John’s Phone im Test:
Minimal-Handy – Ist weniger mehr?
Seit einigen Monaten ist John’s Phone erhältlich. Das Anti-Smartphone aus den Niederlanden behauptet, das einfachste Mobiltelefon der Welt zu sein. Mit diesem Anspruch hat es weltweit Freunde gewonnen. Wir haben es für Euch getestet.
Johns Phone verfolgt einen radikalen Ansatz: Es beherrscht ausschliesslich Telefonate und kann SMS weder empfangen noch versenden. Der Kurzwahlspeicher ist auf 10 Nummern beschränkt, die über einen längeren Druck auf die Tasten 0 – 9 aufgerufen werden. Ein internes Telefonbuch gibt es auch – es ist aus Papier und liegt in einem kleinen Fach mit durchsichtigem Deckel auf der Gehäuserückseite. Neue Nummern kann man dort notieren.
SMS? Fehlanzeige. Man kann zwar bei Prepaid-Karten sein Guthaben mit der gewohnten Tastenkombination *100# abrufen und erhält den aktuellen Guthabenstand auf dem Display angezeigt, aber SMS empfangen oder versenden funktioniert nicht.
So eine Beschränkung muss man wollen. Und so positioniert sich John’s Phone konsequent als Anti-Smartphone. Billige(re) Handys mit wenigen Funktionen gibt es schließlich schon genug. Was John’s Phone von diesen unterscheidet, ist die Philosophie dahinter. Wir haben uns das Minimal-Handy mal genauer angesehen.
Humor inklusive
Die Beschränkung auf die reine Telefonie ist gewöhnungsbedürftig, und so soll der augenzwinkernde Umgang mit den fehlenden Funktionen Sympathie schaffen. Zum Beispiel kann man mit John’s Phone durchaus Kurznachrichten schreiben. Allerdings nur mit dem Stift in speziell dafür vorgesehen Seiten des Telefonbuchs. Die trennt man dann heraus und schickt sie dem Adressaten per Post. Hier geht man mit einem Augenzwinkern über die fehlende SMS-Funktion hinweg, die für einige ein Auschlusskriterium sein dürfte.
Tolles Durchhaltevermögen
Dafür ist die Standby-Zeit wirklich phänomenal. Der Akkustand wird durch das Wort Johns angegeben, und nach ziemlich genau zwei Wochen, in denen das Handy nur ungefähr 4 Nächte aus war, lese ich immer noch Jo.
Offiziell ist die Standby-Zeit mit drei Wochen angegeben. Wenn man viel telefoniert, sinkt dieser Wert natürlich, aber selbst zwei Wochen sind gegenüber den energiefressenden modernen Smartphones, die jeden Abend ans Stromnetz müssen, natürlich ein Riesenvorteil.
Einfache Bedienung
John’s Phone lässt sich stumm, leise und laut stellen (der Vibrationsalarm ist grundsätzlich eingeschaltet), ein weiterer Schiebeschalter besitzt die drei Stufen an, Tastensperreund aus, die im zweizeiligen Display angezeigt werden.
Das ist praktischerweise auf der oberen Schmalseite angebracht, so dass ein Blick in die Brusttasche genügt, um den Anrufer zu erkennen. Wer allerdings eine Lesebrille benötigt, könnte Schwierigkeiten mit der Grösse der Ziffern haben.
Mit einem Wippschalter blättert man durch das Menü der gewählten Nummern (einmal grüne Taste drücken, dann erscheint die Liste) oder verpassten Anrufe und hebt oder senkt die Hörerlautstärke. Diese Nummern kann man dann durch einen Druck auf die grüne Taste direkt wieder an- bzw. zurückrufen. Der Wippschalter aus verchromten Kunststoff könnte für meinen Geschmack etwas griffiger sein, aber nach anfänglichem Hakeln bewegt er sich inzwischen recht flüssig.
Die Freisprecheinrichtung
Sie besteht aus einem großen Knopfhörer, der gerade wegen seiner Größe gut im Ohr hält und ohne Schaumstoff- oder Silikonpolster auskommt. Der glatte weisse Kuststoff kann auch gut mal mit einem feuchten Lappen abgewischt werden. Dazu ist noch ein weiterer Knopf mit Mikro am Kabel, mit dem man Anrufe annimmt und beendet.
Kaufen oder nicht?
Eine schwierige Frage. John’s Phone polarisiert, man liebt es oder hält es für einen Witz. Ich wurde mehrfach fasziniert darauf angesprochen. Wer von einem Handy auch nur etwas mehr erwartet als die reine Telefoniefunktion oder wer ein besonders kleines oder günstiges Handy haben möchte, wird von John’s Phone enttäuscht sein.
Wer allerdings ein Statement zum Minimalismus abgeben will und es hasst, ständig nach einer Steckdose zum Aufladen des Handy Ausschau halten zu müssen, der sollte sich John’s Phone ruhig einmal ansehen – ich auf jeden Fall habe mich in den Testwochen ziemlich an das ungewöhnliche Handy gewöhnt.
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22. August 2011 um 8:12
Also ich habe es als Zuhause-Handy mit Geheimnummer …. wenn ich auf dem “öffentlichen” nicht ran gehe dann wissen die “Eingeweihten” dass sie am andere Handy ANRUFEN.
Es hat auch seine praktischen Seiten: schnell mal ne SMS schreiben, wie “ich komme später” oder “es geht mir jetzt doch nicht aus” is nicht ….
Und … man hat immer was zu schreiben mit, durch ein “echtes” Adress/Notizbuch ;-)
22. August 2011 um 16:11
Für meine Mutter wäre das genau das richtige!
22. August 2011 um 17:54
Das mit der fehlenden SMS halte ich für abschreckend. Weil man im Jahr 2011 doch davon ausgeht, dass ein Handy SMS empfangen kann. Jedenfalls frage ich nicht nach “kannst Du auch SMS empfangen?” wenn mir einer seine Handy-Nummer gibt.
Aber ansonsten ist die Akkulaufzeit natürlich prima.
22. August 2011 um 21:53
Da ich eh keine SMS schreibe wäre das Teil schon geeignet für mich.
Wie ist den die Emfangs- und Sendeleistung?
Ein Kollege hat ein Scheckkartenhandy, allerdings ist die Empfangsleistung schwächer als bei den Großen.
23. August 2011 um 9:55
Da konnte ich keine Unterschiede zu meinem „normalen“ Handy feststellen. Wie man auf dem Foto anhand des Zehncentstücks sieht, ist John’s Phone auch nicht gerade klein geraten. Da ist schon mehr Platz als in einem Scheckkarten-Handy.
23. August 2011 um 0:53
Das wäre fast das richtige für meine OMA leider bräuchte die doch ein display auf dem sie ihre gewählten nummer und neu eingegeben zahlen gut ablesen kann.
Denn auch wenn sie wenig von technik hält daran das das telefon anzeigt was man eingibt und die namen der anrufer anzeigt hat sie sich doch gewöhnt.
Sowas sollte doch keinen großen aufwand machen einfach das display nach vorne machen und vergrößern.
Dann könnte man auch vielleicht wieder SMS empfang ermöglichen so wie bei den ersten handys auch. Dort konnte man ja auch nur empfangen damit man z.b. über anrufe auf der mailbox informiert werden konnte.
22. September 2011 um 12:32
Ich suche schon seit längerem ein Handy nur zum Telefonieren. Da wäre diese Handy ja wie geschaffen für mich. Denoch würde mich interessieren wie das mit den verpassten Anrufen genau ist. Kann man erkennen an welchem Tag und um welche Uhrzeit man angerufen worden ist ?
22. September 2011 um 18:36
Leider nein. Nur die Anzahl der verpassten Anrufe (X missed calls) und die Nummern werden angezeigt, die man dann per Druck auf die grüne Taste zurückrufen kann. Datum und Uhrzeit werden nicht angezeigt.
26. Mai 2012 um 21:20
Da finde ich die Telefone von der Firma namens emporia interessanter!
03. November 2012 um 19:34
Hallo, würde gern ein solches mal testen.
Wo oder bei wem ist ein solches zu kaufen;
in Deutschland oder kommt dieses Produkt aus England ?
MfG Dieter
05. November 2012 um 10:31
Hallo Dieter, Megagadgets hat es leider nicht mehr im Angebot, wenn Du den Namen bei Amazon eingibst, landest Du bei völlig überteuerten Angeboten, dort werden knapp 140 Euro verlangt. Im niederländischen Online-Shop kostet das weiße Exemplar die Hälfte.
05. November 2012 um 16:16
Hallo Frank,
danke für deine Info. Die schwarze Variante wäre ja etwas für mich also mit bye und Hello. Aber der Preis !
Ich bleibe aber dran.