General-Keys-Laserpointer:
Mit Vorsicht zu benutzen
Von Wolf-Dieter Roth am 15. Juli 2008 um 07:22 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Home-Entertainment, Tests, Zubehör
Laserpointer sind ein faszinierendes Spielzeug und ein praktisches Hilfsmittel für Vorträge. Grün ist dabei besser sichtbar als rot - aber meist auch teuer. Nun gibt es den “General Keys Hightech-Laserpointer mit grünem Festkörper-Laser” für knapp 30 Euro. Wir haben ihn getestet.

Oben: General Keys Hightech-Laserpointer mit grünem Festkörper-Laser. Unten: normaler roter Laserpointer (Bild: W.D.Roth)
Laser sind faszinierend. Man kann über Hunderte von Metern einen rätselhaften roten Punkt an eine Hauswand setzen. Vor mehr als 20 Jahren tat ich derartiges mit einem Helium-Neon-Laser, der noch richtig aufwendig im Betrieb war: Hochspannungs-Netzteil, bruchgefährdet, beschränkte Lebensdauer und teuer (etwa 250 DM).
Der Effekt war famos:
Die Leute liefen mitten in der Nacht zusammen, konnten sich nicht erklären, wieso der i-Punkt von “Eisen Metzger” auf einmal so rätselhaft rot gesprenkelt schimmerte. Die Quelle des Lichts war nicht erkennbar. Bis zu dem Moment, als Nebel aufkam …

General Keys Hightech-Laserpointer neben normalem roten Laserpointer: Eindeutig heller für das Auge und auch für die Kamera (Bild: W.D.Roth)
Immerhin: Transportabel war der Helium-Neon-Laser - ich hatte ihn in nebst Hochspannungnetzteil und Akkus ins Gehäuse eines ausgeschlachteten Kofferradios eingebaut. Aber abgesehen von Vermessungsaufgaben und Diskothekenshows gab es noch keine Alltagsanwendung für so ein Gerät.
Dann kamen die ersten Halbleiterlaser in Stiftform. Nicht viel billiger als der Helium-Neon-Laser, aber kleiner und nicht mehr so erschütterungsempfindlich. Und wie von Taschenlampen gewohnt mit schlechten Kontakten. In Vorträgen oft Quell von Heiterkeit, weil sie einfach nicht leuchten wollen, bis der Vortragende zwanzigmal wütend auf die Taste gehackt hat.

Das Auge ist für die grünen Laser bei 532 nm Wellenlänge etwa 20x empfindlicher als für die roten bei 66 nm (Bild: Pearl)
Heute, wo Vorträge mit Beamer und Notebook gehalten werden, ist der Laserpointer eigentlich wieder passé: Es ist wesentlich sinnvoller, sein Publikum anzusehen und mit der Maus auf Details am Bildschirm zu zeigen, als ihm den Rücken zuzuwenden, um mit einem roten Pünktchen auf der Leinwand rumzusausen.
Was dagegen nie so recht geklappt hat, ist Farbfernsehen mit Lasern: Das Licht der Laser ist sprektral so rein, daß es sich bei Brillenträgern sofort wieder in die Grundfarben zerlegt, wenn die den Kopf auch nur leicht neigen, und grüne und erst recht blaue Laser sind auch viel zu teuer.
Grüne Laser haben aber einen Vorteil gegenüber roten: Ihr Licht entspricht mehr der spektralen Empfindlichkeit des Auges. Man sieht sie also besser.

Das sollte man mit einem Laserpointer nicht tun. (Bild: Pearl)
Allerdings strahlen die Laser-LEDs nicht grün. Vielmehr wird das rote Laserlicht in einem Kristall in der Frequenz verdoppelt, so dass es grün wird. Natürlich geht dabei auch Leistung verloren, doch die höhere Helligkeit für das menschliche Auge macht dieses wett. Das erklärt den höheren Preis.
Leider werden grüne Laserpointer in den USA und Australien massiv für groben Unfug missbraucht. Es ist deshalb abzusehen, dass sie bald nicht mehr im Handel angeboten werden. Noch gibt es sie aber und neuerdings.com war neugierig …
Hersteller ist mal wieder ein General, diesmal nicht General Office oder General Failure, sondern General Keys. Und das Produkt hört wie offenbar alle “General”-Produkte auf eine Bandwurmbezeichnung namens “General Keys Hightech-Laserpointer mit grünem Festkörper-Laser“. Zu haben ist es für knapp 30 Euro bei Pearl.
Im Praxistest war es tatsächlich deutlich heller als die roten Pointer - und vor allem ist auch der dauernde Wackelkontakt der roten Laserpointer weg: Wenn man auf den Lichtknopf drückt, kommt auch tatsächlich was. Ob dies in 2 Jahren immer noch so ist, kann man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen.
Mit Lasern ist übrigens wirklich nicht zu spaßen: Beim Aquamarine Open Air Festival in Kirzhach in der Nähe von Moskau wurden am 5. Juli knapp 30 Besucher so sehr geblendet, daß sie irreparabel bis zu 80% ihres Augenlichts verloren haben, weil ihre Netzhaut von Laserstrahlen verbrannt wurde. Der Grund: Weil es regnete, zielten die Veranstalter mit den eigentlich in den Himmel gerichteten Lasern stattdessen auf das Publikum…
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Ein Kommentar
Allerdings strahlen die Laser-LEDs nicht grün. Vielmehr wird das rote Laserlicht in einem Kristall in der Frequenz verdoppelt, so dass es grün wird. Natürlich geht dabei auch Leistung verloren, doch die höhere Helligkeit für das menschliche Auge macht dieses wett. Das erklärt den höheren Preis.
Also DAS muss überarbeitet werden.
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walter
schrieb am 15. Juli 2008, 19:32 Uhr (Permalink zum Kommentar)