Test Nokia 6220 classic II/II:
GPS-Löcher und Geo-Schnappschüsse

Kurt Haupt, 12. September 2008 12:31 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Mit ein wenig Vorbereitung wird aus dem Nokia 6220 ein Reisebegleiter für den Städtetripp. In Basarschluchten verliert es aber dann schon mal die Orientierung. Dafür findet man den Schnäppchenshop jederzeit wieder und auch die Fotos “wissen” wo sie geknipst wurden.

Theoretisch versieht das 6220 alle Fotos mit Geo-Informationen. Es zeichnet also auf, wo das Foto gemacht wurde und speichert diese Infos in der Bilddatei. Deshalb kann man dann solche Bilder einfach beispielsweise via Picasa oder Flicker bei Google-Maps auf einer Landkarte verankern. In der Realität hatte die Hälfte meiner Bilder dann wirklich eine Positionsangabe, bei den restlichen fehlte sie vollkommen. Am einfachsten lässt sich dieses Feature übrigens mit dem kostenlosen Grafikbetrachter IrfanView kontrollieren. Es zeigt unter “Infos, Exif” nicht nur die Daten an sondern holt mit einem weiteren Mausklick auch gleich den Kartenausschnitt aus Google Earth auf den Schirm. Fehlt nur noch, dass man mit “Herumziehen” in Earth auch gleich die Koordinaten im Exif-Bereich korrigieren kann. Da hilft dann nur der Griff zum Panorado Flyer, der via Google Maps Bilder mit GPS-Daten versieht. Ich habe nicht herausgefunden, wie man während der Fotografiererei sicherstellt, dass die Positionsdaten mitgespeichert werden. Dass das Nokia 6220 in Gebäuden die GPS-Postition verliert, ist verständlich. Unklar ist mir allerdings, warum dann die Kamera nicht einfach sämtliche Bilder mit der letzten eruierten Position markiert. Aber vielleicht liest ja ein Softwareentwickler von Nokia auch mal bei Neuerdings.com rein.

Grundsätzlich bin ich aber Fan von Fotos mit GPS-Daten, weil man so später jederzeit wieder sämtliche Bilder von Istanbul auf der Festplatte findet, auch wenn man drei verschiedene Reisen unternommen hat.

Gemeiner Vergleich
Dass ich von der Bildqualität des 6220 nicht wirklich begeistert bin, liegt an einem gemeinen Vergleich. Ich habe nämlich auch noch eine Canon PowerShot SX110 IS auf die Reise mitgenommen und mit ihr Vergleichsbilder geschossen. Während man also die Handy-Fotos an sich noch als “ganz hübsch” betrachtet, verblassen sie im Vergleich zu einer “echten Kamera” deutlich.

Mehr Details zu diesem unfairen Vergleich findet sich bei
Nokia 6220 classic gegen Canon PowerShot SX110 IS: Unfaires Knipser-Duell

Fazit:

Das Navi-Handy mit Städteführer war ein recht tauglicher Reisebegleiter. Es ist natürlich kein Ersatz für meine orientierungsstarke Lebenspartnerin. Während das Handy mit sporadischen GPS-Ausfällen nervt, stoppte Frau dafür regelmässig vor Schuhläden. Wer das Nokia mit auf eine Reise nimmt, sollte unbedingt vor der Abreise sämtliche benötigten Karten auf die SD-Karte laden und auch benötigte Zusatzfunktionen freischalten. Wie viel das kostet lässt sich auf der Maps-Homepage zusammenrechnen oder am Handy unter Maps, Extras ausprobieren. Hier lassen sich übrigens auch die meisten Stadtführer für 10 Minuten zur probenutzen. Mit einem doch recht moderaten Preis von 320 Euro (knapp 500 Franken) ist das Handy seinen Preis wert.

Test Teil I

Sämtliche technischen Daten finden sich auf der Produkteseite des Nokia 6220 classic.

Einige Testbilder des Nokia 6220 classic in voller Auflösung habe ich bei Picasa geparkt.

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5 Kommentare

  1. Mani
    schrieb am 12. September 2008 um 14:11 Uhr (#)

    Sehr intressanter Bericht, Dankeschön! Wobei ich nicht ganz einig bin punkto Geotagging bei nicht vorhandenem Empfang. Stell Dir vor ich mache ein paar Fotos irgendwo in einer Stadt, stecke das Handy dann in die Tasche und fahre zig Kilometer woanders hin. Da mache ich dann in einer Kirche (natürlich ohne himmlischen GPS-Empfang) Fotos, und die letzte Position wird gespeichert. Die Verwirrung wäre komplett! Dann finde ich sinnvoller kein Geotag zu speichern, um anzuzeigen dass die Position unbekannt ist! Oder mindestens die alte Position nur wenige Minuten lang zwischenzuspeichern…

  2. Kurt Haupt
    schrieb am 12. September 2008 um 15:56 Uhr (#)

    @Mani: Wie wäre “Keine aktuelle GPS-Positition – letzte Position verwenden?” als Frage im Display? :-)

  3. Mani
    schrieb am 12. September 2008 um 22:06 Uhr (#)

    @Kurt Haupt: Jaaaa, das wäre vieleicht noch clever… Einverstanden, den Kompromiss gehen wir ein! Habt Ihr zugehört, liebe Nokia-Entwickler???

  4. pete
    schrieb am 13. September 2008 um 21:33 Uhr (#)

    danke für den test, endlich mal jmd, der die gps-fkt. in der praxis ausprobiert hat. dass nokia immer noch kein update auf die reihe gekriegt hat (http://europe.nokia.com/A4577225), ist echt ärgerlich. werde mit dem kauf bis dahin warten (evtl. ewig;-)

  5. gps-kamera.eu
    schrieb am 15. September 2008 um 09:38 Uhr (#)

    Hi,
    ich hab mit speziellen Foto-GPS zum Direktanschluss an Nikon und Canon DSLR-Kameras zu tun. Etwas andere Gewichts udn Zielklasse. Von Solmeta gibt es Blitzschuh-GPS die als “auto-indoor” die letzte bekannte Position weiter ins EXIF speichern.
    Ja, die Meinungen gehen auseinander. Aber die Meisten sagen: “Besser angenäherte Koordinaten als gar keine Koordinaten!”

    1. Kann ich mit geeigneter SW durch umplatzieren des Symbol auf der Karte die Koordinaten nacharbeiten. Und zwar um so leichter wenn ich schon die Karte auf die nahegelegene echte Position gezoomt bekomme.

    2. In den meisten Situationen ist die “gefixte” koordinate gut genug. Wenn ich in eine Kirche, Höhle, … gehe dann sind die Koordinaten des Eingangs mit das beste was ich ja noch haben kann.

    3. Wenn ich meine Bildbestände über die Geografie filtern können möchte, dann sind Bilder ohne Koordinaten nichts Wert. Es gibt mittlerweile Möglichkeiten zur Kartensuche (Such-Rechteck auf der Weltkarte auziehen und alle Bilder im Rechteck werden herausgefiltert …)

    Gruss
    Seb

    http://www.gps-kamera.eu

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