NexPhone:
Smartphone-Tablet-Laptop mit Android und Ubuntu sucht Zielgruppe

Das nennt man dann wohl “Thinking Big”: Ein bislang unbekanntes Unternehmen namens Nex will nicht weniger als die Zukunft des Computings entwickeln. Kern der Idee: Ein Smartphone, das über sich selbst hinauswächst und als “Gehirn” für passende Tablets, Laptops und PCs fungiert – angetrieben von Android und Ubuntu. Die Macher suchen nach Geldgebern auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo.

Das NexPhone soll mit dem entsprechenden Dock zum PC, Tablet oder auch Laptop werden.

Das NexPhone soll mit dem entsprechenden Dock zum PC, Tablet oder auch Laptop werden.

Das Werbevideo zum Indiegogo-Projekt NexPhone (siehe unten) kann durchaus überzeugen: Warum haben wir heute mehrere Geräte, die wir über die Cloud synchronisieren müssen, wenn es doch auch viel flexibler ginge? Die Rechenpower in einem modernen Smartphone hätte noch vor wenigen Jahren jeden PC-Nutzer staunen lassen. Könnte man die nicht nutzen, um auch andere Geräte wie Tablets, Laptops und Desktops anzutreiben? Zudem hätte man dann seine wesentlichen Daten und Einstellungen stets bei sich und man könnte einen Datentarif für alle Gelegenheiten nutzen. Würde die Vision von Nex großflächig Wirklichkeit, bräuchte man nur sein NexPhone und könnte dann im Fall der Fälle auch passende andere Geräte damit benutzen. Das “Gehirn in der Hosentasche” nennt das Nex.

Wirklich neu ist die Idee allerdings nicht und die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Zudem stellen sich nach längerem Überlegen auch einige praktische Fragen.

NexPhone
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Die Macher stellen sich das so vor: Das NexPhone funktioniert im Smartphone- und Tablet-Modus mit Android und sobald Monitor und Tastatur zur Verfügung stellen, wechselt es auf Ubuntu for Android. Insofern ist das weder Hexenwerk noch Raketentechnologie: Alle diese Bausteine könnten auch andere Hersteller nutzen, sofern sie dafür einen Markt sehen. Asus versucht sich mit dem PadFone zumindest an der Smartphone-Tablet-Kombination. Wir haben darüber berichtet: Im Juni 2011 wurde es vorgestellt, im März 2012 dann die finale Version gezeigt.

Wie praktikabel ist das Konzept wirklich?

Die große praktische Frage ist, ob sich die unterschiedlichen Anforderungen der diversen Gerätekategorien wirklich so simpel vereinen lassen, wie es der Werbefilm suggeriert. Was ist beispielsweise mit dem Speicherplatz? Smartphones haben heute 16, 32, vielleicht 64 GB Platz. Das ist lächerlich wenig, wenn das Gerät zugleich einen PC ersetzen soll. Und das Versprechen von Nex ist schließlich, dass wir nichts mehr synchronisieren müssen. Also müssen alle Daten, die ich heute auf einem Laptop oder Desktop habe, auf dem NexPhone Platz finden – ansonsten brauche ich doch wieder die Cloud oder externe Laufwerke. Und auch die Performance darf man in Frage stellen. Natürlich ist es an sich beeindruckend, wie viel Rechenkraft man heutzutage in einem Smartphone haben kann – eine dedizierte Grafikkarte gehört aber nicht dazu. Und was ist eigentlich, wenn ich das NexPhone gerade als PC nutze und einen Anruf bekomme?

Zudem ist es so, dass die schöne neue Nex-Welt nur funktioniert, wenn man alle weiteren Geräte ebenfalls dazu passend hat. Ich brauche ein spezielles Tablet, ein spezielles Laptop, einen speziellen Monitor. Wer wird sich das alles anschaffen wollen und wer wird sich dabei auf kompatible Geräte beschränken wollen? NexPhone plus Dock sollen 499 US-Dollar kosten, das Tablet 149 US-Dollar und das Laptop 199 US-Dollar. Alle diese Preise verstehen sich als Schätzungen.

Und gibt es hier überhaupt ein Problem zu lösen?

Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob es hier überhaupt ein Problem gibt, das gelöst werden muss. Die Macher von Nex stellen beispielsweise die Cloud als etwas dar, das man erst lernen muss und das irgendwie kompliziert sei. Ich persönlich kann das aus meinen Erfahrungen mit Cloud-Diensten wie Dropbox, Evernote oder Apples iCloud nicht bestätigen. Einmal eingerichtet verrichten sie “automagisch” im Hintergrund ihren Dienst.

Insofern ist viel Skepsis angebracht bei Nex, zumal der Werbefilm zwar gut ausschaut, aber nichts anderes als hübsch gestaltete Mockups präsentieren kann. Beim Indiegogo-Projekt geht es entsprechend auch nicht darum, die imaginären Geräte bereits zu verkaufen. Die Macher wollen Geld von Interessenten einsammeln, um weitermachen zu können. Aber hier stellt sich schon die Frage, warum sie dazu auf Crowdfunding setzen, denn mit einem schlagkräftigen Team und realistischen Plänen wären sie bei einem klassischen Investor sicher besser aufgehoben.

Links zum NexPhone:

Oder welche Meinungen gibt es dazu bei euch? Was haltet ihr grundsätzlich von der Idee? Und wie empfindet ihr die Umsetzung von Nex?

 

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5 Kommentare

  1. Klingt auf den ersten Blick eher nach “hey kuckt mal wie gut wir rendern können”… Ernstaft: Wer will sein Handy ans Notebook docken, damit letzteres läuft? Mit Ubuntu läuft wohlgemerkt, einem Nischensystem sonder Gleichen (der Hype ist da, der praktische Nutzen fehlt…)

  2. So ähnlich sehe ich das auch und warte (seit Jahren) auf die ersten ,,On-Demand-Streaming-Solution`s” welche interne Prozessoren und Massenspeicher überflüssig werden lassen.
    De Facto Handy`s / Laptop`s / Desktop`s welche lediglich über Pufferspeicher und eine Netzanbindungen verfügen.

    Wofür statt Internetflat`s, Ressourcenflat`s gebucht werden.
    Jedes Endgerät soviel Prozessor und Speicherpower wie benötigt.
    Zudem muss lediglich ein Screen, gegebenenfalls die Tastatur und das Modem mit Energie versorgt werden.
    Da reicht die Energie locker für bis zu einer Woche.
    DAS wäre mal interessant und würde Apple revolutionieren nicht Siri oder irgendwelche Module :-((

  3. Ich finde das Konzept eigentlich gar nicht so schlecht. Also ich würde einen Kauf in Betracht ziehen.

  4. warum net..99,9% der user machen doch eh nix.
    auuser bissi herumspielen.

    und ich würde alles auslagern
    -kostenpflichiges os
    -kostenpflichtig jedes programm
    -kostenpflichtig jede app
    -kostenpflichtig deine daten in der cloud 4.0

    ich finds cool ich werde reich und ihr werdet
    leergesaugt
    slaves

  5. Apple wird es irgendwann auf den Markt bringen. Die Anderen werden folgen. Apple hat es dann erfunden, bzw. erfolgreich vermarktet.

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