Apple iPad (3. Generation) im Test (1):
Einen Schritt voraus?

Das neue iPad präsentiert sich als leistungsfähiges und ausgereiftes Gerät, das sogar vergleichsweise günstig ist. Doch was leistet Apples neuestes Tablet wirklich? Wir benutzen ein iPad 3 über einen längeren Zeitraum und berichten dann regelmäßig davon – hier meine ersten Eindrücke.


Apple iPad, neue Generation (Quelle: thj)

Apple iPad, neue Generation (Quelle: thj)

Die Fanfaren sind verklungen, die Fakten liegen auf dem Tisch – jetzt muss das iPad 3 beweisen, “wo der Frosch die Locken hat”. Wir haben ein Gerät im Test und benutzen es bei Arbeit, Sport und Spiel. Dabei interessiert uns: Reicht ein besseres Display als Argument für das iPad aus? Welche offensichtlichen und versteckten Eigenschaften bietet das iPad 3, die eine Empfehlung rechtfertigen? Und wo muss man sagen: lieber noch warten?

Stichwort Grafik: Eine fast 3 Megapixel hohe Display-Auflösung ist für einen Einstiegspreis von unter 500 Euro verlockend. So verbreitet das Gerät einen echten Augenschmaus, denn bei knapp 10 Zoll Bildschirm-Diagonale sind ohne optische Hilfsmittel natürlich keine Treppen sichtbar. Diese Eigenschaft des neuen iPad wird von anderen vergleichbaren Geräten nicht erreicht, nicht einmal von Desktop- oder Notebook-PCs.

Apple iPad (3. Generation)
Apple iPad 3Apple iPad 3 HDMI-AdapterApple iPad 3Apple iPad 3
Apple iPad 3Apple iPad 3Apple iPad 3

Und dieses Display ist nicht nur ein Hingucker, sondern hat auch praktischen Nutzen: Das Anschauen von Filmen und Bildern, die Bearbeitung von Fotos, alles profitiert enorm von der guten Anzeige. Wer auf einem Tablet mit Bildern arbeiten will und für iOS die passenden Werkzeuge kennt und benutzt, für den ist das Gerät also durchaus zu empfehlen.

Die Icons, die Benutzeroberfläche – alles wirkt wie auf Folie gedruckt und aufs Gerät laminiert. App-Hersteller sind im Augenblick dabei, ihre Anwendungen den neuen Gegebenheiten anzupassen. Bis dahin muss man sich damit abfinden, dass man es einigen ansieht. So wirken beispielsweise die Buchstaben der Kölner-Stadtanzeiger-App etwas unscharf oder versetzt. Damit kann man aber leben, bedenkt man die knackescharfen Zeitungsbilder.

Schnell, aber nicht atemberaubend

Das iPad hat einen “A5X” als Prozessor. Der stemmt die üblichen Apps so schnell, dass man verzögerungsfrei mit dem iPad arbeiten kann. Im Augenblick habe ich keine App gefunden, die auf dem Chip nicht flüssig agiert. Das ging mir aber beim iPad 2 (eines Bekannten, das ich kurz zum Vergleich auslieh) nicht anders…

Vielleicht liegt das aber daran, dass ich die “großen Programme” wie Photoshop oder iPhoto bzw. GarageBand noch nicht installiert habe. Stichwort installiert: Dass wesentliche Software wie der Wecker oder ein Rechner nicht von vorneherein vorhanden sind, finde ich arm.

Genauso, dass die Funkverbindung hierzulande nicht 4G-fähig ist (wie ja schon hinreichend bekannt). Da das iPad nicht einfach durch ein passendes LTE-Modul auf unsere Verhältnisse umgestellt werden kann, wird die Nutzung des schnellen Netzes in diesem unserem Lande ausfallen, oder man verwendet ein separates LTE-Modem, das via WLAN an das iPad gekoppelt wird. Auf der Habenseite steht die schnellere UMTS-Variante mit 14.400 Megabit pro Sekunde – wie gut das ist, werden wir in den nächsten Wochen ausprobieren.

Sara statt Siri?

Spracherkennung im iPad 3 läuft offensichtlich über die Siri-Server

Spracherkennung im iPad 3 läuft offensichtlich über die Siri-Server

Viele Anwender haben darauf gewartet, dass es Siri auch im iPad 3 gibt. Doch die intelligente Dame aus dem iPhone 4S fand nicht den Weg in die jüngste iPad-Generation. Statt dessen schickt sie ihre kleinere Schwester Sara (ich nenne die hier einfach mal so): Bei Eingaben kann man auf einen Knopf mit Mikrofon neben der virtuellen Leertaste drücken und den Text aufsprechen – Sara schickt ihn dann wie Siri zu den Servern nach Cupertino und wandelt ihn um. Das funktioniert übrigens genauso schnell und gut wie beim iPhone 4.

Das Gute daran: Sara kann auch Satzzeichen erkennen. Wer nichts dabei findet, kann seine Texte also in das iPad diktieren, statt sich eine extra Tastatur zu kaufen. Fragen, z. B. nach dem Wetter oder der Formel für den Weltfrieden, nimmt das kleine Gör jedoch nicht entgegen (vielleicht bringt Mama Apple ihr das ja noch im nächsten Update des iOS bei).

Fazit

Wie schon beim iPhone 4S sind die Unterschiede zum Vorgänger nicht riesig, sondern fein. Wer noch kein iPad besitzt, der sollte die 80 Euro drauflegen, die es gegenüber dem noch erhältlichen iPad 2 teurer ist. Auf der anderen Seite sind die höhere Auflösung und Spracherkennung kein Grund, das alte iPad zum alten Eisen zu schicken, denn so viel rennt das neue diesem nicht davon.

Das neue iPad ist ab 479 Euro im Apple-Shop und beim Händler deines Vertrauens erhältlich. Ein Tipp noch am Schluss: Wenn du noch Zubehör für ältere iPads besitzt, probiere es erst aus, ob es noch funktioniert. Es wurde schon vermeldet, dass die bisherigen Klappdeckel nicht halten, und für den HDMI-Adapter hat Apple einen neuen konstruiert, der die iPad-3-Auflösung auf das geringere Full-HD herunterskaliert.

Das war der erste Eindruck, weitere werden in loser Reihe folgen. Beim nächsten Mal lassen wir die ersten Apps auf das neue Tablet los und kümmern uns um die vielen Zubehörteile und was es sonst noch gibt – zum Beispiel, um mit dem Gerät fernzusehen. Ein separater Beitrag wird erläutern, wie sich das iPad am besten in eine Schreibmaschine verwandelt und einiges mehr!

 

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4 Kommentare

  1. 14.400 Megabit pro Sekunde ???
    Wohl eher nicht.

  2. Wieso nicht ? Hat mein Faxmodem aus 92 auch !!!

  3. 14,4 Gigabit je Sekunde ???

Ein Pingback

  1. [...] ist und bisher das jeweils neueste iPad-Modell die Maßstäbe setzt, an denen alle anderen Geräte gemessen werden. Noch bestimmt Apple nicht nur, was ein Tablet-Rechner heutzutage können muss, sondern [...]

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