Motorola Gleam+ :
Es muss nicht immer «smart» im Phone sein

Wer mit seinem Handy hauptsächlich Emails checken sowie telefonieren will, auf den ganzen smarten Schnickschnack aber verzichten kann, findet womöglich im Motorola Gleam+ einen treuen Begleiter.


Der grosse Ansturm gilt den Smartphones. Vollgepackt mit nützlichen und auch vielen unnützen Funktionen kämpfen die mit riesigen 4-Zoll-Displays bestückten Kleincomputer um die Gunst der Käuferscharen. Das schiere Tempo, mit der sich die Boliden entwickeln, zeitigt einen medialen Tunnelblick, ausserhalb dessen alles verschwimmt. Denn es gibt auch noch andere Geräte: Die Featurephones. Eines dieser «hinterwäldlerischen Handys» ist das Motorola Gleam+. Ein schlichtes Klapphandy für wenig Geld.

Seit dem Aufkommen von Tablets stellt sich klar die Frage, wieso man nun zwei Geräte mit sich herum schleppen sollte. Warum ein riesiges Smartphone in der Tasche tragen, wenn man den gleichen Inhalt bequem auf dem Tablet ansehen kann? Unter diesem Motto agiert das Gleam+. Es zeigt Emails auf einem 400 x 240 px auflösenden 2,8-Zoll-Display an und beherrscht die Kunst des Schneckentempos: Daten werden per GPRS verschickt!

So gibt das Handy den Startschuss zum «Tabletkruschteln», wenn wieder eine neue Email eingetroffen ist. Zur bescheidenen Datenübertragungsrate passt, dass das Gleam+ nur im GSM-900- und GSM-1800-Band funkt. Wem bei so viel Schneckentempo langweilig wird, bietet das Handy einen integrierten MP3-Player oder Radio. Über die zwei Megapixel-Kamera und deren 12fps-Videoaufnahme lohnt sich nicht zu berichten.

Trotz der sparsamen Ausstattung erreicht der Akku nur eine Gesprächszeit von 4,5 h, die Standbyzeit reiht sich mit «417 Stunden und 26 Minuten» ebenfalls bei den Smartphones ein – erstaunlich wie akribisch Motorola das nachgemessen hat. Die tatsächlichen Laufzeiten variieren wie immer, deshalb werde ich mir diesen Schönling in die Redaktion holen und mal auf Herz und Nieren prüfen. Wer weiss, vielleicht werde ich positiv überrascht. Und für eine reine Emailbenachrichtigungsmaschine mit Telefon sind EUR 100 auch nicht überzogen.

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