Jobo PhotoGPS:
Instant Geotagging beim Abdrücken

Mit dem PhotoGPS, einem GPS-Empfänger für den Blitzschuh, macht der deutsche Foto-Zubehörhersteller Jobo das geotagging einen Schritt einfacher.


Wir warten ja eigentlich darauf, dass nach den Handys auch die Fotokameras endlich alle ein integriertes GPS kriegen. Dass die Hersteller von Spiegelreflexkameras zuerst auf Viedo setzen, verwundert deswegen ein bisschen. Denn Geotagging – die Markierung des Ortes, wo die Aufnahme gemacht wurde – dient Urlaubsknipsern genauso wie Profis:

Die einen wollen zu Hause mit ein Paar Mausklicks ihre Reiseroute in Google Earth betrachten und die Bilder einbetten können, die andern brauchen möglichst viele stichhaltige Daten in den Exif-Feldern der Fotografien, um ihr Portfolio effizient verwalten zu können.

Bis jetzt gibt es eine Hand voll angekündigter Kompaktkameras mit integriertem GPS und Nikons Schnittstelle an den gehobeneren Spiegelreflex-Modellen (ein Test eines daran angeschlossenen GPS ist auf fokussiert.com zu finden) – und sonst noch gar nichts. Doch halt: Auf der Photokina hat Jobo diesen GPS-Empfänger namens PhotoGPS vorgestellt, der in den Blitzschuh von Spiegelreflex und Kompakten wie beispielsweise Canons G9 passt.

Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes als einen GPS-Tracker, der allerdings nicht konstant die Koordinaten mit schreibt, sondern immer nur dann einen Standort speichert, wenn der Auslöser der Kamera gedrückt wird: Der Blitzkontakt wirkt dabei als Auslöser für den Tracker. 1000 Standorte können in den kleinen Speicher geschrieben werden.

Wie bei den anderen Systemen mit einem externen GPS-Empfänger werden danach auf dem PC die Fotos mit dem Strom an Standortdaten abgeglichen und an Hand der Aufnahmezeit mit den dazu passenden Standortkoordinaten versehen.

Das PhotoGPS hat dabei einen enormen Vorteil: Stimmen nämlich bei den übrigen Lösungen die Uhrzeit der Kamera und die der GPS-Daten (die von den Satelliten geliefert wird) nicht exakt überein, kann es zu massiven Verschiebungen aller Bilder auf der Route kommen, was bisweilen mühsam zu korrigieren ist.

Der Jobo PhotoGPS-Empfänger allerdings hat ein Muster an Standortdaten, das mit jenem der aufgenommenen Fotos übereinstimmt – und so müsste der Abgleich selbst dann korrekt von statten gehen, wenn zwischen den Zeiten im GPS und der Kamera ein gleichbleibender Unterschied besteht.

Das PhotoGPS von Jobo hat dabei keine Kabelverbindung zur Kamera, und offenbar noch nicht mal einen Einschalter: Die Auslösung erfolgt ausschliesslich durch den Blitzkontakt. Der integrierte Akku mit lediglich 120mAh Kapazität wird über die USB-Verbindung bei der Abfrage der Daten geladen; der Jobo-Server, über den der Abgleich von Fotos und GPS stattfindet, reichert die Koordinatendaten zusätzlich mit Adressdaten an, welche in die entsprechenden Felder der Metadaten geschrieben werden: Am Ende hat der Benutzer also nicht nur unverständliche Koordinaten in seinen Fotos, sondern Land/Stadt/Strasse und eventuell sogar den Namen einer Sehenswürdigkeit.

Das ist sicher eine gehörige Erleichterung gegenüber dem “freihändigen” Geotaggen mit einem Tracker. Aber es hat auch seinen Preis: Statt einer zweistelligen Summe für einen GPS-Tracker, den man mit der freien Software von Microsoft oder dem GeoSetter nutzt, werden 159 Euro fällig.

Wenn es dafür aber in Zusammenarbeit mit der Software ähnlich bequem wird wie mit der Lösung, die für die Nikon-Kameras besteht (und bei der für den Eintrag der Adressdaten in die Bilder ebenfalls noch ein Durchlauf durch eine Software wie Microsofts Pro PhotoTools nötig ist), dann sind wir der integrierten Geotagging-Lösung rund hundert Euro näher gekommen.

Jobo PhotoGPS

Mehr lesen

Turtleback Turtlejacket iPhone Cases: Das iPhone als universelle Kamera

5.4.2012, 0 KommentareTurtleback Turtlejacket iPhone Cases:
Das iPhone als universelle Kamera

Turtleback ist ein Unternehmen mit Sitz in Hongkong, das mit seinen Produkten die Welt der iPhoneographie erweitern will. Zum Beispiel mit seinen Turtlejacket Gehäusen, die unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten für Objektive bieten

BumpyPhoto: 3D-Skulpturen aus deinen Fotos

15.3.2012, 5 KommentareBumpyPhoto:
3D-Skulpturen aus deinen Fotos

Die US-amerikanische Firma BumpyPhoto hat eine interessante neue Anwendung für 3D-Drucker gefunden: Sie erstellt farbige, dreidimensionale Skulpturen aus den Fotos der Kunden.

Bonbonfarbige Canon IXUS: WLAN, Touchscreen, Augenweh?

20.2.2012, 0 KommentareBonbonfarbige Canon IXUS:
WLAN, Touchscreen, Augenweh?

Schon vor einigen Tagen hat Canon die Meldung herausgegeben, dass in Kürze neue Kompaktkameras aus der IXUS-Modellreihe erscheinen werden. Die beiden Modelle heissen Ixus 510 HS und Ixus 240 HS und werden angekündigt als «Elegante Neuzugänge mit Touchscreen und WLAN»

Asthmapolis Spiroscout Inhalator mit GPS: Geotagging gegen Asthma

18.4.2011, 0 KommentareAsthmapolis Spiroscout Inhalator mit GPS:
Geotagging gegen Asthma

Das Unternehmen mit dem sprechenden Namen Asthmapolis entwickelt Spiroscout genannte Asthma-Inhalatoren mit eingebautem GPS-Sensor, die Daten über die Zeit und den Ort sammeln, an denen das Asthma-Spray verwendet wurde

Casio EX-H20G: GPS-Multitalent mit 10-fach-Zoom

21.9.2010, 0 KommentareCasio EX-H20G:
GPS-Multitalent mit 10-fach-Zoom

Die 14-MP-Digitalkamera kann auch Bilder in Gebäuden genau per GPS zuordnen.

Samsung WB650: Kamera weiß genau, wo man ist

18.5.2010, 2 KommentareSamsung WB650:
Kamera weiß genau, wo man ist

Diese Digitalkamera kann mit GPS und Landkarte jedes Foto genau zuordnen.

Garmin Forerunner 910XT: Des Triathleten Liebling!

9.10.2011, 4 KommentareGarmin Forerunner 910XT:
Des Triathleten Liebling!

Der Garmin Forerunner 910XT vereint Schwimmtrainer, Radcomputer und Joggingpartner in einem, wenn er tatsächlich so funktioniert wie beworben, kommen ernstahfte Sportler und Triathleten kaum an ihm vorbei.

Nikon Coolpix AW 100: Gebaut fürs Abenteuer

31.8.2011, 1 KommentareNikon Coolpix AW 100:
Gebaut fürs Abenteuer

Nikon präsentiert mit der AW 100 seine erste robuste Outdoor-Kamera, die nicht nur Schauer aushalten, sondern dicht bis 10 Meter Wassertiefe sein soll.

Garmin Forerunner 610 im Test (2/2): Trainingslager in der Cloud

31.7.2011, 4 KommentareGarmin Forerunner 610 im Test (2/2):
Trainingslager in der Cloud

Der Garmin Forerunner 610 ist eine tolle Trainingshilfe, doch ohne PC-Auswertung nutzt das wenig. Mittlerweile hat man die Wahl zwischen der völlig überholten offline Software Trainings Center und dem ansprechend designeten und vor Funktionen strotzenden Cloud-Service Garmin Connect.

PlanOn Scanstick: Der Scanner in der Hemdtasche

12.4.2012, 0 KommentarePlanOn Scanstick:
Der Scanner in der Hemdtasche

Das mobile Büro ist noch immer schwer und unhandlich, mit dem Scanstick von PlanOn spart man sich Platz und Gewicht für einen Scanner.

SIStech Solarfold Chepre: Solarpower für unterwegs

10.3.2012, 28 KommentareSIStech Solarfold Chepre:
Solarpower für unterwegs

Für meine Weltreise-Vorbereitungen teste ich diverse Gadgets, die mir das Leben erleichtern sollen. Diesmal: Solarpanels von SIStech. Auch bei Solarpower für unterwegs gibt es erhebliche Unterschiede.

Canon EOS 5D Mark III: Verkaufsstart der neuen Spiegelreflex steht fest

2.3.2012, 7 KommentareCanon EOS 5D Mark III:
Verkaufsstart der neuen Spiegelreflex steht fest

Canon hat am heutigen 2. März 2012 angekündigt, dass Ende März die EOS 5D Mark III in den Handel kommt. An den Daten der Spiegelreflex fällt vor allem die maximale Empfindlichkeit von ISO 102'400 ins Auge.

4 Kommentare

  1. Joerg
    schrieb am 30. September 2008 um 10:49 Uhr (#)

    Auf das Gerät warte ich seit der Ankündigung von vor 2 Jahren.

  2. axel
    schrieb am 2. Oktober 2008 um 16:51 Uhr (#)

    Also ich finde den Preis einfach viel zu hoch.
    Ich habe mich mal bei Pictomio als Beta tester für deren neues Pictogeo Addon bewrorben. Wenn das klappt, habe ich das alles zusammen für 50€ und brauch nur eine Sofware!

  3. pixel123
    schrieb am 6. Dezember 2008 um 19:18 Uhr (#)

    Im Gegensatz zu allen anderen GPS-Trackern wird das Jobo Teil durch die Kamera via Blitzschuh ausgelöst. Dadurch entsteht ein Raster von GEO Punkten, welches sich viel genauer mit den vorhandnen Fotos abgleichen lässt. Ich habe diese Gerät mir sofort gekauft, nachdem mir die Nachteile eines einfachen “Uhrenvergleiches” von geo daten und Fotos klar waren. Die beiliegende Software sucht sogar Sehenswürdigkeiten und ähnliches heraus und trägt diese ordentlich in den IPTC/XMP Header ein. Somit hat man fast eine automatische Bildbetextung. Auf alle Fälle sind Ort, Land, und Bundesland korrekt eingetragen. Da die Geodaten sich im EXIF Header befinden, kann man mit anderen Programmen auch sehr schön experimentieren. So zeigt z.B. xnview das Bild in Google maps an. Kurzum das Jobo Teil ist echt klasse und hat durch die Auslösung via Kamera zur Zeit ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Trotzdem möchte ich ein paar negative DInge anmerken. Als erste ist das fehlende Feststellrad am Blitzschuh zu beklagen. Da nur an einer Seite ein Kontakt ist, sitzt das Photo GPS echt locker (mir schon einmal heruntergefallen). Ich mache jetzt immer eine Gummiband drum, was nicht gerade sehr professionell aussieht. Die Software könnte noch ein bisschen bedienungsfreundlicher sein und noch mehr Features im Bereich der Metadaten haben. Außerdem warte ich auf die Mac Version (f… Vista!) ! Der verwendete Dateityp (.sdf) für die Geodaten ist auch eher exotisch und passt kaum zu vorhandenen anderen Programmen. Das Gerät wird auch kaum als GPS Empfänger von anderen Programmen erkannt. Fazit: Solange es die Hersteller ist nicht schaffen (Außer Ricoh und NIkon) in die Kameras, vorallem in die DSLRs, GPS Empfänger einzubauen, ist die Lösung von Jobo für Photo Tagging zur Zeit einmalig und zu empfehlen.

  4. Datensammler
    schrieb am 26. Dezember 2009 um 21:33 Uhr (#)

    Gerät gekauft – aufgeladen – auf den Blitzschuh gesteckt – Fotos geschossen – an den PC angeschlossen – Software installiert. Alles soweit gut durchdacht. Doch ohne Verbindung ins Netz, besser gesagt zu einem dedicated server in England (derzeit bei http://www.netbenefit.com/), verweigert die mitgelieferte Software jeglichen Import der Geodaten vom Gerät auf den PC, geschweige denn das Verknüpfen von Fotos mit den Positionsdaten. Eine Software, die zum ‘Anreichern’ der von mir erzeugten Geodaten eine Verbindung zu einem Server im Ausland aufbauen und meine Positionsdaten übertragen muss, bloß um mir eine Adresse oder Sehenswürdigkeiten herauszusuchen und mir dabei noch nichtmal die Wahl lässt, sondern bei fehlender Verbindung einfach den Dienst verweigert? Nein Danke. Gerät eingepackt – Kauf widerrufen – Gerät zurückgeschickt.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

  • Neuerdings auf Twitter

  • Über neuerdings.com

    Die tägliche Dosis Technik. Wir melden nicht nur das Erscheinen neuer Gadgets, sondern testen sie aus Anwendersicht.

  • Autoren