Kodak Easyshare Max:
Richtig rangezoomt

Die Easyshare Max von Kodak hat ein mächtiges Zoom-Objektiv und einen Weitwinkel.

Die Hersteller von Bridgekameras liefern sich seit einiger Zeit ein Wettrennen, wer das größte Objektiv an seine Kamera schrauben kann. Es macht ja durchaus Sinn, wenn man einen großen Brennweitenbereich abdeckt, aber wo ist die Grenze?

Im unteren Bereich ist ein Weitwinkel mittlerweile Pflicht, nach oben scheint alles offen sein. Kodak hat seiner neuen Easyshare Max (Affiliate-Link) gleich ein 30-fach Zoom mit auf dem Weg gegeben.

Der Weitwinkel beginnt bei 28mm und endet bei sagenhaften 840mm. Nur mal so zum Vergleich: Ein Sigma EX 300-800mm Objektiv kostet die schmale Summe von knapp 6500 Euro (Affiliate-Link). Der Vergleich mit dem Sigma ist natürlich etwas gemein, soll aber zeigen, was es bei einer DSLR Kamera kostet, wenn man in den Zoom-Bereich vorstossen möchte.

Bekommt man für den Bruchteil des Preises ein gutes Objektiv hin? Klar, ist zu schaffen, auch wenn man bei der Lichtausbeute Abstriche machen muss. Immerhin liegen die Werte zwischen F2.8 und F5.6, sind also gar nicht mal so schlecht. Wichtig ist auch die Frage, ob man bei voll ausgefahrenen Zoom noch Bilder hinbekommt, die nicht verwackelt sind. Trotz Bildstabilisierung wird man bei 840mm eine sehr ruhige Hand oder ein Stativ haben müssen.

Der 1/2,3 Zoll CMOS-Sensor bietet 12 MP, ob die Kamera auch in der Lage ist, FullHD-Videos zu machen, verrät Kodak bisher noch nicht. In den USA kommt Kodak Easyshare Max (Affiliate-Link) im April für knapp 370 Dollar auf den Markt.

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5 Kommentare

  1. Tobias
    schrieb am 15. Januar 2011 um 18:38 Uhr (#)

    Der Vergleich ist nicht nur “gemein”, sondern grob irreführend.

    Tatsächlich handelt es sich bei der angegebenen Brennweite von 840mm um eine “Kleinbild-äquivalente” Angabe. Das heißt: Die tatsächliche Brennweite ist deutlich kleiner. Letztlich entspricht der aufgenommene Bildausschnitt dem Ausschnitt, den ein Objektiv mit echter 840-mm-Brennweite auf einem Sensor im Kleinbild-Format ausfüllen würde.

    Die Sensoren vieler DSLRs haben kein Kleinbild-Format, sondern sind kleiner. Wenn ich ein Objektiv an einer normalen Prosumer-DSLR verwende, habe ich eine scheinbare Brennweitenverlängerung von mindestens 1,5.

    Der hier gebrachte Vergleich ist absurd sinnlos. Immerhin etwas sinnvoller wäre er, wäre ein Objektiv mit einer max. Brennweite von rund 500mm oder etwas darüber verlinkt. Die gibt es unterhalb von 1000 Euro.

    (Mein Beitrag ist substanziell richtig, ich mag aber stellenweise falsche Begriffe verwenden oder die Hintergründe nicht ganz korrekt darstellen. Bitte in dem Fall um Korrektur durch Fachleute.)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
      schrieb am 16. Januar 2011 um 08:25 Uhr (#)

      Tobias: faktisch ist fast alles, was Du sagst, richtig (Deine Rechnung aber hinkt). Der Vergleich von Don allerdings ist deswegen nicht falsch, denn es gibt nur eine brauchbare Vergleichsgrösse zwischen allen Kameras, und das ist die des Bildfeldes, respektive des Abbildungsausschnittes.

      Im Prinzip lassen sich Brennweiten und Lichtstärken überhaupt nicht vergleichen. Die Sensorgrösse (respektive Filmgrösse, und Kleinbild ist keineswegs das Mass aller Dinge) hat einen gigantischen Einfluss auf Schärfentiefe, Bildfeld, Lichtempfindlichkeit etc – und nicht nur die, sondern auch die Grösse respektive die Anzahl der einzelnen Pixel auf dem Sensor. In fast allen Formeln für die Berechnung relevanter Daten spielen diese Kennzahlen eine Rolle. Und sie sind, anders als die Blende, keine relativen, sondern absolute Angaben.

      Wenn man die Fähigkeiten einer Kamera / eines Objektivs einschätzen will, muss man also vor allem Sensorgrösse UND Auflösung betrachten, mit der gearbeitet wird. Alles andere – Brennweitenäquivalent und Lichtstärke etc – hängt direkt damit zusammen.

      Die unter Fotografinnen und Fotografen bestbekannte (und wichtigste) Grösse zur Einschätzung der Leistung eines Objektivs ist der Ausschnitt, der bei einer bestimmten Brennweite im Kleinbild (oder auf dem sogenannten “Vollformatsensor”) abgebildet wird.

      50mm KB-äquivalent ist sozusagen ein Normalbild, wie man es per Auge sieht, darüber liegt der Tele- und darunter der Weitwinkel-Bereich. Jeder Fotograf hat eine Vorstellung davon, was ein 50mm-Objektiv abbildet, keiner weiss, was ein 6mm-Objektiv an einer Kompaktkamera genau tut: Das hängt nämlich mit Sensor- und Pixelgrösse und dem Cropfaktor zusammen, und die variieren von Kamera zu Kamera. Also wird alles zusammen umgerechnet auf Kleinbild, und damit ist der wichtigsten Eigenschaft der Brennweite Rechnung getragen: Dem Abbildungsausschnitt oder Bildwinkel oder Vergrösserungsfaktor.

      Um mit einer Vollformat-Kamera den Vogel in 100 Metern Distanz gleich gross ins Bild zu setzen wie mit der Easyshare Max, brauchst Du ein 840mm-Objektiv. Um das gleiche Bild mit meiner Nikon D300 mit DX-Sensor und Cropfaktor 1.5 hinzukriegen, brauchst Du ein 560mm-Objektiv. Mit einer Olympus Micro Four Thirds mit Cropfaktor 2 brauchst Du ein 420mm-Objektiv, und so weiter.

      Der Standard für diese Vergleiche (bei denen andere Eigenschaften auf der Strecke bleiben, die mit der Brennweite zusammenhängen) ist das Kleinbildformat oder der Vollformatsensor.

      Dons Vergleich sagt, was man für ein Objektiv im Kleinbild- oder Vollformatsensor hinlegen muss, welches die gleiche Tele-Wirkung hat wie die Easyshare Max.

      Es wäre Unsinn, das jetzt auf einen der vielen Cropfaktoren der neuen Klasse von DSLR umzurechnen, weil “die jeder hat”. Ich fotografiere mit verschiedenen Crop-Kameras, und wenn ich Brennweitenangaben mache, dann IMMER umgerechnet auf Kleinbild – weil es auch für mich die einzige haltbare Vergleichsgrösse ist. Oder hast Du grad eine Ahnung, welche Art von Bild eine Brennweite von 2.6mm an der Handykamera liefern wird?

      Nachtrag: Auf der Nikon P7000, die ich mir grade als Drittkamera gekauft habe, steht “6-42mm”: Absolut korrekt und vollkommen nichtssagend, solange der Cropfaktor nicht dabei steht – der sich immer auf Kleinbild bezieht. Ich plädiere dafür, dass die Hersteller entweder absolute Brennweiten plus Cropfaktor oder noch besser gleich die Umrechnung auf die Objektive schreiben – was Kodak hier übrigens getan hat.

  2. Oliver
    schrieb am 15. Januar 2011 um 19:51 Uhr (#)

    Ein 30-fach Superzoom mag sich vielleicht toll anhören, aber viel Auflösung, Kontrast und präziser Autofokus sind da nicht zu erwarten. Das ist schon bei den Superzooms für die DSLR so und noch extremer bei den Bridge. Ich wette, dass ein Foto mit einer DSLR und 400 mm (Kleinbild) mit Ausschnittsvergrößerung ein deutlich besseres Bild liefert als die Bridge.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
      schrieb am 16. Januar 2011 um 08:37 Uhr (#)

      Oliver, die Wette kannst Du vergessen – auf die wird niemand einsteigen. Bildqualität ist nochmals eine andere Vergleichskategorie als Brennweite/Bildwinkel, und dieses Wissen haben inzwischen die meisten Konsumenten. Die Kamerahersteller haben bisher die Leute mit Megapixeln verwirrt, jetzt, wo sich das Bewusstsein durchgesetzt hat, dass höhere Auflösung bei kleineren Sensoren Qualitätsverluste mitbringt, versuchen sie es mit Zoom-Faktoren. Dass diese relativ sind und nahezu gar nichts aussagen (ein zweifach-Zoom von 10-20mm ist an jedem Ende ein extremer Weitwinkel, ein 50-100-2fach-Zoom ist eine Mischung von Normal- zu Tele und ein 400-800 2fach-Zoom ist durchgehend ein Fernrohr) werden die Menschen auch noch lernen. Im Moment scheinen noch viele Leute zu glauben, der Faktor beschreibe die Abbildungsvergrösserung.

  3. buetts
    schrieb am 19. Mai 2011 um 08:20 Uhr (#)

    Mir ist noch richtig schwindlig von dem Hütchenspiel mit den Brennweiten.
    Viele Einsteiger verwechseln Kameras mit Ferngläsern weil sie irgendwie einen Anhaltspunkt für Qualität suchen. Ich werde ab und zu auf mein 70-200 2.8 angesprochen. “Wie nah ich denn damit ran zoomen kann.” Dass mich ganz andere Faktoren an dem Objektiv interessieren verwirrt die Leute dann oft.
    Das IMHO wirklich relevante wird in diesem Artikel leider ausgespart:
    - Wie stellt die Kamera unter verschiedenen Bedingungen Farben dar. Wichtig auch die Hauttöne.
    -Kann die Kamera RAW und wird sie z. B. in iPhoto unterstützt.
    - Subjektive Qualität der Bilder.
    - Auslöseverzögerung und AF in der Praxis. Einschaltzeit.
    - Bedienbarkeit.
    - Mögliche Schärfentiefe zum Freistellen von Objekten. Testbilder.
    - Möglichkeiten im Makrobereich.
    Das sind alles Faktoren die in der Praxis eine gute Bridge Kamera ausmachen.

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