Apple iLife 11, OS X Lion und MacBook Air:
Mehr Spielraum für Kreativität

Apple hat mit “Back to Mac” heute Neuheiten rund um ihr “Kerngeschäft” vorgestellt: den Macintosh. Bei der Hardware sticht vor allem die Renovation des MacBook Air mit zwei Versionen heraus.

Es wurden in allen drei Bereichen Neuheiten präsentiert: Software, Betriebssystem und Hardware. Den Anfang macht die iLife-Suite, die aus iPhoto, iMovie und GarageBand besteht. Version 11 bietet Neuheiten in allen Teilen – plus das FaceTime, das man schon vom iPhone 4 und vom iPod touch kennt. Alle lassen sich ruckzuck in den Fullscreen-Modus umschalten.

Dann gab es einen Preview der nächsten, achten Betriebssystemvariante mit dem Codenamen Lion. Stichwort König: Den krönenden Abschluss bildete das MacBook Air in zwei Varianten.

Nur ein paar Highlights von iPhoto 11: Es erleichtert das Socializing von Fotos. Es erkennt automatisch Gesichter und zeigt auf Wunsch alle Bilder mit dieser Art von Inhalten. Es erlaubt jetzt die Erstellung von bewegten Slideshows und Fotobüchern, die es selbst aus den ausgewählten Fotos zusammenstellt und anhand der Bewertung und dem Ort und der Zeit gruppiert.

iMovie 11 bietet vor allem verbesserte Audio-Editing-Funktionen und erlaubt es, den Pegel einer Tonspur mit ein paar Mausklicks anzupassen. Außerdem enthält es einen “Trailer”-Generator, der die Highlights einer eigenen Videoproduktion mit den entsprechenden Texten anordnet – diese Funktion halte ich persönlich für entbehrlich, auch wenn der Produktmanager sie großzügig auf der Konferenz vorstellte.

GarageBand 11 enthält “Group matching” – einen “Spellchecker for bad rhythm” – es synchronisiert zu einer exakten Baseline die Riffs der zugehörigen Gitarren und anderer Spuren, wenn diese beim Gig nicht exakt eingespielt hatten. “Flextime” hilft zusätzlich: Akkorde lassen sich verlängern oder kürzen und an die Melodie anpassen, ohne dass die Tonhöhe sich ändert. Und wer überhaupt nicht spielen kann, für den enthält das Programm Lektionen für Gitarre, Klavier etc. So kann man z.B. Mozart-Sonaten mit Geigenbegleitung üben statt allein mit Untermalung durch das Wellensittich-Gequassel (oder Hundegeheul).

iLife 11 ist vor allem preiswert: es kommt kostenlos mit jedem neuen Mac, und wer bereits einen solchen Computer besitzt, kann ihn für 49 US-Dollar bzw. Euro auf die neue Version upgraden (unter Umständen sogar nur für 7,95 Euro). Um die 19 Millionen Besitzer von Geräten mit “FaceTime” vom Mac aus zu erreichen, steht die Beta-Version davon für Mac ab sofort bei Apple zum Download bereit.

Als nächstes gab es ein Preview auf die nächste Mac-OS-X-Version mit dem Codenamen Lion. Nachdem iOS (das Betriebssystem von iPhone, iPod touch und iPad) zunächst aus OS X entstand, adaptiert Lion wiederum das beste von iOS: Multi-Touch-Gesten (aber nur auf Touch-Pads, denn vertikal fällt einem sonst irgendwann der Arm ab – wo er recht hat, hat er recht, der Steve), App-Store, App Home Screen, Full Screen Apps, Auto Save und Auto-Resume.

“Seamless Control” ist das Motto für die Bedienung in der Zukunft. Mit wenigen Gesten kann man Programme auf Full Screen bringen, zur vorherigen App zurück etc. “Mission Control” fasst Exposé, Dashboard, Full Screen Apps und Launch Pad zusammen. Lion wird im Sommer 2011 erscheinen. Auf alle Neuheiten braucht man aber nicht so lange zu warten: einen App-Store für Macintosh-Programme wird es schon innerhalb der nächsten drei Monate geben.

Das berühmte “one more thing” war dann neue Hardware: Das brandneue MacBook Air adaptiert einige hervorragende Eigenschaften des iPad wie Instant on, lange Akkulaufzeit, noch längere Standbyzeit – und vor allem schmale Abmessungen: Es ist an der dicksten Stelle 1,7 cm dick und geht bis auf 3 mm herunter. Es ist komplett aus Aluminium gefertigt – für ein noch dünneres Device müsste Apple wohl neue Metalle entdecken (oder doch auf das “transparente Aluminium” zurückgreifen…).

Das MacBook Air gibt es in zwei Varianten. Das größere hat einen 13,3-Zoll-Screen und eine Auflösung von 1440 x 900 Pixel. Der kleinere kommt mit 11,6-Zoll-Bildschirm und 1366 x 768-Pixel Auflösung. Beide haben einen Core 2 Duo-Prozessor (der große mit 1,8 GHz, der kleine mit 1,4) und GeForce 320m-Grafik. Wie beim Vorgänger gibt es kein optisches Laufwerk – und diesmal auch keine Festplatte, sondern SSD onboard. Das beschert ihm Instant on und eine doppelte Geschwindigkeit im Massenspeicherzugriff. Die Akkulaufzeit des großen beträgt 7 Tage Stunden bei Webzugriff und 30 Tage im Standby und 5 Stunden/30 Tage beim 11-Zoll-Modell.

Das Beste wie immer zum Schluss: das 11,6-Zoll-MacBook kostet 999 Euro mit 64-GB SSD, 1149 Euro mit 128 GB. Das 13,3-Zoll-MacBook steht mit 1299 Euro in der Liste (128 GB SSD) und 1599 mit 256 SSD. Wie üblich sind die Preise bei uns genauso fast genauso hoch wie in US-Dollar, wobei man nicht vergessen darf: in USA werden Preise immer ohne Steuer genannt, bei uns ist sie enthalten. Die MacBooks sind ab sofort zu haben. Die gesamte Präsentation kann man sich hier noch einmal ansehen.

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5 Kommentare

  1. MaXXiMuM
    schrieb am 21. Oktober 2010 um 07:54 Uhr (#)

    Nana wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Die Akkulaufzeit beträgt 5 bzw 7 STUNDEN, nicht Tage (schön wär’s!).

    1. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Jungbluth
      schrieb am 21. Oktober 2010 um 09:18 Uhr (#)

      Danke, korrigiert!

  2. Robert
    schrieb am 21. Oktober 2010 um 11:12 Uhr (#)

    Fand die Präsentation doch irgendwie enttäuschend. Es sind ja kaum Neuheiten gezeigt worden, viel eher hat man Elemente neu angeordnet. Ilife 11, bringt somit nur eine geringe Überarbeitung. Was nützt es wen jedem Bild ein Geotag beigefügt wird? Das ist ein Feature für Menschen die nur mit iPhone fotografieren und rund um die Welt reisen. Auch die iMovie Neuheiten wirken mit den Models in den Clips besser als sie eigentlich sind. Den was daran macht den der Nutzer? Am übelsten aber die Prägedruckoption in iPhoto, sicher ist das schön, aber bei den Preisen ist es günstiger zum Drucker an die Ecke zu gehen, zumal die Qualität bei Cewe um Welten besser ist.
    Bei der Preview zu Lion fragt man sich wo den bitte die etlichen Problem und Schwachstellen von OsX angesprochen wurden. Was nützt ein Fullscreen Programmbrowser wirklich? Und der AppStore für den Mac bedeutet ebenso das Apple 30% des Umsatzfür den Store kassiert, sprich die Programme werden wohl teurer und wer kauft schon häufig Programme für seinen Mac? Ehrlich, man installiert bis auf ein paar sehr umfangreiche Packete doch eher nur kostenlose Software. Adobe wird den Shop wohl eh fernbleiben. Der Verdacht kommt auf, das man hier Valve kopiert und hier wirkte der verweis -heute kommen Spiele gleichzeitig für Mac und PC heraus – wohl doch eher kindisch, in der Realität bleiben viele Entwickler fern, zumal die Grafikleistung des Mac’s nicht mehr zeitgemäß ist.
    Bei den neuen MacAir bekommt man gute Technik, hübsch verpackt. Der Preis ist dabei angemessen, wen gleich nicht vergleichbar mit PCs (die aber nicht so gut ausgestattet sind). Um das wenige anzupreisen schwindelt man beim aufwachen aus Ruhezustand und Systemstart. Hier gibt es kaum Unterschiede zu bestehenden Rechner mit SSD Festplatten. Warten auf Wlan oder Lan muss man jedoch immer noch.
    Insgesamt mutet das Ganze wie eine – ja wir haben auch ein wenig an OsX gearbeitet – Veranstaltung an, damit der Anleger an der Börse beruhigt wird. Da wird auch schon mal von den gigantisch angesparten Kapital geredet dass ja auch für Entwicklungen bereitsteht, auch wen man in letzter Zeit nicht viele Entwickler eingestellt hat.
    Eine schwindlige PR Veranstaltung, The best we ever did. Mir wurde es schwindlig als ich den abgemagerten S. Jobs gesehen habe, wie lange der das noch macht?

    1. loons
      schrieb am 21. Oktober 2010 um 13:55 Uhr (#)

      Sehe das sehr ähnlich. Viel Wirbel um nichts wirklich bewegendes.
      Der Appstore ist zwar sicher nett für Entwickler die kostenpflichtige Programme schreiben, aber ich habe es ähnlich erlebt, dass man sich notwendige Dinge (Ofiice-Anwendungen, ggf. Adobe Sachen und was man sonst noch brauchen mag) kauft, aber für Kleinigkeiten nach kostenlosen Programmen sucht.
      Und die Sache mit dem Apps im Fullscreen laufen lassen ist denke ich auch nur eine Sache, die sie haben um sie als Feature verkaufen zu können. Das kann ich mir eigentlich nur beim Macbook Air 11” vorstellen. Sobald es größer wird, ist es denke ich produktiver Fenster zu Benutzen. Was bringt mir ein 27” Monitor, wenn ich den ganzen Platz mit einem Programm ausfülle, das genau so gut mit einem Bruchteil auskommen würde?
      Mission Control sah sehr unübersichtlich aus. Klar auf einem großen Bildschirm sicher ok, aber auf einem macbook, wo ein solches System ja eher von nöten ist, stell ich mir das recht bremsend vor.

      Aber ich habe das ja alles noch nicht ausprobiert und ich hoffe, dass es noch entscheidendere Features geben wird.

  3. @Flyer
    schrieb am 21. Oktober 2010 um 14:24 Uhr (#)

    @MaXXiMuM: oja, aber das sind halt die Herstellerangaben. Erinnern mich immer ein wenig an “Anglerlatein”. Mein Mac hat immerhin schon mal 9 Stunden durchgehalten. Bin mal gespannt was da tatsächlich auf uns zukommt.

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