TomTom Start 2 im Test:
Mehr Navi braucht kein Mensch

TomTom bietet für kleines Geld das Einsteiger-Navi Start 2 an, und bei Saturn konnte man es zuletzt für noch kleineres Geld kaufen – ein Grund, uns das Gerät einmal genauer anzusehen.

Ein Navi für unter hundert Euro, das war vor Jahren noch unwahrscheinlich. Erste Geräte, die diese Grenze unterschritten, ließen doch deutlich zu wünschen übrig. Jetzt bietet auch TomTom seit einiger Zeit ein Modell für diese Zielgruppe mit der Bezeichnung Start 2, das sich der “Hunni”-Schwelle deutlich nähert. Saturn (Köln, Hansaring) hatte letztes Wochenende diese Geräte für unter 80 Euro im Wühlkorb. Das kratzt sogar an der Grenze für die iPhone-App (die 69,99 Euro kostet und keine Verkehrsfunkunterstützung bietet). Das Start ist ein 3,5-Zoll-Navi, das nur die Grundfunktionen bietet – davon aber reichlich.

So erbte das kleinste aus der Familie mit dem Doppelnamen von seinen größeren Geschwistern die drei Funktionen IQ Routes (intelligente Routenführung), Fahrspurassistent sowie gesprochene Sprachennamen. Das konnte bis vor kurzem noch nicht mal dreifach so teures Equipment.

Worauf muss man verzichten? Es dirigiert einen nur durch Zentraleuropa – und da sind Spanien, Griechenland und die nordischen Länder oberhalb Dänemark ausgenommen. Aber Polen und Tschechei sind dabei. Eine Erweiterung ist auch schlecht möglich, weil das Gerät keinen SD-Steckplatz besitzt.

Statt TMC pro gibt es nur das einfache TMC – für meine Begriffe völlig ausreichend. Das Navi muss dafür dauernd an der Zigarettenanzünder-Bordsteckdose klemmen – das überlange Kabel baumelt dabei durch den Fahrzeugvorderraum.

Damit kommen wir direkt zum nächsten Punkt, der Befestigung. Die ist mit zwei Clips oben und unten gegenüber der ringförmigen Halterung der XL und anderen Navis zwischen 100 und 200 Euro besser, denn das Gerät lässt sich eindeutig einstecken und herausnehmen und fliegt einem nicht mehr so leicht entgegen. Dass das Navi sich nicht per Sprachbefehl einstellen lässt – geschenkt. Allerdings fordert der kleine Bildschirm zur Texteingabe spitze Finger.

Im täglichen Fahrbetrieb findet das Start schnell seine Satelliten und dirigiert einen sicher zum Ziel. Sehr schön finde ich den Fahrspurassistent. Gegenüber früher ist das System auskunftsfreudiger und sagt einem auch den Straßennamen – wenn man ihn versteht und wenn man die jeweilige Computerstimme aktiviert. Der natürliche Sprecher klingt deutlicher, sagt aber nur rechts, links und Meterzahl.

Als Lautsprecher ist nur ein Piezo-Klangwandler unter der Befestigungsplatte, und auch deswegen klingen die Computeranweisungen manchmal zu undeutlich (die Männer- konnte ich besser verstehen als die Frauenstimmen).

Fazit: Wer mit dem kleinen Display auskommt, für den ist das TomTom Start (Affiliate-Link) ein vollkommen ausreichendes Gerät. Sollen mehr Länder oder ein größerer Bildschirm her, kostet ein solches Gerät dann auch deutlich mehr. Mehr Navi braucht wirklich kein Mensch – weniger sollte es denn aber auch nicht sein.

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7 Kommentare

  1. Flurin
    schrieb am 26. August 2010 um 16:27 Uhr (#)

    Google Maps Navigation?!

    1. Schreibt hier auf dem Blog Thomas Jungbluth
      schrieb am 26. August 2010 um 16:40 Uhr (#)

      Als preiswerte Alternative zum Stand-Alone-Navi? Ich halte nicht viel davon, ein Handy zur Navigation zu benutzen.

  2. Strupi
    schrieb am 26. August 2010 um 16:54 Uhr (#)

    Navi auf Handy ist sowieso bald veraltet. In der Zukunft wird man für jedes Tool ein eigenes Gerät haben (Ubiquitious Computing)

    Vergleichbar mit dem Schweizer Taschenmesser: Es kann alles und ist praktisch, dass man nur ein Gerät hat… aber in der Küche und allgemein im Haus verwendet man das Ding nie, weil es einfach bequemer und effizienter ist, Messer und Schraubenzieher zu benutzen!

  3. msm
    schrieb am 27. August 2010 um 08:29 Uhr (#)

    @Strubi:
    Dann hast du also bald MP3-Player, Organiser, Taschenrechner, Navigationsgerät, Merkzettel, Buch, Uhr, Stopuhr, Timer, Adressbuch, Fotoapparat, SMS-Gerät, Email-Maschine, Surfpad… immer mit dabei?

    Das alles und noch viel mehr ist mein Handy (Palm Pre) für mich. Wie umständlich wäre es denn, wenn ich immer mehr als 10 Geräte mit geladenem Akku bei mir haben müsste!

    Für die Wohnung magst du Recht haben, aber unterwegs ist mir das Schweizer Tachenmesser lieber!

  4. Robert
    schrieb am 27. August 2010 um 23:57 Uhr (#)

    Ja Navigon oder TomTom sind auf dem iPhone eh ein Graus, seit iOs4 noch schlimmer. Mich ärgert das die Programme so langsam sind und das aussuchen einer Adresse unter der Fahrt einfach nicht möglich ist, weil nach jeden Click erstmal 1 Minute Rechenzeit vergeht.

  5. SCORPiON
    schrieb am 28. August 2010 um 00:02 Uhr (#)

    @msm: Es ist immer eine Frage der täglichen Anwendung.
    Ich für meinen Teil benötige mein Handy zumeist nur zum Telefonieren.
    Wie umständlich wäre es, den Rechner in meiner Arbeit durch mein Handy zu ersetzen?
    Stoppuhr – brauchen viele Menschen nicht, wozu auch? Mir würde nun kein praktikables Beispiel für eine permanente Nutzung einfallen.
    Gut, Timer aka Weckfunktion benutze ich täglich, wenngleich mein Wecker noch immer mein Schlafzimmer ziert, welcher die Uhrzeit an die Decke wirft.
    Zum Thema “Fotografieren” müssen wir uns nicht unterhalten, oder doch? Wenn ja: Entweder will ich fotografieren oder Bilder in bescheidener Qualität aufnehmen. Ich für meinen Teil bevorzuge ein qualitativ hochwertigeres Bild, als das von meinem Telefon. Adressbuch: Punkt für dich. Diese Funktion benutzen viele Menschen täglich – ist auch sinnvoll, wenn nebst den Telefonnummern auch die personenbezogenen Daten aufleuchten.

    Jedoch Merkzettel am Smartphone? Nope, keine Chance. Viel zu umständlich, längeren Text mühevoll einzutippen. Hier bevorzuge ich noch immer die gute alte “echtes Papier mit Kugelschreiber”-Methode. Geht schneller und durch das Handgeschriebene merkt man sich viele Dinge leichter. Ebenso versende ich Mails ausschließlich über meinen PC – auch aufgrund der schnelleren Schreibmöglichkeit, ohne mich durch zu kleine Tasten oder Bedienfelder kämpfen zu müssen.

    Als Audiophiler kann ich zum Thema “One4All” ein gutes Beispiel bringen: Komponentensysteme sind noch immer als Alpha und Omega. Sei es, dass Kompaktsysteme bei Problemen immer als Ganzes getauscht/repariert werden müssen, oder als auch der Aspekt, dass viele Justierungsmöglichkeiten bei den Kompakten – also den “Ich habe alles in einem Gerät”-Systemen nur unzureichend möglich sind.

    mfg SCORPiON

  6. msm
    schrieb am 28. August 2010 um 17:52 Uhr (#)

    @SCORPION:

    Das ist deine Meinung. Ich finde es sehr gut, wenn ich zumindest alles in meinem Handy dabei habe. Natürlich habe ich auch noch einen richtigen Fotoapparat. Aber der ist zu groß, um ihn immer mit zunehmen.

    Und insofern widerspreche ich deinem ersten Posting ganz klar!

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