AOC e2352 PHz im Test:
3D mit Hindernissen

3D ist “im Büro” angekommen. Wir haben einen der ersten lieferbaren 3D-Monitore für den Anschluss an den Computer ausprobiert.

Der AOC e2352 PHz funktioniert nach dem Prinzip der Polarisation, wie LG sie sich auf die Fahnen geschrieben hat. Andere Hersteller wie Philips, Toshiba oder Sony wollen dem Kunden die Wahl lassen, während Panasonic und Samsung auf die Shutter-Technik setzen. Für das Betrachten von Kinofilmen vergleichsweise so kleiner Diagonale ist es vielleicht weniger von Bedeutung, ob nun die gesamte vertikale Auflösung zur Verfügung steht oder nur die halbe – wer nur nahe genug davor sitzt, erkennt aber doch die Pixelherkunft des bewegten Bildes.

Wichtig ist auch, dass der Effekt überhaupt sichtbar ist; und das ist beim AOC stark davon abhängig, wie man vor dem Monitor sitzt. Nur bei vollkommem frontaler Ansicht ist das Bild einwandfrei und kann tatsächlich den Guckkasten-Effekt hervorrufen. Schaut man von der Seite, von unten, oben oder schräg, zeigen sich Doppelkonturen, aus denen das Bild generiert wird, vor allem bei Motiven, die sich im Vordergrund befinden.

Weil ich vermutete, dass dieser Effekt an dem Notebook liegen könnte, das den Monitor via Displayport und NVidia-3D-Elektronik fütterte, schloss ich alternativ auch noch einen 3D-Blu-Ray-Player von Samsung an – und musste den gleichen Effekt feststellen.

Das Angebot an 3D-Titeln ist zurzeit noch sehr dünn. Den bekanntesten 3D-Blockbuster, Avatar, kann man im freien Handel gar nicht bekommen, der wurde nur zu einigen Panasonic-Geräten als Beigabe ausgeliefert und wird bei eBay oder amazon (Affiliate-Link) von Drittanbieten zu teilweise horrenden Preisen offeriert. So haben wir uns eine IMAX-Doku über den Grand Canyon und die 3D-Version von ”Gulliver” (Fox) angeschaut. Auf dem Foto kann man sehen, dass die Bilder mehr oder weniger Doppelkonturen bilden, und die Brille setzt sie dann wieder zusammen.

Sperrige Konfiguration

Bis man die ersten 3D-Bilder geniessen kann, nötigt einem der Bildschirm einiges an Konfigurationsarbeit ab. Ein 3D-BlueRay-Player liefert sofort ein 3D-Bild. PC oder Notebook müssen jedoch mit entsprechender Grafikelektronik ausgestattet sein. Ich habe den Monitor auf einem Fujitsu Lifebook E780 mit NVidia-330M ausprobiert. Das zur Aktivierung des 3D-Modus notwendige Programm von nVidia konnte ich aus unerfindlichen Gründen nur einmal starten. Dann lief der als Zweitmonitor angesteuerte AOC im 3D-Modus – aber nur, wenn er der einzige Monitor sein durfte. Das Display normal ansteuern und den Monitor in 3D geht mit diesem Notebook nicht. Ich hoffe, dass 3D-Grafikkarten in Desktop-Systemen nicht so einen Zinnober veranstalten.

Für den Anschluss ist ein Digitalkabel notwendig. Bei VGA analog weigert sich die Player-Software, den Blu-Ray-Inhalt anzuzeigen (egal ob 3D oder nicht). Stichwort Software: Zum Ansehen der Filme kommt die neueste Version von CyberLink PowerDVD, Version 11 zum Einsatz. Ist der 3D-Modus aktiv und der Monitor angeschlossen, kann man den Modus konfigurieren, in dem er das Bild ausgibt. Aber manchmal wird auch in 3D angezeigt, ohne dass man die Konfiguration ändern kann. Insgesamt erwarte ich eine bessere Einstellmöglichkeit – Was nützt es mir, wenn Optionen quasi zufällig mal zur Verfügung stehen und mal nicht?

Fazit

Der AOC e2352 PHz (erhältlich ab August) ist ein gutes Gerät mit ordentlicher Darstellung, der sich als Einzelplatzmonitor taugt, aber nicht für das Wohnzimmer. Die Polarisationstechnik verspricht ganz gute Ergebnisse, die Brille ist leicht zu tragen, aber die geringe vertikale Auflösung ist eben manchmal doch irritierend. 3D als nette Beigabe ist ok, aber nur dafür würde ich mir zurzeit noch kein neues Display kaufen. Zum einen sind die derzeit lieferbaren Filme in 3D nicht wert, den Aufwand zu treiben. Apropos Aufwand: der ist noch sehr hoch, von “Plug and Play” kann im Augenblick jedenfalls nicht die Rede sein.

Update (16.9.2011): Mittlerweile ist der AOC e2352 PHz (Affiliate-Link) bei Amazon für rund EUR 250 erhältlich.

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