TVPeCee Internet-TV- und HDMI-Stick im Test:
Wie gut funktioniert Android auf dem Fernseher?

Mit einem Android-Stick wie dem TVPeCee von Pearl kann man einem Fernseher sehr schnell weitere Funktionen beibringen – vom Internetzugriff bis hin zum Spielen. Aber wie gut funktioniert das in der Praxis?

Homescreen des TVPeCee

Homescreen des TVPeCee

Dieser Beitrag erschien ursprünglich als mehrteilige Serie auf Borns IT- & Windows-Blog. Wir veröffentlichen ihn hier mit freundlicher Genehmigung durch Günter Born. In seinem Blog findet sich jeweils die aktuellste Fassung inklusive FAQs.

Internet auf dem Fernseher ist ein Thema, das immer wieder auftaucht und die IFA 2012 wird da wohl entsprechende Angebote bereithalten. Aber warum ein neues TV-Gerät kaufen? Einige Leute basteln mit dem Raspberry Pi rum. Aber mich hat TVPeCee Internet-TV gleich elektrisiert, als ich den neuen Pearl-Katalog aufgeschlagen habe: ein Android-HDMI-Stick für den Fernseher.

Sven Wernicke hat bei neuerdings.com einen schönen Übersichtsbeitrag zum Thema “Smart-TV-Funktionen nachrüsten” verfasst, der das Angebot zeigt. Bei den 50-Dollar-Lösungen bin ich erst mal zurückhaltend – interessanter fand ich das Pearl-Angebot, zumal ich da unkompliziert an Teststellungen heran komme und die Geräte in Deutschland für Leser recht einfach zu beschaffen sind.

Jetzt ist die Teststellung bei mir eingetroffen und stelle das Gerät hier vor.

Da gibt es verschiedene Varianten…

Pearl bietet gleich zwei Varianten des TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick an: den MMS-864.wifi und den MMS-844.wifi – beide mit Android 4.0. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Ausstattung der zwei Varianten.

1. TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick “MMS-844.wifi”

Sieht aus wie ein USB-Stick, ist aber ein vollständiger Computer mit Android 4.0. Lässt sich an jedes Gerät mit HDMI-Eingang (Beamer, Fernseher oder Monitor) anstöpseln, so dass dieses als Monitor für den TVPeCee fungieren kann. Anschließend kann man über eine USB-Schnittstelle Tastatur und Maus anschließen und gleich mit Android loslegen. Videos, Fotos oder Musik direkt von Speichermedien wiedergeben oder per WLAN auf das Internet zugreifen. Shoppen, Surfen, Mailen, Chatten, Posten, Twittern, YouTube, Facebook – alles ist drin. Über Google Play Store stehen eigentlich alle Android Apps zum Einsatz bereit.

Der MMS-844 besitzt einen speziellen 3D-Chip (GPU) zur Grafikausgabe, der den 800-MHz-Prozessor bei Video und Spielen unterstützt. Flash 11.1 ist als Android-App vorinstalliert und auch HTML5 wird laut Pearl-Katalog unterstützt. Hier die Technikdaten:

  • Multimedia-PC im USB-Stick-Format
  • Maße: 82 x 26,5 x 13,8 mm
  • Gewicht: 30 g
  • per HDMI-Schnittstelle an TV-Gerät, Beamer oder Monitor anschließbar
  • CPU: 800 MHz-Prozessor (AnTuTu Indec 2406)
  • 3D-Beschleuniger-Chip, Full-HD-Darstellung (1080p), HDMI 1.4
  • WLAN IEEE 802.11 b/g/n
  • Betriebssystem: Android 4.0 Ice Cream Sandwich
  • vorinstalliertes Google Play, Browser, Flash 11.1
  • Media-Streaming über WLAN und Internet, unterstützt DLNA
  • Spielt Videos: MPEG2/4, FLV, AVI, WMV, DAT, MKV, MOV (auch H.264), RM, RMVB u.v.m.
  • Spielt Musik: MP3, WAV, OGG, AAC, AMR, MID u.v.m.
  • Bildformate: JPG, GIFF, BMP, PNG u.v.m.
  • E-Book-Formate: TXT, HTM, HTML, u.v.m.
  • USB-2.0-Anschluss für USB-Festplatte bis 2 TB (FAT32), USB-Stick bis 32 GB, Maus/Tastatur, erweiterbar per aktivem USB-HUB
  • Stromversorgung über USB, inkl. USB-Kabel, Mini-USB-Hub, Netzteil und dt. Anleitung
  • Preis: 79,90 Euro (Bestell-Nr. PX-1344-908 Pearl-Webseite)

2. TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick “MMS-864.wifi”

Dies ist der große Bruder des MMS-844, der eine USB-Buchse und einen HDMI-Stecker zum Anschluss an Monitor, Beamer oder Fernseher aufweist. Auch dieser TVPeCee verfügt über Andriod 4.0 und die Funktionen des MMS-844. Gegenüber den obigen Spezifikationen kann der MMS-864 jedoch mit etwas mehr Power aufwarten. Hier die zusätzliche Features:

  • 1 GHz-Prozessor für Games und anspruchsvolle Apps
  • 1 GB DDR3-Speicher
  • microSD-Kartenslot
  • Stromversorgung über USB-Netzteil per miniUSB-Buchse
  • Maße: 94 x 41 x 12 mm
  • Gewicht: 36 g
  • Inklusive USB-Kabel, HDMI-Verlängerung, Micro-USB-Netzteil und deutsche Anleitung
  • Preis: 99,90 Euro (Bestell-Nr. PX-1345-908 Pearl-Webseite)

Die genauen Details entnehmt ihr den verlinkten Pearl-Seiten.

Welches Teil nehme ich denn?

Da ich aus eigenen Basteleien mit Android x86 weiß, dass Android mit fetten Displayauflösungen so seine Probleme hat, habe ich mir die MMS-864.wifi-Variante mit 1-GHz-CPU als Testexemplar ausgesucht. Und das war die richtige Entscheidung.

Auf der nächsten Seite zeige ich, was mit der Box geliefert wird.

 

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7 Kommentare

  1. Da die Sticks leider keinen BT-Chip besitzen, ist das handling ein wenig eingeschränkt. Zumindest ich sitze nicht unmittelbar vor meinen TV. Gibt es denn Bluetooth USB-Empfänger die automatisch von Android der 4. Generation erkannt werden und die sich mit meiner vorhandenen BT-Tastatur koppeln lassen würden?!

  2. @Bernd: Leider ist die Frage nicht mit Ja oder Nein zu beantworten. In meinem Blog gibt es unter den Originalartikeln einen Kommentarthread zu diesem Thema. Ich habe zwei verschiedene BT-USB-Sticks (Logilink und Hama) erfolglos getestet (für tiefergehende Frickelei auf Ebene des Linux-Kernel fehlt mir momentan die Zeit) – es gibt aber einen Blog-Leser, der angeblich (glaubhaft) eine BT-Tastatur mit dem der Tastatur beiliegenden BT-USB-Stick in Betrieb genommmen haben will.

    Ich habe Pearl gebeten, diesen Punkt (der auch meine Blog-Leser beschäftigte) vom Produktmanager klären zu lassen. Sobald ich da was definitives weiß, trage ich es wohl in der FAQ im Blog nach. Aus meiner Sicht könnten die Entwickler da leicht eine BT-Unterstützung für Dongles im Kernel nachrüsten (so was kenne ich hier von meinen Selbstbau Android-x86-Systemen, wo die mir verfügbaren BT-USB-Sticks out-of-the-box tun).

    HTH

  3. Besteht die Möglichkeit eine USB-Kamera anzuschliessen und diese mit Skype zu nutzen ?

    MfG

  4. Die Kompatibilität der Webcam und die Möglichkeit auch einen Drucker anzuschließen, würde mich durchaus auch interessieren? Dann wäre es für mich eine “abgespeckte” Alternative zu einen HTPC.

  5. Hallo Günter, ich habe da mal eine Frage zum Internetzugang über WLAN: Meine Mutter möchte sich so einen Stick kaufen, hat aber keinen DSL/Internetzugang.
    Wie kommt sie dann ins Internet? Irgendwo bzw. von einem Anbieter müssen doch Zugangsdaten eingegeben werden…
    Viele Grüße
    Uwe

  6. Da ich ungerne an mehreren Stellen Kommentare pflege, habe ich die Antworten auf die letzten drei Fragen – die teilweise durch die FAQ beantwortet werden, unter [1] nochmals in einer Kommentarergänzung eingepflegt.

    1: http://borncity.com/blog/…page-1/#comment-6707

  7. MMS-864.wifi Absturz (komplettes einfrieren) und kurzzeitiger Bildausfall. Der kurzfristige, für die Dauer von wenigen Sekunden schwarze Bildschirm ist zu verkraften. Die Abstürze, die einen Reboot erfordern nicht. Diese werden offenbar durch Überhitzung verursacht. Ich habe zur Lösung des Problems versuchsweise einen Eisbeutel auf das Ding gelegt. In der zweiten Versuchsreihe, unter Beachtung einer ordentlicher Wärmeabfuhr von der Unterseite (nicht LED-seitig) durch guten Kontakt mit dem Kühlbeutel kam es zu keinen Systemabstürzen mehr.

3 Pingbacks

  1. [...] Hier findet ihr einen ausführlichen Praxistest des TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick von Pearl. [...]

  2. [...] In einem ausführlichen Test haben wir dieses Jahr auch gezeigt, wie gut so etwas funktioniert: Günter Born hat den TVPeeCee-Stick ausprobiert. Und auch unsere Übersicht zu Android-Sticks ab 50 Euro kam bestens an. Ob Google wohl [...]

  3. [...] Meine Beitragsreihe zum TVPeCee (Android-Stick für den Fernseher) wurde auch bei der Site neuerdings.com veröffentlicht und landete bei deren Lesern unter den [...]

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