Spiegellose Systemkamera Olympus Pen E-P3 (2/2):
Fotoqualität und Praxistauglichkeit im Test

Im ersten Teil beeindruckten die gute Griffigkeit und das vertraute Äußere der Olympus Pen E-P3. Nun geht es an die Sensorqualität. Kann die spiegellose Systemkamera überzeugen?

Menüstruktur

Olympus Pen E-P3 - (Bild: kaz)

Olympus Pen E-P3 - (Bild: kaz)

Für einen Aufsteiger aus der Kompaktkameraklasse wirkt das Olympus-Menü sehr verwirrend. Es gibt viel einzustellen und manchmal verzweigt sich das Menü auf drei Unterebenen. Wer sich jedoch mit Systemkameras auskennt, wird hier alles an Ort und Stelle vorfinden. Anspruchsvollere Fotografen werden sich über die Punkte “RAW-Format” und “Rauschfilter” freuen. Sollte man mit den Ergebnissen nicht zufrieden sein, kann man jederzeit Hand anlegen. Der Entrauschungsfilter arbeitet jedoch sehr gut und sollte nur in sehr ungünstigen Situationen deaktiviert werden, um Details zu erhalten.

Olympus Pen E-P3
Olympus Pen E-P3 - (Bild: kaz)Olympus Pen E-P3 - Aufnahme mit dem 300mm Objektiv aus der freien Hand (Bild: kaz)Pen E-P3Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)
Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)
Olympus Pen E-P3 - (Bild: kaz)Olympus Pen E-P3 - (Bild: kaz)Olympus Pen E-P3 - (Bild: kaz)

Bildqualität

Olympus Pen E-P3 - Aufnahme mit dem 300mm Objektiv aus der freien Hand (Bild: kaz)

Olympus Pen E-P3 - Aufnahme mit dem 300mm Objektiv aus der freien Hand (Bild: kaz)

Wenn es etwas Wichtiges an einer Kamera gibt, dann ist es die Bildqualität. Hier muss natürlich jeder sehen, was er für annehmbar hält. Manchen reicht das Smartphone völlig aus, doch der Käufer einer Pen E-P3 wird sich damit nicht zufrieden geben. Muss er auch nicht, denn die Pen liefert gute Ergebnisse für einen Sensor der “Micro FourThirds”-Kategorie.

Wie für alle Kameras stellt ein gut ausgeleuchtetes Motiv keine Herausforderung dar. Die Kunst liegt im Umgang mit schlechten Lichtverhältnissen und bewegten Objekten. Und auch da überzeugt die Pen mit neutralen Farben und kaum bis gar nicht vorhandenem Rauschen. Die zweite Hürde nimmt die E-P3 ebenfalls mit Leichtigkeit: Bewegtaufnahmen. Die Fokussierung erfolgt in unter einer Sekunde und führt zu maximal elf Aufnahmen. Danach verringert sich die Serienaufnahmefunktion auf drei Bilder pro Sekunde, bis die Speicherkarte voll ist.

Akkulaufzeit

Wer die Smartphone-Entwicklung verfolgt hat, weiß, dass es nur noch einen Standard-Ladestecker für alle gibt. Bei Digitalkameras ist diese Weisheit noch nicht angekommen, stattdessen liefern die meisten Hersteller noch immer ein Akkuladegerät mit. Das ist unnötig und ärgerlich. Für einen Tagesausflug reicht der wechselbare Akku immerhin völlig aus: Bei aktivierter Serienbildfunktion erreiche ich gut 700 bis 1.200 Bilder, bevor der Saft ausging.

Kleinigkeiten

Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)

Olympus Pen E-P3 - Die Pen neben der analogen OM-2 (Bild: kaz)

Im Prinzip übertrumpft die Pen E-P3 ihre analogen Vorfahren in jedem Punkt. Doch kleine Zweifel bleiben bestehen:

  • Das Stativgewinde liegt nicht in der optischen Achse, dem Nodalpunkt.
  • Der Bajonettverschluss mit Wechselring ist zwar aus Metall, doch das mitgelieferte Objektivgehäuse nur aus Plastik. Das spart zwar Gewicht, aber Langlebigkeit wäre mir lieber.
  • Die Ösen für den Trageriemen liegen an der Seite und stören dort.
  • Die Lichtempfindlichkeit des mitgelieferten Objektivs erreicht nur 1:3,5.
  • Bei nicht “sachgemäßer” Haltung der Kamera deckt man mit der eigenen Hand den Blitz ab. Man muss den Objektivring von unten bedienen. Ein mittig platzierter Blitz hätte das nicht verursacht.

Positiv fällt auf:

  • Der Sensor reinigt per Ultraschall selbst. Sonst musste man immer mit Wattestäbchen oder Luft reinigen.
  • Die Kamera hat sehr kompakte Abmessungen und passt überall hinein. Sowohl das Standard 14-42 mm, als auch das 15-150 mm Objektiv sind eingefahren unscheinbar kurz.
  • Die Kamera ist sehr robust. Ich hatte sie auf mehreren Veranstaltungen dabei, wo es heiß her ging und die Pen E-P3 musste die eine oder andere unsanfte Behandlung einstecken – der Bildqualität und Funktion hat dies keinen Abbruch getan.
  • Die Pen ist praxistauglich. Die Serienbildfunktion erlaubt ohne Blitz zu fotografieren und trotzdem ein scharfes Bild einer bewegten Person bei schwachem Licht zu erhalten.
  • Die Bildstabilisierung arbeitet sehr gut. Mit dem Monsterzoom von 75-300 mm schieße ich aus der freien Hand auf eine Entfernung von knapp 10 Metern ein scharfes Bild.

Fazit

Eine beeindruckende Kamera mit vielen Vorzügen. Die Leistungen und Möglichkeiten der Pen lehnen sich ganz klar an Spiegelreflexkameras an, doch dank des kompakten Äußeren schleppt man viel weniger. Für mich persönlich hat das Retro-Design ganz besonderen Charme, weil es gute Erinnerungen an meine ersten Gehversuche mit einer “richtigen” Kamera weckt. Der Preis ist allerdings auch etwas für Liebhaber – die Pen E-P3 empfinde ich als ein wenig zu teuer.

Den Body allein ohne Objektiv gibt es bei Amazon derzeit für rund 640 Euro (Affiliate-Link). Als Kit mit den Objektiven 14-42 mm sowie 40-150 mm kostet sie derzeit rund 840 Euro (Affiliate-Link).

Und ein Lesetipp für alle, die mehr über diese Kameraklasse wissen möchten: Wir haben uns in einem Zweiteiler mit den Besonderheiten und den Modellen bei spiegellosen Systemkameras beschäftigt.

 

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