Sony Xperia S im Test:
Sonys schönes Schlachtschiff

Das Sony Xperia S gehört zu den Geheimtipps im Smartphonebereich: guter Preis, enorm viel Leistung und einige interessante Anpassungen, die über das vorerst fehlende Android 4.0 Ice Cream Sandwich hinwegtrösten.

Sony Xperia S (Bild: kaz)

Sony Xperia S (Bild: kaz)

Sony Ericsson ging es lange schlecht: rote Zahlen, unzufriedene Käufer und wenig erfolgreiche Smartphones, wie das eigentlich vielversprechende Xperia Play. Das war nicht immer so, Ende 2006 lag Sony Ericsson sogar noch auf Platz 1 der Kundenzufriedenheit. Nun sind fünf Jahre vergangen, Sony hat sich von den Schweden Ericsson getrennt und schlägt einen neuen Weg ein. Mit dem Sony Xperia S setzen die Japaner auf Design und Funktion.

Aussehen

Das Xperia S zeigt wieder das, wofür Sony lange Zeit stand: Design, das das Auge anspricht. Die konvexe Rückseite und das optisch abgesetzte Unterteil sieht man so bei keinem anderen Smartphone. Das angerauhte Plastik fühlt sich hochwertig an und entlockt mir ein bewunderndes “Ooh”. Der durchsichtige Zwischenraum unten wird durch ein weißes Licht ausgefüllt.

Technische Daten:

  • 4,3 Zoll TFT bei 1.280 x 720 px
  • 1,5 GHz Dual-Core CPU
  • Android 2.3.7, Update auf 4.0 soll kommen
  • 32 GB Speicher und 1 GB RAM
  • WiFi-Direct, DLNA, BT 2.0, NFC, HDMI-Out, kein microSD-Slot
  • 12-Megapixel-Kamera, Full-HD-Video
  • 1.750 mAh Akku

Funktion

Sony Xperia S (Bild: kaz)

Sony Xperia S (Bild: kaz)

Sony hat alles richtig gemacht. Obwohl man “nur” mit Android 2.3.7 zurechtkommen muss, vermisse ich zu keinem Zeitpunkt die neue Version 4.0 ICS. Die Verbesserungen an der originalen Oberfläche sind tiefgreifend und bemerkenswert. Zwar kann man die Anzahl der Homescreens nicht verringern oder erhöhen, doch zieht man zwei Finger zusammen, schweben alle Widgets auf dem Display und man kann das gewünschte schnell auswählen. Aus Spaß lässt sich der Screen dann durch Schütteln auch temporär mischen. Das Tastaturlayout ist sehr gelungen, sieht gut aus und bietet intelligent die passenden Zeichen im richtigen Moment. Lediglich die Wortvervollständigung schludert etwas: Erkennt das Wörterbuch ein Wort, wird es in manchen Fällen durch die Leertaste an das bereits Geschriebene angehängt. Dann kann es manchmal so aussehen: “neuerneuerdings”.

Die Bedienung der Softkeys gestaltet sich sehr gewöhnungsbedürftig: Nicht die beleuchteten Symbole müssen gedrückt werden, sondern die unscheinbaren winzigen Metallpunkte. Auch birgt die Zierleiste aus Plexiglas keinen erkennbaren Vorteil. Weder zur Benachrichtigung, noch für andere Zwecke ist die Leiste zu gebrauchen – eine verpasste Chance.

Multimedia

Sony Xperia S (Bild: kaz)

Sony Xperia S (Bild: kaz)

Die Kamera liefert 12 Megapixel aus einem hintergrundbeleuchteten Exmor-Sensor, das soll für bessere Lichtempfindlichkeit und höhere Qualität sorgen. Bei allen Aufnahmen ist jedoch ein Rauschen zu sehen – Farbpixel sind an Stellen, wo keine sein sollten. So kriegt man zwar eine gute Bildqualität mit vielen Details und schönem Weißabgleich, doch das Rauschen nötigt den Nutzer, die Bilder auf eine Auflösung von ca. 4 Megapixel zu reduzieren. Interessanterweise liefert das “billigere” Modell Xperia P etwas bessere Bilder ab. Die Qualität ließe sich mit der Schulnote “2″ bewerten und liegt somit über dem Durchschnitt.

Wo sich Sony richtig wohlfühlt, sind Musik und Videos. Der Ton klingt über den Kopfhörerausgang ausgewogen und satt. Weniger gut ist das Display gelungen. Zwar löst es so fein auf, dass keine Pixel mehr zu erkennen sind, auch zeigt es schöne Farben, doch es ist blickwinkelabhängig: Die Farben verändern sich bereits bei kleinen Abweichungen. Das ist ein Umstand, den man bei einem Smartphone dieser Preisklasse nicht erwartet.

Einfach nur NFC zu verbauen gefällt Sony nicht, deshalb gibt es den LiveWare Manager, darüber weist man einem NFC-Chip bestimmte Aktionen zu. Beispielsweise kann man bei Betreten des Büros WLAN aktivieren und den Kalender starten oder man wechselt im Auto auf Bluetooth, startet die Navigations-App, den Musikplayer und aktiviert Bluetooth. Dabei ist man noch nicht einmal auf NFC angewiesen, auch das Einstecken des Kopfhörers oder der Anschluss an den Fernseher kann man mit einer Aktion koppeln – die Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Da ist es dann nur konsequent, dass bei Anschluss über HDMI die Fernbedienung mittels HDMI-CEC auch das Smartphone kontrollieren kann. Manche Funktionen sind allerdings nur mit Sony-Fernsehern kompatibel.

Der große Akku begeistert ebenfalls. Selbst längere Gespräche, ausgedehnte Surftouren und das ein oder andere Spiel können der Laufzeit nichts anhaben. Man nimmt das Xperia S morgens vom Stecker und erst abends muss es wieder dran.

Fazit

Ein abschließendes Urteil fällt in diesem Fall sehr schwer. Einerseits überzeugen die Leistung des Dual-Core-Prozessors, die intelligenten Anpassungen und das Design. Andererseits ist das Display nicht ganz ausgewogen, die Kamera ein klein wenig zu verrauscht und natürlich fehlt eine Erweiterungsmöglichkeit über microSD. Doch für 400 Euro gibt es nur wenig Konkurrenz, die dem Xperia S das Wasser reichen kann:

  • Das HTC One S kostet rund 50 Euro mehr,
  • hat die gleiche Prozessorleistung,
  • nur die Hälfte an internem Speicher,
  • eine geringere Auflösung, trotz sehr gutem AMOLED mit beachtlicher Bildqualität,
  • und weder HDMI-Ausgang noch NFC
  • Auch das Motorola XT910 kommt in Betracht,
  • kostet rund 30 Euro mehr,
  • muss aber mit einem schlechter auflösenden Display auskommen,
  • hat eine schwächere CPU, kein NFC
  • dafür aber einen microSD-Slot zur Erweiterung.

Somit steht fest: Sony hat seine Nische gefunden und das Xperia S ist für 400 Euro eine sehr gute Investition.

 

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15 Kommentare

  1. Klingt alles wie ein Werbetext…
    “Der Akku begeistert..”… ich lach’ mich tot.

    • Bitte nicht, sonst fehlt mir ein Leser ;-)
      Thilo, Deine Kritik kann ich verstehen, aber sei beruhigt, es ist tatsächlich so, wie ich das schildere. Was Design und Oberfläche betrifft, macht Sony endlich mal wieder Vieles richtig. Aber Kamera und Dispay hinken hinterher. Wie gesagt, es ist eher ein Geheimtipp und ich stehe zu dem, was ich geschrieben habe. Keine Schleichwerbung, sondern meine Überzeugung.

    • Der Akku ist wirklich gut! Hatte noch nie ein Smartphone (in der größte) mit so guten Akku!

    • Man muss zum Akku auch sagen, dass dieser sich mit einer höheren Stromstärke aufladen lässt. Mit dem z.T. mitgeliefertem Schnellladegerät lässt sich der Akku in 1h komplett aufladen – kein schlechtes Feature wenn man bedenkt, dass es sich immerhin um 1750mAh handelt….

  2. Klingt alles sehr vielversprechend. Ich werde es bei der Wahl meines neuen Handy in Betracht ziehen. Ich bedanke mich auf jedenfalls für den ausführlichen Bericht.

    • Wenn Du noch ein paar Tage wartest, folgt auch der Test des Xperia P, meinem persönlichen Favoriten aus der Reihe. Allerdings ist der Akku mit 1350mAh viel zu klein und nach 6-8 Stunden ist Schluss.

  3. War das Mädchen brav, ist ihr Bauch konkav, hatte das Mädchen S.., ist ihr Bauch konvex.

    Was ich damit sagen möchte: die Rückseite des Handys ist wohl eher konvex. Ich hatte mich schon gefragt, wie das konkav aussehen würde.

  4. Finde das S und das P ja sehr ok – nur den Preis nicht so ganz. Immerhin bekommt man für den Preis des P schon ein Galaxy Nexus oder ein S2. Und da weiß ich dann nicht, weshalb ich noch beim P bzw. S bleiben sollte….

  5. Danke für den Testbericht. Aber das mit dem Akku/Kamera ist mir noch nicht klar. Chip schreibt die Kamera sei mittelmäßig, Computer Bild lobt sie und in anderen Test wird sie wiederum anders bewertet..
    Das gleiche mit dem Akku: Chip beschreibt den Akku als schwach, hier und bei Computer Bild wird er als sehr gut bewertet.. Und das mit dem Display ist auch oft unterschiedlich… warum aber ein Display nicht blickwinkelabhängig sein darf, versteh ich nicht.. ich schau doch frontal darauf.. nicht von der Seite… O_o

    • Hallo Jan,
      Danke für Dein Feedback:
      Zwecks Kameravergleich solltest Du mal bei Teltarif nachschauen: dort habe ich die Kamera mit dem SGS3, iPhone, etc. verglichen (Suchworte “Smartphone” “Kameras” “Vergleich”). Die Sache ist klar: viel Details, etwas Rauschen und hohe Auflösung. Ich würde sagen “mittelmäßig” im Oberklassebereich. ;)
      Der Akku geht in Ordnung einen vollen Tag kriegst Du damit hin.
      Zum Display gibt es nicht viel: Wenn du das Gerät flach auf den Tisch legst und dann auf das Display guckst, sind die Farben verfälscht und merkwürdig. Du hast selten einen Keil dabei um es zukippen. Entsprechend sind die Farben dann verändert.

      Hoffe das hat zur Aufkllärung geholfen.
      Gruß
      kai!

  6. Ok, danke für die schnelle Antwort. Ich habe mir ein paar Beispiel Bilder rungergeladen und auf meinem Fehrnseher angeschaut, sieht gut aus, allerdings ist die Komprimierung und das Rauschen zu hoch. Ich hoffe ich kann das “MooDen”, also ein Camera Mod für das Xperia S Entwicklen, denn sie hat echt Potenzial.. such nach “MooDeD Camera {2.0] XDA” da hab ich [jader13254] das ganze für mein aktuelles Handy, das Arc S veröffentlicht. Also wie gesagt, ich denke da kann man eine Menge rausholen… und auch das Arc hat ja ein sehr blickwinkelabhängiges Display, und es stört mich kaum…

  7. Ach ja, noch ein kleiner Tipp, das One S hat ja schon den Snapdragon S4 und dass Xperia S nur den Snapdragon S3 —> one S ist schneller…
    Ist das S2 eigentlich schneller/ Langsamer als das Xperia S?

    • Bin ja ein Zahlenfreak – aber nicht bei Handys. Die Geschwindigkeit muss sich bei mir im Alltag bemerkbar machen, denn egal wie schnell die CPU ist, niemand weiß, welche Anforderungen in einem halben Jahr an die Geräte gestellt werden.
      Deshalb kann ich nur sagen: das Sony Xperia S läuft ebenso zuverlässig wie das HTC One S. Auch das Samsung Galaxy SII zeigt keine Verzögerungen. Wie das mit dem neuen Update auf ICS aussieht, kann ich nicht sagen.

  8. Hi

    Also ich hab das Xperia s und muss sagen super händy aber das einzige was mich nervt ist der accu… Mache das selbe wie mit mein HTC incredible s… Also genau das selbe Nutzer verhalten.. Aber der accu vom HTC hält wesendlich länger selbst wenn ich noch lange zocke …und das HTC ist 16 Monate alt… Mach genau das selbe mit dem Xperia s dann hält der maximal von 6 bis 15 Uhr… Wenn ùberhaupt… Ansonsten geiles händy… Wenn es dafùr geile Rooms gibt dann wird gerootet.. Einfach schón deswegen um die ganzen Schrott Apps loszuwerden.. Diese Bevormundung der Hersteller nervt echt…. Anstatt sie den Nutzer entscheiden lassen was sie brauchen, packen sie nen Haufen Schwachsinn drauf den man nie braucht und den man nicht runterschmeißeh kann..

Ein Pingback

  1. [...] dabei herauslese, klingt nicht sehr beeindruckend. Insbesondere das Display wird bemängelt – so wie ich es auch schon beim Sony Xperia S tat: Die Blickwinkelabhängigkeit soll sehr stark sein, das “WhiteMagic”-Display zu [...]

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