger, als es ihnen beim Kauf einen Camcorders klar sein dürfte.

Der “Nacht-Modus” des HC-X909, in dem die Aufnahmen länger belichtet werden, als es für Videos eigentlich möglich ist, ist dagegen nur mit Stativ zu gebrauchen – und manueller Fokussierung, das verbliebene Licht ist für den Autofokus zu schwach. Versucht man in diesen Modus aus der Hand zu filmen, werden die Videos zu rucklig und verwaschen.

 

Eine Stunde später, es ist nun komplett dunkel. Im Nachtmodus kann der HC-X909 immer noch filmen – allerdings besser mit manuellem Fokus und Stativ.

Um den Panasonic HC-X909 auf seine Nachtfähigkeiten zu testen, nahm ich ihn deshalb nach den abendlichen Mondschein-Tests auch auf ein abendliches Biergartentreffen nach München mit. Da es Ende August fleißigst regnete, fand die betreffende Veranstaltung leider im Saale statt – und damit hatte der Camcorder noch weniger Licht zur Verfügung, als eigentlich geplant: Nur die ab dem 1. September 2012 verbotenen Glühlampen spendeten ihr warmes, doch schummriges Licht.

 

Szene im Augustiner Bierkeller

 

Weitere, spätere Szene im Augustiner Bierkeller.

Die Videos sind trotz der dürftigen Beleuchtung und HD-Auflösung gut ausgefallen, so, wie ich es von meiner Sony-Kamera gewohnt war, doch schärfer. Auf YouTube führt lauter Ton teils wieder zum “Zerwürfeln” des Videos, dies war im Original nicht so.

Das Blitzfoto erschien schrecklich überbelichtet mit roten Kaninchenaugen, doch da Fotos beim HC-X909 eher unterbelichtet abgespeichert werden, ist das Ergebnis gut ausgefallen – gegen die roten Kaninchenaugen gibt es den “Anti Rote-Augen-Modus” mit Vorblitz, mit dem ich die gemütliche Runde aber nicht traktieren wollte.

Zudem hallt es in so einer Kneipe ungemein, was Menschen mit gutem Gehör oft gar nicht auffällt, doch der Camcorder kann nur aufnehmen, was er vorgesetzt bekommt. Wie würde wohl der Ton ausfallen? Anschließend wurde der Panasonic HD-Camcorder HC-X909 auch noch dem totalen Stresstest ausgesetzt: Zunächst durfte er einem Abschlepper zusehen – nein, nicht in der Kneipe, sondern davor.

 

Erfolgreicher Abschlepper auf der Münchner Arnulfstraße

 

Und dann musste er noch die nächtliche Heimfahrt im Zug mitschneiden. Da stiegen Autofokus (mangels Licht) und Ton (wegen entschieden zuviel Wind bei 80 km/h am offenen Fenster) aus, doch das Ergebnis wirkt immer noch sehr natürlich. Mit manueller Einstellung von Weißabgleich, Fokus und Aussteuerung sowie einem Mikrofon mit “richtigem” Windschutz hätte man hier ohne Zweifel sogar sendefähige Resultate erreicht, doch sollte dieser Test ja auch die Grenzen der Automatik ausloten – wer nur zum eigenen Vergnügen und dem der Familie filmt, will dafür ja keine Profi-Gerätschaften mitschleppen.

 

Nächtliche Zugausfahrt aus dem Münchner Hauptbahnhof - die Kachelei am Anfang kommt von YouTube, die Originalbilder sind einwandfrei

 

Nächtliche Zugeinfahrt in den Bahnhof München Pasing – Fokus am Ende manuell gewählt, da es für die Automatik auf der Strecke zu dunkel war

Wie bekommt man die HD-Videos nun eigentlich aus der Kamera auf DVD und Computer? Das zeigt der fünfte und letzte Teil unseres Tests.

 

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