Zirko-Kontroll im Test:
Stromsparend Heisswasser

Zentralheizungen erzeugen oft auch das Warmwasser für ein ganzes Haus mit. Die Umlaufpumpen, die dafür sorgen, dass dieses auch ohne minutenlange Wartezeiten an den Entnahmestellen ankommt, saugen teils 100 Watt und mehr konstant aus dem Netz. Eine intelligente Steuerung kann Energie und Geld sparen. Rentiert sie sich auch?

Zirko-Kontroll (Bild: wor)

Zirko-Kontroll (Bild: wor)

Während in Bürogebäuden oft kleine Boiler in den WCs und Küchen montiert sind, sind Duschen und Badewannen in Wohngebäuden auf diese Art nicht versorgbar. Stattdessen sind entweder starke Gas-Durchlauferhitzer oder zentrale, grosse Boiler üblich, die von der Zentralheizung mitbedient werden, welche deshalb in diesem Fall auch im Sommer in Betrieb bleiben muss.

Von alleine kommt das heisse Wasser allerdings nicht vom Boiler zum Hahn: Es benötigt nach dem Aufdrehen des Heisswasserhahns schon einmal einige Minuten, bis erst einmal der erkaltete Leitungsinhalt abgelaufen ist. Das ist weder komfortabel noch umweltfreundlich. Eine Zirkulationspumpe sorgt daher üblicherweise dafür, das Heisswasser in Umlauf ist, um so die Leitungen bei Temperatur zu halten.

Moderne Heizungsanlagen besitzen für die Warmwasserverteilung aus diesen Boilern eine eigene Zirkulationspumpensteuerung, die nur dann das Wasser einmal durch die Leitungen spült, wenn die Temperatur in diesen deutlich abgesunken ist.

Bis vor wenigen Jahren war es dagegen üblich, die Pumpe einfach an einer freien Steckdose anzustöpseln und durchlaufen zu lassen. Das treibt die Stromkosten leicht um EUR 200,00 im Jahr nach oben.

Es hilft, eine Zeitschaltuhr vorzuschalten, die nur alle Stunden für 15 Minuten einschaltet und nachts den Stromfluss dauerhaft unterbricht. Doch dann gibt es nachts nur kaltes Wasser, bis der Kreislauf neu gefüllt ist. Andererseits ist das Einschalten der Pumpe überflüssig, wenn ohnehin gerade eine Badewanne gefüllt wird – die Zirkulationspumpe wird nur im Leerlauf der Anlage benötigt.

Mit zwei Temperatursensoren misst die für knapp EUR 65,00 bis etwas über EUR 90,00 bei den einschlägigen Elektronikhändlern erhältliche «Zirko-Kontroll» (Affiliate-Link) von IVT-Technik die Temperaturdifferenz zwischen Zu- und Ablauf des Warmwasserkessels und schaltet die Pumpe dann ein, wenn der Kreislauf nicht durchweg warm ist. Dabei lassen sich drei «Spargrade» einstellen: «Öko» mit maximal eineinhalb Betriebsstunden am Tag, «Standard» mit einem mittleren Wert und «Komfort» mit maximal 4,8 Betriebsstunden am Tag. Selbst in letzterem Fall reduziert sich der Stromverbrauch also erheblich. Der Eigenverbrauch des Geräts liegt bei nur einem Watt nach Herstellerangabe.

Im Praxistest war die Montage der Sensoren kein Problem, lediglich die Kabel waren etwas zu kurz, weil die Pumpensteckdose zu weit entfernt vom Warmwasserkessel montiert ist. Ist alles montiert und der gewünschten Modus eingestellt, kann man der Gerät getrost vergessen – es amortisiert sich in der Regel innerhalb eines Jahres. Die Garantie beträgt zwei Jahre. Das finanzielle Risiko der Investition ist also tragbar und das Ergebnis warmes Wasser ohne Warten und Stromverschwendung.

Die «Zirko-Kontroll» (Affiliate-Link) ist bei Amazon für EUR 79,95 zu haben.

 

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8 Kommentare

  1. Ist man da nicht besser dran statt einer Steuerung lieber eine der modernen 5 Watt Pumpen einzubauen? Unsere braucht 5Watt, hat unter 100 € gekostet und steckt noch in einer billigen Zeitschaltuhr so das diese nachts auch noch aus ist.

    Ein Nachrüsten von einem Steuergerät zu einer alten Pumpe macht nicht wirklich Sinn. Lieber die Pumpe tauschen und eine einfache Zeitschaltuhr dazwischen

    • Tja, wir haben auch eine recht neue Pumpe, ein Jahr alt, weil die davor beliebte, zu krepieren. Die hat lt. Aufdruck 38 Watt, nachgemessen 33. Nur 5 Watt – geht das für mehrstöckige Gebäude?

      Den Hinweis mit der Zeitschaltuhr gab der Heizungsinstallateur selbst. Hat aber eben den Nachteil, daß es dann nachts kaltes Wasser gibt…wenn man da mal raus muß und die Hände dann nicht auf die österreichische Art wäscht, ist man entweder selbst wach (weil kalt) oder die anderen (vom Wasserlaufenlassen). So läuft die Pumpe nur, wenn eine Temperaturdifferenz besteht, also unter Umständen tagsüber gar nicht, wenn imemr wieder Wasser entnommen wird.

      Eigenverbrauch des Geräts mit abgeschalteter Pumpe ist übrigens 1,6 Watt (wenn ich eh’ schon am Nachmessen war…)

  2. Wieso muss denn den ganzen Tag Warmwasser anstehen. Für mich nur morgens und abends wichtig. ZUm Händewaschen muss es nicht unbedingt sein.
    Bei uns wird auch nur morgens und abends Warmwasser erzeugt.
    Wir haben in den Bädern Schalter, die die Zirkulation für etwa 5 Minuten einschaltet. das reicht. Morgens beim Gang ins Bad Schalter drücken. Nach der “Morgentoilette” ist das Wasser warm.
    Abends Schalter drücken, ausziehen, Dusche warm.
    Für die, die keine Möglichkeit haben ein Kabel zu legen, gibt es einen Warmwassersensor, der direkt hinter den Speicher gesetzt wird.
    Öffnet man den Hahn kurz, erwärmt sich das Rohr hinter dem Speicher, der Sensor schaltet und die umpe läuft los.

  3. Ich habe nochmal nachgeschaut. Unsere Pumpe hat einen Verbrauch von 4,5 Watt.

    Technisch kann ich leider nicht sagen wie die Dimensionierung ausschaut. Je höher, desto langsamer der Durchfluss und vmtl ab einer bestimmten Höhe gar keiner mehr. Daten sind hier: http://wilo.de/cps/rde/xb…nova__01_1009_4c.pdf

    Wir haben eine mechanische Zeitschaltuhr dran, die halbstundenweise deaktivierbar ist.
    2* nachts lasse ich die ne halbe Stunde aktiv, Hände waschen braucht ja nicht mal einen Liter.

    PS: “Eigenverbrauch” unseres Hauses (Neubau) > 200 Watt. Mit einem elektronischen Zähler geloggt und nacheinander die Stromfresser identifiziert. Die Hocheffizienzpumpen waren vorbidlich, aber der Rest….

  4. der letzte Artikel ist interessant. Der Zusammenhang zwischen Nachheizen und Umwälzpumpe wird einem dann schon klarer.

    Wobei das natürlich noch im Einzelfall unterschieden werden muss. Wer isolierte Rohre hat und auch noch Solarwarmwasserspeicher, bei dem wird sicher im Sommer nicht nachgeheizt da die Sonne den geringen Wärmeverlust schon über den Puffer ausgleicht.

  5. Leider gedeihen bei Temperaturen unter 55-60 Grad die Legionellen in den Warmwasserleitungen. In Mehrfamilienhäusern wird deshalb dauerhaft heisses Wasser durch die Leitungen gefördert um das Problem in Grenzen zu halten. Der Privatmann kann sich Legionellen züchten und selber beim Duschen inhalieren. Wenn diese Steuerung regelmäßig thermisch desinfiziert mag das funktionieren… Aber dann sind die Verluste beim ständigen raufheizen und runterkühlen eventuell höher als der Energiegewinn durch die Pumpenabschaltung. Muss jeder selber wissen ob sich das für ihn lohnt. Eine Hocheffizienzpumpe ist zwar mit ca. 300 Eur inkl. Einbau teurer, aber ich gehe davon aus, dass eine alte Pumpe auf Dauerlauf angelegt ist, also ggfs. durch das dauernde ansteuern eher defekt wird. Dann wird sowieso eine Hocheffizienzpumpe eingebaut… Also wieder nix gespart.

    • Die Legionellengefahr im Privatbereich ist eher gering, da die Speicher so klein sind, dass der Frischwassernachfluss ausreicht und Legionellengefahr verhindert werden. Legionellen brauchen Zeit sich zu vermehren.

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