Rollei SD 800P im Test (1/2):
Eine Kamera sieht rot
Die Rollei SD 800P ist eine preisgünstige Einsteigerkamera mit eingebautem Beamer. Wie gut das Paket sich schlägt, zeigt der Test.
An meinen ersten Camcorder kann ich mich noch gut erinnern: Er wurde mit einer grossen Kassette beladen, musste alle naselang an die Steckdose und der Sucher war extrem blaustichig. Zeiten ändern sich, Camcorder auch. Die Rollei SD 800P ist nicht nur kleiner, nimmt kleinere Speichermedien auf, sondern hat auch einen kleineren Preis. Grund genug für einen Test.
Optisch hat sich die Rollei nicht weit vom Original entfernt: Etwas flacher, etwas dünner, etwas kürzer – vom Einheitsbrei der vielen anderen Camcorder setzt sie sich mit ihrem biederen Aussehen nicht ab. Doch in den meisten Fällen schätzen Kunden mehr die Qualität, als die Optik an einer Videokamera. Trotzdem beginnen wir erstmal bei den äusseren Werten:
Scheue Filmer werden aufatmen, viele Knöpfe gibt es nicht. Oben befindet sich die bekannte Wippe zum Zoomen, gleich dahinter die extra Kamerataste und das war es. Auf der Rückseite wählt man zwischen Video-. Kamera- und reinem Tonaufnahmemodus, startet die Aufnahme und wurstelt sich mit dem Steuerkreuz durch die flachen Menüs – im Grunde genommen ist das überflüssig, denn diese Einstellungen können auch über den Touchscreen vorgenommen werden. Den klappt man aus und innerhalb von rund 2,5 Sekunden ist die Kamera einsatzbereit. Gleichzeitig gibt der Klappbildschirm den dahinter liegenden Ausschaltknopf, die Wiedergabetaste und die Beamersteuerung frei – ja, richtig: Beamersteuerung, dazu aber später…
In erster Linie handelt es sich bei der Rollei SD 800P um einen FullHD-Camcorder mit SD-Kartenslot. Der achtfache optische Zoom überbrückt grössere Distanzen spielend. Leider ist die Fokussierung etwas träge und benötigt bis zu einer Sekunde um scharf zu stellen. Haushalte die noch nicht dem FullHD-Wahn verfallen sind, profitieren von der verringerten Auflösung: Bei 720p liegt die Bildrate bei 60 fps, bei 432 x 240 px sind es gar 120 fps. Filme werden im Quicktime Format .MOV aufgezeichnet. Obwohl die Kamera maximal 5 MP aufzeichnet, scheint der CMOS-Sensor mit 1/3,2 Zoll doch recht knapp bemessen.
Der kleine Chip fällt im Alltag jedoch nicht negativ auf: Die Lichtstärke des Objektivs ist mit 2,47-2,73 durchaus angemessen. Der bereits erwähnte achtfache optische Zoom erschliesst völlig neue Perspektiven – wie man im angehängten Video gut sehen kann. Leider hat die Rollei Probleme mit dem Weissabgleich. Je nach Bedingungen irritiert ein auffälliger Rosa- bis Rotstich. Man kann zwar manuell gegensteuern, doch jedes Mal von Hand den richtigen Abgleich durchführen zu müssen, ist auf Dauer lästig. Wann man eingreifen muss, merkt man schnell, denn der 3 Zoll Touchscreen stellt die Farben recht neutral dar. Dass man durchaus auch geeignete Bedingungen vorfinden kann, erkennt man am Ende des Videos, welches am gleichen Tag unter weniger starker Sonneneinstrahlung gedreht wurde. Vielleicht wird Rollei diese Probleme mit einem Firmware Update nachbessern, denn im Prinzip ist die Bildqualität recht gut.
Im zweiten Teil sollen die Fotofunktion, der Akku und der Projektor besprochen werden.
Die Rollei SD 800P (Affiliate-Link) kostet zur Zeit EUR 230, was nach einem vernünftigen Preis klingt.
Weitere Infos beiRollei.
- Rollei SD 800P im Test (1/2): Eine Kamera sieht rot (2. November 2011)
- Rollei SD 800P im Test (2/2): Vorführung im Hotelzimmer (3. November 2011)





















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