Amazon Kindle Paperwhite und Kindle Fire:
Verspätetes Feuer

Amazon stellte gestern die jüngste Kindle-Generation vor: Fünf mal das Fire-Tabet sowie zwei Varianten des Lesegeräts mit schneeweißer Lesefläche. Zudem wurde der Preis für das verbesserte normale Kindle gesenkt. Die wichtigste Frage lautet natürlich: Welche dieser Geräte gibt es auch in Deutschland?

Amazon Kindle Fire 7: endlich auch in Deutschland ´(Quelle: pd Amazon)

Amazon Kindle Fire 7: endlich auch in Deutschland ´(Quelle: pd Amazon)

“Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt.” heißt es schon in Schillers Wallenstein-Drama, wobei die anschließende Begründung “Der lange Weg … entschuldigt Euer Säumen.” (Quelle) im Zeitalter von Jumbo Jet und Internet nicht mehr gelten mag. Die Rede ist vom Amazon Kindle Fire, jenem hochgepriesenen Android-Tablet. Das ist zwar seit gestern endlich auch in Deutschland erhältlich (zumindest bestellbar), doch leider immer noch nicht in allen Varianten.

Amazon Kindle Fire und paperwhite
Amazon Kindle paperwhiteAmazon Kindle paperwhiteAmazon Kindle FireAmazon Kindle Fire
Amazon Kindle FireAmazon Kindle FireAmazon Kindle Fire

Um uns das lange Warten im Nachhinein vergessen zu lassen, gibt es hier direkt die “neue Generation” mit schnellerem Prozessor, doppelt so viel Speicherplatz und längerer Akku-Laufzeit (bis zu 11 Stunden). Doch leider bietet Amazon auf der deutschen Website nur den 7-Zoll-Fire in drei Varianten an: eine “normale” für 159 Euro (Affiliate-Link) und zwei Mal Fire HD mit 16 GB (Affiliate-Link) oder 32 GB Speicher (Affiliate-Link) für 199/249 Euro.

Zusätzlich will Amazon den Kauf dadurch versüßen, dass man sich zunächst für einen Monat den Lieferservice Amazon Prime und Lovefilm ans Bein bindet zu Gemüte führen kann. Schade: Das 8,9-Zoll-Gerät ist zunächst nur für den US-Markt vorgesehen, genau wie der Kindle “Paperwhite”, der eine hellere Leseoberfläche bietet. Da tröstet es nur wenig, dass der “normale” Kindle (Affiliate-Link) jetzt schon für 79 Euro angeboten wird, auch wenn es bei ihm zugleich bessere Schriften und schnelleres Umblättern gibt.

Technische Details des Fire 7

Während das Display im normalen Fire Inhalte mit 1.024 x 600 Bildpunkten anzeigt, steckt in der HD-Variante ein Panel mit 1.280 x 800. Das ist zwar immer noch weit weg von Retina, doch immerhin erlaubt es, die ganzen HD-Filmchen in der porentief anzeigenden Variante zu genießen. Für ein brilliantes Bild soll auch die IPS-Technik der 7-Zoll-Bildschirme sorgen. Im 8,9-Zoll-Fire agiert sogar ein Full-HD-Display (1.980 x 1.024).

Damit der Content schnell genug auf das Gerät gelangt, steckt in den Fires WLAN mit 300 Megabit, doch nicht nur das: Um den Bit-Stau zu umgehen, der in Netzen mit 2,4-GHz-Funkfrequenz häufig herrscht, baut Amazon einen Dual-Band-Sender/Empfänger in seine Flachkameraden, der auch 5 GHz bedient. Wer allerdings keinen Router hat, der ebenfalls wahlweise die höhere Frequenz bedient, hat von dieser Neuerung nicht viel.

Immerhin dürfte die MIMO-Technik für einen besseren Empfang sorgen. Amazon verspricht “40% schnelleres Herunterladen und Streamen im Vergleich zum nächst schnelleren Tablet”.

LTE – aber nicht bei uns

Die US-only-8,9-Zoll-Varianten sind zusätzlich mit 4G LTE Mobilfunk erhältlich. Falls man einen Kumpel in USA hat und sich das Gerät dort besorgt: Das ist wahrscheinlich wenig sinnvoll, da die Technik – wie beim iPad 3 – nur mit US-LTE funktionieren dürfte.

Damit neben Amazon- und Lovefilm-Inhalten auch Apps funktionieren, läuft auf Fire eine angepasste Variante von Android. Apps werden nicht im Google-Laden geladen, sondern über den Amazon-App-Shop, den der Anbieter just deswegen auch für Deutschland freigegeben hat. Ansonsten braucht man keinen Computer, um das Gerät zu aktivieren oder mit Inhalten zu versorgen.

Lohnt der Kauf?

In der Klasse der 7-Zoll-Tablets tritt das Fire gegen Google Nexus 7 an. Das bietet einen schnelleren Prozessor, hat dafür aber weniger maximalen Speicherplatz. Will man dann doch den Vergleich zum iPad, kostet es nur etwa die Hälfte eines vergleichbaren Modells, dafür hat man nur 7 Zoll Diagonale. Als Gerät zum Lesen und Betrachten von Filmen ist das die untere Grenze, und das iPad bietet hier deutlich mehr, auch an Auflösung. Der eigentliche Mitbewerber zum Apfeltablett, das 8,9-Zoll-Kindle, ist hier ja leider (noch?) nicht verfügbar.

Mit dem angepassten Android und Amazons Shop ist man auch bei den Inhalten genau wie bei Apple in der Hand des Herstellers. Man weiß, dass Amazon schon böse reagiert hat und etwa Bücher von den Kindles der Kunden eigenmächtig entfernte. Doch wer sich dessen bewusst ist und damit leben kann, erhält ein preiswertes und leistungsfähiges Mediengerät. Auch die Qualität dürfte stimmen.

Kindle paperwhite

Das Paperwhite-Kindle ist in unserem Land leider nicht verfügbar. Das tut uns leid.

Das Paperwhite-Kindle ist in unserem Land leider nicht verfügbar. Das tut uns leid.

Und was das Paperwhite-Lesegerät betrifft: Es bietet eine hellere Oberfläche als das “altweiß” der meisten anderen E-Ink-Geräte. 25 Prozent mehr Kontrast soll das bringen, und dazu hilft sicher auch die um 62 Prozent höhere Auflösung. Eine Akkuladung hält hier nach offiziellen Angaben bis zu acht Wochen. Der Reader kostet in USA 119 US-Dollar mit WLAN (umgerechnet ca. 94 Euro) und 179 US.Dollar (140 Euro) mit zusätzlich 3G-Mobilfunk. In Deutschland heißt es: warten. Hoffentlich geht es uns dabei nicht wie in einem anderen bekannten Theaterstück

 

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2 Kommentare

  1. Ich gehe mal davon aus, dass das Kindle Paperwhite wie das Kindle Touch erst ende April bei uns auf den Markt kommen wird.

  2. Und da ist es, das neue Kindle Fire.
    Im Grunde muss man Amazon sehr dankbar sein. Seit fast einem Jahr schaffen sie im Tabletmarkt Fakten und drücken die Gräte für den digitalen Medienkonsum im unteren Preissegment in den Markt. Damit haben Sie den Markt mehr aufgemischt als alle vorherigen Nexusbemühungen von Google. Vielleicht hätte Google sich statt mit Hardwareherstellern lieber mit Inhaltsanbietern einlassen sollen, aber dann hätte man sich seine eigene Konkurrenz großgezogen.

    Aber es ist ja nicht alles schlecht bei Google und Android ist seit der Version 4 – die übrigens auch auf dem Fire ihren Dienst tut – langsam erwachsen geworden. Die Technik ist ausgereift und auf einem hohen Stand. Prozessoren haben in heutigen Tablets meistens mehr als 1,2GHz und verfügen über zwei Kerne. Mehr ist sicherlich ganz nett für den Schwanzvergleich, aber für den allgemeinen Nutzen der Geräte nur selten nötig oder sinnvoll. Auch der beim Hauptspeicher liegt die Latte jetzt bei 1GB und beim Festspeicher, naja, bei 8GB oder 16GB. Auch sehr wichtig, ist die Hardwareunterstützung für das Encoden und Render von Medieninhalten. Und das Wichtigste, die Preisklasse liegt dafür bei ca. 200 Euro.

    Das ist eine Preisklasse, bei der sich so manch einer ohne groß nachzudenken ein Tablet zulegen wird. Das Nexus hat es bewiesen, es ist unter anderem bei Saturn und den Blöd-Märkten nur als Vorbestellung zu bekommen, die ausgelieferten Chargen sind einfach zu gering. Es ist aber auch für die Hardwarehersteller eine gefährliche Preisklasse, denn die Margen schrumpfen bei einer solchen Ausstattung schnell gegen Null. Eine wirkliche Überlebenschange im unteren bis mittleren Preissegment haben dann nur noch die Anbieter, denen es hauptsächlich um den Verkauf von Inhalten geht. Oder diejenigen, die externe Inhaltsanbieter gewinnbringend in ihre Hardware integrieren können. Da bleiben dann nur noch Amazon und Google übrig.

    Apple rangiert derzeitig noch im oberen Preissegment. Wie lange noch, darüber kann gerne spekuliert werden. Apple hat es leider in den letzen Jahren versäumt, wirkliche Innovationen und eine bessere Benutzerintegration in Ihre Geräte zu integrieren. Die letzte Innovation war Siri, eine Quasseltante, die zwar für jede Menge Kurzweil gut war, aber für den produktiven Einsatz nur mäßig taugte. Trotzdem wurde sie von Steves Jüngern euphorisch gefeiert, obwohl es sich eigentlich nur um eine Kombination aus Spracheingabe und Suchmaschine handelt. Naja, Word konnte ich schon Ende der 90er meine Texte diktieren und Suchmaschinen gibt es auch schon seit Mitte der 90er. Die Qualität hat sich in den Jahrzehnten gebessert, aber das ist eher der Verdienst der Forschung als der von Steve Jobs. Man darf also gespannt auf den 12. schauen und auf die Innovationen warten, die Steves Nachfolger vom Apfelbaum schütteln wird. Einige Gerüchte über diese Innovationen gibt es ja bereits. So wird es wohl ein völlig innovatives 7 Zoll iPad geben und das Iphone wird ein innovatives größeres Display erhalten. Zusätzlich können sich noch die üblichen Verdächtigen wie CPU, Speicher und Grafik etwas ändern. Sollte es dabei bleiben, wäre es sehr traurig. Den es würde bedeuten, das Apple aufgehört hat zu agieren und anfängt wie jeder beliebige Hardwareanbieter zu reagieren. Dass das in der Königsklasse des oberen Preissegmentes lange gutgehen wird, darf bezweifelt werden.

    Jetzt fehlt eigentlich nur noch Samsung, eine Firma im Markt, die tatsächlich noch einige Innovationen bietet und den unbedeutenden Rest kopiert. Samsung hat es bisher wie kein anderer Gerätehersteller geschafft, ihre Hardware mit Android zu verbinden und in den breiten Markt reinzudrücken. Dabei sind die Geräte nicht mal die billigsten. Aber Samsung hat es geschafft, die Produktionslebenszeit eines Gerätes vom Spitzenmodel bis hin zur Grabbelware möglichst lang zu gestallten und diesen Zeitraum gewinnbringend zu Nutzen. Modelle mit alter Technik wurden hierbei zuletzt bei Feinkost Albrecht gesehen und von der Generation jüngerer gerne für ca. 100 Euro gekauft. So fixt man die zukünftigen Kunden der eigenen Spitzenmodelle richtig an, etwas was man von Microsoft kopiert hat. Auf der technischen Seite ist Samsung leider etwas träge. Der eigene SoC mit CPU und Grafikeinheit läuft sehr gut, allerdings hat man hier nicht rechtzeitig das Retina Display kopiert, sodass das neue Note 10.1 noch mit einer älteren 1280 Grafik auskommen muss. Vielleicht hat man aber auch zugunsten des Gewichts, der Akkulaufzeit und der Verfügbarkeit solcher Displays einfach darauf verzichtet. Wie dem auch sei, endlich hat auch der Stift wieder einen sinnvollen Einzug in den Tabletbereich gehalten. Warum das so lange gedauert hat und wo sich die weiteren technischen Innovationen verstecken, wird wohl das Geheimniss einer zögerlichen Unternehmensführung sein. Vielleicht sollte man mehr Entwickler und Ingenieure einstellen, als Anwälten und Apple das Geld der eignen Kunden in den Rachen zu werfen.
    Die Stiftbedienung hingegen, läuft flüssig und die Integration in das OS ist durchaus gelungen, auch wenn nur angepasste Programme die volle Funktionsfähigkeit des Stiftes nutzen können. Zusätzlich können jetzt zwei Anwendungen gleichzeitig auf den Screen gerufen werden und das Kopieren von Inhalten ist über eine Zwischenablage möglich. Für alle App-Enwickler stellt Samsung sein S-SDK zur Verfügung. Wohl in der Hoffnung, das sich die Zahl der angepassten Apps mit der Zeit erhöht. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Entwicklung weiter beschleunigt. Sonst gibt es bald niemanden mehr, der zu einer handschriftlichen Eingabe in der Lage ist. Was aber auf dem Gerät noch auffällt, ist die große Anzahl von Diensten Dritter und diverser Hubs, die bei anderen Anbietern einfach als Mediastore bezeichnet würden. Hinzu kommt ein eigener „S-Store“, der neben speziellen Samsung-Apps auch Empfehlung aus Googles Play-Store enthält. Damit scheint es auch den Oberen bei Samsung zu dämmern, das die Zukunft in der Bereitstellung von Inhalten liegt. Allerdings stehen sie hierbei noch ganz am Anfang und haben noch jede Menge Ideen von Amazon zu kopieren.

    Da hat Amazon aber derzeitig einen immensen Vorsprung, der jetzt mit der nächsten Fire Generation weiter ausgebaut wird. Das Konzept wir aufgehen, denn Amazon weiß, das für die Nutzern das Gerät eher zweitrangig ist und es ihnen nur darauf ankommt, mobil und einfach auf die Inhalte zugreifen und diese nutzen zu können. Ob es noch ein Update von ICS auf JB gibt, ist dabei völlig egal, solange das Gerät das macht, wofür es gekauft wurde. Wenn dann auch noch einige nebensächliche Features wie Mail, Messenging, Skype Angry Birds funktionieren, werden die meisten Nutzer dieser Preisklasse völlig zufrieden sein. Mag der Gewinn für Amazon mit den Geräten auch gering sein, der Marktanteil wird es richten und die abrufbaren und konsumierten Inhalte den Rubel in der Zukunft rollen lassen.

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