HTC ChaCha im Test (3/4):
Das kommt mir spanisch vor

Unglaublich, wieviel Leistung das HTC ChaCha bei dem kleinen Preis aufbringt, doch in diesem Test zeigen sich auf einmal die Schwächen – irgendwo musste man ja sparen.

Rechts ist ein Ausschnitt in Originalauflösung

Rechts ist ein Ausschnitt in Originalauflösung

Immer noch begeistert vom HTC-Schnäppchen ChaCha geht es in die dritte Runde. Nun müssen die Multimedia- und auch die Email-Fähigkeiten sich beweisen.

Schon besseres gehört

Es kommt etwas aus dem Kopfhörerausgang heraus, ganz eindeutig – man fragt sich nur welchen Weg es nehmen musste: Musik klingt fad’ und eng, es fehlt der voluminöse Raum.

Die Höhen sind stark beschnitten, 20 – 20’000Hz hören sich anders an. Zuerst hielt ich den Equalizer für verantwortlich, doch wo es keinen gibt, kann dieser es auch nicht vermurksen. Also die Kopfhörer nochmal in die Anlage eingesteckt – nein die sind es auch nicht. Doch halt, genau die sind es, zum Teil: Es liegt an der Impedanz. In-Ear-Kopfhörer und andere kleine Stöpsel klingen heller, vermatschen und verzerren aber im oberen Bereich, ihnen fehlt der Bass (typischerweise 16-24 Ohm) – größere Kopfhörer klingen basslastiger, bei ihnen fehlen die Höhen fast ganz.

Das bedeutet, der Soundchip taugt nur bedingt: Man kann mit der Auswahl der Kopfhörer etwas ausgleichen, aber Audiophile sollten einen weiten Bogen drumherum machen. Es tut einfach in den Ohren weh. Dazu kommt die fummelige Zeitleiste, bedingt durch das kleine Display trifft man nur mit viel Glück den gewünschten Zeitabschnitt. Um das Klangerlebnis nachvollziehen zu können, nehme man ein dünnes Handtuch und halte es zwischen Ohr und Kopfhörer: so ungefähr klingt das ChaCha.

Nach dieser schlechten Botschaft wird es sicherlich niemand wundern, dass der Lautsprecher ebenfalls enttäuscht. Er klingt verständlich, klar und verzerrungsfrei, ist aber viel zu leise, um Strassenlärm zu übertönen oder im Auto eine problemlose Sprachnavigation zu gewährleisten. Ein Telefonat führt man dagegen in ruhiger Umgebung einigermaßen gut.

Schon besseres gesehen

Hier geht es um die Farbwiedergabe, man beachte den roten Farbverlauf.

Hier geht es um die Farbwiedergabe, man beachte den roten Farbverlauf.

Eine 5-Megapixel-Kamera klingt nach nicht viel, aber man soll sich ja nicht nur an der Pixelanzahl orientieren. In diesem Fall darf man dem Vorurteil jedoch vertrauen, die Bilder sind detailarm und alles ab ungefähr 60 Zentimetern wird schnell unscharf. Zoomt man die Bilder bis ungefähr 50%, beziehungsweise schneidet man sie auf 1280 Pixel zu, sehen sie aber ganz anshenlich aus – ein kleiner Schärfenfilter wirkt Wunder. Leider hat die Kamerasoftware Probleme mit Farben, im zweiten Testbild erkennt man am Farbverlauf des roten Autos, dass es am Heck auf einmal pink wird, das Auto ist aber uniform koloriert. Für den geplanten Zweck – Bilder auf Facebook zu veröffentlichen – reicht die Kamera glücklicherweise noch aus. Es gibt sogar eine zweite Kamera für Videotelefonate. Auch Videoaufnahmen sind möglich und hier bestätigt sich die Befürchtung hinsichtlich des Prozessors, die maximale Auflösung für Videoaufnahmen sind ungewöhnliche 720 x 480 Pixel. Sehen wir das Positive daran – der Upload geht dafür sehr viel schneller von statten.

Elektronische Post

HTC ChaCha

HTC ChaCha

Das QWERTY-Design war zuerst bei Blackberry zu sehen und die Kanadier sind bekannt für ihre Kommunikationsstärken. Das HTC ChaCha hat ebenbürtige Fähigkeiten von Android geerbt und erlaubt nicht nur die Nutzung von Gmail, sondern auch jedes anderen Anbieters.

Auch hier wird man wieder an das kleine Display erinnert. Nur indem die Schrift schrumpft, passt noch auchreichend Text aufs Display, um nicht bei jeder Zeile scrollen zu müssen. Für die angedachte Zielgruppe, junge Menschen, aufgrund der guten Augen überhaupt kein Thema. Aber wer mit einer Brille kämpft, muss bei jeder Mail mit den Fingern die Schrift größer zoomen – eine Voreinstellung dafür konnte ich nicht finden. Wirklich erfreulich sind die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten, vor allem dass man alle Posteingangsordner in einer einzigen Ansicht vereint, das betrifft auch IMAP-Unterordner. Wer viele Emails versendet kann sich voll auf das ChaCha verlassen.

Vorläufiges Fazit

Das ärgert mich selbst: Das HTC ChaCha klang so vielversprechend, ein Rundumsorglos-Paket für kleines Geld, doch leider hat man irgendwo den Rotstift ansetzen müssen. Man erkauft sich gerade keinen Android-Alleskönner. Vielmehr investiert man in ein Social-Network-Telefon mit unterdurchschnittlichem Klang. Andererseits reicht das eingesparte Geld für zwei gute MP3-Player, das schont den Akku und erlaubt “Multi-tasking” par excellence.

Was uns zum Abschluss der Testreihe noch interessiert: Wie verhält es sich im Alltag? Wie lange hält der Akku unter realen Bedingungen? Hat man immer guten Empfang? Und wenn die Post schnell genug arbeitet, werdet ihr noch einen Vergleich zwischen dem Salsa und dem ChaCha lesen können.

Das HTC ChaCha (Affiliate-Link) kostet 290 Euro und kann ab sofort bestellt werden.
Die Produkthomepage findet ihr bei HTC.

 

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Ein Kommentar

  1. Ich verstehe nur estación. – Berichtest Du gerade von einem Handy, oder was ist das für ein Ding?

    Entschuldige, dass ich hier in Deinen Beitrag so reinplausche.

    Du hast mir ja einen Kommentar in meinem blog geschrieben und ich würde auch gern drauf antworten. Allerdings, da ich relativ neu und unerfahren in der bloggerwelt bin, weiß ich gar nicht, ob Du einen Kommentar meinerseits unter einem Kommentar Deinerseits überhaupt sehen kannst.

    Also ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie das geht, dass Du sehen kannst, wann ich Dir darauf geantwortet habe. (Genau so, wie ich auch Deine Antworten nicht sehen kann, falls ich nicht einmal zufällig hier wieder reinstolpere.)

    Aber irgendwie geht das doch automatisch, oder?

    Also bitte ich Dich darum, es mir kurz zu erklären. Ich fand Deine Kommentare ziemlich spaßig und würde gerne auf diesem Weg weiter machen.

    So, nun aber (ich schreibe meine Antwort jetzt einfach hier rein, bis ich eine bessere Lösung weiß…):

    Kai schrob: “Hmm, bestimmt schießt Deine alte “Analog-Gurke” bessere Fotos als Deine momentane Kamera. Es geht eben nichts über eine gute analoge Spiegelreflex-Kamera!”

    Da hast Du wohl Recht, dass die Analog-Gurke bessere Fotos macht als meine jetzige Digi. Außer dem 50er Objektiv auf dem Foto habe ich auch noch ein 210er. Das hat mir vor Jahren absolut tolle Urlaubsfotos beschert, die ich aber umständehalber alle noch nicht scannen konnte. Also alle nur *analog* und im A4-Format vorzeigbar. Haben noch nicht viele Leute gesehen.
    Schade eigentlich, ich würde sie gerne scannen und online schicken, nur mal so…

    Die Analog-Gurke kann aber auch nur Kleinbildformat. Bedauerlich.

    Ich hatte mal vor ziemlich vielen Jahren eine Kamera zur “Miete”, da musste man 6x9cm Rollfilm reinstecken. Die hat – glaube ich – auch nur 12 Bilder pro Film gemacht, dann war der alle. Weiß auch nicht mehr, was das für eine Kamera war, ich hatte sie nur 1 Woche lang.

    Aber mit der Kamera konntest Du fotografieren, was und wo Du wolltest, die Bilder waren alle sensationell. Das lag sicher am Filmformat und der Auflösung und der Optik.
    Leider sind die Bilder alle bei meinen Eltern verschollen und ich möchte nicht hingehen, und sie wegen der Fotos beunruhigen. Es kann auch sein, dass sie sie schon fortgeworfen haben.

    Naja.
    Nun habe ich ja die neue Digi mit dem Superzoom und experimentiere damit herum. Es ist erstaunlich, wieviel Einarbeitungszeit man benötigt, um eine neue Digi-Cam zu beherrschen. (Also wenn man sie nur 20x oder so am Tag benutzt. Ein Profi kommt sicher schneller damit zurecht.)

    Ich weiß ja nicht, ob das geht: Wie wäre es denn, wenn jemand von Euch einen Testbericht über meine Cam schreibt? Geht das?

    (Sorry für meine endlose Laberei, heute war ein mieser Tag für mich und ich habe einfach losgetippt.)

    mfg
    Amanita

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