Samsung Galaxy SIII im Test (2):
Was nicht passt, wird angepasst

Das Samsung Galaxy SIII wird im zweiten Teil unser Testserie gründlich untersucht. Das neue Fazit lautet danach recht eindeutig: Wem es nicht passt, der passt es einfach an.

Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Samsung wirbt beim Samsung Galaxy SIII (SGS3) damit, dass es “für Menschen designed” sei. Ein Anspruch den eigentlich jeder Hersteller an sich stellt – oder kaufen neuerdings auch Affen und Aliens Smartphones? Aber, im Gegensatz zur Konkurrenz beugt sich das S3 den Vorlieben seines Besitzers und erleichtert ihm so die tägliche Arbeit. Das Ergebnis: ein Telefon “designed für Menschen”! Im ersten Teil ging es um das Äußere, nun geht es ans Eingemachte.

Siri, das Vorbild S Voices

Samsung nahm sich das iPhone zum Vorbild und tat das, was jede kluge Entwicklungsabteilung tut: Sie baute darauf auf und verbesserte die Schwächen des Systems. So wundert es denn auch nicht, dass “S Voice” Samsungs Antwort auf Siri ist. Samsung verlässt sich dabei auf “Vlingo”, dem Urvater Siris und kann damit auf eine recht gute Semantik vertrauen. Davon ist im Moment allerdings leider nichts zu spüren. Ein simples “Hallo” quittiert S Voice mit der Antwort: “Wem wollen Sie eine Nachricht senden?” Und eine weitere Frage führt zu: “Wie lauter (sic!) Ihre Nachricht”? Auch die berühmte Frage: “Siri, brauche ich morgen einen Regenschirm?” kann S Voice nur mit einer Suche über Google bewerkstelligen. Eine schlaue Spracherkennung sieht anders aus. Immerhin lässt sich der Kalender einstellen und auch der Wecker gehorcht aufs Wort.

Samsung Galaxy SIII im Test (2)
Galaxy SIIISamsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)
Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Multimedia-Künstler

Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Von einem Quadcore darf man mehr Leistung erwarten, als von den bisherigen Smartphones. Doch was HTC One X oder LG Optimus 4X HD zeigen, hebt sich nicht publikumswirksam von der Konkurrenz ab. Samsung implementiert deshalb ein paar nette Spielereien, die die Muskeln spielen lassen: Der Videoplayer zeigt in seiner Vorschauansicht acht Videos auf einmal an – und spielt gleich die ersten Sekunden davon ab. Aktiviert man eines davon, erhält man die Möglichkeit dieses Video im Fenstermodus abspielen zu lassen, während man gleichzeitig mit dem Smartphone weiterarbeitet. Auf einem 4,8-Zoll-Display eine durchaus machbare Sache. Trotzdem ist das Video immer da im Weg, wo man gerade hin tippen will. Oben rechts behindert es die Eingabezeile oder das Suchfenster, unten links verdeckt es die Buchstaben und in der Mitte sieht man vom Inhalt nichts mehr. Nette Spielerei zum Angeben, doch außer in Spezialfällen (Chatprogramme und ähnliches) eher unbrauchbar.

Anpassbar

Dafür sind die Einstellungsmöglichkeiten riesig. Ein Beispiel: Das größte Problem mit Smartphones ist deren Außentauglichkeit – starke Sonneneinstrahlung, ungünstige Lichtverhältnisse oder der Bettgefährte erfordern unterschiedliche Helligkeiten des AMOLEDs. Aber warum geht das nicht auch für unterschiedliche Programme? Hier ist Samsung der erste Hersteller, der das endlich erkannt hat: Sowohl der Videoplayer, als auch der Browser können eigene Helligkeiten in Anspruch nehmen. Will man also Strom sparen, so regelt man die Helligkeit nach unten, gönnt sich aber beim Videoplayer oder Betrachten von YouTube-Videos etwas mehr Licht. Genial!

Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Samsung Galaxy SIII - (Bild: kaz)

Es sind die kleinen, aber durchdachten Features, die das Samsung Galaxy SIII so gut werden lassen. Man kann beispielsweise durch die Homescreens scrollen und zwar wie auf einer Rolle – am Ende der Liste geht es wieder von vorne los. Sehr praktisch, wenn man sieben Homescreens hat, keinen davon löschen kann und vom siebten schnell auf den ersten wechseln will. Aber wer braucht schon sieben Homescreens? Manche ja, andere nicht. Deshalb überlässt Samsung seinem Nutzer die Wahl: Wer weniger will, löscht die überflüssigen. Das ist unter Android noch lange nicht Standard.

Eure Fragen

Ihr habt schon im ersten Teil Fragen gestellt und auch im dritten Teil werde ich auf eure Neugier eingehen. Hier die ersten Antworten:

  • Was bringt der Quadcore?
    • Habe das oben schon kurz angeschnitten: Außer in Benchmarks kann ich keinen Unterschied zwischen einem 1,5 GHz Quadcore und einem 1,2 GHz Dualcore feststellen. Vielleicht spielt der Quadcore seine Stärken beim Videoschnitt aus, aber bei Videos unter 30 min Länge ist das fast nicht spürbar. Der einzige Grund auf Quadcore zu setzen, wäre das Warten auf Linux auf einem Smartphone. Abgesehen davon wird das Smartphone insgesamt schneller veraltet sein, als dass der Dualcore die Programme nicht mehr stemmt.
  • Was hat Samsung an Android verändert?
    • Im Prinzip die gesamte Oberfläche. Das fängt bei den Homescreens an und hört bei der Helligkeitssteuerung nicht auf. Das “Changelog” ist so groß, dass ich befürchte, dass es dafür eines eigenen Artikels bedarf. Alleine der Videoplayer zeugt davon, dass Samsung tief ins System eingegriffen hat.
  • Wie lange hält der Akku?
    • 10 Stunden minimum. Ich hatte das Gerät morgens um 8 Uhr von der Steckdose getrennt und wie ich so krank den Tag im Bett verbrachte, habe ich erst um 22 Uhr die Akkustandswarnung von 12 Prozent vermerkt. Zwischendrin jede Menge Filme geschaut, im Internet gesurft, E-Mail-Empfang auf 5 min gesetzt und telefoniert. Der Akku ist absolut korrekt ausgelegt.
  • DLNA, WiFi-Direct, USB OTG via MHL-Adapter?
    • Das ist eine harte Nuss:
    • DLNA: Damit wird nicht der ganz Screen übertragen, sondern nur das Video oder das Bild gestreamt. Funktioniert einwandfrei vom Smartphone auf den Fernseher oder den PC.
    • WiFi-Direct: Soll auch mit nicht WiFi-Direct Geräten funktionieren. Aber trotz mehrerer Versuche konnte ich keine Verbindung aufbauen. Weder PC (Linux, Windows 7), noch Smartphone (Android 2.3, Android 4.0, Windows Phone 7, BlackBerry OS 7.1, Symbian Belle) konnten gefunden werden.
    • MHL-Adapter: Auch diese Funktionalität kann ich bisher nicht beschreiben. Mein Nicht-Original-Zubehör funktioniert an jedem anderen Gerät, nur nicht bei Samsungs SIII. Ich warte noch auf Antwort aus dem Hauptquartier.

Samsung Galaxy SIII im Test:

 

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4 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Artikel und besonders die Beantwortung der Fragen!

    Abgesehen davon wird das Smartphone insgesamt schneller veraltet sein, als dass der Dualcore die Programme nicht mehr stemmt.

    Oder andersherum? Ist mit der Ausstattung des SIII die Leistung erreicht, die man in einem Smartphone braucht? Laufen darauf dann Android 5, 6, 7…?

    Voraussagen sind natürlich schwer, aber ich habe das Gefühl, dass wir langsam das Maximum erreicht haben. Früher gab es mit jeder Generation mehr Speicher, mehr CPU-Leistung, eine höhere Auflösung, was dann auch wirklich Sensationen waren. Heute liegt der Fokus auf “Nebensächlichkeiten” wie S-Beam und der Erkennung der Augen des Benutzers.

    • Genau das meine ich ja damit: der Prozessor könnte die Anforderungen vielleicht erfüllen, aber aufgrund fehlender Komponenten, einer fehlenden Zertifizierung für irgendein Kommunikationsprotokoll, geht es dann doch nicht.
      Die Grenzen heutiger Mobilcpus sind noch nicht erreicht – wohl aber bereits ausgereizt. Wenn man den Unterschied zwischen Dualcore und Quadcore nur im Datenblatt bemerkt, fehlt der Anreiz.

  2. Könntest Du bitte noch auf die wireless Ladefunktion eingehen?
    Wie funktioniert das (Induktionsmatte?, Dockingstation?) und wie lange dauert ein Vollladung?

    • Kann man sich doch einfach ausrechnen: 2100mAh = Akku. 700mA liefert das Ladegerät. Folglich ~3.5h zum kompletten Laden. ~50mA an Toleranz.

      mfg SCORPiON

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