ReWalk:
Hoffnung für Querschnittgelähmte

Don Dahlmann, 28. August 2008 12:31 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

ReWalk ist eines der beeindruckensten Entwicklungen, die ich seit langer Zeit gesehen. Die Technologie hilft Querschnittgelähmten, wieder gehen zu können.

Rund 1.000 Menschen erleiden alleine in Deutschland pro Jahr eine Querschnittlähmung. Meist ist man den Rest seines Lebens an einen Rollstuhl gefesselt, kann keine Treppen benutzen und am alltäglichen Leben nur unter bestimmten Umständen teil nehmen. Doch was da eine israelische Firma entwickelt hat, gibt vielen Gelähmten die Hoffnung auf ein “normales” Leben. Mittels eines Exoskelettes und viel Technologie sollen Paraplegiker wieder gehen können. Das wirklich bemerkenswerte an der Erfindung: sie ist fast serienreif und kostet vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, welchen Gewinn an Lebensfreude man mit dem Exoskelett wieder erhält.

In einem bemerkenswerten Video von ReWalk kann man die Funktionsweise der Technologie erkennen. Hauptdarsteller ist Radi Kaiof, ein ehemaliger Fallschirmjäger der israelischen Armee, der seit über 20 Jahren im Rollstuhl sitzt. Nachdem er “ReWalk” angelegt hat, kann er aber aufstehen, gehen, Treppen benutzen und längere Zeit stehen. Möglich ist dies durch ein Exoskelett, also eine zusätzliche Gehhilfe, die um die Beine geschnallt wird.

Mittels eines Senders, der am Arm befestigt ist, kann man ReWalk sagen, was man gerade tun möchte. Gehen, stehen oder Treppen steigen, bzw. heruntergehen. Gesteuert wird alles mittels eines Rechners, der zusammen mit den Batterien in einem Rucksack versteckt ist.

Noch verblüffender als die eh schon atemberaubende Technologie ist allerdings der Preis, den man ins Auge gefasst hat. 20.000 Dollar soll der gesamte Anzug kosten. Klingt auf den ersten Blick nach viel, aber wenn man bedenkt, welche Freiheit man damit wieder erlangen kann, erscheint die Summe überschaubar.

2010 soll ReWalk auf den Markt kommen, das zur Zeit noch in einer Klinik in Tel Aviv getestet wird. Vorbestellen kann man noch nicht, aber die Firma sucht auch noch Investoren

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3 Kommentare

  1. dgf
    schrieb am 28. August 2008 um 16:15 Uhr (#)

    Hmm, eine israelische Firma die Investoren sucht – im Land des Venture Kapitals? Bei meinen letzten ExPats dort habe ich selten ein innovationsfreudigeres Businessumfeld gesehen als dort. Fast wie zur Dot-Com-Boomphase – nur mit dem Unterschied, dass es dort funktioniert ;).

  2. lisa
    schrieb am 1. September 2009 um 18:55 Uhr (#)

    Eine ganz gute Sache für die Therapie (Belastung der Beine gegen den Knochenschwund), aber absolut kein Ersatz für den Rollstuhl. Man wird hiermit zwar von A nach B laufen können, aber solange die Krücken nötig sind, nie seinen Alltag selbständig mit bewältigen können. Dieses ist jedoch mit dem Rollstuhl kein wirkliches Problem.

  3. Jackie
    schrieb am 1. September 2009 um 19:01 Uhr (#)

    Als Therapiegerät sicher eine gute Sache. Für den Alltag aber leider nicht geeignet, da keine alltagüblichen Tätigkeiten verrichtet werden können, wie Haushalt führen u.a. womit kein selbständiges Leben möglich ist. Dazu müsste ein Gerät erfunden werden, bei dem freihändiges Gehen möglich ist! Einen Rollstuhl ersetzt es in keinem Fall, wenn man ohne nennenswerte Hilfe leben möchte!

    Gruß von einem Rollstuhlfahrer ;)

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