Solidoodle:
3D-Drucker-Preisbrecher für unter 400 Euro

Der ehemalige MakerBot-Manager Samuel Cervantes macht seiner alten Firma gehörig Konkurrenz: Solidoodle heißt der 3D-Drucker, den er jetzt auf den Markt bringt. Vor allem der Preis von 499 US-Dollar (rund 380 Euro) dürfte die alten Kollegen ordentlich schlucken lassen.

Der Solidoodle will mit stabilem Gehäuse und günstigem Preis überzeugen. (Bild: Solidoodle)

Der Solidoodle will mit stabilem Gehäuse und günstigem Preis überzeugen. (Bild: Solidoodle)

Seitdem ich das erste Mal von 3D-Druckern gehört habe, war ich von der Idee fasziniert: Man speist ein digitales 3D-Modell ein und der Drucker formt daraus das reale Objekt. Natürlich hat die Technik ihre Grenzen, was beispielsweise die Größe des Objekts angeht. Aber die Möglichkeiten sind trotzdem vielfältig. Und wer hätte nicht Lust, damit herumzuspielen?

Der 3D-Drucker Solidoodle will in seiner zweiten Generation nun mit einem besonders stabilen Aufbau und zugleich einem günstigen Preis überzeugen. Was anfangs viele tausend Euro gekostet hat, ist nun für unter 400 Euro zu haben. Im folgenden Video sieht man den Solidoodle in Aktion.

Solidoodle
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Anschließen und loslegen

Der Solidoodle kann Objekte von maximal 6 x 6 x 6 Zoll herstellen. 6 Zoll entsprechen etwa 15,4 cm. Der Drucker wird komplett betriebsfertig ausgeliefert. Man brauche lediglich einen Computer und Strom, heißt es auf der Website. Dann könne es losgehen. Unterstützt werden auf Seiten des Computers sowohl Windows als auch OS X und Linux.

Glaubt man dem Solidoodle-Marketing, wurde das Gerät von Ingenieuren aus der Luft- und Raumfahrt konstruiert und ist dementsprechend stabil. Man könne sich problemlos auf das Gerät stellen, heißt es. Wozu das gut sein könnte, wird allerdings nicht näher spezifiziert. Man sollte übrigens nicht schwerer als 90 kg sein – das nur einmal als Vorwarnung.

Wer jetzt bestellt, bekommt seinen 3D-Drucker in sechs bis acht Wochen. Das ist also nichts für Ungeduldige. Auf der Website ist nichts darüber zu entdecken, inwiefern auch außerhalb der USA verschickt wird. Wir haben bei Solidoodle nachgefragt und werden den Post bei einer Antwort dazu entsprechend aktualisieren.

Modelle und Preise

Der Einstiegspreis liegt wie erwähnt bei 499 US-Dollar. Mit diesem Basismodell kann man offenbar aber nicht bis zur genannten Größe von 15,4 cm ausdrucken. Das geht mit dem “Pro”-Modell für 549 US-Dollar. Das bringt außerdem eine Halterung für das fadenartige Ausgangsmaterial mit, ist innen beleuchtet und hat ein stärkeres Netzteil. Wer 599 US-Dollar ausgibt, bekommt dann noch ein abgeschlossenes Gehäuse dazu, die anderen beiden Modelle sind offen. Zum Vergleich: Der MakerBot Replicator ist erst ab 1.749 US-Dollar zu haben, kann allerdings auch wesentlich mehr.

Nicht vergessen sollte man das Baumaterial für die Ausdrucke, das auf Spulen geliefert wird und noch einmal 43 US-Dollar kostet. Wie lange eine solche Spule reicht, wird leider nicht erklärt. Hier kann man also letztlich den eigentlichen Kostenfaktor vermuten — besonders wenn man anfangs sehr eifrig ausdruckt… Aber solchen Kummer sind wir von unseren profanen Papierbedruckern ja bereits gewöhnt.

Weitere Informationen und die technischen Daten des Solidoodle findet ihr auf dieser Seite.

via Geeky Gadgets

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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12 Kommentare

  1. 3D Drucker können bestimmt viele begeistern. Auch wenn man den 3D Drucker ziemlich preiswert kaufen kann, werden die Kosten für die Druckerfüllung ziemlich hoch liegen.
    Abgesehen von den Kosten bin ich erstaunt, was man mit einem 3D Drucker erreichen kann. Es zeigt sich, dass diese neue Technologie, eine großen Einfluss nicht nur auf bestimmte Industriezweige haben wird, sondern auch auf die Kunst. Ich denke, es lohnt sich hier kurz vorbeizuschauen:
    http://dailyimpulse.de/pr…-von-marcel-wanders/

    • Sara, dein Link funktioniert leider nicht mehr. Aber ich habe den verlinkten Designer auf der Seite in das Suchfeld eingegeben und bin dann darauf gestoßen: http://www.dailyimpulse.de/3777 Das ist wirklich beeindruckend! Das sieht überhaupt nicht aus wie maschinell gemacht! Danke für den Link!!

  2. Ich finde immer wieder beachtlich woher der Gedanke kommt “die Kosten für die Druckerfüllung” lägen relativ hoch? Plastik kostet pro kg zwischen 20 und 40 Euro je nach Hersteller/Versand – pro Modell werden aber keine Unmengen verwendet.

    PLA kann man sich, theoretisch, sogar selbst herstellen ohne all zu großen Aufwand.

    Falls jemand Interesse hat, ich habe mal eine Matrix aufgestellt für die Versandmöglichkeiten in DE (nach DE)

    http://www.silberkind.de/filamentmatrix

  3. Dumme Frage, aber welcher Drucker wäre empfehlenswert, wenn man etwa in 20er Auflagen einige MOdelle herstellen möchte. 15x15x15cm würde hierbei völlig reichen. Ich verstehe nicht so ganz, was der Makerbot nun mehr kann (außer dass ich mehrfarbige Modelle sah). HGibts es Modelle Drucker unter 1000€, die für kleine gewerbliche Zwecke (Souvenirs) reichen?

  4. Wenn ich die Website richtig interpretiere ist der Solidoodle noch nicht erhältlich und es werden nur Preorders angenommen.
    Hat jemand wirklich einen Solidoodle kaufen können?

  5. wer kann mir helfen .

    Ich WILL son Drucker haben . Der Solidoodle Interessiert mich sehr.

    • wie gesagt reprap.cc bietet n komplettkit an, da is alles vorgefertigt ( elektronik, extruder & hotend)

      Is zwar bissl wie puzzlen am Anfang, aber macht echt Laune wenn das Teil dann steht :)

  6. Wie lange eine Spule reicht steht etwas verklausuliert im Text. Mitgeliefert werden anfangs “0.3 ounces. This is enough for a 1 very small print”, also rund 9 Gramm Startmaterial. Wenn ich mal “very small” als Größe eines Schlüsselanhängers annehme, reicht die Spule (ca. 900g) für 100 Schlüsselanhänger. Wobei es ein gravierender Unterschied sein wird, ob man hohle oder massive Objekte druckt.

  7. Hochstspannend. Unter 400 Euro ist schon eine Kampfansage. Doch die Qualität und Auflösung scheint nicht ganz zu überzeugen, auch wenn dieser Drucker für den Anfang sicherlich sehr gut sein kann.
    Doch die Zeit wird noch schnellere und bessere Drucker bringen. Im Augenblick befinden wir uns noch in der Tintenstrahldruckerepoche. Keine Frage, früher waren Tintenstrahldrucker der Hit. Heute sind diese Geräte der Hit. Aber es kommt noch besser….

  8. Also bevor man den Felix nimmt würd ich stark zum MendelMax raten, echt ein solider Drucker und sehr wenig Teile :)

5 Pingbacks

  1. [...] 3D-Drucker Solidoodle: Barbie-Puppe, Schmuck, Piratenschiff, Lego-Steine, Auto-Ersatzteile – in Heimarbeit am 3D-Drucker erstellt. Das wird zunehmend erschwinglicher. Der ehemalige MakerBot-Manager Samuel Cervantes bringt jetzt mit Solidoodle einen  3D-Drucker ab 499 US-Dollar auf den Markt.  [...]

  2. [...] der ehemalige MakerBot-Manager Samuel Cervantes mit Solidoodle einen  3D-Drucker ab 499 US-Dollar auf den Markt brachte, fiel eine erste Preisschwelle. Plötzlich schienen 3D-Drucker für den Hausgebrauch [...]

  3. [...] nicht erschwinglich. Mittlerweile finden sich in ihrer Funktionalität begrenzte 3D-Drucker bereits für rund 400 Euro auf dem Markt. Wenn sich jeder Mensch eines Tages beliebige Gegenstände anhand vorgegebener Daten und [...]

  4. [...] 3D-Drucker wie der Solidoodle haben den zweckmäßigen Charme eines Laborgeräts. Zugleich erinnert es an die Anfänge der [...]

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