Apple MacBook im Test (1/2):
Nobler Alublock mit Wippe

Damian Amherd, 28. Oktober 2008 09:10 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Die neuen MacBooks: Die Alu-Blöcke haben Multitouch, dafür keine Touchpad-Tasten mehr. Das ist nicht nur positiv – oder wenigstens gewöhnungsbedürftig.

Grade eben richtete Apple das Scheinwerferlicht auf Notebooks und verpasste der MacBook- und MacBook Pro-Reihe ein neues Gesicht. Nebst dem frischen Aludesign “aus einem Guss” machte eigentlich nur eine Neuerung von sich reden: Das tastenlose, dafür deutlich grössere Trackpad. In der Zwischenzeit ist das Testgerät, ein High-End MacBook mit 2.4Ghz-Prozessor, 2GB RAM und 13.3-Zoll-Display bei uns eingetroffen. Sogleich also zu dem Punkt, der alle am meisten interessieren dürfte:

das Touchpad. Mit 10.8cm x 7.8cm ist es, wenn man die “Nettonutzfläche” betrachtet, 65% grösser als das Touchpad des “alten” MacBooks. Wie auch schon in früheren Posts erklärt, hat Apple beim neuen MacBook auf eine separate Taste verzichtet und gleich das gesamte Touchpad zur Taste umfunktioniert.

Dies klingt besser, als es in der Realität ist. So sind zum Beispiel die oberen zwei Zentimer nicht “klickbar”, weil die Taste wie eine Wippe aufgebaut ist. Sprich je weiter unten man klickt, desto weniger Widerstand verspürt man (und umgekehrt). Aber auch sonst erscheint mir dieses “Fläche ist Schalter”-Konzept nicht sehr praktisch.

Bis anhin hat der durchschnittliche Mac-Benutzer wohl meistens zweihändig gearbeitet, sprich mit einer Hand auf der Taste und der “starken” Hand auf dem Touchpad, oder hat aber mindestens einen Daumen auf der Touchpad-Taste liegen gelassen. Dies geht nun nicht mehr, da das Touchpad häufig nicht funktioniert, wenn man zwei Finger darauf platziert hat.

Ferner kommt man, wenn man grössere Bereiche markieren will (zum Beispiel einen Textabschnitt), nicht darum herum, beide Hände zu vewenden. Nennt mich konservativ, aber früher war alles besser… :-)

Was die “gestures”, also die kleinen Fingertricks, die man mit dem Touchpad anstellen kann, angeht, muss ich meine beim MacBook Air-Test gefasste Meinung revidieren: Es ist einfach cool, wenn man mit Daumen und Zeigefinger in iPhoto in Fotos hineinzoomen kann oder wenn man mit der neuen Vier-Finger-Bewegung entweder alle offenen Fenster oder den Desktop angezeigt bekommt. Schade, dass diese Funktionen immer noch bloss von wenigen Applikationen unterstützt werden – sobald man auch in Office und Fireworks zoomen kann, werde ich ein riesiger Fan dieser Funktion sein.

Bis dahin finde ichs bloss nett.

Zu den Schnittstellen. Was die Anschlüsse betrifft, hat Apple etwas gar geknausert. Dass der Firewire-Port beim MacBook verschwunden und nur noch beim MacBook Pro (in Form eines Firewire 800-Anschlusses) zu finden ist, stört mich persönlich nicht so, Besitzer von Firewire-Festplatten oder sonstiger Firewire-Hardware wohl schon eher (klar gibt es Adapter, aber trotzdem…).

Ferner wäre es auch schön gewesen, wenn die USB-Ports etwas zahlreicher und zudem vor allem mal etwas weiter auseinander wären (die Begründung, dass man ja via TimeCapsule weder Drucker noch Festplatte direkt via USB anschliessen muss, lasse ich nämlich nicht gelten), aber ich will ja nicht nörgeln… Aber eben – wenn man einen etwas breiteren USB-Stick einstöpselt, ist der andere Port unerreichbar und somit auch unbenutzbar. Statt alle Anschlüsse nebeneinander zu quetschen, hätte man da ruhig etwas mehr Platz lassen können.

Alles in allem findet man an der linken Seite des MacBooks (rechts befindet sich wie gehabt das SuperDrive) den MagSafe-Port für Strom, einen Gigabit Ethernet-Anschluss, zwei Mal USB 2.0, den Mini-DisplayPort, die optischen Audioanschlüsse sowie die Kerbe für ein Kensington Notebook-Schloss. Ferner hat Apple nun die Ladeanzeige des Akkus an der Seite angebracht – wieso auch nicht.

Zum Schluss noch einige Worte zum Gehäuse und dessen Verarbeitung: absolut grundsolide! Da liegen Welten zwischen meinem Kunststoff-MacBook und dem neuen Alu-Gehäuse, welches aus einem einzigen Aluminiumblock gefräst wird und deshalb logischerweise sehr stabil ist.

Etwas gibt es hier aber (leider) dennoch zu bemängeln – die Akku- und Festplattenabdeckung auf der Gehäuseunterseite hat (bei unserem Testgerät) ziemlich viel Spiel und klappert des öfteren vor sich hin, wenn man etwas energischer tippt. Ansonsten: tolles Feeling und gute Verarbeitung.

Im nächsten Teil des Tests lest ihr, was es mit dem Bildschirm bzw. dessen Hintergrundbeleuchtung auf sich hat, und was das MacBook in Sachen Performance so hergibt.

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8 Kommentare

  1. Dave
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 10:34 Uhr (#)

    Danke für den Bericht… habe auch seit gestern hier ein Mac Book stehen.

    Wie sieht es bei euch aus, wenn ihr in den Bildschirm schaut, in den linken Bereich! Seht Ihr da auch die Beleuchtung?

  2. Damian Amherd
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 14:45 Uhr (#)

    Wie meinst du das genau, Dave?

  3. Dave
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 15:48 Uhr (#)

    nun ja, wenn ich beim mac book seitlich in den bildschirm schaue, also auf der linken seite, sehe ich so eine helle lichtquelle, welche aber nur dort vorhanden ist, wenn ich rechts seitlich reinschaue, also von der seite, ist es nur schwarz. ist dies normal.

    ist ein bisschen schwierig zu beschreiben ;-)

  4. Damian Amherd
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 15:55 Uhr (#)

    klingt eher icht normal

  5. Dave
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 16:10 Uhr (#)

    hmmm… aber es hat keine Auswirkungen… es stört auch nicht… wie ist dies bei Euem Testmodell? Sieht man da etwas, wenn man seitlich schaut?

  6. robert
    schrieb am 28. Oktober 2008 um 16:26 Uhr (#)

    weis jemand wann es neue MacPros gibt?
    Besonders das Umweltthema und die giftigen Isolierungen machen mir Sorgen, weil ich quasi gleich nebenan wohne.

  7. REINHEITCOS
    schrieb am 2. Januar 2009 um 12:47 Uhr (#)

    Wie meinst du das genau, Dave?

  8. Dominik
    schrieb am 1. Februar 2009 um 15:46 Uhr (#)

    Danke für den Bericht! Endlich spricht mal einer aus wie “gewöhnungsbedürftig” das neue trackpad is. Ich fands echt schade dass man nur unten klicken kann… Ausserdem find ich auch dass Text markieren und solche sachen echt zur Herausforderung werden mit einer Hand. Naja das is wohl auch das einzige wofür ich die Klick-taste noch verwende, sonst mach ich eigentlich alles durch berühren (was aber dafür echt gut funktioniert)… Ob es nun ein grosser Fortschritt ist oder nicht wir werden uns wohl dran gewöhnen müssen (Apple wär vermutlich eh zu stolz wieder zurückzurudern ;) ).

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