Plantronics Voyager Pro UC V2 im Test:
Die Sekretärin im Ohr

Das Bluetooth-Headset Plantronics Voyager Pro UC (V2) ist die ideale Ergänzung für die Smartphone-Kommunikation unterwegs und an wechselnden PC-Arbeitsplätzen.

Plantronics Voyager Pro UC - darüber das Voyager Pro HD (Bild: kaz)

Plantronics Voyager Pro UC - darüber das Voyager Pro HD (Bild: kaz)

Wer kennt das nicht: links die Einkaufstüte, rechts der Bierkasten und in der Hosentasche das klingelnde Telefon… Gut gewappnet ist, wer ein Bluetooth-Headset im Ohr stecken hat. Mein Bluetooth-Vergleichstest bietet eine große Auswahl an möglichen Kandidaten. Wer jedoch auch noch Skype am PC oder gar Unified Communications damit nutzen will, der wird beim Voyager Pro UC (V2) für relativ kleines Geld fündig.

Plantronics Voyager Pro UC V2
Plantronics Voyager Pro UC - Die beiden Unterscheiden sich nur durch die Farbgebung (Bild: kaz)Plantronics Voyager Pro UC - Die beiden Unterscheiden sich nur durch die Farbgebung (Bild: kaz)Plantronics Voyager Pro UC - Tasche und USB-Dongle sind gleich dabei (Bild: kaz)Plantronics Voyager Pro UC - darüber das Voyager Pro HD (Bild: kaz)

Design

Im Gegensatz zum hauseigenen Headset Plantronics Savi 440 ist das Voyager Pro UC (V2) weitaus kleiner, portabler und billiger. Schon für 70 Euro gibt es das Headset mit Bluetooth-Dongle und Tragetasche für den Gürtel.

Es funktioniert genauso wie man es von einem handelsüblichen Bluetooth-Headset erwartet: Zwei Lautstärketasten, eine Hörertaste und der wichtige Einschalter zieren das Äußere dieses silbrig-schwarzen Alleskönners. Im Prinzip sieht das Voyager Pro UC aus wie ein Voyager Pro HD – nur billiger. Das macht Sinn, es kostet ja auch rund das Doppelte… Der billige Eindruck des Pro UC kommt durch das glänzende Plastik zustande, das Finger- und Fettabdrücke liebend gerne aufnimmt. Beim Pro HD dagegen war es mattes schwarz mit einer leicht glitzernden Mischung, was meiner Meinung nach sehr edel wirkt.

Geht es jedoch um Aufbau und Bedienung, so gibt es fast keine Änderung zum baugleichen Voyager Pro HD, weshalb auf meinen vorherigen Test verwiesen sei, inklusive der Vor- und Nachteile.

Unified Communications

Plantronics Voyager Pro UC - Tasche und USB-Dongle sind gleich dabei (Bild: kaz)

Plantronics Voyager Pro UC - Tasche und USB-Dongle sind gleich dabei (Bild: kaz)

Das Voyager Pro UC unterscheidet sich jedoch in Software, Ausstattung und Reichweite. Sobald man den USB-Dongle einstöpselt, kann über das Headset gechattet werden, sowohl Linux, als auch Mac OS und Windows erkennen das Paar als Headset. Bemängelte ich zuvor beim Pro HD noch eine schwache Reichweite, so scheint Plantronics hier einen anderen Bluetooth-Chip verbaut zu haben. Das erscheint recht merkwürdig, wieso sollte sich ein Hersteller den Mehraufwand machen, zwei verschiedene Chipsätze zu verbauen? Bei kurzer Recherche stelle ich fest: gleicher Chipsatz, gleiche Reichweite. Das Pro HD braucht nur eine neue Firmware-Version, die seit ein paar Wochen erhältlich ist. Und so freue ich mich über die neugewonnene Freiheit, denn nun spaziere ich auch ein Stockwerk tiefer ohne Verbindungsabbrüche. Die phänomenale Reichweite des Jabra Pro 930 erreicht es jedoch nicht, dafür fehlt ihm einfach die Power.

Plantronics Voyager Pro UC - Die beiden Unterscheiden sich nur durch die Farbgebung (Bild: kaz)

Plantronics Voyager Pro UC - Die beiden Unterscheiden sich nur durch die Farbgebung (Bild: kaz)

Reichweite benötigt man jedoch nur, wenn man den PC für Musik oder Skype missbraucht. In diesem Zusammenhang spielt das “UC” im Namen seine Stärken aus: Über die Smart-Sensoren – die registrieren, ob das Headset aufgesetzt ist oder nicht – wechselt die Plantronics-Software den Chatstatus von “Verfügbar” auf “Beschäftigt” oder auch umgekehrt. In den Einstellungen lässt sich auch festlegen, ob ein Gespräch automatisch angenommen oder begonnen werden soll, wenn man das Headset trägt.

Das ergibt eine sehr alltagstaugliche Lösung: das Headset liegt auf dem Tisch und ist sowohl mit dem Smartphone, als auch dem PC verbunden. Es markiert mich in Skype als “Verfügbar”. Nun klingelt das Smartphone, ich setze das Headset auf und automatisch beantworte ich das Telefonat, während ich gleichzeitig in Skype als “Beschäftigt” mit dem Status: “In a Call” angezeigt werde. Später chatte ich mit einem Skypekontakt, setze das Headset auf und schwuppdiwupp ruft Skype den momentanen Chatpartner an. Ohne Untertreibung ist das eine wirkliche geniale Funktion!

Fazit

Das Plantronics Voyager Pro UC (V2) ist ein sehr schönes Headset mit überragender Sprachqualität. Sechs Stunden Akkulaufzeit, Bedienung für den MP3-Player und endlich eine Reichweite, bei der “weit” auch wörtlich zu nehmen ist. Das alles steht auf der Plus-Seite.

Noch immer krankt es hingegen an der Windabschirmung: trotz Gore-Membran und Metallgitter sorgt selbst das laueste Lüftchen für hörbare Geräusche am anderen Ende. Das wiegt der hohe Komfort im Umgang mit Skype, Smartphone und Musik wieder auf. Zwar halte ich noch immer das “Jabra Supreme” für das beste auf dem Markt, aber nur wegen der guten Outdoorqualitäten (Windabschirmung und Antischall). In allen anderen Punkten zieht das Voyager Pro UC (V2) davon.

Der Aufpreis von 20 Euro mehr (Pro HD 50 Euro) für das Plantronics Voyager Pro UC (V2) (Affiliate-Link) lohnt sich. 70 Euro sind eine Menge Geld für ein Headset, vor allem weil schon für 30 Euro sehr brauchbare Alternativen zu finden sind. Doch für ein UC-Headset gibt man schnell das Doppelte aus – da lohnt sich die Überlegung durchaus.

 

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5 Kommentare

  1. Habe die Vorgänger Generation, also das Pro+. Läuft inzwischen, nachdem Apple die Probleme mit dem Bluetooth-Manager behoben hat sehr gut.

    Die Investition lohnt sich aus meiner Sicht tatsächlich. Kann jetzt nicht für das UC sprechen, aber die Serie macht sich insgesamt sehr gut im Büroalltag. Mobil wie auch stationär.

  2. Den Satz verstehe ich nicht: ” Im Prinzip sieht das Voyager Pro UC aus wie ein Voyager Pro HD – nur billiger” denn das HD ist viel billiger, z.b bei Amazon als das pro UC…

    • Wie auf den Fotos zu sehen, wirkt das UC durch das blanke, polierte Plastik billiger, weil es auch sofort Fingerabdrücke deutliche zeigt. Das matte, anthrazit, glitzernde Voyager Pro HD hingegen wirkt edel und souverän. Ist ne reine Frage des Geschmacks und des Aussehens. Technisch sind beide fast gleich. Und was die Verarbeitung angeht, gibt es keinen Unterschied.

  3. Funktioniert das Voyager UC eigentlich auch ohne den blöden Dongle, kann man ihn beim Mac auch direkt einbinden?

    • Klar, solange die Quelle mit A2DP oder dem HFP- / HSP-Profil umgehen kann, kein Thema. Der Clou ist aber, dass man den Dongle halt überall einstecken kann und die Geräte sofort gepaired sind – an jedem PC.

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  1. [...] Voyager Pro UC (Foto: Kai Zantke)Das Plantronics Voyager Pro UC hatte seinen ersten Auftritt bereits in einem Test und wir erinnern uns an seine Achillesferse: [...]

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