Terratec Noxon DAB-Radiostick im Test (1/2):
Das neue Digitalradio am PC

Digitalradio startet neu durch – mit der Variante DAB+, welche die iPod-Musik-Kompressionstechnik AAC+ in den Digitalrundfunk überträgt. Der Noxon DAB-Stick von Terratec kostet nur knapp 20 Euro. Kann er vollwertigen DAB-Empfang bieten?

Noxon DAB-Stick verpackt (Bild: wor)

Noxon DAB-Stick verpackt (Bild: wor)

Bislang hatte das Digitalradio DAB schlechte Karten: Zu wenige Programme, zu viele Streitigkeiten zwischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkintendanten und kommerziellen Senderchefs (vergleiche zum Beispiel hier oder hier), zu teure Geräte.

Mit Letzterem ist es nun definitiv vorbei: Eigenständige DAB+-Radios sind ab EUR 50 im Handel, der am PC nutzbare DAB-Stick von Terratec schon für knapp EUR 20. Damit kann man zwar nur am Computer Digitalradio hören, doch das, ohne die Internetverbindung zu belasten. Praktisch für die, die sowieso immer am Rechner sitzen oder auf Reisen sind – und billiger als viele normalen TV-/Radio-Sticks.

Angenehm im Vergleich zu Software für andere Digitalradio-Verfahren wie DRM: Die Rechner-CPU-Belastung durch die DAB-Software hält sich in Grenzen – der Lüfter soll ja am Notebook nicht die empfangenen Programme übertönen, der Akku nicht in 15 Minuten leer sein und der Desktop nicht nur noch halb so schnell laufen, sobald man Radio hört.

Der Stick der rockt (Bilder: wor)
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schreen1.pngNoxon DAB+-Stickwr169316cr.jpgnoxon_dab-stick.jpg

Die Installation ist ebenfalls erträglich. Warum allerdings ein Werbefilmchen von «Bayern digital» abgespielt werden muss, bevor die erste Installation als abgeschlossen gilt, weiss wohl nur der Hersteller – man kann dieses Video nicht stoppen, ohne die ganze Installation abzubrechen. Danach wird ein Update aus dem Internet geladen und nochmals installiert – immerhin: diesmal ohne Filmzugabe. Die Tonqualität von DAB+ ist über jeden Zweifel erhaben – kein Rauschen und keine Verzerrungen, wenn man gute Lautsprecher verwendet oder einen Kopfhörer.

Nicht überzeugen kann der Stick bei der Empfindlichkeit des Empfängers, obwohl er mit einer eigenständigen Empfangsantenne geliefert wird. In der Wohnung war am Teststandort mit einem Sony-Notebook überhaupt kein Empfang möglich, auf einem Autodach im Freien ging mit Aussetzern gerade einmal das alte Bayern-Ensemble auf Kanal 12 D herein. Das Blaupunkt Woodstock DAB 54-Autoradio schaffte hier empfangstechnisch ausserdem das neue bundesweite Ensemble, das Münchner Ensemble, das Augsburger Ensemble, das neue Ensemble des bayrischen Rundfunks und sogar noch das Ensemble des Südwestrundfunks. Allerdings kann das Blaupunkt-Radio, das nur noch gebraucht erhältlich ist, nur die «alten» DAB-Kanäle wiedergeben, nicht die neuen DAB+-Kanäle.

Unterm Dach im Vergleich mit einem DAB+-tauglichen Pure Evoke Flow-Kofferempfänger zog der Terratec-Stick erneut den Kürzeren: Während der Pure-Empfänger nach einem Frequenzscan 47 Programme erkannte und auch wiedergeben konnte, waren es beim Noxon DAB-Stick nur 31, von denen nur die acht DAB-Programme aus dem alten Bayern-Ensemble auf Kanal 12 D tatsächlich hörbar wurden – für die neuen bundesweiten DAB+-Programme reichte auch hier die Feldstärke nicht. Ursache für die Empfangsschwäche ist laut Hersteller Terratec übrigens die beigelegte Antenne, die wohl für die UHF-Frequenzen von DVB-T (TV-Band IV und V) konstruiert ist und nicht für VHF, das alte TV-Band III, auf dem DAB ausgestrahlt wird.

Künftig soll eine andere Antenne geliefert werden. neuerdings.com hat jedoch bislang vergeblich auf diese gewartet, weshalb der Test des Sticks sich auch verzögerte. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Terratec-DAB+Stick daher leider nur zum Radiohören zuhause mit Aussenantenne geeignet – oder zum Fernsehen auf der grünen Wiese mit dem Laptop, denn angeblich soll die DVB-T-TV-Software von Terratec auch darauf laufen und dafür passt die Antenne ja. Was aber gebührentechnisch ungünstig ist: Wenn es sich um einen beruflich genutzten Laptop handelt, wird so für den DAB+Stick pro Monat fast nochmal sein Kaufpreis als Fernsehgebühr fällig. Da wäre dann doch eine zum Fernsehen ungeeignete und zum Radiohören bessere Antenne von Vorteil…

Von daher ist der Noxon-DAB-Stick momentan nur für Standorte in der Nähe der Sender zu empfehlen, beispielsweise in Städten, oder an Aussenantennen. Dann allerdings ist sein Preis unschlagbar. Neben dem Radioempfang sind je nach Senderangebot noch einige Textservices und Bildtafeln einsehbar, auf denen Verkehrswarnungen oder Wettervorhersagen eingeblendet werden sowie ein – leider animiertes – Werbebanner für andere Produkte des Herstellers. In Kürze soll es auch ein eigenständiges Web- und DAB+-Radio von Terratec geben für knapp EUR 80, das iRadio 100.

 

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4 Kommentare

  1. AAC+ ist kein “iPod”-Codec, sondern Teil des MPEG4-Standards.
    Hauptsache mal wieder Apple in nem Artikel eingebracht, wo es keinen Sinn macht.

  2. Sinn ergibt, wenn schon.

    Gruß von Apple-Fanboy zu Apple-Fanboy :-) und frohes Fest!

  3. Wo ist Kai, wenn man ihn braucht.
    Ihr verhunzt jeden Artikel mit sowas.

  4. was ist nutzloser als DAB?
    ein DAB-Stick für den PC !!

    Hallo, wenn ich am PC sitze und Radio hören will,
    dann nutze ich die magischen Kräfte
    des PC: Multitasking!!

    Ich kann Radio hören UND andere Programme nutzen –
    WAHNINN!!

2 Pingbacks

  1. [...] ins Sortiment genommen und mit dem DAB-Stick einen Preishit gelandet. Nur mit der Antenne gab es Probleme: Nachtest mit Teleskopantenne: Terratec Noxon DAB-Radiostick (Bilder: wor)Fotostrecke starten: [...]

  2. [...] Das Gerät ist für Normalsehende etwas schwieriger zu bedienen, weil es konsequent mattschwarz in mattschwarz gehalten ist – die Symbole auf den Tasten sind zu erfühlen und nur schwer zu erkennen. Die Empfangsleistungen sind gut, weit besser als bei dem in dieser Hinsicht “suboptimalen” Noxon DAB-Stick. [...]

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