Genius Pen Mouse:
Stift-Maus im Praxistest

Ein Maus-Ersatz in Stiftform soll ergonomischer sein und auch bei längerer Nutzung nicht zum Maus-Arm-Syndrom führen. Ich habe für euch die «Pen Mouse» in der Praxis ausprobiert. Warum sie mich nicht wirklich überzeugt hat, lest ihr hier.


Die Pen Mouse im Grössenvergeich. (Bild: gar)

Die Pen Mouse im Grössenvergeich. (Bild: gar)

Eine ergonomische Alternative zur klassischen Maus? Nach der Kurzvorstellung der «Penclic»-Maus hat mich die Neugier gepackt, wie gut oder schlecht alternative Eingabegeräte funktionieren und ob der angepriesene ergonomische Vorteil wirklich gegeben ist.

Der Anbieter «Genius» hat mir entsprechende Testgeräte zur Verfügung gestellt. Zuerst habe ich mir die «Pen Mouse» angesehen. Das Gerät wird beispielsweise bei Amazon angeboten (Affiliate-Link) und kostet zwischen EUR 22 und 30. In dieser Preisklasse und darunter gibt es zahlreiche konventionelle Mäuse – auch drahtlose wie die Pen Mouse.

Auf Grund der Stiftform fühlen sich viele User an Grafiktabletts erinnert. Die sind erstens teurer und zweitens für andere Anwendungen gedacht. Die Pen Mouse ist trotz der Stiftform kein Zeichengerät, sondern tatsächlich ein Eingabegerät, das die Mausfunktion übernimmt.

Pen Mouse
PenMouse Verpackungsvorderseite (Foto: gar)PenMouse Verpackungsrückseite (Foto: gar)PenMouse Größenvergleich (Foto: gar)PenMouse Größenvergleich (Foto: gar)
Pen Mouse

Ergonomisch nicht perfekt

In den Daten und auf der Verpackung ist angegeben, dass die Pen Mouse nicht mit Mac OS X läuft. Im Test und auf Nachfrage zeigte sich aber, dass sie durchaus mit dem Standard-Maustreiber funktioniert. Allerdings lassen sich Neigungswinkel und Tastenbelegung am Mac leider nicht ändern.

Die Funktion der linken Maustaste wird durch das Herunterdrücken der Stiftspitze ersetzt. Die beiden Tasten oberhalb der Stiftspitze entsprechen der rechten Maustaste (untere Taste) und dem Scrollrad (obere Taste). Beim Betrieb am Mac hat das Scrollen nicht funktioniert, die «linke» und «rechte» Maustaste hingegen ohne Probleme. Was nicht geht, ist ein Doppelklick. Dabei gibt es Krampfgefahr in der Hand – also ergonomisch eher kein Gewinn.

Auch sonst fällt die Pen Mouse in Sachen Ergonomie leider durch: Da sie ohne Halterung konstruiert ist, hat man keine andere Wahl, als sie auf dem Tisch abzulegen. Den Stift dann wieder aufzuheben und in der Hand richtig in Position zu bringen, kostet Zeit. Der Schwenk hinüber zur Maus scheint mir da natürlicher und schneller. Beim Testen ist daher sofort klar geworden, warum das Penclic-Design diese seltsame «Knolle» am unteren Ende aufweist: Das ist die eingebaute Halterung, die fest mit der Penclic-Maus verbunden ist.

Zwar funktioniert die Pen Mouse auch mit dem Mac, Einstellungen können aber nur Windows-Nutzer vornehmen. (Bild: gar)

Zwar funktioniert die Pen Mouse auch mit dem Mac, Einstellungen können aber nur Windows-Nutzer vornehmen. (Bild: gar)

Legt man die Pen Mouse auf den Tisch, flackert der optische Sensor nervig und blendend hell vor sich hin, bis das Gerät in Standby geht. Um Standby wieder aufzuheben, braucht die Pen Mouse wiederum zu lange, wenn man die unmittelbare Reaktion einer Maus (übrigens auch drahtlos) gewöhnt ist. Weiterhin fällt auf, dass es keinen Ausschalter gibt. Irgendwie ist es ein komisches Gefühl, die Maus nicht abschalten zu können, auch um dem fiesen roten Flackern des optischen Sensors ein Ende zu bereiten. Immerhin: Es liegt eine praktische kleine Tasche für unterwegs bei – ebenso wie ein Mini-Mauspad in grau.

Fazit zur Pen Mouse

Für meine Hände ist die Pen Mouse unhandlich, weil sie am unteren Ende relativ dick ist. Die Tastenbedienung erfordert so eine gewisse Fingerakrobatik – meine Vermutung ist, dass ich bei längerer Verwendung eher ein Maus-Arm-Syndrom entwickeln würde als mit meiner herkömmlichen Maus.

Für wen ist die Pen Mouse geeignet? Ich könnte mir vorstellen, dass die Stiftform bei Senioren gar nicht schlecht ankommt. Wer sich wie ich gelegentlich um die IT-Infrastruktur von Eltern und Älteren kümmert, hat bestimmt schon beobachten können, dass Senioren oftmals etwas langsamer am Computer agieren. Das hängt natürlich vom Alter und von der Übung ab. Für die Ur-Oma, die mit dem Enkel im USA-Schüleraustausch in Verbindung bleiben möchte, könnte die Pen Mouse eine Erleichterung sein.

Weitere Informationen hier auf der Produktseite zur Pen Mouse.

 

Gabriele Remmers

Gabriele Remmers schreibt gelegentlich als freie Autorin bei neuerdings.com. Sie interessiert sich für Fotografie, aber auch sonst für alles, was irgendwie “klick” bei ihr macht.

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2 Kommentare

  1. Habe gerade mit grossem Interesse Deinen Artikel über die Pen-Maus gelesen. Ich finde den Gedanken dahinter eigentlich recht cool, speziell zur Nutzung bei einem Net- oder Notebook. Ich persönlich arbeite nur ungern mit dem Touchfeld und für eine Maus hat man meist zu wenig Platz (im Zug, im Bus, etc). Da würde sich eine Stiftförmige Maus anbieten.

  2. Ich gehe davon aus, dass sich auch die Pen Maus mit dem Shareware Treiber “USB Overdrive” auf Mac OS X vollständig konfigurieren liesse (Tastenbelegung). Interessantes Teil, wie Lars schon sagte.

2 Pingbacks

  1. [...] Presenter im Gebrauch (Foto: gar)Vor Kurzem hatte ich schon die “Pen Mouse” im Test, eine Maus-Alternative in Stiftform. Das Gerät konnte ergonomisch nicht überzeugen. Heute geht es [...]

  2. [...] irgendwas in Richtung Grafik-Stift verspricht, der wird bei der Penclic Maus wie auch bei der Genius Pen Mouse enttäuscht. Es ist kein Ersatz für ein Zeichengerät oder Grafiktablett. Auch das Penclic Gerät [...]

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