Dr. Mirows Gamma-Scout im Test:
Geigerzähler für jedermann
Mit dem Gamma-Scout kann man feststellen, ob vielleicht gerade ein AKW ein Leck hat.
[Anmerkung der Redaktion: Wir sind traurig und schockiert über die Katastrophe in Japan und haben diesen Text aus Gründen der Pietät leicht angepasst. Wem er dennoch zynisch erscheint, den bitten wir zu bedenken, dass der Artikel zwei Jahre alt ist.]
Radioaktivität kann man am preiswertesten mit einem Geigerzähler messen: Ein mit Gas gefülltes und unter Spannung gesetztes Rohr wird von es durchquerenden Teilchen kurzfristig leitend – das Gas wird ionisiert. Die Folge ist ein Stromimpuls – das “Knacken” der Radioaktivität.
Bessere Modelle hatten dann auch ein Meßinstrument. Heute, im Digitalzeitalter, schauen Geigerzähler allerdings anders aus:
Statt des Zeigerinstruments ist beim Gammascout (Affiliate-Link) eine Digitalanzeige vorgesehen – und ein Balken darunter zur Tendenzanzeige. Knacken tut auch nichts mehr – auf Wunsch piept es höchstens. Tatsächlich ist der Gammascout ein kleiner Computer: Das Geiger-Müller-Zählrohr ist so das einzige, was er mit dem klassischen Geigerzähler aus dem Physikunterricht noch gemeinsam hat.Außerdem kann mit einem Hebel mechanisch eine dünne Alufolie vor das Zählrohr geklappt werden, um Betastrahlung zu messen, oder eine etwas dickere Aluminiumplatte, um nur Gammastrahlung zu messen. In der dritten Stellung ist das Zählrohr offen zugänglich – es kann dann durch ein dünnes Glimmerfenster Alpha-, Beta- und Gammastrahlung messen.
Dies ist mehr, als billige Zählrohre können – diese messen nur die durchdringendere Gammastrahlung. Doch Alpha- und Betastrahlung werden zwar schon von Alufolie aufgehalten, sind aber im Körper weit gefährlicher. Bei reiner Gammastrahlenmessung werden sie nicht entdeckt.Der Normalzustand des Gammascout ist es dennoch, mit vorgeklapptem Alublech nur Gammastrahlen zu messen: So ist das Zählrohr halbwegs geschützt. Wenn es offen ist, kann schon eine leichte Berührung beispielsweise mit einem Bleistift das Glimmerfenster zerbrechen.
Die Hintergrundstrahlung liegt in Deutschland bei 0,1 bis 0,2 µSv/h (Mikrosievert pro Stunde). Der Gammascout zeigt diese kontinuierlich an – einen Ausschalter hat er nicht, der Strom kommt ja aus derAuf den ersten Blick etwas dämlich – doch durchaus durchdacht: Da der Gammascout nie abgeschaltet ist, mißt er Tag und Nacht und protokolliert mit. Zeichnet man einmal in der Woche auf, kann er zehn Jahre protokollieren, bei einmal täglich sind es immer noch zwei Jahre. Beim Testgerät war so erkennbar, daß die Hintergrundstrahlung beim Hersteller in Heidelberg offensichtlich etwas geringer war als am Testort in Bayern.
Das Gerät selbst kann die Impulsanzahl anzeigen, die Strahlung in µSv/h und die Pulsrate pro Sekunde. Außerdem kann die akustische Signalisierung zugeschaltet werden – dann piept es bei jedem impuls kurz. So ist eine Annäherung an eine radioaktive Quelle leicht feststellbar, allerdings wird die Batterie hierbei sehr viel stärker belastet als bei der reinen Anzeige auf dem LC-Display. Daher garantiert der Hersteller die 10 Jahre Batterielebensdauer nur, wenn man diesen Modkus maximal 10 Minuten am Tag aktiviert. Es gibt ein Normalmodell für 290 €, eins mit zusätzlichem Alarm beim Überschreiten eines einstellbaren Schwellwerts für 350 € und eins für den dauerhaften Betrieb am PC, beispielsweise für eine Online-Darstellung, für 492 €. Das Gerät ist bei einschlägigen Elektronikhändlern wie Conrad und ELV erhältlich, aber auch direkt beim Hersteller.Das Normalmodell kann nicht dauerhaft am PC betrieben werden, nur das Online-Modell, das sich dann aus dem USB-Anschluß versorgt. Der normale Gammascout schaltet die Datenübertragung nach zehn Minuten wieder ab, um Batteriestrom zu sparen. Das reicht zum Auslesen des Datenspeichers.
So modern der Geigerzähler selbst ist, so altbacken ist leider die Computeranbindung. Zunächst einmal arbeitet die Software immer noch mit seriellen Schnittstellen, weshalb zunächst ein USB-Treiber installiert werden muß. Dann ist Installation und Programmaufruf manuell durchzuführen – es wird kein Eintrag im Startmenü angelegt. Und schließlich ist die grafische Darstellung weder besonders attraktiv noch vernünftig bedienbar. Allerdings können die Meßwerte auch in Excel importiert werden – und dann sind wesentlich anschaulichere Balkendiagramme möglich als mit Bordmitteln.Ob Lebensmittel verstrahlt sind, kann man mit so einem Geigerzähler übrigens nicht feststellen – aber zumindest, ob Radioaktivität in der Luft liegt. Nervöse Naturen können sich den Gammascout also neben ihre Wetterstation hängen und sind dann sicher, daß alles noch in Ordnung ist.
Im Test haben wir übrigens einen Gasglühstrumpf als radioaktive Quelle verwendet, wie er beispielsweise für Campinggaslampen verwendet wird. Diese Glühstrümpfe benutzten viele Jahre Thorium, ein radioaktives Element.
Über 500 € für einen ruhigen Schlaf sind zwar nicht wenig – aber der Gammascout (Affiliate-Link) ist technisch deutlich moderner als die knatternden Geigerzähler der Atombombenjahre.


















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Warum kann man nicht messen, ob Lebensmittel verstrahlt sind? Bei uns in Bayern werden Wildschweine nach der Jagd und Pilze nach dem Sammeln kurz geprüft. Warum geht das mit dem Gerät nicht?
Ich wollte mir nämlich einen für mich kaufen um Pilze testen zu können….
Geigerzähler sind dafür zu unempfindlich. Die können feststellen, ob eine unmittelbare Bedrohung besteht. Wenn Du etwas ißt, also in den Körper aufnimmst, ist die Auswirkung der Strahlung aber deutlich stärker – die radioaktiven Elemente können sich z.B. in den Knochen ablagern und dann 20 Jahre wirken.
Pilze, die einen Geigerzähler anschlagen lassen, sollte man nicht mal anfassen. Nur umgekehrt gilt es halt nicht: Wenn der Geigerzähler nichts auszusetzen hat, kann es dennoch zuviel sein. Es werden unter anderem Ionenkammern für Lebensmittelmessung eingesetzt. Die sind aber noch teurer.
“Geigerzähler sind dafür zu unempfindlich”
… da habe ich aber anderes erlebt … in ganz normalen Einkaufsläden …
Danke für die Info.
Was hält man von dieser Info?
>Today I found a report about a school-class experiment
>where they tried to measure radiation of mushrooms.
>http://ph-weingarten.de/h…sche_untersuchungen/
>Because the page is in German, I translate a few words >(shortened):
>We used 2 different geiger counters, one produced in Russia
>and the Gamma_Scout, both can discriminate between alpha/beta/gamma.
>The devices give readings in µSv/h. Natural rates lie between
>0,09 and 0,3 µSv/h. From our measurements we had to subtract
>0,13 µSv/h for background radiation.
>Results:
>The gamma-Scout showed values of 1,0 alpha near Weingarten
>and 0,8 µSv/h for mushrooms from Bad Waldsee.
>Discussion:
>There are still radioactive contaminated areas in southern Germany,
>caused by the 1986 reactor incident in Chernobyl.
(Gefunden auf der Gamma scout yahoo group.)
Gruß Mike
Nun, wie dort beschrieben: Du kannst nachweisen, daß die Pilze in Deutschland je nach Gegend noch heute deutlich strahlen.
Du kannst aber nicht sicher sein, daß Nahrungsmittel, die unter der Nachweisgrenze des Gamma-Scout liegen, für mehr als den sehr sehr gelegentlichen Verzehr geeignet sind. Pilze, Wild etc. gelten ja bis heute nur als für den gelegentlichen Verzehr akzeptabel.
Ein Geigerzähler verwendet ein ziemlich kompaktes Zählrohr, andere Radioaktivitätsmeßgeräte verwenden größere und damit empfindlichere Sensoren und Meßkammern. Die sind aber für den privaten Nutzer zu teuer. Zur verbindlichen Freigabe von Lebensmitteln werden nur aufwendigere (und dann auch geeichte) Meßgeräte zugelassen, keine einfachen Geigerzähler. Der Gamma-Scout hat zwar eine aufwendige Zählelektronik, aber die Empfindlichkeit wird zunächst einmal vom Sensor bestimmt, und da ist ein Geiger-Müller-Zählrohr für Lebensmittel einfach zu wenig. Dafür ist der Geigerzähler handlich, preiswert und im Betrieb z.B. auch beim Strombedarf anspruchslos.
Daß es für das Gerät eine eigene Yahoo-Group gibt, ist interessant. Aber es stellt wohl momentan einen Standard dar, da es das leistungsfähigste für den Verkauf an Jedermann verfügbare Gerät darstellt.
Problematisch dürfte die Reinigung eines kontaminierten Gamma-Scout sein angesichts der Gehäuseöffnungen, ob an USB-Stecker oder Zählrohr. Deshalb kann ich mir ihn in einem kerntechnischen Umfeld nicht vorstellen, als Warngerät in einer “sauberen” Umbung schon.
Sehr geehrter Herr Roth,
in welcher preislichen Größenordnung bewegen sich denn Meßgeräte, mit denen sich die rad. Belastung in einem Nahrungsmittel (z.B. Kaffeepulver, Brot oder Käse) ausreichend gut erkennen und bewerten ließe?
Könnten Sie auch zu den anbietenden Firmen / ggf. angebotenen Fabrikaten einen kurzen Hinweis geben, rein zur ersten Orientierung?
Ist der im Artikel beschriebene “Gammascout” wirklich nur für die Umgebungsluft geeignet? Wie verhält es sich denn mit der Analyse / Bewertung von Hausstaub, zur Not zu einem Häufchen “akkumuliert”?
Ich suche konkret ein Gerät zum Selbstschutz gegen unerkannte Kontaminationen.
Freundliche Grüße
Thomas W.
Vielen Dank für die kompetente Antwort. Hier ist wohl ein Profi unter uns. Vielen Dank, so etwas erlebt man nicht in allen Foren!
Ich hab es nun verstanden und kann deshalb den Einsatzbereich besser verstehen!
Ich denke für die Heimanwendung ist das genau das richtige Gerät. Wie eine Bohrmaschine aus dem Baumarkt, die ist auch für Handwerker ungeeignet.
Übrigens gibt es auch Bilder vom Innenleben:
http://true-random.com/homepage/projects/gmz/
Und hier der Link von der Yahoo Group, sie ist öffentlich:
http://tech.groups.yahoo.com/group/Gamma-Scout/
Gruß Mike
Und nochmals herzlichen Dank für die Information
Na, dann mach mal die Software nicht so nieder !
Haste mal sowas selbst programmiert, mit all den Vorgaben
des Herstellers und den Einschränkungen im Betrieb des Gerätes ? Oder Dein ganzes Leben lang nur Artikel geschrieben ? Was will man mehr ?
Gutes Video zu dem Thema, weil PRAXIS:
http://youtube.com/user/b…23#p/u/3/dFnDluUVw7U
Hallo, aus aktuellem und traurigem Anlaß habe ich auch paar fragen zu diesem Gerät:
Ich hatte vor mir so ein gerät zu kaufen um lebensmittel oder sonstige Gegenstände zu messen, die ich ins Haus von draussen mit reinbringe. Ich der beschreibung weider oben steht aber das es nicht zum Messen von kleinen Objekten geeignet ist.
Was kann man dann genau messen mit dem Gerät? Kann man das dann praktisch nur im Wohnzimmer auf die Fensterablage ablegen?
Wenn man so ein gerät zB jahrelang hat mit “leicht erhöhter Umgebungsstrahlung”….dann ist doch das gesamte Gerät irgendwann mit dieser Dosis “aufgeladen” und liefert dann immer falsche/erhöhte Werte, oder? Kann man dann so ein Gerät wieder von seiner strahlung “leeren”?
Ich habe leider keine Ahnung von solchen Messgeräten, würde aber gerne für mich und meine Familie etwas vorsorgen. Ich möchte zB Nachrungsmittel messen die man “günstig” im Supermarkt gekauft hat, oder auch andere Gegenstände.
Wie muß man sich verhalten wenn man zB ein Objekt im Haus findet das deutlich strahlt. Wo oder wenn muß ich da anrufen, Polizei, Feuerwehr?
Danke, Daniel aus Nürnberg
Hallo, Daniel
Das kommt darauf an was Du als kleines Objekt verstehst.
Das gerät misst 3 verschieden Arten von Strahlung.
Auf Alpha-strahlung regiert es direkt von vorne mit
offener Blende, da es ein sog. Fensterzählrohr benutzt
welches vorne ein Glimmerfenster besitzt damit die alpha-strahlen in die Messkammer des Zählrörchens eintreten kann. Alpha-Strahlung wird schon von Papier abschirmt
und ist, falls nicht gerade an den Hoden getragen oder
Verschluckt relativ harmlos. Beta- und Gamma-Strahlung sind
“härter”, d.h. diese können auch Metalle durchdringen.
Beta Strahlung wird durch z.Bsp. eine Alufolie schon
recht gut abgeschirmt. Die Gamma-Strahlung durchschlägt
das Zählröhrchen von allen Seiten, da diese durch Metall
geht und auch die gefährlichere Strahlung darstellt.
Wenn etwas strahlt kann man das mit dem Gerät schon
feststellen, auch wenn es nur ein keiner Partikel ist der strahlt. Falls Du an Nahrung mit einem solchen Gerät
etwas messen würdest, wäre dies schon sehr bedenklich, da
in nahrung meist nur gereinge Spuren von strahlendem
Material zu finden sind und deshalb eine recht grosse
Menge dieser Nahrung zunächst werscht wird, da man darin
dann die Strahlung erst nachweisen kann.
Wenn man was im Haus vorfindet was strahlt muss dies schon
so stark sein damit man die Polizei holt, dass das Strahlen schon in einem grösserem Abstand zu dem Objekt
fest zu stellen ist. Wegen einer leicht radioaktiven
Kachel im Bad oder einem alten Wecker mit grünen
Leuchtziffern der prächtig strahlt und früher erlaubt
war holt keiner die Polizei.
Zu dem Gerät : Wenn es in Deinem oder dem Lebensraum
Deiner Familie ordentlich strahlen würde kann man dies
mit einem solchen Gerät gut feststellen.
lg
Fritz
Wie oben erläutert, geht es nicht um die Größe der zu messneden Objekte, sondern um die Größe der Meßkammer: Ein Geiger-Müller-Zählrohr ist klein und erwischt damit nicht alles, was von einem zu messenden Objekt ausgeht. Für Lebensmittel ist das zu wenig.
Da es bei der Frage von Daniel nun gerade um Essen geht, muß ich die Antwort von Fritz (m.E. der Entwickler der Software des Gamma-Scout?) allerdings umkehren: Die Alpha-Strahlung ist die gefährlichste, die Gamma-Strahlung die ungefährlichste, wenn es darum geht, was sie IM KÖRPER anrichtet. Denn die Alpha-Teilchen sind am massereichsten. Draußen hält sie schon ein Papier auf, hat man sie bzw, die Alpha-Quelle aber mal “verzehrt”, dann können sie direkt “zuschlagen”.
Die Polizei kann im Übrigen bei Gegenständen in der Wohnung wenig ausrichten, auch wenn die manchmal “die Grünen” genannt werden. Die wäre nur zuständig, wenn Du irgendwelche Sachen gerade gekauft hast, die strahlen. Aber kaum, wenn Du im Keller was findest…
Danke für die Antworten.
Ich wollte bei eBay diese Basis-Version von dem Gama-Scout ersteigern, aber da kann ich nicht preislich erstmal mithalten…ausserdem müßte man dann bis mitte mai-juni warten – so vergriffen sind die Geräte!
Ist schon traurig wenn sich Menschen um solche Geräte schlagen! Ich warte mal ab bis sich diese Nachfrage etwas beruhigt bzw. wenn die Japaner ihre Ofen abgekühlt haben:-(
Danke an Fritz und an
OM Wolf-Dieter, beste 73 es gd dx
Ich kann jedem nur von diesem Gerät abraten.
Hatte es schon in Gebrauch und es ist ein Vergleich zwischen Bentley und Lada.
Wenn jemand ein Dosisleistungsmessgerät haben möchte, der sollte bei den Firmen Automess oder Greatz schauen.
Die Preise liegen zwischen 400 und 2000€ pro Gerät.
Von Automess kann ich das A/D6 empfehlen (1600€)
Von Greatz den GammaTwin (600€).
Hallo Matze,
welche Vorzüge haben die beiden genannten Geräte?
Wie begründet sich die Preisdifferenz zwischen den beiden Geräten? Denn 1000 Euro sind ja eine Menge Geld …
Und um noch einen Schritt weiterzugehen: Wenn man Nahrungsmittel messen müsste (Tee z.B., Brot – oder auch Milch), welches Gerät würde sich da empfehlen?
Ich erhoffe mir dazu Hinweise von jemandem mit Hintergrundkenntnissen und gleichzeitig mit praktischen Erfahrungen.
Schöne Grüsse
Thomas
Matze,
ich kann Dir nicht zustimmen. Ich hatte eines der ersten
Geräte mit RS 232 Schnittstelle. Dieses war etwas lahm in der Anzeige. Die Neuen, welches ich mir vor ca. 8 Wochen gekauft habe und mit Akku ausgerüstet ist sind wirklich vergleichbar mit teureren Geräten, die Du oben anführst.
Fritz
Ich brauche solche Geräte täglich.
Ich hatte das Gerät welches hier im Artikel steht mal zum testen dabei und es war einfach nur katastrophal.
Der Vorteil oder der Mehrwert zu den oben genannten Geräten?
Funktionen, Zubehör wie Messonden, Genauigkeit, Lebensdauer, Robust, Eichfähig.
Wenn Sie wirklich so gepolt sind das Sie ihre Lebensmittel messen möchten, dann sollten Sie an diesem Aufpreis nicht sparen.
500€ sind viel zu viel Geld für so ein Gerät wie es oben beschrieben wird,
ist einfach nur ein Plastikklump!
Hallo Matze,
lässt sich mit den beiden empfohlenen Geräten denn – ohne grösseren vorangehenden präparativen Aufwand – z.B. Milch messen, samt einigermaßen verlässlicher Aussage? Oder Tee, aber ohne das Material vorher veraschen zu müssen?
Das obere Gerät “Gammascout” vermutete ich bereits in der Kategorie der “Conrad-Spielzeuge” (einfach schon deshalb, weil es dort vertrieben wird), da man mit der Mentalität “einfach mal so” und obendrein ganz billig i.d.R. nicht an zuverlässige physikalische oder chemische Meßergebnisse kommt. Jedenfalls habe ich selber das etwas anders in Erinnerung.
“Wenn Sie so gepolt sind …” nehme ich dabei als Bemerkung nicht so tragisch, bei mir hat das Interesse einen ernsthaften persönlichen Hintergrund. Ich bin keiner der Ökofreaks.
Schöne Grüsse
Thomas
hallo,
frage an matze – welchen Zähler würdest du konkret für Japan und Niger empfehlen? Quellwasser/Wasser & Nahrungsmittel testen. Einfach im Gebrauch für Leute die sonst keinen Computer benutzen und auch nicht im Labor arbeiten.
Gruss An
Hi, ich habe zwar täglich mit den Geräten zu tun und bin täglich Strahlung ausgesetzt,
aber ich arbeite im Industriesektor und kann zu Grenzwerten in Nahrung nichts aussagen.
Dafür gibt es bestimmt irgendwelche Vorschriften und Ämter die das Regeln bzw. dazu eine Aussage machen können.
Thomas, wenn die Milch mit Partikeln kontaminiert ist die Gammastrahlung abgeben, dann bestimmt. Alpha kommt vielleicht 2-3cm weit in Milch.
Ruf doch einfach mal bei der Firma an, die kennen ihre Geräte am besten und haben diese für so einen Zweck mit Sicherheit schon einmal benutzt.
Wa auch noch eine gute Adresse ist: Berthold Technologies.
Aber wie gesagt, billig ist keines der Geräte, aber dennoch sind es verdammt gute Geräte.
Ich kann wie gesagt nur vor dem Kauf den Scouts abraten weil es wirklich nur Spielzeug ist. 50€ wäre ein realistischer Preis hierfür.
Hi,
ich persönlich habe den Gammascout seit geraumer Zeit und kann damit eben alpha, beta und gamma-Strahlung messen. Bis dato habe ich hinsichtlich der Umgebungsstrahlung Unterschiede je nach Standort messen können (z.B manche Bergregionen haben durchschnittlich 0,22 microSv, andere Regionen oder Städte zB nur 0,10 microSv). Der Messbereich geht bereits bei 0,01 microSv los und deshalb ist mir trotz der vielen Kommentare oben noch unklar, warum man zB Lebensmittel nicht damit messen können sollte.
Wenn ich z.B. Milch in einen Schale gebe und wenige Millimeter über der Milch messe (mit offenenm Zählrohr) müsste der Gammascout doch sowohl alpha, beta als auch gamma-Strahlung messen ?!
Wenn es also angeblich doch nicht geht, hiese das entweder, dass der Gammascout alpha-Strahlung nicht genau erkennt bzw misst (also entgegen der Herstellerangaben sehr ungenau oder gar nicht funktioniert) oder die Umgebungsstrahlung die Messung überlagert ??!
Ich versteh immer noch nicht, wo das Problem liegt. Mir geht es nicht darum, nicht verstrahlte Lebensmittel exact zu bestimmen, sondern verstrahlte Lebensmittel irgendwie zu erkennen. Es steht auch nirgendwo, welche signifikanten Werte zB bei verstrahlten Lebensmitteln wie zB Milch angezeigt werden sollten. Ab wann ist denn ein Lebensmittel überhaupt radioaktiv gefährlich ? Und warum sollte genau das der Geigerzähler nicht anzeigen ?
Ich weiss, dass die gefährlichen alpha-Strahler nur wenige cm weit ausstrahlen, aber wenn ich direkt ans Objekt gehe, müsste ich doch was messen können ? Evtl. könnte man doch eine Messung über einen gewissen Zeitraum versuchen (zB 10 Minuten) ?!
Ich würde mich sehr über Fachinformationen freuen,
Danke vorab an alle Spezialisten,
Gruss
Steven
Hallo Steven,
zwar bin ich selber nach wie vor misstrauisch gegenüber diesem “Gammascout”-Gerät, freue mich aber über die konkreten Angaben.
Ausserdem würde ich mich genauso über weitere Fachinformationen freuen. Gerne auch mit Links hintendran. Und ich glaube, das Interesse besteht nicht nur bei uns beiden …
Schöne Grüsse
Thomas
Schau doch mal bei den Ämtern nach.
Es gibt festgelegte Grenzwerte für Lebensmittel.
Bitte benutze nicht “verstrahlt”, es heißt kontaminiert.
Da mir jemand hartnäckig in den Ohren lag, habe ich mich überreden lassen und das Original-Gerät aus diesem Test soeben bei Ebay eingestellt. Also wer wirklich ganz schnell einen braucht…
Die sind beim Hersteller noch auf Monate nicht mehr lieferbar, nicht mal bestellbar, weil der keine Teile herbekommt (vor allem Zählrohre sind aus), im Handel sind sie ohnehin nicht mehr.
Ich hasse es, wenn mein Geunke (das aus Gründen der Pietät nicht mehr in dem Artikel steht) so real wird….auch wenn meine Meinung zu Atomenergie nun mehrheitsfähig geworden ist…da wäre ich lieber weiter “Outlaw” geblieben…
Wir haben letzte Woche einen vorbestellten Gamma Scout Geigerzähler bei Conrad gekauft. Dauer von Bestellung bis Lieferung ca. 2 Monate. Er reicht, um allgemein ein Verständnis für versch. Werte zu bekommen.
Besonders stark steigen die Werte bei Regen an.
Hallo, neben dem etwas unhandlichen Gamma Scout gibt es zur Überwachung auch kleinere handliche Personendosimeter. Z.B. die Geräte von Polimaster (sind professionelle Geräte von einem Hersteller der schon lange im Geschäft in Russland ist) haben auch eine gute Software für die Auswertung im Lieferumfang.
Gesehen bei: http://www.geiger-dosimeter.de
Auch wenn der Artikel schon sehr alt ist: Bei der Anordnung ist es doch nicht sehr verwunderlich, daß der Ausschlag bei geöffneter Alpha-Klappe nicht wesentlich größer wird:
1.) Durch die Schachtel wird schon ein Großteil der Alpha-Strahlung abgeschirmt
2.) Die Reichweite von alpha-Strahlen ist in Luft schon nur wenige Zentimeter und auch wenn man die Klappe aufmacht müssen die Alpha-Teilchen erstmal die 1,5 Zentimeter bis zur Folie und dann noch durch diese dicke Folie durchkommen, um gezählt werden zu können…
Deshalb können die meisten verfügbaren und bezahlbaren Geigerzähler ja quasi keine Alpha-Strahlung messen.
Ich kann da einen neuen handlichen Geigerzähler empfehlen, der auch nachweisbar Alpha-Strahlen messen kann:
Geigerzähler RadRate basic
Auf Nachfrage habe ich folgende weiterführende Infos vom Hersteller von Gammascout bekommen: Grundfrage war, ob ich Lebensmittel auf Kontamination testen könnte, also zB Milch:
Antwort:
Der Gamma-Scout ist ein Geigerzähler, er zählt also die durch die Strahlung ionisierten Moleküle an der Kathode des Zählrohres. Dafür braucht die Strahlung eine Mindestenergei (>30 keV). Wenn die Substanz, in Ihrem Beispiel die Milch, mit einem Isotop (z. Bsp. Caesium 137) kontaminiert ist, ist von dieser Seite keine Einschränkung der Messbarkeit gegeben.
Es kommt nicht auf das Material an, in dem die Kontamination sitzt (Luft, Boden, Holz, Metall, Milch usw), sondern auf das Isotop, was darin sitzt und strahlt. Wenn die Kontamination mit Caesium 137 erfolgte, ergibt sich eine Strahlung. Das hat nichts mit Lebensmitteln oder nicht zu tun.
Die Umwelt hat in Europa eine Strahlung aus natürlichen Quellen zwischen ca. 0,15 und 0,25 µSv/h. Die Strahlung ist zufallsbedingt und „streut“. Auf einem Messinstrument werden Sie also in kurzen Abständen ständig wechselnde Werte sehen. Wenn die Lebensmittel jetzt schwache Emission z.Bsp. von 0,05 µSv/h abgeben, werden Sie nicht ohne großen experimentellen Aufwand erkennen können, was von der Umwelt und was aus der Quellsubstanz kommt. Die Gewerbeaufsichtsämter können das auch nur mit großem Gerät und strenger Abschirmung der Emission aus der Quelle von der Einstrahlung aus der Umwelt sichern.
Weil die Einbringung großer Strahlung gesetzlich verboten ist, werden Sie in aller Regel keine Strahlung aus Lebensmitteln finden, die „signifikant“ über der Umweltstrahlung liegt.
Das Problem bei Lebensmitteln liegt anders. Auch kleinste Beimengungen eines strahlenden Isotops (z.Bsp. Caesium 137) werden vom Körper nicht über den Stoffwechsel ausgeschieden, sondern eingelagert. Wenn Sie jetzt regelmäßig solche Substanzen aufnehmen (also nicht in der einmaligen Portion), werden diese Substanzen im Körper kumuliert (Schilddrüse, Wirbelsäule…?weiß ich nicht genau – ist eine Frage der Mediziner). Das können Sie aber nicht mit einem Handgerät zu 300,00 € erkennen.
Resumé: Die von Lebensmitteln ausgehende Emission (>30 keV) geht auch in den Messwert ein. Wenn der Anteil zur Umwelt schwach ist, geht der Anteil aber im „Umweltrauschen“ unter. Wenn eine signifikante Emission (z.Bsp. die Überschreitung des – aus dem Jahreswert herunter gerechneten – gesetzlichen Grenzwertes von 1,0 µSv/h) vorliegt, erkennen Sie die sehr wohl auf einem und unserem Geiger Müller Zähler.
(Anmerkung: Hier kommt die Antwort auf die Frage, ob die Dauer der Messung zu aussagekräftigeren Ergebnissen führt)
Was die Zeitdauer anbetrifft, ändert das nichts an der Aussage. Da nun aus der Umwelt auch Störungen auftreten können, würde man eine Messung im Fall eines erhöhten Wertes einige Minuten laufen lassen (unser Messgerät zeigt beim Betätigen des Strahlungsknopfes kurz den Durchschnitt der letzten 24 Stunden), aber an der grundsätzlichen Aussage ändert das nichts.
Mein Fazit:
Geigerzähler wie zB der Gamascout sind beschränkt auch für die Messung von Lebensmitteln geeignet. Insbesondere, wenn Lebensmittel stark kontaminiert wurden, können diese über deas Gerät erkannt werden. Wichtig sind dann wohl die Messung von Alpha, Beta und Gammstrahlung, die Messgenauigkeit des Geräts und auch die Entfernung zur strahlenden Quelle.
Ich hoffe, dass die Infos weiterhelfen können.