Garmin Forerunner 610:
Endlich mal eine Uhr zum Anfassen

Mit der Garmin Forerunner 610 erreichen Touchscreens auch die GPS-Uhren. Die bekannten Garmin-Features bleiben erhalten.

Zweifelsohne bietet die Garmin Forerunner Serie dem ambitionierten Sportler einiges an GPS- und Trainingsdaten. Im Gegensatz zu Polar liegt bei Garmin der Fokus auf dem GPS – ohne dabei die restlichen Trainingsdaten außer Acht zu lassen. Zuwachs bekommt die Reihe nun mit dem Forerunner 610, der dem Trend im Mobilgerätemarkt folgt und sich nun über einen Touchscreen bedienen läßt.

Wer wie ich noch einen funktionsfähigen Garmin Forerunner 305 im Einsatz hat und mit dem Vorgänger 405 liebäugelte, wird sich an den Kopf fassen: “Wie konnten die nur! Ein Touchscreen?” Der Forerunner 405 versuchte sich schon an einem Touchring und spaltete die Nutzergemeinde. Nach einem Facelift durch den 410 tritt der Forerunner 610 nun aufs Treppchen und verspricht einige Verbesserungen.

Vor allem will Garmin an der Bedienungsfreundlichkeit gearbeitet haben soll, beispielsweise können Anfänger über den Menüpunkt “Trainingseffekt” auf einer Skala sofort ablesen, wie intensiv sie trainiert haben oder wie lange sie ungefähr pausieren sollten. Die üblichen Funktionen sind selbstverständlich erhalten geblieben: Pace, Distanz, Position, Herzfrequenzzonen und -alarme erlauben volle Kontrolle beim Training. Zur besseren Übersicht ist das Display auf drei Ebenen aufgeteilt und alle wichtigen Funktionen (Start/Stop/Lap/Reset/Licht) erfolgen über die seitlichen Knöpfe.

Meiner Meinung nach gibt es Bereiche, in denen ein Touchscreen nichts zu suchen hat. Die Funktionen Play und Pause auf Mp3-Playern zum Beispiel oder eben: im Sport. Während des Laufens oder Fahradfahrens kann ich die Knöpfe ertasten und das Menü durchlaufen ohne auch nur einmal hinsehen zu müssen, während ein Touchscreen viel mehr Aufmerksamkeit bedarf.

Aber erst ein Test wird zeigen, wie gut der Touchscreen im Einsatz tatsächlich ist. Wie ist Eure Meinung dazu? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Der Garmin Forerunner kostet knapp 310 Euro, bzw. 499 CHF ohne Brustgurt und ist ab sofort erhältlich.

Auf der Produktpage des Garmin Forerunners 610 gibt es weitere Infos.

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14 Kommentare

  1. Hugii
    schrieb am 11. Juni 2011 um 11:14 Uhr (#)

    Schade, dass man sich nicht einer Technik bedient, die ohne Brustgurt auskommt. Ansonsten spürt man den Anspruch des GPS-Pioniers, die Produktereihen zu verschmelzen. Bald wird das Navi noch integriert..

  2. jan
    schrieb am 12. Juni 2011 um 14:13 Uhr (#)

    ihr glaubt gar nicht wie schön ein pulsmesser in verbindung mit gps ist – entsprechende Software (Internetseite) vorausgesetzt (siehe run-on.de und die-läufercommunity.de).

    Ne Uhr mit Touchscreen allerdings muss dafür überhaupt nicht sein (300 euro… tzzz), ein Brustgurt, gps-fähiges Handy + App reichen vollkommen aus.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 12. Juni 2011 um 14:45 Uhr (#)

      Tut mir leid, aber da muss ich Dir ganz vehement widersprechen. Beim normalen Joggen durch die Stadt, mag das vielleicht angehen, aber wenn Du wirklich ernsthaft trainierst, ist ein Smartphone mit Brustgurt keine Alternative.

      Keine Ahnung ob das Smartphone die 1,5km Schwimmen durchsteht. Es geht hier vorallem um Akkulaufzeit, höchste Präzision beim GPS-Fix und leichte Handhabung, die auch blind geschehen kann.

      Letztlich ist es eine Glaubensfrage welches Gerät es sein soll: Die einen tendieren zu Polar, die anderen zu Garmin oder manchmal auch Timex, aber ein Smartphone habe ich bisher noch nicht gesehen, außer im Park.

    2. jan
      schrieb am 13. Juni 2011 um 00:49 Uhr (#)

      warum trainiert man denn nicht ernsthaft, wenn man durch die Stadt läuft (übrigens klappts auf dem Land genauso gut).

      sicher haben spitzensportler andere geräte, aber für alles andere eignet sich so eine app wunderbar. Brustgurt umlegen, App starten, smartphone einstecken und loslaufen.
      Nachher die Daten aufn PC laden, Strecke und zugehöriger Puls schön übersichtlich dargestellt, Verbesserungen sichtbar etc.

  3. e.r.
    schrieb am 29. Juni 2011 um 00:13 Uhr (#)

    Zitat: “…Vor allem will Garmin an der Bedienungsfreundlichkeit gearbeitet haben, beispielsweise können Anfänger über den Menüpunkt “Trainingseffekt” auf einer Skala sofort ablesen, wie intensiv sie trainiert haben oder wie lange sie ungefähr pausieren sollten. …” Zitatende

    Frei nach Günter Grünwald: Ich warte jetzt auf die Uhr, die den Fitness-Enthusiasten sagt: Einatmen… Ausatmen… Einatmen… Ausatmen… [kopfschüttel] Eine “App” für gesunden Menschenverstand wäre dringend notwendig.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
    schrieb am 29. Juni 2011 um 09:04 Uhr (#)

    Deine Kritik hinsichtlich der Menschen, die all ihre Gedanken und ihre Verantwortung an eine Applikation abgeben ist korrekt und nachvollziehbar.

    In diesem Fall stehen sich allerdings zwei gleichberechtigte Sichtweisen gegenüber, die man nicht in einen Topf werfen sollte:

    - Geht es um Trainingsmethodik, um physiologische Effekte, dann würde ich so nicht argumentieren. Der menschliche Körper ist darauf getrimmt Energie zu sparen. Um ihn “auszutricksen” muss man seine Regenerationsphasen berücksichtigen und an die eigenen Leistungsgrenzen gehen. Eine solche Uhr ist eines von vielen Gliedern in einer Kette von Trainingszubehör, die maximalen Effekt in minimaler Zeit erreichen sollen. Sie unterstützt den Profi und den Laien gleichermaßen beim Erreichen seiner Trainingsziele, erleichtert ihm die Leistungskontrolle und die Vorbereitung auf Wettkämpfe. In diesem Zusammenhang ist so eine Uhr ein wichtiges Werkzeug und spielt auch als Motivationshilfe eine große Rolle.
    - Auf der anderen Seite ist der Pulsmesser ein Zeichen für eine gestörte Wahrnehmung von Schönheit in der Gesellschaft und Ausdruck eines Zustands, in dem wir die Beziehung zum eigenen Körper verloren haben. Wir orientieren uns an Zahlen und Tabellen, statt am eigenen Körpergefühl. Erst der Alarm an der Uhr sagt uns, dass wir lange genug gelaufen oder zu schnell gerannt sind, das Herz zu hoch schlägt. Menschen quälen sich zu Leistungen, bis die Uhr sagt: “Gut gemacht, für heute ist es genug”. Meist sind das die Personen, die drei Kilometer mit dem Auto, statt dem Fahrrad fahren, die den Aufzug nutzen, statt des Treppenhauses und die erst mit dem Auto zum Parkplatz fahren, bevor sie anfangen zu joggen. Aber wenn die Pulsuhr dafür sorgt, dass sie sich wenigstens etwas bewegen und die Krankenkassen nicht belasten, dann ist das doch keine schlechte Sache, oder?

    Gesundheitsprobleme (Herzinfarkt. Wirbelsäulen-Probleme,Kreislauf-Störungen,..) sind hauptsächlich zivilisatorische Krankheiten. Um deren Ursprung zu verstehen, muss man sich nur Kinder bis ungefähr vier bis fünf Jahren ansehen – bevor sie auf die Ermahnungen der Eltern hören (“sitz still”, “zappel nicht so rum”, “du darfst hier nicht rennen”). Doch das kann in einer Kommentarbox nicht umfassend diskutiert werden.

    1. e.r.
      schrieb am 29. Juni 2011 um 12:19 Uhr (#)

      Vielen Dank für deine ausführliche Antwort auf meinen Kommentar.

      Um einen maximalen Effekt in minimaler Zeit zu erreichen, reicht eine Uhr plus Bedienungsanleitung leider nicht aus, sondern das setzt tiefgehendes trainingswissenschaftliches und leistungsphysiologisches Wissen voraus und die praktische Umsetzung dessen.

      Solche Uhren in den Händen eines Einsteigers/Anfängers spiegeln nur “den heutigen Trend wieder mit möglichst wenig Aufwand viel erreichen ZU WOLLEN“. Frei nach dem Motto: Heute 5k und morgen Marathon oder das Sixpack in sieben Tagen oder 10kg in 3 Tagen abspecken. Dass das a) nicht möglich ist b) auch ein kurzer Zeitraum relativ ist und c) ohne Fleiß und Schweiß kein Preis drin ist, wird den Leuten leider nicht erklärt und wenn, dann sind sie a) zu ignorant, um es zu verstehen oder b) wollen sie es gar nicht wissen.

      Ein Großteil dieser Leute ist bereits zu faul sich zu informieren, denn die Infos gibt es gratis im Web. Geh auf eine dieser allgemeinen Sportplattformen mit user generated content. Die Leute sind schon zu faul eine Suchfunktion zu benutzen oder auch nur eine aktuelle Seite zu lesen. Statt dessen werden die gleichen Fragen drei mal pro Tag gestellt. Das ganze ist gepaart mit einer Anspruchshaltung: Gib. Mir. Sofort. DAS spiegelt sich in ihrer Einstellung zum Sport wieder.

      Eine Pulsuhr sorgt nicht dafür, dass sich jemand bewegt. Eine Pulsuhr ist nur ein Accessoire. Um mich zu bewegen brauche ich die richtige Einstellung. Alles andere ist nur nice-to-have, aber nicht wirklich notwendig.

      Es ist die Werbung der Wirtschaft, die dir einreden will, dass du ohne ein Paar Laufschuhe für 200 EUR oder eine Pulsuhr für 600 EUR nicht laufen kannst. Wer daran glaubt, ist selbst schuld (siehe gesunder Menschenverstand).

      Ich gebe dir recht, dass die Pulsuhren Anfänger durchaus davor bewahren können sich zu überlasten und dass gute HF-Messgeräte ein vernünftiges “zusätzliches” Hilfsmittel zur Trainingssteuerung bei ambitionierten Athleten darstellen.

      Dabei braucht ein Anfänger allerdings kein Gerät für 600 EUR, denn wenn er nicht äußerst technikverliebt ist, wird er nur einen Bruchteil der vorhandenen Funktionen verstehen, geschweige denn nutzen (das gleiche gilt übrigens auch für ambitionierte Athleten). Aber das kommt einem weiteren Trend unserer Zeit entgegen: Mehr Schein als Sein.

      BTW Informativer Blog. Kompetenter Blogautor. Ist ge-bookmarked. ;o)

  5. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
    schrieb am 29. Juni 2011 um 12:48 Uhr (#)

    Danke für Deine Kommentare, Deine Kritik und Anregungen und Danke für das Lob =)
    (Mir ist jeder einzelne Leser und jeder Kommentar wichtig, nur so verstehe ich was mein Publikum interessiert. Ich bin auch jederzeit unter meiner Email für weiterführende Diskussionen offen.)

    Ein heftiges Kopfnicken zum Verständnis der Funktionen: Viele meiner Trainingspartner drücken nur zwei Knöpfe (“Start/Stop” und “Lap”) und ich selbst habe ein Jahr gebraucht um mich an all die anderen Funktionen meines Lauf-Computers heranzuwagen und einzulesen, auch wenn ich immernoch nur HF, Zeit, Geschwindigkeit und Distanz im Display anzeigen lasse – plus zur Kontrolle die Steigung, wenn ich auf einmal langsamer werde ;)

    Den 610er habe ich zum Testen hier liegen. Er ist wirklich viel einfacher und intuitiver zu bedienen, ob er für Anfänger und Profies gleichermaßen taugt, wird mein Bericht zeigen ;)

    1. e.r.
      schrieb am 30. Juni 2011 um 12:15 Uhr (#)

      Danke für deine Antwort. Dann bin ich gespannt auf dein Praxistest. ;o)
      Cheers. e.r.

  6. Hugii
    schrieb am 29. Juni 2011 um 13:44 Uhr (#)

    Dann klopf ich schnell hier an die Türe der Spezialisten: Ist irgendeine empfehlenswerte GPS-Uhr auf dem Markt, bei der die Pulsmessung nicht über Brustgurt geht? Und: JA, ich habe gegoogelt, aber nichts gefunden. ;-)

    1. e.r.
      schrieb am 30. Juni 2011 um 12:13 Uhr (#)

      Hallo Hugii,

      ich kenne keine. Das heißt nicht, dass es keine gibt.

      Es gibt ein paar Pulsuhren mit Fingersensor, aber die sind für ambitionierte Athleten nicht empfehlenswert, zudem verfügen sie über kein GPS.

      Was ist dein Problem mit dem Brustgurt? Und wo wolltest du sonst deine Herzfrequenz kontinuierlich messen lassen (wenn nicht über einen Brustgurt)? Cheers. e.r.

    2. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 30. Juni 2011 um 12:28 Uhr (#)

      Ich erinnere mich an Deine Frage, die kam schon einmal – es hat sich in der Zwischenzeit nicht viel getan. Allerdings beschäftige ich mich auch mit dieser Thematik nicht. Wenn Du Dir Krankenhäuser ansiehst, dann gibt es immer zwei Varianten: Das EKG direkt über die Brustelektroden (das entspricht ungenauer dem Brustgurt, genau = Informationsgehalt) und die Sauerstoffüberwachung inklusive Pulsmessung am Finger, Stichwort Pulsoxymetrie, wobei die Messung an Extremitäten generell nicht so genau wie ein Brustgurt ist und beim Sport nur behindert, bzw. nicht getragen werden kann. Du hast also im letzteren Fall nur die Mäglichkeit stehen zu bleiben und Deinen Finger auf den Sensor der Uhr zu legen, um 30 Sekunden zu warten. Sehr frühe Casio-Modelle hatten das mal als Gimmick, zählen per Hand ist da auch nicht ungenauer oder unangenehmer.
      Solange Du also nicht zu Ausschlag oder Schweißbläs-chen neigst, kommst Du um einen Brustgurt nicht herum. Ehrlich gesagt fiele mir auch keine andere Methode ein – außer intravenös/-artiell Oo

      Dir stehen nur drei Methoden zur Auswahl:
      -Elektrisch, also in naher Umgebung des Brustkorbs
      -Mechanisch:
      -Druckwelle erfassen, !Erschütterungen beim Sport!
      -Differential der Strömungsgeschwindigkeit erfassen !Durchlichteinheit oder Strömungsmesser in den Blutbahnen!

      Ich wiederhole mich hier: Wenn Du eine Alternative zum Brustgurt findest, bist Du ein gemachter Mann.

    3. Hugii
      schrieb am 30. Juni 2011 um 13:32 Uhr (#)

      Danke für die Feedbacks. Ich weiss, dass es ziemlich genaue Pulsmessgeräte ohne Brustgurt gibt (also nicht Herzfrequenzmessung, sondern echte Pulsmessung -> Beurer?), aber eben ohne GPS-Zusatz drumherum ;-) Ich habe zweieinhalb Probleme: Der Gurt sitzt, damit er funktioniert, bei mir sehr unbequem (zuviele Muskeln, haha). Zudem habe ich ein extrem gut tönendes Headset (Jabra BT3030), welches über Bluetooth läuft, was wiederum Konflikte mit dem Brustgurt-Empfang verursacht. Und… ich startete auch schon ein paarmal und war erstaunt über die ausgegebenen Alarme… bis ich merkte, dass ich den Brustgurt vergessen habe. Das wäre dann eben auch ein Vorteil.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
    schrieb am 30. Juni 2011 um 14:38 Uhr (#)

    Diesen Pulshandschuh seh ich zum ersten mal, kann ich damit auch Fahrradfahren?
    In diesem Fall wuerde ich eine zweite GPS-Uhr mitnehmen oder eins von diesen GPS-Pods. Oder ausnahmsweise ;] das GPS-Smartphone.

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