Motorola Razr XT910 im Test (2/2):
Ganz nah ran mit der Kamera

Nach einem beeindruckenden Auftreten, muss das Motorola Razr XT910 nun auch innere Stärke beweisen. Können Klang und Kamera überzeugen?


Motorola Razr XT910 - Ein wirklich klasse Smartphone (Bild: kaz)

Motorola Razr XT910 - Ein wirklich klasse Smartphone (Bild: kaz)

Der erste Testteil beschäftigte sich doch hauptsächlich mit Äusserlichkeiten. Keine Frage, das Razr ist derzeit eines der attraktivsten Smartphones, doch wie immer zählen auch die inneren Werte. Und auch in dieser Hinsicht hat der Flachmann erstaunlich viel zu bieten. Folgende Fragen drängen sich bei einem so kompakten Gehäuse auf: War da noch genug Platz für eine ausreichend grosse Batterie? Wie viel Augenmerk hat man auf die Kamera gelegt? Und wie schlägt sich das riesige Display im täglichen Gebrauch? Fragen, die wir im zweiten Teil des Praxistests beantworten werden.

Fotos

Hätte Motorola konsequent die flache Bauweise beibehalten, würde das Urteil über die Kamera wohl anders ausfallen (Stichwort: «EDOF» wie bei Nokia oder RIM). Aber Motorola hat sich nicht lumpen lassen und so darf eine Kamera mit 8 MP und Autofokus ihren Teil zum beachtlichen Gesamtpaket beitragen. Wie von einem Smartphone nicht anders zu erwarten, sind die Bilder zwar nicht mit einer Kompaktkamera zu vergleichen, können aber durchaus überzeugen.

Motorola Razr XT910 - Verkleinerter Ausschnitt, guter Abgleich, schöne Farben aber leicht unscharf (Bild: kaz)

Motorola Razr XT910 - Verkleinerter Ausschnitt, guter Abgleich, schöne Farben aber leicht unscharf (Bild: kaz)

Die Farben werden leicht überzeichnet, zeigen aber einen exzellenten Weissabgleich. Die Detailauflösung dagegen leidet unter der Grobkörnigkeit und dem Entrauschungsfilter. Im Praxistest zeigte die Kamera Schwächen: Der Autofokus brauchte knapp eine Sekunde bis das Sujet scharfgestellt war und meist wurde das Bild unterbelichtet. Hier rächt sich der Verzicht auf einen eigenen Kameradrücker. Zwar kann das Bild auch mit dem Finger fokussiert werden, doch vertippt man sich mal, so muss man erst abwarten, bis der angestossene Fokussierung abgeschlossen ist.

Die mittig placierten Lautstärketasten erlauben die Aktivierung des Zooms, liegen aber zu weit vom Zeigefinger entfernt, genauso umständlich ist der Auslöseknopf auf dem Bildschirm zu erreichen. Die Qualität der Bilder ist trotz dieser Mängel im oberen Feld anzusiedeln und braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Macht euch ein eigenes Bild und seht Euch die Beispiele in der Galerie an.

Videos

Der gute Eindruck setzt sich bei der FullHD-Aufnahme (1080p) weiter. Die Kamera kann ungefähr bis auf 10 cm nah ans Sujet heran und nimmt beachtliche Videos auf. Leider ist der Blickwinkel sowohl bei der Foto- als auch Videoaufnahme enorm eng. Es grenzt schon fast an Tunnelblick, wie eng der Aufnahmebereich ausfällt: Bei zwei Metern Entfernung, passen nur circa 2,5 m in der Breite aufs Bild, das ist sehr mager, trumpft aber bei Nahaufnahmen enorm auf.

Etwas störend ist die Fokussierung bei Start der Aufnahme, selbst wenn das Sujet bei Beginn fokussiert war. Im Gegensatz zu Fotos, werden Videos eher über- statt unterbelichtet. Sehr störend ist der fehlende Flimmerfilter, so dass bei künstlicher Beleuchtung ständig schwarze Streifen über den Bildschirm wabern, das sollte unbedingt in einem Firmware-Update behoben werden! Die Schildkröten hatten eine mässige Ausleuchtung und die Kamera musste mit einem fast völlig grün wirkenden Terrarium zurechtkommen, während die Echse relativ rotstichig ausgeleuchtet war. In beiden Fällen sind erstaunlich gute Videos zustande gekommen.

Audioqualitäten und Akku

Oft genug enttäuschen Smartphones bei Standardfunktionen, wie der Telefon- oder Musikqualität. Das Motorola macht hier eine willkommene Ausnahme und trällert klar Musik aller Couleur. Insgesamt zeigt sich ein ausgewogenes Klangbild, das durchaus für anspruchsvolle Ohren geeignet ist. Dabei unterhält der Musikplayer gleich noch mit: Über die Infotafel werden zum aktuellen Künstler Lebenslauf, kommende Konzerte oder auch Videos geladen, eine ziemlich coole Sache.

Nebenbei sollte man mit dem Razr auch telefonieren können und auch hier gibt es sich keine Blösse. Eine starke Vibration und lautes Klingeln künden selbst in lauten Umgebungen erfolgreich den Anfang eines Gesprächs an, das dank eines zweiten Mikrofons auch durch Umgebungsgeräusche nicht allzu sehr eingeschränkt wird.

Sehr neugierig war ich auf die Akkulaufzeit. In so einem grossen aber flachen Gerät ist nicht viel Platz für Energiespeicher. Es ist wohl ein gemeinsamer Verdienst aus «Smart Actions», dem PenTile-Matrix-Amoled und dem 1780 mAh fassenden Akku, denn das XT910 überlebt einen ganzen Arbeitstag bevor es wieder nach der Steckdose lechzt.

Fazit

Motorola zeigt mit dem Razr XT910, wie ein gutes Smartphone zu sein hat: Dünn, schnell, ausdauernd und modisch. Bis auf den fehlenden Kameraknopf und das bei naher Betrachtung «löchrig-wirkende» PenTile-Display, gibt es am Motorola nichts auszusetzen. Im Gegenteil, als positiv gilt noch die Dockingstation mit USB-Anschluss für Festplatten und ähnliches zu nennen und eine Netbook ähnliche Station, in die das Smartphone eingelegt wird. Zum Preis von rund EUR 430 ist das XT910 eine gute Investition.

 

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