Top Level Domains:
Ach .com schon, ICANN…
Wenn es nach der ICANN geht, kann sich bald jeder mit dem gewissen Maß an Kleingeld die eigene Top Level Domain kaufen. Profitieren werden davon primär große Firmen, doch es wird wohl auch zu Lasten der Übersichtlichkeit gehen.
Ich erinnere mich noch dunkel an die Zeit, wo die ICANN, die Vergabestelle für Top Level Domains, über die Einführung von .xxx als TLD entschied und die Einführung erst absegnete und dann doch wieder ablehnte. Umso mehr hab ich ob der Meldung in USA Today gestaunt, dass ab 2009 prinzipiell jedes Wort als TLD zur Verfügung stehen könnte:
Dass es dafür Auflagen gibt, ist klar. Erstens muss jeder potentielle Neubesitzer einer TLD sicherstellen, dass er dem technischen Aufwand gewachsen ist, bzw jemanden dafür bezahlt, dass der die Arbeit übernimmt.
Außerdem wird die Angelegenheit auch nicht direkt günstig: Gemunkelt wird von Einstiegspreisen um die $100.000. Dafür ist und “.dings” dann doch zu teuer - auch wenn www.neuer.dings ganz nett wär’. Wir bleiben mal bei neuerdings.com.
Nicht jedes Wort soll aber auch tatsächlich benutzbar sein. So sollen beispielsweise Warenzeichen nur in Ausnahmefällen genehmigt werden, außerdem sind TLD ausgeschlossen, die zu nah an einer bereits existenten Adresse liegen (z.B. .kom). Zusätzliche Sperren soll es auf Endungen wie .turkey geben, da sie mit Ländern assoziiert werden.
Die einen bezeichnen es als großen Fortschritt im Bereich der TLD-Vergabe, die ICANN selbst spricht davon, dass sie “Wettbewerb und Auswahl ausweiten” wolle, während ich mich frage, ob das ernsthaft nötig ist. Man kann sich doch jetzt schon kaum entscheiden, was für einen Domainnamen man haben will…
[via USA Today]
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3 Kommentare zu diesem Artikel
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Nando
meint Ihr da jetzt 100USD oder 100′000USD für eine eigene TLD?
phil
Für mich tönt das nach einem Schritt in’s Chaos. Wenn man bedenkt, dass nur schon .biz bis jetzt nur schwer akzeptiert wird, dann ist die Aussicht auf noch mehr TLD’s wirklich eher kontraproduktiv für die Übersicht im Netz. Reine Geldmacherei und eine eher eine Spielwiese für trübe Gestalten als professionelle, seriöse Anbieter.
Peter Sennhauser
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dem viel Erfolg beschieden sein wird. Die TLD haben sich seit 15 Jahren eingebürgert, schon die letzte Erweiterung hat kaum Auswirkungen gezeigt, und selbst unkommerzielle Websites setzen lieber auf das allseits als erstes gleich nach einer Länder-Domain ausprobierte .com. Viel Erfolg mit einer Webpräsenz, die auf “.bmw”, “.cocacola” oder “.schuheinuebergroessen” endet…